Ausgabe 
22.4.1846
 
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d) Zeugniſſe unbeſcholtener Männer, insbeſondere der bis⸗ herigen oder fruheren Dienſt⸗ oder Lehrherrn, Meiſter ꝛc. des Dienſtpflichtigen. Es wird denſelben aber nur dann Beweiskraft beigelegt, wenn ſie eidlich vor Gericht abgelegt worden ſind.

Da, wo Ihnen die Fehler und Gebrechen ſchon be kannt ſind, oder bei dem Erſcheinen der Militärpflichtigen bekannt werden, haben Sie ſelbſt ohne Anzeige dieſer dahin zu wirken, daß die erforderlichen Zeugniſſe bis zur Muſte⸗ rung erbracht werden. Ihre amtliche Thätigkeit wird aber in noch größerem Maaße in Anſpruch genommen, wenn ſich die Untauglichkeit auf Geiſtesſchwäche, Taubſtummheit und ähnliche Uebel gründet, die vorausſetzen laſſen, daß den daran leidenden Individuen die Kenntniß der beſtehenden geſetzlichen Vorſchriften ermangele.

Kein Militärpflichtiger kann ſich durch einen Bevoll⸗ mächtigten, welcher Art er auch ſeie, fuͤr tauglich erklären laſſen; er muß in Selbſtperſon erſcheinen, inſofern er ſich nicht dem im Artikel 43 des Recrutirungsgeſetzes ausge ſprochenen Nachtheile des Erſtmarſchirens ausſetzen will. Von der Verbindlichkeit ſelbſt zu erſcheinen, ſind allein die⸗ jenigen ausgenommen, welche entweder durch gehörig Be⸗ vollmächtigte oder durch ihre Eltern, Großeltern, volljährige Geſchwiſter, oder durch ihre Vormünder bei der Muſterung erklären laſſen, daß ſie ſich bei dem Militärdienſt vertreten laſſen würden. Dieſe Erklärung geſchieht am Sicherſten mittelſt Vorzeigung der von der Großh. Staatsaſſekuranz⸗ anſtalt erhaltenen Verſicherungsurkunde.

Friedberg den 16. April 1846.

F ch len

Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Muſterung pro 1846.

Nach Benachrichtigung des Civil⸗Recrutirungscom⸗

miſſaͤrs der Provinz Oberheſſen ſoll im hieſigen Kreiſe die diesjährige Muſterung den 25., 26. und 27. Mai das Loo⸗ ſen den 28. Mai, jedesmal präcis um halb 8 Uhr Morgens anfangend, vorgenommen werden. Es haben darum den 25. Mai die Gr. Buͤrgermeiſter von: Allertshauſen, Altenhain, Atzeuhain, Beltershain, Berns feld, Bobenhauſen, Climbach, Ermenrod, Felda mit Klein⸗ felda und Schellnhauſen, Feldkrücken, Flenſungen, Gails⸗ hauſen, Göbelnrod, Großeneichen, Groß- und Kleinlumda; den 26. Mai die Gr. Buͤrgermeiſter von: Grünberg, Haarbach, Helpershain, Höckersdorf, Ilsdorf, Keſſelbach, Keſtrich, Kleineichen, Köddingen, Kölzenhain, Lauter, Lehnheim, Lindenſtruth, Londorf, Maiches, Mer⸗ lau, Niederohmen, Oberohmen, Oberſeibertenrod; den 27. Mai die Gr. Bürgermeiſter von: Odenhauſen, Queckborn, Reinhardshain, Rüddingshauſen, Ruppertenrod, Saaſen, Sellnrod mit Schmitten, Stangen⸗ rod, Stockhauſen, Stumpertenrod, Ulrichſtein, Unterſeiber⸗

% 124 K.

hauſen, Winnerod, Wohnfeld, Zeilbach

mit allen Conſcriptionspflichtigen unfehlbar zur bemerkten

Zeit in dem zur Vornahme des Geſchäftes beſtimmten Lokale

zu erſcheinen, damit durch ſpäteres Kommen keine Störung

entſteht. An jedem dieſer Tage nach beendigter Muſterung

wird zugleich auch über die Depotanſprüche entſchieden.

