Ausgabe 
22.8.1846
 
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4) Gemeinde Wölfersheim

Ar Preis 9 fl.

5) Oeconom Zwier von Ilbenſtadt Ir 8 6) Anton Reiſchling von Steinbach(Kr.

Gießen) Er. 8. 7) Bürgermeiſter Beck von Rendel Ir 7

8) Heinr. Jacob Hahn von Weckesheim r 6

Die oben erwähnte, von der Stadt veranſtaltete Ver⸗ looſung fand auf dem hieſigen Rathhauſe ſtatt und zwar unter Aufſicht des hieſigen Großh. Bürgermeiſters, des erſten Bei⸗ geordneten und 6 Gemeinderäthen, außerdem waren noch Zeu⸗ gen: die Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Brack von Altenſtadt Dickenberger von Ilbenſtadt, Keil von Melbach, Väth, von Södel und die Herrn Oekonomen Grein von Wickſtadt, Leonhard von Fauerbach II. und Stoll von Niederwöll⸗ ſtadt. Wir theilen hier die Nummern und ihre Gewinnſte in der Reihenfolge mit, wie ſie gezogen wurden. Nr. 1018: Geisbock, 378: Dreſchflegel, 975: Schwingeiſen, 585: Span⸗ ferkel, 450: Hacke, 292: Rechen, 870: Hammel ſcheckig Nr. 4, 520: Hammel ſcheckig Nr. 3, 442: Spanferkel, 1167: Wurf⸗ ſchaufel, 443: ſchwarzer Hammel Nr. 1, 173: zwei Hühner und ein Hahn, 1322: Spanferkel, 1135: Gans, 255: Dreſch⸗ flegel, 658: Karſt, 1191: Kalbin mit Kalb, 1154: zwei Hühner und ein Hahn, 1127: weißer Hammel Nr. 2, 553: gelbe Kalbin, 1247: gelbe Kalbin, 806: Miſthaken, 340: Schippe, 339: Truthahn, 489: Hut, 681: weißes Hammel⸗ Lamm Nr. 6, 1120: Spaten, 817: Miſtgabel, 1157: Rechen, 421: Sichel, 420: Sichel, 1288: Gans, 466: Truthenne, 323: Heugabel, 912: Spanferkel, 464: Haferreff mit Senſe, 357: zwei Enten, 337: Senſe mit Wurf, 465: zwei Enten, 8 1299: weißes Hammel⸗Lamm Nr. 5, 99: Span⸗ erkel.

Daß derartige Preisvertheilungen auf die Landwirth ſchaft mächtig wirken können, iſt längſt anerkannt. Unſtrei⸗ tig hängt aber der höhere oder geringere Erfolg größten⸗ theils von dem betreffenden Commiſſär ab, der bei allen Preisvertheilungen im Lande gegenwärtig iſt und ſie uͤber⸗ wacht. Hat er die rechte Eigenſchaften, ſo kann er außer⸗ ordentlich viel thun und wahrer Wohlthäter eines ganzen Landes werden. herzogthum Heſſen Glück wünſchen in Herrn Oekonomierath Zeller den rechten Mann zu beſitzen. Seine gemüthliche Perſönlichkeit gewinnt ihm mit Recht leicht das Vertrauen des Volkes, und ſein klares den gebildeten Landwirth ver rathendes Urtheil, läßt ſeinen praktiſchen Vorſchlägen auch bei den Beſchränkteren Eingang finden. Er bekämpft un⸗ abläſſig den alten Schlendrian und regt ſtets nach allen

% 264.

In dieſer Beziehung kann ſich das Groß⸗

Seiten hin zum Nachdenken und zu umſichtiger Thätigkeit an und zeigt, wie Feld und Wieſen einträglicher gemacht werden können. Dies iſt um ſo nothwendiger, als die Be⸗

völkerung mit jedem Tage ſteigt und der Boden ſich nicht vermehrt.

Zur Erheiterung.

