Ausgabe 
27.5.1846
 
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Mauern hinaus. Darum bedurfte es nur einer kleinen

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Anregung und in dem kleinen Butzbach conſtituirte ſich

ein Zweigverein der Guſtav⸗Adolph⸗Stiftung, der an jährlichen Beiträgen Mehr einſendet, als mancher größere. Wenige Worte bei einer feſtlichen Zuſammenkunft des Orpheus geſprochen, reichten hin, eine bedeutende Geld⸗ ſpende für die Felsberger hervor zu rufen. Als in jenem verhängnißvollen Jahre Hamburg, Steinbach ꝛc. von furcht⸗ barem Brandunglück heimgeſucht wurden, da verweigerten bei der allgemeinen Collecte nur wenige ihr Scherflein. Und die Concerte für die Abgebrannten in Bromskir chen, die Waſſerbeſchädigten in Starkenburg, den Kirchenbau in Großlumda haben ſie nicht einen verhältnißmäßig bedeutenden Ertrag geliefert? Und jüngſt erſt, da die ſchöne Idee der Peſtalozzi-Stiftungen angeregt wurden, betheiligten ſich gleich Anfangs faſt alle Mitglieder des kirchlichen Geſangvereins und des Orpheus, blos durch wenige Worte von den Directoren auf die Wichtigkeit der Sache aufmerkſam gemacht. Augen⸗ ſcheinlich alſo, wie Viel ein edler Gemeingeiſt, eine tiefe Empfänglichkeit für höhere Intereſſen wirken und leiſten kann! Einſender dieſes, auf vorliegende Erfahrungen geſtützt, giebt ſich darum auch der feſten Hoffnung hin, daß folgender Plan thatkräftig unterſtützt werde. Bekanntlich iſt die Orgelbühne in der Stadtkirche ſo klein, daß bei feſtlichen Anläſſen nicht einmal eine, viel weniger alle muſikaliſchen Kräfte Platz finden. Es muß alſo an Er⸗ weiterung derſelben gedacht werden. Dies ließe ſich wohl ausführen, koſtet aber Geld. Dem Kirchenfonds oder der Stadtkaſſe die Uebernahme der Koſten zuzumuthen, durfte mit ſchwer zu überwindenden Hinderniſſen verbunden ſein. Es bleibt alſo nichts Anderes übrig, als die Sache auf einem anderen Wege zu verſuchen, an den Gemeingeiſt der Stadt, der ſich oft ſo glänzend bewies, ſich wenden. Um einen Fonds für Erweiterung der Orgelbühne in der Stadtkirche dahier zu bilden, ſoll daher am Sonntag nach Pfingſten ein großes Concert unter Mit⸗ wirkung hieſiger Vereine und auswärtiger Di⸗ lettanten gegeben werden. Mögen Butzbachs Bürger beweiſen, daß ſie nicht zurückſtehen, wo es gilt, zur Erhe⸗ bung ihres religiöſen Lebens fördernd beizutragen.

Kirchenbuchs⸗Auszug vom Maͤrz 1846. Lich.

Getraute: 17. Der hieſige Ortsbürger und Schneidermeiſter Heinrich

19

19.

22.

21.

125.

Walz III, des hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Joh. Georg Walz ehelich lediger Sohn und Marie Katharina Zimmer, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Spenglermeiſters Chriſtian Gottlieb Zimmer ehe⸗ lich ledige Tochter.

Der hieſige Ortsbürger und Schuhmachermeiſter Georg Heinrich Greiner, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Andreas Greiner ehelich ledi⸗ ger Sohn, und Magdalena Zimmer von Laubach, des verſtorbenen dortigen gräflichen Livree⸗-Bedienten Carl Chriſtian Zimmer ehelich ledige Tochter.

Get aufte: 8

Dem hieſigen Ortsbürger und Fürſtlichen Bedienken Johannes Zimmer, ein Sohn, Heinrich Chriſtian, geb. 11. Februar. i Dem hieſigen Ortsbuͤrger und Fürſtl. Obermüller An⸗ dreas Jacob Weber eine Tochter, Helena Louiſe Char⸗ lotte, geb. 13. Februar.

Dem hieſigen Ortsbürger und Weißbindermeiſter Hart⸗ mann Wenderoth ein Sohn, Peter Wilhelm Chriſtian, geb. 22. Februar.

Dem hieſigen Ortsbürger und Maurer Karl Ludwig

Schöne ein Sohn, Karl, geb. 12. März.

Dem am 1. Auguſt 1845 verſtorbenen Ortsbürger und Metzgermeiſter Joh. Jacob Dietz ein Sohn, Philipp Chriſtian, geb. 10. März.

