Ausgabe 
24.6.1846
 
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gnügt man ſich damit, den Straßenkoth, welcher an den polizeilich beſtimmten, oder an den Tagen, wo der Verwal⸗ tungsbeamte in einem Dorfe erſcheint, zuſammengekehrt iſt, in der Eile in eine Vertiefung, oder, wie ich es geſehen, in den durchfließenden Bach zu ſchütten, oder, wie es am ewöhnlichſten iſt, ihn an den Wandungen der Häu⸗ ſer, wahre Erdhügel bildend, anzuſchlagen, von wo dann auch wohl Einzelne Dasjenige, was der Regen nicht wieder abſchwemmt, zuweilen auf ihre Wieſen führen. Dieſer Straßenkoth, welcher bekantlich mancherlei dün⸗ gende Theile enthält, iſt es nun, welcher ein Hauptmate⸗ rial zur Errichtung von Gemeinde-Compoſthaufen abgeben kann, indem man ihm noch verſchiedene Zuſaätze giebt, welche ſowohl Maſſe wie Wirkung vermehren, und indem man ihn mit dieſen Zuſätzen von Zeit zu Zeit gehö⸗ rig vermiſcht und bearbeitet. f

Es wird wenige Gemeinden geben, die nicht alte oder in ihren Vermögensverhältniſſen zurückgekommene Leute zu ernähren, oder zu unterſtuͤtzen haben, die leicht zur An⸗ ſammlung derjenigen Materialien verwendet werden können, welche die Hauptmaſſe abgeben und nicht gekauft werden müſſen. Ueberall aber wird es arme Leute genug geben, denen man auf dieſe Weiſe einen Verdienſt zuweiſen kann, und ſelbſt, wenn der höhere Mehrertrag der Wieſen die auf den Kompoſt verwendeten Koſten nicht überſteigt, ſo ſollte die Erreichung letzteren Zweckes mit der zu erlangenden größeren Reinlichkeit, ſchon Anregung genug zur Errichtung ſolcher Gemeinde⸗Compoſthaufen ſein.

Zu der Bereitung derſelben wählt man in der Nähe des Dorfes einen, oder, wenn daſſelbe ſehr ansgedehnt iſt, mehrere gelegene Plätze, auf welche der Straßenkoth und die übrigen Materialien hingebracht werden. Dieſe Plätze müſſen ſo groß ſein, daß man mehrere Haufen in eiuiger Entfernung von einander aufzuſetzen vermag, damit ſie ſpäter bequem umgeſetzt und umgeſtochen werden können, ohne einander im Wege zu liegen. Sowie nun der Gyps z. B., oder irgend ein anderes Mineral oder Kno⸗ chenmehl u. dgl. ohne andere Beimengung angewendet, nicht allein unſere Cultur⸗Pflanzen zu ernähren vermag, ſo wird auch nur derjenige Compoſt ſehr wirkſam ſein kön⸗ nen, der aus allen möglichen düngenden Subſtanzen zuſam⸗ mengeſetzt iſt, welche zur Ernährung der Pflanzen dienen, und deren Anweſenheit im Boden nothwendig iſt, um ein ſtärkeres Wachsthum der Wieſenpflanzen möglich machen zu können.

Man fügt alſo zu dem Straßenkoth die zuſammen⸗ gekratzten Haufen der Chauſſeen, beſonders derjenigen, die mit Baſalt oder Kalkſteinen beſchlagen werden, Haide⸗ und Raſenplaggen, die Erde von Rainen⸗ und Grabenrändern, Kalk oder Mergel, Bauſchutt ꝛc. und kauft nun, um ihn recht kräftig und wirkſam zu machen, für jeden Haufen etwas Aſche, Gyps, Knochenmehl, Viehſalz u. dgl. Dann verwende man dazu die Abtritte der öffentlichen Gebäude, wie z. B. des Rathauſes, der Schulen u. ſ. w., ſtreue vor den Brunnen, um die Excremente der an denſelben getränkt werdenden Thiere zu ſammlen, und benutze mit Sorgfalt die vielen gegebenen Gelegenheiten, um als Dünger ſo Man⸗ ches nutzbar zu machen, was bisher unbeachtet geblieben war.

