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ner Zeit zu veröffentlichen gedenke, und bemerke hier nur noch, daß mir hierüber folgendes Schreiben— unfrankirt— gekommen iſt. Was darüber zu ſagen ſei, üuͤberlaſſe ich dem Urtheile der geneigten Leſer.
Friedberg den 28. September. 1844.
Ph. Dieffenbach.
An Herr Profeſſor Dieffenbach in Friedberg.
Lieber Herr Profeſor Dieffenbach!
Wer mögte nur ſolche Ungegründete Schilderungen vie Sie in Nr. 72. des friedberger Intelligenzblattes zur Oeffentlichkeit bringen? Ich bedaure Sie recht ſehr, wegen olchem Misverſtand. Uiber dieſes erwarte ich in urzer friſt genaure Erklärung und Antwort.
Gambach am 21. September 1844. Andreas Becker.
Auszug aus Eberhardt's Allgemeinem Polizei-Anzeiger. e
Seit einiger Zeit treiben ſich viele Juden mit eignem juhrwerk als Leinwand⸗ und Damaſthändler umher. Die
Waare, welche ſie zum Verkauf bei ſich führen, beſteht
uptſächlich aus Baumwolle, hat aber, obgleich ſie äuſſerſt eicht gearbeitet iſt, durch künſtliche Zurichtung doch ein utes Anſehen erhalten. Was beſonders die Damaſt-Waa⸗ en betrifft, ſo ſind die Muſter nicht eingewebt, ſondern ein⸗ preßt, wovon ſich Jeder, der eine Serviette wäſcht, uͤber— eugen kann. Da der ganze Geſchäftsbetrieb dieſer Umzüg⸗ er auf Täuſchung und Betrug berechnet iſt, ſo verdienen ieſelben um ſo ſorgfältiger überwacht zu werden, als ſich, die die Erfahrung lehrt, die berüchtigſten und gefährlichſten üdiſchen Gauner das erwähnte Geſchäft angeeignet haben.
Mehrere ſcheinen jetzt Süd-Deutſchland und die Rhein— gend, weil ſie dort dermalen noch nicht gekannt und ver— ſmufen ſind, auszubeuten.
- Verſchiedenes.
Dreierlei ziemt dem Verſtändigen: Vorſicht, Um— ſicht, Nachſicht. *
** Aus der Arbeit erwächſt dem Menſchen der Verſtand; aus der Mühe die Weisheit; aus der Liebe der Sinn für Recht und Billigkeit.
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Ungefälligkeit zeigt von Liebloſigkeit, Verdroſ— ſenheit von Trägheit, Zorn von Befangenheit.
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Wer Dir glatte Worte giebt, von dem ſei verſichert, daß er es nicht umſonſt thue, er hat Dich wozu auserſehen, Du ſollſt ihm eine Gefälligkeit erweiſen, ihn an einem Freunde vielleicht rächen, oder ſonſt die Hände wozu leihen. Er beſorgt, daß du ihm ſchaden könnteſt, oder wünſcht, daß du ihm Gutes nachſagen möchteſt. Laß Dich ſeine Höflich— keitsbezeugungen nicht bethören, fühlſt Du Dich ihrer aber würdig, ſo ehre den Mann und laß es nicht geſchehen, daß ihm Leides widerfahre.
Kirchenbuchs⸗Auszuͤge vom Auguſt 1844.
Hungen.
Getraute: Keine.
Getaufte: 25. Dem Bürger und Kappenmacher Johannes Kraft eine Tochter, Anna Eliſabetha, geb. den 9. d. M.
Beerdigte: 20. Anna Katharina, Ehefrau des Bürgers und Gaſtwirths Joh. Heinrich Dippel, alt 62 Jahre, 1 den 18. Der Bürger und Bäcker Peter Bechthold, alt 36 Jahre, 1 den 19.
22.
Bekanntmachungen von Be— hoͤrden.
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10410 Großherzoglich Heſſiſches Hofgericht ter Provinz Oberheſſen hat zu dem Vermögen tes Leinwandhändlers Johannes Haas zu Oberbeſſingen Concurs erkannt. Wer an nieſe Concursmaſſe irgend einen Anſpruch nacht, hat ſolchen in dem auf Mittwoch den 30. Oktober 1844, Vormittags 9 Uhr mberaumten Liquidationstermine unterzeich⸗ netem Gericht anzumelden, bei Vermeidung zes nicht beſonders publicirt werdenden Aus— ſchluſſes von der Maſſe.
In demſelben Termin ſoll die Güte zwiſchen dem Gemeinſchuldner und den Gläubigern, vwie zwiſchen dieſen unter ſich, verſucht, auch zur Wahl eines Curators und eines Verwal— jungs⸗Ausſchuſſes der Gläubiger geſchritten werden. Diejenigen der liquidirenden Gläu— „iger, welche hierzu ihre Stimme nicht abge⸗
ben, haben zu gewärtigen, daß nach den An⸗ trägen der Abſtimmenden verfahren wird.
Zugleich wird bekannt gemacht, daß die be⸗ reits bekannten Vorzugs⸗Prätenſionen die in⸗ ventirte Activmaſſe erſchöpfen, diejenigen Gläu—⸗ biger alſo, welche kein Vorzugsrecht geltend zu machen vermögen und jene Prätenſionen anerkennen, keine Hoffnung auf Befriedigung haben.
Lich den 27. Juli 1844.
Großherzoglich Heſſiſches Fürſtlich Solms⸗
Lichiſches Landgericht daſelbſt Dittmar.
Edictalladung.
(1279) Johannes Meid Jun. Eheleute von Beltershain entliehen ein Kapital von 32 fl. bei dem Kirchenkaſten zu Beltershain laut ge— richtlicher Schuld- und Pfandverſchreibung vom 26. März 1808 gegen Verpfändung mehrerer Grundſtücke. Dieſes Darlehn wurde durch die Aufnahme eines Kapitals von 50 fl. bei derſelben Darleiherin im Jahre 1824 abge⸗ fuͤhrt und ſoll gegenwartig die Verpfändung wegen des Darlehns von 32 fl. gelöoſcht wer⸗ den; inzwiſchen iſt die darüber ſprechende Obligation abhanden gekommen, und werden
deshalb diejenigen, welche irgend Anſprüche an die fragl. Obligation vom 26. März 1808 beſitzen, hiermit aufgefordert, ſie binnen 8 Wochen von heute ſogewiß dahier anzumelden, und zu begründen, widrigenfalls die fragl. Obligation für erloſchen erachtet, und der desfallfige Eintrag im Pfandbuche gelöſcht werden wird. Grünberg den 19. September 1844. Gr. Heſſ. Landgericht daſ. Wegen Beurl. Gr. Landrichters Thaler. Bücking. Bekanntmachung. (1278) Der Wilbelm Müller von hier iſt durch Beſchluß Gr. Hofgerichts der Provinz Oberheſſen vom 8. Juli und 26. Auguſt unter Curatel geſtellt worden. Es wird dieß mit dem Anfuͤgen bekannt gemacht, daß der hie⸗ ſige Ortsbürger Wilhelm Fiſcher als Curator des Wilhelm Müller beſtellt und verpflichtet worden iſt, und nur ſolche von dieſem abge⸗ ſchloſſen werdende Rechtsgeſchäfte rechtlich guͤltig ſind zu denen der Curator ſeine Ge— nehmigung gegeben hat. Rödelheim den 12. September 1844. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Buff.