Dem hieſigen Ortsbürger und Bäckermeiſter Joh. Chriſtoph Lotz eine Tochter, Anna Chriſtine, geb. 7. März.

Dem hieſigen Ortsbürger und Steinhauergeſellen Joh.

Wilhelm Ernſt Wolf ein Sohn, Karl, geb. 11. März. Dem hieſigen Ortsbürger und Maler Konrad Hisgen eine Tochter, Katharina Charlotte, geb. 15. März. Beerdigte: Anna Eliſabetha Brück, des in Niederkleen, Kr. Wetzlar, verſterbenen Ortsbürgers und Ackermanns Johannes Brück hinterlaſſene Wittwe, geb. Meſſerſchmiedt, alt 71 Jahre und 3 Monate, 1 1. März. Anna Margaretha Zimmermann, des hieſigen Buͤrgers und Bäckermeiſters Johannes Zimmermann eheliches Töchterchen, alt 4 Monate, 19 Tage, 7 3. März. Karl Schöne, des hieſigen Ortsbürgers und Maurers Karl Lndwig Schöne eheliches Söhnchen, alt 3 Tage, 1 15. März. Ludwig Voltz, des hieſigen Ortsbuͤrgers und Schnei⸗ dermeiſters Johannes Voltz eheliches Söhnchen, alt 1 Jahr, 1 Monat, 7 19. März.

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

rr

Oeffentliche Bekanntmachung.

(1140 Ludwig Langsdorf, Schuſter, zu pohl⸗ gons, iſt von Großh. Hofgericht der Provinz Oberheſſen für einen Verſchwender erklärt und der ſelbſtſtändigen Verwaltung ſeines Vermögens entſetzt worden, was mit dem An⸗ fügen zur öffentlichen Kenntnis gebracht wird, daß ihn verpflichtende Rechtsgeſchäfte nur mit Zuſtimmung des ihm beigegebenen Curators Konrad Langsdorf zu Pohlgöns abgeſchloſſen werden können. Butz bach den 12. Mai 1846. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Mosler. Calmberg.

Verfügung. (710) Laut in dem Sypothekenbuche der

Gemeinde Unterſeibertenrod befindlichen, noch offen ſtehenden Eintrage hat Anna Veronika Fölſing von da, nunmehrige Ehefrau des peter Stritter von Oberohmen, zufolge Vertrags vom 24. März 1831 ihrem Bruder Joh. Michel Fölſing von Unterſeibertenrod das dem⸗ ſelben aus der Verlaſſenſchaft ſeines Vaters Johannes Fölſing bereits zugefallene und das ihm von dem Vermögen ſeiner Mutter nach deren Ableben dereinſt noch ertragende Erb⸗ antheil mit allen Rechten unter Eigenthums⸗ vorbehalt bis zu ausbezahltem Kaufſchillinge für 100 fl. abgekauft und davon jetzt einige Grundſtücke verkauft, ohne, was geſchehen zu ſein ſie behauptet, die vollſtändige Auszahlung dieſes Kaufſchillings urkundlich nachweiſen zu können.

Es werden daher der unbekannt wo? ab⸗ weſende J. M. Fölſing oder deſſen Leibeserben hiermit öffentlich aufgefordert, ihre bieran etwa noch zu bildenden Anſprüche ſo gewiß binnen 6 Wochen dahier anzuzeigen und geltend zu

machen, als ſolche anſonſt für erloſchen erklart

und der fragliche Pfandeintrag resp. Eigen⸗ thums- Vorbehalt in dem Pfandbuche gelöſcht werden wird. Grünberg den 2. Mai 1846. Gr. Heſſ. zum Landgericht daſelbſt ge.

höriges Patr.⸗Gericht der Freiherrn

Riedeſel zu Eiſenbach. Welcker. Dr. Ortwein.

Verſteiger ungen.

(7177 Für die Garniſon Friedberg wird die

Lieferung

a) des Gels und der Talglichter,

b) der neuen Schuhe, Sohlen und Flecke, pro 2. Semeſter d. J.,

c) des Brodes, pro 3. Quartal d. J.,

auf dem Soumiſſtonswege in Accord gegeben. Deßfallſige Soumiſſionen ſind verſiegelt und

mit der betreffenden Aufſchrift verſehen in dat

am Eingange des hieſigen Militär- Perwal⸗

tungsbureaus befindliche Käſtchen einzulegen

und es werden die eingegangenen Soumiſſionen

am 29. d. M., Vormittags, und zwar:

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