Bei der Anlage der Haufen dürfen die verſchiedenen Materialien nicht wüſt und planlos hingeſchüttet werden, ſondern wenn letztere nach und nach auf dem Platze ange ſammelt ſind, giebt man ihnen eine paſſende Form, indem man ſſe ſchichtenweiſe unter einander bringt. Zu unterſt nimmt man, wo möglich, eine Schichte von Raſen oder Erde und nun abwechſelnd darauf die übrigen Materialien. Nach Verlauf eines Vierteljahres wird der ganze Hau⸗ fen auf die Weiſe umgeſtochen und gearbeitet, daß Alles

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moͤglichſt homogen gemiſcht unter einander kommt, und er in derſelben Form neben ſeinem früheren Platze aufgeſetzt wird. Je nach der verſchiedenen Zuſammenſetzung des Haufens kann dies Umſtechen im Laufe des Jahres, da er 9 10 Monate liegen ſoll, noch ein oder mehrmal noth⸗ wendig werden. Alle Haufen müſſen ſtets in gehörig feuch⸗ tem Zuſtande erhalten werden, weshalb man ſie zuweilen begießen muß, und ſie auf ihrer Oberfläche etwas mulden⸗ förmig anlegt. Man wird zuweilen den Platz für die Compoſthaufen ſo wählen können, daß man die beim Regen⸗ wetter häufig abfließende Jauche in ihrer Nähe auffangen, und dieſelben damit begießen kann. Der fertige Compoſt wird dann im Herbſte und Winter auf die Wieſen gefah⸗ ren, recht gleichmäßig uͤber dieſe vertheilt, und nach einiger Zeit mittelſt einer mit Dornen durchflochtenen Egge, oder einer Ackerſchleife, die man hinten noch mit Reiſig behän⸗ gen kann, mehrmals überzogen und zuletzt noch angewalzt.

s Im Frühjahre, ſo wie die Vegetation ſich zu regen

beginnt, bricht das Gras durch, während Mooſe und Flech⸗ ten erſticken, und wenn es nicht zu ſehr an der Feuchtigkeit gebricht, die für die Aufnahme der düngenden Salze fuͤr alle Pflanzen unumgänglich nöthig iſt, ſo wird eine reiche Erndte für die Düngung lohnen, deren Wirkung je nach der Zuſammenſetzung des Compoſts, 4 5 Jahre anhalten kann, während welcher Zeit die übrigen Wieſenflächen ſich der gleichen Verbeſſerung erfreuen können.

Betrachtet man nun alle die Vortheile, die einer Ge⸗ meinde durch die Errichtung von Gemeinde-Compoſthaufen zu Theil, und die verſchiedenen Zwecke, die dadurch im Intereſſe ihrer Angehörigen erreicht werden, ſo findet man:

1) Beförderung der Reinlichkeit; s 5

2) Benutzung des düngenden Straßenkoths, der entweder

W ging, oder nicht verdientermaßen gewürdigt

urde; 8

3) Benutzung einer Menge von anderen Dungſtoffen, die gleichfalls entweder verloren gingen, oder deren Weg⸗ ſchaffung häufig noch Koſten verurſachte;

4 Erhöhung der Fruchtbarkeit unergiebigen Gemeindegu⸗ tes, wodurch das Gemeindeeinkommen erhöht und in vielen Fällen die Möglichkeit geboten wird, die immer⸗ während ſteigenden, drückenden Comunallaſten zu ver⸗ mindern;

5) Vermehrung des Futters, und Duͤngermaterials für den Acker;

6) Beſchäftigung und Verdienſt fuͤr ärmere Gemeindean⸗ gehörige; und N

7) Aufſtellung eines guten Beiſpiels in zweckmäßiger Anlage und Verwendung der Compoſthaufen.

Dieſe von einer jeder Gemeinde leicht zu erringenden gro ßen Vortheile, machen es höchſt wunſchenswerth, daß in recht vielen derſelben der baldige Anfang mit Errichtung derglei⸗ chen Compoſthaufen gemacht werde. Mögen die Gemein⸗ devorſtände einen eben ſo kräftigen Willen dabei zeigen, wie die Sache leicht in ihrer Ausführung iſt. 5

Gießen im März 1846. 0 C. Fries,

landwirthſchaftl. Techniker und Secretär des landw. Vereins von Oberheſſen.

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Es wäre überflüſſig, wenn die Trefflichkeit der Spar⸗ und Leihkaſſen hier angerühmt werden ſollte. Die Kreiſe, innerhalb welcher dieſes Blatt geleſen wird, beſitzen ſolche Anſtalten. Bei allem Guten, das ſeither durch ſie geſtiftet worden iſt, wird jedoch Ein Mangel ſchwerlich überſehen worden ſein ſie ſind zu wenig Ortskaſſen. Die den

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