empören kann.
mehr herunterkommt, und ſich gar nicht mehr ein wenig Er und die andern Schnappsbrüder im Dorf juweliren jetzt jeden Tag, daß das Mäſſigſein ein Spott geworden wäre, und daß die Carol jetzt hieß: Laßt doch dem Bauer ſein Schnapps. Sie wollen ja durch einen ihrer nichtsnutzigen Kumbärs, der weit herum war, und mit allen Hunden gehetzt iſt, in Specialſchaft mit den hieſigen Brennern und Wirthen, dem Herrn, der das ge— ſchrieben hat, wenn ſie ſeinen Namen herausbringen kön— nen, eine Matreß rottiren, die ſie an ihn ſchreiben wollen, und einen Bockal, den ſie beim Häfner hier beſtellen wollen. Aber wir Weiber ſind in Einer Haſſardigkeit und großer Scha— luſie auf ihn, und wann wir ihn erfahren können, wo er iſt, dann kratzen wir ihm ſeine Schelmsaugen aus. Deun unſer
Männer ſchlagen uns jetzt regelmäßig alle Abend blo⸗
Mäler, die wir Ihnen zeigen könnten, wenn es nicht ſo weit von hier bis Fribberg wäre, und ſchimpfen uns, wenn wir uns über das Trinken beſchweren: Du Hettero⸗ dor! und: Du Orthodox!— daß wir beſchämt die Augen niederſchlagen müſſen. Das Kind in Mutterleibe wird nicht mehr geſchont, und keine Obrigkeit wird von den Menſchen rehſpeckthürt. Will der Herr Ortsdiener, der nun freilich auch gerne hebt, ihnen Ruhe gebieten, gleich fragen ſie ihn:„ob er noch nicht wiſſe, daß der Brand— wein ihnen jetzt permedirt wäre, ſoviel ſie trinken wollten? und ſtellen ihn mit einigen Kännchen zufrieden. Kommt der Bürgermeiſter, und verlangt mit Anarchie, daß ſie Ruhe halten ſollten— und unſer Herr Bürgermeiſter iſt einer von den anarchiſchſten, dies giebt— ſo lachen ſie ihm ins Geſicht und ſagen:„laßt doch dem Bauer ſeinen Schnaps!“ daß er auch lachen muß. Sogar am Pfarrhaus ſind ſie ungeſcheut mit ihrem Schnapskrug vorbeiharmonirt, und wie der Pfarrer aus ſeinem Fenſter ſagt:„was ſeid ihr denn vor Leut?“ da ſagten ſie:„ja, Herr Pfarrer, wir ſind Leute, die viel leiſten können!“ Wie er weiter ſagt: „was denkt ihr denn nur, daß ihr ſo einen Specktakel im Dorf verführt?“ Da ſagten ſie:„wir denken viel, und was wir denken, das denken wir ſcharf und richtig, denn wir ſind Freunde des Geiſtes!“ Und wie er ſagt:„ſchämt Euch, ihr Brandweinmenſchen, und geht heim!“ Da brumm—⸗ ten ſie:„der hat gut reden, der hat eine halbe Ohm guten Wein im Keller; der hält ſich auch am Rebenpägel, und preddigt wider den Schnaps!“ und ſungen im Fortgehn: „Laßt doch dem Bauer ſein'n Schnaps!“ Vom Hrn. Schul⸗ lehrer wollen ſie ſichs auf Noten ſetzen laſſen. Und ſo iſt keine Hilfe für uns armen Weiber, wenn Sie nicht Mit⸗ leid mit uns haben, und wieder ein Schreiben dagegen in Umlauf bringen, das die Menſchen auf andere Gedan⸗ ken bringt.“) Denn ich kann Ihnen gar nicht ſagen, was
) Zu Ihrem Troſte, liebe Frau N. N., können wir mittheilen, daß bereits drei verſchiedene Aufſätze gegen den Hüttenberger oder viel⸗
mehr deſſen Aufſatz in Nr. 77. d. Bl. bei uns eingelaufen find und
daß wir zwei davon„Offener Brief an einen Volksfreund aus dem Hüttenberg und„Die Geſchichte vom lahmen Fried“ in unſer Blatt aufnehmen werden. Der Herr Verfaſſer des britten Aufſatzes Ueber das Schreibes an die Mäßigkeitsvereinsfreunde ꝛc./ wird bei Leſung des„Offenen Briefs z.“ es billigen, daß wir ſeinen Auf. ſatz nicht auch noch abdrucken laſſen. Die Redaktion.
