er noch jung; aber unregelmäßiges Leben und Aus⸗ ſchweifungen machen früh alt.
Herriot hörte am andern Morgen, was ſich be⸗
eben hatte, und da er ein milder, wohlmeinender
ann war, ſo ging er zu dem Kranken, der ſeiner Auflöſung nahe war, um ihn zu fragen, ob er nicht irgendwo Verwandte habe, denen man von ſeiner Lage Nachricht geben könne. Als er Herriots an⸗ ſichtig wurde, flog eine leichte Röthe über ſein blei⸗ ches Geſicht.„Ich kenne Sie, Herr, ſprach er,“ aber Sie haben mich wohl vergeſſen?“
„Habe ich Euch ſchon irgendwo geſehen?
„Sie nahmen mich einſt in Arbeit, und wollten mir vorwärts helfen; aber ich wußte nicht was mir gut war. Damals trat auch Johann Reid bei Ihnen ein——.“
Herriot fiel ihm in die Rede; nun wußte er, wer der Unglückliche war,— derſelbe Knabe, den er einſt bettelnd am Wege fand. Jetzt konnte er Aufklärung über Johann erhalten, und es freuete ihn, daß nun auch die letzte Spur eines Verdachtes werde ſchwinden müſſen.„Ich erkenne Euch jetzt, und erinnere mich auch des andern Knaben, Johann Reid; dem gings aber ſchlecht, weil er einſt Geld zwiſchen hier und der Stadt verlor. Habt Ihr nichts weiter von ihm gehört?“
„Hat er deßhalb ſeine Arbeit verloren?“ fragte der Sterbenskranke ängſtlich und mit Haſt, und ſuchte ſich von ſeinem Lager empor zu richten.„Das iſt ſchlimm, denn er hat keine Schuld; meine Mutter und ich haben ihm das Geld genommen. Aber Segen hat es uns nicht gebracht; es war bald verthan, und dann ſtahl ſie wieder, und ich half ihr dabei. Nun iſt's zu ſpät; Gott der Herr ſegne Sie; laſſen Sie mir ein chriſtlich Begräbniß zu Theil werden.“ Bald nachher ſtarb Georg Macmahon, der Bettler, der in ſeiner Jugend nicht arbeiten wollte; aber
Johann Reid, der arbeitſam war und ehrlich blieb,
und ein achtbarer Mann werden wollte, wurde auch ein geachteter Mann, und iſt nun ein ſehr beliebter und wohlhabender Mann, den Herriot ſelbſt zu ſeinem Nachfolger ernannte, als er, hochbejahrt, ſich von den Geſchäften zurückzog. Denn ehrlich währt am längſten.(Familienbuch.)
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
S νν
Bekanntmachung.
(914) Johannes Birx, Fritzen Eidam von Ulrich⸗ ſtein iſt von Gr. Hofgerichte der Provinz Oberheſſen für einen Verſchwender erklärt und von dem unter⸗ zeichneten Gerichte unter Curatel des Heinrich Geiß von hier und Heinrich Peuſcher von Langwaſſer ge⸗ ſtellt worden. Man bringt dies mit dem Anfügen zur offentlichen Kenntniß, daß Johannes Birx ohne Zuſtimmung ſeiner beiden Curatoren Rechtsgeſchäfte giltig nicht eingehen kann, und fordert zugleich alle diejenigen, welche Forderungen an denſelben haben, auf, dieſelben ſogewiß im Termin den 8. Auguſt,
Vormittags dahier zur Anzeige zu bringen, widrigen⸗ falls ſie bei der Richtigſtellung des Inventars nicht berückſichtigt werden. Ulrichſtein den 29. Juni 1843. »Großhl. Heſſ. Landgericht daſ. Ray ß.
Pro cla ma. In Unterſuchungsſachen gegen Theodor Oberhofer zu Bruchenbrücken wegen Fälſchung. (915] Der deßfallſigen Verwarnung ungeachtet, hat ſich Rubricat vor beendigter Unterſuchung von Hauſe entfernt, und ergeht daher, da ſeine weitere Vernehmung erforderlich, ſein dermaliger Aufenthalts⸗ ort aber unbekannt iſt, hiermit öffentliche Aufforde⸗ rung an ihn, ſich bei Gericht zu ſiſtiren. Gleichzeitig werden die reſp. Polizeibehörden an. durch aufgefordert, den Rubricat betretenden Falls arretiren und an uns abliefern zu laſſen, zu welchem Behuf wir die Bemerkung beifügen, daß derſelbe mit einem Patent, als Liqueur⸗Fabrikant, verſehen iſt. Friedberg den 27. Juni 1843. Großherzoglich Heſſiſches Landgericht Hofmann. Dr. Gilmer. Zehnt⸗Verpachtung. (959) Donnerſtag den 20. d. M., Nachmittags 3 Uhr, wird bei Gaſtwirth Klein zu Dornaſſenheim der diesjährige Fruchtzehnten im Winterfelde der dortigen Gemarkung, nämlich: a) der Freihl. v. Frankenſtein'ſche und Gräfl. v. Schoͤnborn'ſche große Zehnten, und p) der v. Frankenſtein'ſche kleine Zehnten daſelbſt und im Reichelsheimer Felde, öffentlich verſteigert. Ockſtadt den 12. Juli 1843. Brömſer. Verſteigerung auf den Abbruch. (979) Das herrſchaftliche Haus zu Hauſen bei Butzbach nebſt dazu gehoͤriger Stallung, mit allem Zugehör, ſoll Freitag den 28. d. M., Vormittags 10 Uhr, an Ort und Stelle auf den Abbruch meiſt⸗ bietend verſteigert werden. Der Umfang der Ge⸗ bäude iſt nicht unbedeutend und das daran befind⸗ liche Material zu anderweitem Auffchlag geeignet, wovon ſich Liebhaber vorher durch Augenſcheinnahme überzeugen können. 5 Die Herrn Buͤrgermeiſter erſuche ich, dieſe Be⸗ kanntmachung im Intereſſe ihrer Ortsangehörigen auf gewöhnliche Weiſe beſonders veröffentlichen laſſen zu wollen. Lich am 11. Juli 1843. Fuͤrſtliche Rentei daſ. Kratz. Edictalla dung. (980) Abel Dickels Eheleute und die beiden groß⸗ jährigen Söhne 1ter Ehe, Johannes und Caſpar Spilemann von Stumpertenrod beabſichtigen über das in den Flur- und Grundbüchern auf ihren Namen ſtehende, theils in Stumpertenröder, theils in Feldaer und Köddinger Gemarkung belegene Immobiliar⸗Ver⸗
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