Ein Tyroler war in der ganzen Gegend als ein ſtarker Eſſer bekannt. Als nun eines ſchönen Morgens im Inn ein ungewöhnlich großer Fiſch er wog ohne Kopf 24 Pfund gefangen wurde, ſagte ein Herr, der die ein⸗ nehmende Perſönlichkeit des Tyrolers, ſeines Landsmannes, kannte, zu einem andern Herrn: er kenne Jemanden, der den ganzen Fiſch auf einen Sitz zu verzehren im Stande wäre. Das wollte der Andere nicht glauben und ſo kam's zur Wette. Der Tyroler wurde beſchieden und mit Ver⸗ gnügen erklärte er ſich bereit, den 24pfündigen Fiſch zu ſeinem Abendbrode zu verſpeiſen. Der, welcher für den Tyroler gewettet hatte, ließ den Fiſch zertheilen und je vier und vier Pfund auf eine andere Weiſe zubereiten. Der Tyroler, welcher bisher nur gebratenen, noch nie aber ge⸗ ſottenen Fiſch, Fiſch in Klößen in Souce mit Mar⸗ melade in Karbonaden u. ſ. w. geſehen und gegeſſen hatte, hatte bereits vier Gänge hinter ſich, alſo 16 Pfund Fiſch verſchlungen, als er, in der Vorausſetzung, alles Bis⸗ herige ſei nur eine Vorbereitung zum ſpäter folgenden Fiſch⸗ eſſen geweſen, doch aber das Gewicht der 16pfündigen Speiſe einigermaßen verſpürend ſeinen Patron auf die Seite nahm und ſagte:Gnoden, wenn's Fiſcherl nit bald kommt, ſo kann i es holt nimmer eſſen. Wie erſtaunte er, als er erfuhr, daß er ſchon zwei Drittel ſeiner Aufgabe gelöſt habe; die reſtirenden acht Pfunde waren ihm ein wahres Kinderſpiel. i f

Kleinkinderſchule.

Den reſp. Herren, welche am 17. d. Mts. ſo bereit⸗ willig ihren Sechſer zur Löſung der Tanzconceſſion beige⸗

ſteuert haben, zur Nachricht, daß, da der Tanz nicht ſtatt⸗

fand, der Geſammtbetrag der Beiſteuer mit 3 fl. 54 kr. unter Vorausſetzung allſeitiger Zuſtimmung der Geber an den Vorſtand der Kleinkinderbewahranſtalt dahier abgeliefert wurde.g

Bekanntmachungen von Be⸗ hörden.

1 νινινe?

(Butzbach.) Lieferungen von Brod, Brennöl, Thran, Talglichter, Wai⸗ zenkleie u. Leinkuchen, ſodann Stroh zum Füllen einzelner Betten.

(1228) Vorgenannte Lieferungen für die

Garniſon Butzbach auf's Ate Quartal dieſes

Jahres, ſollen Donnerſtag den 27. d. M., des

Vormittags 10 Uhr, auf dem bekannten Sou⸗

miſſionswege in Accord gegeben werden. Dies

den Intereſſenten zur Nachricht. Bütz bach den 14. Auguſt 1846. J. A.: Cellarius, Oberquartiermeiſter.

Bekanntmachung.

(1218) Mittwoch den 26. d. M., Morgens 10 Uhr, ſoll die Anfertigung von 22 Stück gut conſtruirten Waiſenhausbüchſen an den

Wenigſtnehmenden auf dem Bureau des Un⸗ terzeichneten verſteigert werden, wozu Steig liebhaber eingeladen werden. Friedberg den 31. Juli 1846. Der Großh. Heſſ. Kreisrath Küchler.

Oeffentliche Bekanntmachung.

(1189) Die zum Nachlaß des zu Ober⸗ erlenbach verlebten Generalagenten Jakob Leiß⸗ ler gehörenden Immobilien, namentlich auch ein geräumiges Wohnhaus mit Stallung, Scheuer und Garten, ſollen nebſt dem dazu gehörigen Braunkohlenbergwerke, deſſen Be⸗ trieb mit Erlaubniß der höchſten Staatsbe hörde auf den neuen Erwerber übergehen kaun, unter den im Verſteigerungstermin zu eröff⸗ nenden näheren Bedingungen Montag den 31. Auguſt l. J., Vormittags 10 ubr,

zu Obererlenbach öffentlich verſteigert werden.

Indem man dieſes zur öffentlichen Kennt⸗ niß bringt, bemerkt man noch, daß das Wohn⸗ haus eine ſehr ſchöne Ausſicht darbietet und

gleich dem Braunkoblenbergwerke 1 Stunde von Homburg v. d. Höhe und nicht viel wei⸗ ter von der im Bau begriffenen Main⸗Weſer⸗ Eiſenbahn gelegen iſt, auch die Güterſtücke meiſtens mit Obstbäumen, welche zum Theil edle Sorten tragen, bepflanzt ſind.

Der Curator des Nachlaſſes Müller Falken⸗ ſtein zu Obererlenbach iſt angewieſen, den Liebhabern die Beſitzung zur Einſichtsnahme zu zeigen. 5

Groskarben den 81. Juli 1846.

Groß. Heſſ. Landgericht daſ. Jäger. Schmidt.

Aufforderung.

(1212) Das Vermögen des abweſenden Johann Wilhelm Häuſer von hier, geboren dahier 15. Juni 1756, wurde bisher curatoriſch verwaltet.

Daſſelbe betragt nach der letzten Rechnung 166 fl. 57½ kr. Da Häußer das 90ſte Lebens jahr zurückgelegt haben würde, ſein Aufent⸗ balt aber wie ſeine Erben unbekannt ſind, ſo werden letztere aufgefordert, ſich binnen