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Intelligenzblatt
fur die
Provinz Oberbeſſen in Allgemtinen, die Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen
und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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Mittwoch, den 15. Maͤrz
1843.
Amtlicher Theil.
Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen an die Großh. Heſſ. Fuͤrſtl. und Graͤfl. Solmſ. Buͤrgermeiſter des Kreiſes Hungen.
Betreffend: Das Landgeſtüt, insbeſondere den Abgang der Landbeſchäler auf die Geſtuͤtsſtationen.
Sie werden alsbald zur öffentlichen Kenntniß bringen, daß die Landbeſchäler auf die Geſtuͤtsſtationen
der Provinz Oberheſſen abgegangen ſind. Hungen am 7. März 1843.
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Verein zum Schutze der Singvoͤgel.
Die Singvögel, namentlich die Nachtigallen, Droſ— ſeln, Grasmücken, Rothſchwänzchen, Rothkehlchen, Goldhähnchen, Weidenſänger(Laubvögel), Bachſtel⸗ zen, Würgerarten, Spechtmeiſen, Baumläufer, Finken, Meiſen, Ammern, ſodann die Spechte, Wendehälſe und dergl. gehören zu unſeren nützlichſten Thieren durch Vertilgung ſchädlicher Inſecten; ſie beleben aber zugleich durch ihren Geſang auf das Anmuthigſte unſere Fluren und Haine. Je wünſchenswerther die Erhaltung und Vermehrung dieſer lieblichen und nützlichen Geſchöpſe iſt, deſto mehr haben wir ihre mit jedem Jahre zunehmende Verminderung zu be— dauern. Letztere wird vorzüglich durch die mannich— fachen Nachſtellungen herbeigeführt, deren Beute ſchon die Eyer, Neſtbrut, dann die kaum flüggen Vögel u. ſ. f. werden. Leider trifft der Vorwurf ſolcher Nachſtellungen am meiſten den Menſchen, der durch Vernunft und Gemüth am erſten Anregung haben ſollte, dieſe Vögel zu ſchonen; leider iſt nur zu, oft wahrzunehmen, daß ſelbſt die Schuljugend ſich der— gleichen Nachſtellungen zum vorzüglichen Geſchäfte macht und dabei in grauſamer Thierquälerei wett— eifert, wodurch ſich zu den Nachtheilen für die Sache ſelbſt noch der verderbliche Einfluß auf die Sitten und Sinnesart der heranwachſenden Jugend geſellt.
Die Aufmerkſamkeit, welche die Staatsregierung ſchon längſt durch ältere und neuere Verordnungen
dieſer Angelegenheit gewidmet hat, verdient daher die dankbarſte Anerkennung und namentlich iſt in dieſer Beziehung die ſo zweckmäßige Allerhöchſte Ver⸗ ordnung vom 7. April 1837 hervorzuheben. Indeſſen gehoͤrt die Verhinderung der Frevel an den Sing⸗ vögel zugleich zu den Gegenſtaͤnden, bei welchen die Wirkſamkeit der Polizei durch den moraliſchen Einfluß einer Privatvereinigung, durch deren Bei⸗ hülfe innerhalb des Familien- und häuslichen Lebens und durch Vervielfachung der Aufſicht weſentlich be⸗ fördert und unterſtützt werden kann. Der hieſige Gartenbau-Verein hat in dieſem Betracht und in Berückſichtigung der Verbindung mit ſeinen ſtatuten⸗ mäßigen Zwecken auf den Vorſchlag die Bildung und Leitung eines Vereins zum Schutze der Sing⸗ vögel zu übernehmen, ſich hierzu bereit erklärt und die Ermächtigung höchſtpreislichen Miniſteriums des Innern und der Juſtiz mit Vorlegung der betreffen⸗ den Grundbeſtimmungen unterthänigſt erbeten. Nach⸗ dem dieſe hoͤchſte Ermächtigung unterm 25. Januar d. J., z. N. D. 690, gleichzeitig mit den höchſten Verfügungen zur Einſchärfung der beſtehenden Ver— ordnungen, erfolgt iſt, macht der unterzeichnete Vor⸗ ſtand die vorläufigen Grundbeſtimmungen, nach wel⸗ chen der beabſichtigte Verein in Folge jener höchſten Ermächtigung zu bilden wäre, hiermit bekannt.
1) Der Verein führt die Benennung:„Verein zum
Schutze der Singvögel.“ 2) Sein Zweck ſſt durch dieſe Benennung ausgeſprochen und


