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Leben in der Natur.
Unaufhoͤrlich iſt die ganze Schöpfung thaͤtig Ueberall lebt alles; zerſtörende und bildende Kräfte ſind beſtändig thätig; Luft, Feuer, Waſſer, Winde, Meer und Erde ruhen nicht einen Augenblick. Auch unter den todten Körpern des Mineralreichs iſt ewig Ebbe und Fluth. Nie eine Pauſe, nie ein allge⸗ meiner Schlaf, nie ein voͤlliges Ruhen, und Stille⸗ ſtehen in allen Triebwerken— alles, was da iſt, leidet und wirkt in jeder Minute; die Welt iſt wie das breite Meer, das immer wallt und braußt. So wie Gott ſelber das allerthaͤtigſte, wirkſamſte Weſen iſt, ſo iſt auch ſein Werk bis in die allerkleinſten Theile beſeelt. Denkt Euch die vielen Thätigkeiten in der Natur, wie einen geſpannten Bogen, wie eine geladene Mine— in jedem Staub, in jedem Waſſertropfen, in jedem Feuertheilchen iſt Kraft zu wirken. Die Welt zerſtört ſich immer ſelber und ſtellt ſich wieder her; ſie nützt ſich ab, und ver⸗ ſchönert ſich wieder, verliert immer, empfängt immer — es iſt ein unüberſehbares reges Gefilde voll Leben und Kraft.
Nicht eine Minute iſt die Luft ſtill. Auch auf Bergen, wo ſie weniger an Gegenſtände anſtoßen und zurückprallen kann, bemerkt man ihr immerwäh— rendes Wehen. Man empfindet es auf der ebnen Fläche der Ströme, des Meeres, wo ſie ebenfalls weder durch Berge, noch durch Bäume und Häuſer aufgehalten, bald die Wellen kräuſelt, bald fürchter⸗ liche Maſſen von Waſſer emporhebt. Die weiſe Güte des Schöpfers gab ihr dieſe unaufhaltſame Unruhe. Ihre Ruhe würde für Thiere und Pflanzen tödtlich werden. Bei Fahlun in Schweden, wo man viel Kupferkies röſtet, trägt die Luft den Schwe⸗ felrauch ſechs bis acht Meilen weit weg und breitet ihn auseinander. So lange dieß geſchieht, leidet man nicht von dem ſtarken ungeſunden Dampfe. Allein im Herbſt und Winter hindert oft die dicke kalte Luft die Zerſtreuung der Duͤnſte. Ebenſo bleibt zu— weilen bei windſtillem Wetter der ungeſunde Dampf über der Gegend ſtehen. Die Schwefelſäure bringt die Epidemie der Lungenſucht unter die Leute, die Augen leiden; Metalle, Leinwand, Kleider, Gläſer und Geräthſchaften werden angegriffen. Man hat dort faſt gar keine Gartenerde; zwei Stunden im Umfang waͤchſt kein Moos; den meiſten Pflanzen fallen die Blätter ab; die Fiſche ſterben, die Inſecten ziehen aus der vergifteten Gegend weg.
Wie viele Reiche des Erdbodens würden unter ähnlichen Umſtänden dem ſchwediſchen Dorfe gleichen, wenn nicht alle Lufttheilchen beſtändig erſchüttert würden, und der Wechſel der reinen und unreinen Luft immer fortginge?
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Miscellen.
Die Kranke.
Eine vornehme Dame war zu einem beruͤhmten Arzt gereiſt, der über hundert Meilen von ihrem
Wohnorte lebte, um ihm ihr Leid zu klagen. Ich
bin ſo entſetzlich müde, waren ihre erſten Worte. Das kommt von der weiten Reiſe, ſagte der Doctor.— Dann habe ich Abends keinen Appetit.— Eſſen Sie weniger zu Mittag.— Ich werde ſo dick.— Stehen ſie früher auf, und gehen Sie mehr.— Ich kann
den Wein nicht vertragen.— Trinken Sie Waſſer.—
Ein verdorbener Magen— kommt vom vielen Eſſen.— Mein Geſicht nimmt ab.— Kaufen Sie eine Brille. — Ach! ich bin nicht mehr ſo geſund und ſtark wie früher.— Das kommt von den Jahren.— Giebt es denn aber kein Mittel dagegen?— Gegen das Alter? Keins als der Tod.— Aber dieſe Mittel hab' ich alle ſelber gewußt.— So gebrauchen Sie ſie auch
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In ganz China erſcheint nicht mehr als Ein Journal. Es heißt„King Pao“ oder„Bote der kaiſerlichen Reſidenz“ und koſtet jährlich ungefähr 5 fl. 24 kr. Jeder, der nicht darauf abonniren will, erhält 25 Bambusrohr-Hiebe.— Das zieht, meint Oettingers Charivarie.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
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Garten⸗Verſteigerung. (172) Montag den 20. März l. J., Morgens 10% Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe, der zu der Verlaſſenſchaft der Andreas Reuls Wittwe gehörende, in der Burg⸗Gemarkung liegende Garten, Pag. und Nr. 7%, 97 Ruthen, in der II. Abtheilung zwiſchen dem Ohrlochs- und dem Nauheimerweg, an Georg Groß und Wilhelm Gerſter, öffentlich dem Meiſtge⸗ bot ausgeſetzt. Friedberg den 14. Februar 1843. In Auftrag Gr. Landgerichts: der Beigeordnete Bender. Güter ⸗ Verpachtung. (275) Die folgenden in hieſiger Gemarkung belege⸗ nen Güterſtücke des Großh. Hofgerichtsadvokaten Trapp III., nämlich: Morg. Vrt. Rth.. 15 1— 35 im großen Galgenfeld am Hospi⸗ tal, 5 1 24 im großen Warthfeld an Heinr. Waas II. und 3 3 30 im Lachenfeld an L. Glockengießer ſollen Montag den 20. Marz, Morgens 10 Uhr, in hieſigem Rathhauſe unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen fur die Zeitdauer von 12 Jahren verpachtet werden, wozu man alle Pachtliebhaber einladet. Friedberg den 4. März 1843. Der Beigeordnete Bender.
Ve r ſt ei ger un g. 0 (173) Montag den 20. März l. J., Morgens um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe ein der Wittwe
(231) 0 Fauerbach t U Au März 1 mühle r bach 10 9 Konrad 5 frau 2 Jahr 1 a) det wei 5) den 2 Das Ke sub 2 ſolle vorgelegt! Auf de! genannten nachfolger Tamin Dienſtag ſo gewiß d gründen, al buche werde Dutzba
Das Schu Söhne! (265) Zu nen Debel, Keſtrich ei Glaubigern tigen ein! trag abgeſ oder ſonſt walgen An de
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