Außerdem werden Sie jenen noch beſonders eröffnen,

1) daß alle Diejenigen, welche nicht der Staatsaſſecuranz⸗ anſtalt beigetreten ſind und ſich vertreten laſſen, ſich ſo gewiß perſönlich bei der Muſterung einfinden müſſen,

als ſie ſonſt als dem Geſetze ausgewichen erklärt und

von den geſetzlichen Nachtheilen getroffen werden, daß Jeder, der an einem Fehler leidet, welcher nicht alsbald durch die Sinne wahrgenommen werden kann, wie z. B. Schwerhörigkeit, Kurzſichtigkeit, fallende Sucht ꝛc. ꝛc., ſich nach Vorſchrift des§. 10 Ziffer 6 und§. 127 der Verordnung vom 30. April 1831 mit den erforderlichen Beſcheinigungen verſehen und ſolche bei der Muſterung mit zur Stelle bringen müſſe. Die Muſterung und Unterſuchung der ſich als Ein⸗ ſteher gemeldet habenden Excapitulanten findet an den be⸗ treffenden Muſterungstagen, die Prüfung der Nichtexcapitu⸗ lanten aber den 29. Mai und dann Morgeus um 8 Uhr ſtatt und Sie haben Diejenigen, welche ſich als Einſteher gemeldet haben, anzuweiſen, ſich an den genannten Tagen ebenfalls dahier einzufinden. ö i Grünberg am 16. April 1845. Ouvriſe x.

Verein zur Verbeſſerung des Zuſtandes der Jrgelften.

Unter Bezugnahme auf unſeren in der Großh. Heſſ⸗ Zeitung Nro. 103 veröffentlichten Rechenſchaftsbericht für die Jahre 1844 und 1845 fordern wir hiermit alle israeli⸗ tiſche Jünglinge, welche ſich dem Handwerkerſtande oder Ackerbau widmen wollen und die hierzu erforderlichen Faͤhig⸗ keiten beſitzen, auf, ihre mit den nöthigen Zeugniſſen ver⸗

ſehenen Geſuche bei dem betreffenden Vereinsbevollmächtig⸗

ten(für den Kreis Friedberg, Herrn Kreisbureaugehuͤlfen Fink in Friedberg, für den Kreis Hungen Herrn Rechner Funk zu Hungen und für den Kreis Grünberg, Herrn Kreisbureaugehülfen Henriey zu Grünberg) einzureichen; diejenigen israelitiſchen Jünglinge aber, welche ſich zu Schullehrern ausbilden und nach§. 2 der Statuten erſt dann Anſpruch auf Unterſtützung haben, wenn ſie ſich auf einem inländiſchen Schullehrer-Seminar bereits befinden, haben ihre deßfallſigen Geſuche dem betreffenden Seminar-Director zu übergeben. 0 Darmſtadt den 6. April 1846. 4 Der Vorſtand des Vereins zur Verbeſſerung des Zuſtandes der Israeliten für die Provinz Starkenburg als Cenutral⸗Vereins⸗Vorſtand. f Goldmann.

tenrod, Waicfartshain, Weitershain, WettſaaſenWind⸗

Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden.

a N νι n Edictalladung. J(498) Charlotte Juſtine Loſchhorn, Tochter ö des vorhinigen Stadt⸗Chirurgen Theophylus Löſchhorn zu Grüningen, und ſeiner Frau

Margarethe Cliſabeth, einer geb. Stock, ge⸗ boren den 23, Februar 1776, demnach ſeit

Kurzem 70 Jahre alt, war an Konrad Mohr zu Annerod verheirathet, ſoll jedoch ſchon ſeit einer ſolchen Reihe von Jahren abweſend ſein,

daß die Zeit ihrer Entfernung nicht ermittelt

werden konnte. Die bei dem vorhinigen Amte Grüningen geführten Curatelacten beginnen bereits mit 1811.

Als alleinige geſetzliche Erben erſcheinen noch zur Zeit, Konrad Mohr zu Annerod und Wilhelm Mohr zu Nürnberg, ſowie der Kirchenbuchsauszug außerdem noch eines außer⸗ ehelichen, in 1797 gebornen, Kindes, Louiſe,

erwähnt, ohne daß über deſſen Exiſtenz etwas vorliegt...

Da die ſeither beſtandene Curatel aufge⸗ hoben werden ſoll, ſo werden alle diejenigen, die, außer den genannten beiden Söhnen, An⸗ ſprüche zu machen gedenken, aufgefordert ſo⸗ gewiß binnen 3 Monaten ſich dahier anzu⸗ meiden, als ſonſten keine Rückſicht auf ſie genommen werden wird, ſowie auch die Euren⸗ din ſelbſt, wenn ſie noch am Leben ſein ſollte, angewieſen iſt, ſogewiß binnen gleicher Friſt ſich dahier anzumelden, als ſonſten ihr wirk,