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Intelligenz-Olatt
für die
Provinz Oberheſſen
im Allgemeinen,
die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
Amtlicher Theil.
Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. betreffend: Die Landgeſtütsanſtalt, insbeſondere die Einführung einer Fohlenbeſchau.
Zufolge einer mir zugekommenen Benachrichtigung iſt lem Gr. Landſtallmeiſter Hofmann und Medicinalrath Wüſt on Darmſtadt der Auftrag ertheilt worden, in dieſem Jahre ſoch eine Fohlenbeſchau vorzunehmen.
Ich weiſe Sie an, dieſe Commiſſion bei Vollziehung ſes ihr gewordenen Auftrags auf jede zuläſſige Weiſe zu nterſtützen.
Friedberg den 6. November 1844.
Ka chleen⸗
Der Felsberg und die Felsberger.
Einſender glaubt dem leſenden Publicum eine Gefaͤl— igkeit zu erweiſen, wenn er Nachſtehendes, aus einem Pri— „atſchreiben, über den Felsberg bei Chur Canton Graubün— den in der Schweiz, und die Felsberger mittheilt. Es heißt n gedachtem Schreiben d. d. 19. v. M.:
„Die armen Felsberger haben in Bezug auf ihre künf— tige Anſiedlung noch immer keine beſtimmte Ausſicht; doch „werden ſie ſich, da ihnen die Emſer“) zum Aufbau eines neuen Dorfes auf ihrem Gebiete, dieſſeits des Rheins, „keinen Boden abtreten wollen, wohl entſchlieſſen müſſen, weiter hin gegen Tamins“) auf ihrer Seite ſich anzu— ſiedeln wo, wie es ſcheint, ein, menſchlicher Vorausſetzung nach, hinlänglich ſicherer Platz wohl zu finden wäre. In⸗ deß iſt die Gefahr noch immer drohend. Von Zeit zu Zeit rollen Felsſtücke, mitunter wie ordentliche Bauernhäuſer groß, herunter, bis jetzt doch ohne erheblichen Schaden an—
*) Ems, ein katholiſches Pfarrdorf 1½ Stunde von Chur, ½ Stunde
von Felsberg.
) Ein evangeliſches Pfarrdorf an dem Zuſammenfluß des Hinter- und Vorderrheins.
Mittwoch, den 1
„zurichten. „einem ungeheuren Felsblocke zuſammengedrückt, und ein „bedeutender Stein bis auf den Kirchhof geſchleudert. Die „letzten Abbröckelungen fanden letzte Woche ſtatt, unter vier
Nur vor einem Jahre wurde ein Stall von
„verſchiedenen Malen an einem Tage. Die Ablöſungen ge— „ſchehen vom Fuße des Felſens; die Hauptmaſſe rückt nur „allmählich nach, iſt aber noch immer oben. Inzwiſchen „haben ſich die armen Leute hölzerne Baracken gebaut an „ſichere Stellen, wo ſie bei drohender Gefahr hinflüchten. „Die Ablöſungen haben ſich bis jetzt jedesmal durch ein ſtar⸗ „kes Getöſe und Krachen ein paar Stunden vorher ange— „kündigt. An Unterſtützungen und Steuern wird es den „Leuten gewiß nicht fehlen, ſobald ihr künftiger Anſiede— „lungsplatz einmal beſtimmt iſt und das muß nothwendig „im Laufe des Winters geſchehen. Wie ſie ſich in der Zwi— „ſchenzeit einrichten werden, iſt noch nicht ausgemacht. Von „Seite der Landesregierung iſt in dieſer Beziehung ſchon „längſt eine Commiſſion aufgeſtellt worden, welche den Auf— „trag hat, ihnen ſowohl in Hinſicht ihrer einſtweiligen Sicher— „heit, als auch ihrer definitiven Anſiedlung mit Rath und „That an die Hand zu gehen. Doch ſind auch im Fels⸗ „berg viele Kopfe und daher auch viele Sinne.“
Soweit dieſes Schreiben.
Da Einſender mit der dortigen Localität genau be— kannt iſt, indem er ſelbſt uber ein Jahr dort lebte: ſo ſieht er dem Bergſturz mit Entſetzen entgegen. Gerne wollte er dem Leſer die ganze Sachlage veranſchaulichen, wäre es durch eine Beſchreibung möglich. Dort kann man ſich die Stelle Hoſea 10, 8 auf eine handgreifliche Weiſe erklären.
. F.
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Ueber die Sparkaſſen und deren wohlthaͤtige Wirkungen.
Die erſte Quelle des Wohlſtandes iſt die Arbeit, die zweite und eben ſo unentbehrliche aber die Sparſamkeit; denn was hilft es, viel zu verdienen, wenn man den Ge—