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das Schreiben den Lumpen und den Branntweinbrennern und Wirthen ſo gut gefallen hat. Und wann der Lump erſt ſo einen Rückhalt hat, ſo helfen vollends alle gute Lehren nichts. Soll denn wohl das Bücherleſen wirklich helfen gegen das Brandweingelutſch? Wann Sie meinen, ach! ſo ma— chen Sie doch bei der Obrigkeit, daß die Gemeind ernſtlich drangeht! Da bekämen wir Weiber auch vorgeleſen, ſtatt Schläg, und könnten noch Schegraphie und Bildung in unſerm Elend erlangen.
In der Hoffnung nicht übel zu nehmen, habe ich die Gewogenheit, meinen Namen darunter zu ſchreiben, den
Sie aber doch nicht mitabdrucken mögen, wenn Sie meinen
Brief etwa auch drucken wollen, der Leute wegen, und daß ich nicht mit Ihnen ins Geröthe komme. Meinen Brief können Sie meinetwegen drucken, aber mich wollt ich aus⸗ gebitt haben. e Ihre ergiebige Dienerin N.
n,
Stoff zu einem Luſtſpiel. Ein reicher Bierbrauer
zu Stuttgart, der zugleich einen Gaſthof beſitzt, hatte ſeine zweite Frau verloren und gedachte die dritte zu nehmen. Da erfuhr er, eine reiche verwittwete Wirthin in A. ſuche einen Mann und einen Käufer für ihr Wirthshaus. Der Bierbrauer reiſete nach A.; die Wittwe geſtel ihm; er ver⸗ ſprach ſich mit ihr und ſie beſchloſſen, auch die Brauerei und der Gaſthof in Stuttgart ſollten verkauft werden, ſo daß ſie ganz in Ruhe und Frieden von ihrem Gelde leben könnten. Der Bierbrauer verkaufte ſeine Beſitzungen wirk— lich und forderte dann den gewandten Oberkellner in einem Gaſthofe auf, ſich doch das Gaſthaus in A. anzuſehen und zu kaufen. Der Kellner reiſete dahin, fand Alles in beſter Ordnung, auch die Wittwe, die Braut des reichen Brauers, recht hübſch. Dieſer gefiel der junge Oberkellner ebenfalls beſſer als der bejahrte Bierbrauer; ſie wurden bald einig, heiratheten einander und behielten das Wirthshaus. Dem
Bierbrauer blieb der Käufer zu lange aus und er ſchrieb
endlich. Als Antwort erhielt er die Anzeige der Verheirathung ſeiner Braut mit dem ihr geſchickten Kaͤufer. a
Kirchenbuchs⸗Auszug vom Auguſt 1846. Ulrichſtein.
Getraute:
13. David Scharmann, Anna Maria Scharmanns Sohn, Bürger und Taglöhner dahier und Maria Eliſa Schar⸗ mann, des Bernhard Scharmanns, Bürger und Acker⸗ mann dahier, Tochter. i
20. Johannes Möller, Wittwer, Theophilus Sohn, hieſiger Bürger und Ackermann und Anna Eliſa Becker von Höckersdorf, des Müllers Heinrich Becker daſelbſt nach⸗ gelaſſene Tochter.
Getaufte: N a
23. Ein Brautkind eines Soldaten, eine Tochter, Eliſa⸗ betha, geb. am 10. Auguſt. 5
23. Dem verſtorbenen Bürger und Schneider Caspar Schar⸗ mann ein Sohn, Andreas, geb. am 1. Auguſt.
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