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hohe und niedere, immer mehr mit Wohlwollen dieſer An⸗ ſtalt zugethan ſein! der Segen bleibt nicht aus!—
Eine andere Anſtalt beſteht ſchon über 12 Jahre da⸗ hier, nämlich ein Geſangverein,— einer der älteſten un⸗ ſerer Provinz. Ein vierſtimmiger Chorgeſang mit Sopran, unter Leitung eines wackeren Directors, wechſelt mit vier⸗ ſtimmigem Männerchor und hat ſehr weſentlich zur Ver— beſſerung des Kirchengeſanges und zur Veredelung des Volksgeſanges beigetragen, die Sitten verderbenden Lieder beinahe ganz verdrängt und, ungeachtet mancher Schwie⸗ rigkeiten, ſich bis jetzt erhalten. Mit Freuden lebt die Rückerinnerung an das erſte Wetterauer Geſangfeſt dahier im Jahre 1839 bei uns fort, an welchem uns viele wer⸗ the, theilnehmende Gäſte von Grünberg, Hungen, Schotten, Lauterbach, Friedberg,“) und Butzbach beehrten. Mit der⸗ ſelben Freude gedenkt der Verein noch oft der freudigen Aufnahme bei dem, in den folgenden Jahren ſtattgefunde⸗ nen Geſangfeſten in Schotten, Butzbach und Friedberg,— wo nicht allein die erwachte Sympathie genährt wurde, ſondern es ſich auch bewährte, daß unſer heſſiſches Volk keinem des großen deutſchen Vaterlandes nachſteht. Daß der hieſige Ver⸗ ein von Seiten der Stadt mit dem nöthigen Winterbrande un⸗ terſtützt wird, muß dankbar und rühmend erwähnt werden.
Es entſtand ferner im vorigen Herbſte ein Leſever⸗ ein für die hieſigen Bürger, welcher jetzt ſchon gegen 80 Mitglieder zählt. Die beſten Volksſchriften für Belehrung und Unterhaltung wurden angeſchafft und beſonders im Winter ſehr fleißig benutzt. Die geringen Beiträge von 36 Kreuzern von jedem Mitgliede wurden durch einen anſehnlichen freiwilligen Zuſchuß von unſerm erlauchten Herrn Grafen vermehrt. Wünſchenswerth iſt es, daß dieſe Lectüre durch recht gediegene und wohlfeile Schriftchen vermehrt werde!— Seit dem November vorigen Jahres trat ferner eine andere Anſtalt in's Leben. Es bildete ſich nämlich eine Geſellſchaft, die den größten Theil der hie⸗ ſigen Einwohner umfaßt, und ſich durch freie Wahl ein Schiedsgericht von 12 Miigliedern wählte, von wel⸗ chem alle Prozeſſe, ehe ſie bei der Obrigkeit anhängig ge⸗ macht werden, erſt gütlichen Vergleichs verſuchen unterzo⸗ gen werden müſſen. Bis jetzt ſind von 27 ſtreitigen Faͤl⸗ len bereits 26 durch Vergleiche glücklich beſeitigt worden, und wir hoffen, daß dieſe Geſellſchaft bald alle Bürger zu ihren Mitgliedern zählen wird. Wohl iſt es nicht zu läug⸗ nen, daß Ausdauer, Unparteilichkeit und Bekanntſchaft mit den bürgerlichen Verhältniſſen die erſten Erforderniſſe für ein glückliches Gedeihen dieſer Anſtalt ſind, aber was iſt denn Gutes in der Welt geſchehen, das nicht Mühe und Opfer gekoſtet hätte? Dieſe wohlthätige Anſtalt hat ſich zugleich mit einer durch den ſehr thätigen Geiſtlichen zu Wetterfeld ſchon früher entſtandenen Geſellſchaft gleicher Art dahin vereinigt, daß etwaige Streitigkeiten zwiſchen Gliedern beider Geſellſchaften auch vor den Schiedsgerich⸗ ten erſt verhandelt werden müſſen, ehe ſie vor die Gerichts⸗ behörde gebracht werden dürfen, und es ſind auch die noͤthigen Einleitungen zu einer ähnlichen Verbindung mit den in unſrer Nachbarſchaft beſtehenden ähnlichen Geſell⸗ ſchaften zu Grünberg, Nonnenroth, Lauter, Queckborn und Haarbach, wo namentlich durch die bekannte Thätigkeit des dortigen Schullehrers und des Bürgermeiſters ſchon viel Gutes geſtiftet worden iſt, geſchehen. So eben ſind auf unſere Anträge einige ſehr freundliche Antworten erfolgt.
*) Die Rückerinnerungen an das Laubacher Sängerfeſt gehören zu den ſchönſten der Friedberger Sänger. Laubach hat das Verdienſt, die Wetterauer Sängerfeſte ſinnvoll und umſichtig eröffnet
u haben; möchte es ſich doch auch veranlaßt fühlen, einen neuen Goals ſolcher Feſte zu eröffnen: zahlreich und kräftig mitzuwirken
würde den Friedberger Sängern hohe Freude ſein. B.
Freundlich begruͤßen wir die im Entſtehen begriffene Schieds⸗ gerichtsgeſellſchaft in Lich, und an 15 von 3— ein glückliches Gedeihen! Endlich hat ſich unſer, das Beſte der Stadt wollender Stadtvorſtand bereit erklärt, fuͤr die hieſige Schuljugend ein geeignetes Stück Land zu einer Baumſchule zu verwilligen und dasſelbe auf zweck⸗ mäßige Weiſe einfriedigen zu laſſen, um der Jugend Gele⸗ genheit zu geben, unter Anleitung eines ſachverſtändigen Lehrers die Baumzucht zu erlernen.— Zugleich will der⸗ ſelbe auch eine Turn anſtalt errichten laſſen, um auch dadurch der Kräftigung der Jugend zu Hülfe zu kommen und namentlich ſolche Uebungen anzuſtellen, welche für's practiſche Leben von beſonderem Werthe ſind. Wir ſehen der Ausführung beider Anſtalten entgegen und verſprechen uns vielen Nutzen davon!— Mögen dieſe einfachen Mit⸗ theilungen weder mißverſtanden noch falſch gedeutet werden! G. Marx, Hofprediger.
r
Ich finde mich veranlaßt, die Erklärung abzugeben, daß ich ſeit vier Jahren die Redaction dieſes Blattes nicht mehr beſorge, bemerke jedoch, daß mir weder die gegenwär⸗ tige Redaction noch der Verleger dieſes Blattes zu dieſer Erklärung irgend eine Veranlaſſung gegeben haben.
Friedberg im Juli 1846. b
Prof. Ph. Dieffenbach.
Die Wahrheit des Vorſtehenden beſtätigt 5
n Die Redaktion.
Kirchenbuchs-Auszuͤge vom Mai 1846. I. Butzbach. Getraut e: b
Johann Konrad Lippert, Gensdarm zu Pferd, dahier ſtationirt, Bürger zu Grünberg, des verlebten Buͤr⸗ gers zu Rainrod, Kr. Alsfeld, Johann Konrad Lip⸗ pert hinterlaſſener ehelich lediger Sohn, und Gertraud Reitz, des verſtorbenen Bürgers und Bäckermeiſters Jeremias Reitz zu Grünberg hinterl. ehel. ledige Tochter. 17. Heinrich Schild, Buͤrger und Hutmachermeiſter, des verlebten Bürgers und Hutmachermeiſters Johannes Schild I. hinterlaſſener ehelich lediger Sohn, und Eliſabethe Maas, des verſtorbenen Ortsbürgers zu Niederweiſel, Ackermann's und Chauſſeewärters Chri⸗ ſtian Maas hinterlaſſene eheliche Tochter.. 26. Johann Heinrich Feldmann I., hieſiger Burger und Bäckermeiſter, wie auch Mitglied des Gemeinderaths, ein Wittwer, und Maria Huber, des Freiherrl. von
*
Löwiſchen Pachters zu Steinfurt, Konrad Huber II.
hinterlaſſene ehelich ledige Tochter.
31. Chriſtoph Ernſt Vogt, hieſiger Bürger und Kaufmann, des hieſigen Bürgers und Kaufmann's Georg Chri⸗ ſtian Vogt ehelich lediger Sohn, und Eliſabeth Apol⸗ lina Steinhäußer, des hieſigen Bürgers und Leder⸗ händlers Jakob Steinhäußer J. ehelich ledige Tochter.
Getaufte: 5
3. Dem Bürger Konrad Buß eine Tochter, Anna Maria,
geb. den 20. April.
3. Ein unehelicher Sohn, Gernand, geb. den 17. April.
3. Dem Bürger dahier und Pachter zu Rockenberg Chri⸗ ſtian Wende eine Tochter, Eliſabethe Karolina Fran⸗ ziska, geb. den 17. April.
12. Dem Bürger und Metzgermeiſter Nikolaus Rübſamen N
ein Sohn, Heinrich, geb. den 23. April.
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