Der Himmel auf Erden.
Chriſtian Gotthilf Salzmann, der Gruͤn⸗ der der Erziehungsanſtalt zu Schnepfenthal,(geb. 1744, geſt. 1811), gab 1798 eine Anweiſung heraus, den Himmel auf Erden zu finden, die meh⸗ rere Auflagen erlebte und im verfloſſenen Jahre wie⸗ der aufs Neue gedruckt wurde. Wir wollen hier als Probe einen kleinen Auszug mittheilen und müſ⸗ ſen nur bedauern, daß der Preis dieſes empfeh⸗ lenswerthen Büchelchens von der Verlagshandlung nicht niedriger geſtellt wurde, um es Unbemittelten leichter zugänglich zu machen, obgleich 54 kr. nicht viel Geld iſt, wenn man dafur den Himmel auf Erden erlangen kann. D. Red.
Gott tröſtet, ſtärkt und hilft uns auch.
Jeder, der glaubt, daß ſeine Schickſale unter der Leitung der göttlichen Güte ſtehen, wird Erfahrun⸗ gen genug geſammelt haben, die ihn hiervon uͤber⸗ zeugen. Wenn ſiſch Leſer finden ſollten, die ſich gar keiner Beiſpiele von Troſt, Stärkung, Rettung, die ſie von Gott erhielten, in ihrer Lebensgeſchichte er⸗ innern, ſo rührt dieß gewiß blos von Mangel an Aufmerkſamkeit oder davon her, daß ſie nicht an Gott gedacht haben. Gelitten haben ſie doch gewiß; auch ſind ſie gewiß oft getröſtet, geſtärkt und geret⸗ tet worden. Wie können ſie nun an einen Gott glauben, und doch leugnen, daß er ihr Helfer in der Noth geweſen ſey? f
Wie oft mußte, wenn das Zuſammentreffen widri⸗ ger Begebenheiten und das Mißlingen wichtiger Unter— nehmungen uns ganz muthlos machte, ein Brief, den wir erhielten, eine Stelle aus einem lehrreichen Buche, das uns, wie von ungefähr, in die Hände fiel, oder der Beſuch eines weiſen, rechtſchaffenen Freundes uns aufrichten und ſtärken, daß wir dann mit neuem Muthe unſere Geſchaͤfte fortſetzen konnten! Wie oft kann ein ganz unerwarteter ſogenannter Zufall uns aus der größten Verlegenheit retten!
Iſt dir denn, mein Leſer! ſo etwas in deinem Leben noch nicht vorgekommen?
Der Greis Theophilus, der in dem kleinen Kreiſe, dem er bekannt iſt, als ein Vertrauter Got, tes angeſehen wird, und durch ungewöhnliche Hei— terkeit ſich vor Andern auszeichnet, erzählt von ſei⸗ nem Umgange mit Gott Folgendes:
Mein Vater war ein ehrlicher, verſtändiger Land⸗ edelmann. Seine vergnügteſten Stunden verlebte er im Schooße ſeiner Familie, und ſein vorzuͤglichſtes Beſtreben war— ſie mit Gott bekannt zu machen. Am Morgen eines jeden Tages verſammelte er ſeine Kinder auf ſeinem Zimmer, faltete die Hände und
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verrichtete in ihrer Gegenwart ein kurzes, aber ein
ſehr herzliches und eindringendes Gebeth. „Allguͤtiger! ſagte er z. B., du haſt in dieſer
Nacht durch geſunden Schlaf unſere Kräfte geſtärkt,
und laßt uns auch heute ruhig bei einander leben: hilf, daß wir die Kräfte, die du uns gabſt, gut anwenden, nach deinem Willen damit Gutes wirken, und die kurze Zeit hindurch, die wir hier zuſammen verleben, einander nicht kränken, ſondern vielmehr einander zu erfreuen ſuchen: ſo wie du uns täglich erfreueſt.“
Aehnliche Gebethe verrichtete er an jedem Tage.
So oft es ſeine Geſchäfte erlaubten, führte er uns in die freie Natur, und freuete ſich mit uns über das viele Schöne und Gute, das allenthalben in derſelben zu finden iſt. Dann zeigte er uns auch gewöhnlich den Nutzen, den die Dinge, die uns um⸗ geben, für uns und für das Ganze haben; machte uns aufmerkſam auf die zweckmäßige Bildung der Säugethiere, Vogel, Fiſche, Inſecten, Pflanzen, und ſagte dann gemeiniglich: wie weiſe, wie gut muß der ſein, der dieß alles erſchaffen hat, dieß alles erhält, und für dieß alles ſorgt!
Hatte er bei ſeinen Unternehmungen Gluͤck, hielt er z. B. eine gute Ernte, oder war glücklich mit ſeiner Schäferei und ſeine Rindviehzucht: ſo nannte er dies Gottes Segen. Ging es ihm aber bisweilen nicht nach Wunſch, kamen Miß jahre, Seuchen, Ein⸗ quartierung, Brandſchatzung, oder brannte ihm, wel⸗ ches wirklich einmal geſchah, ein Haus ab: ſo war er immer ruhig und ſagte: es iſt Gottes Schickung; es muß alſo wohl gut ſein, daß es ſo gekommen iſt. Vielleicht bin ich ſeither nicht fleißig genug geweſen, oder habe zu vielen Aufwand gemacht; da will mich der liebe Gott durch dieſe Schickung beſſern.
War er bisweilen in Verlegenheit, und ſah gar kein Mittel vor Augen, ſich zu retten, und meine Mutter weinte und klagte: ſo ſagte er lächelnd: der uns bis hieher half, der wird auch ferner helfen. Fand ſich nun die Hülfe, die er erwartete, wie dieß faſt immer der Fall war: ſo verſam⸗ melte er ſeine Kinder um ſich, erzählte ihnen die Verlegenheit, in der er ſich befunden hätte, und wie er nun durch Gott daraus gerettet worden wäre.
Durch dieſes Benehmen meines Vaters bin ich nun gewöhnt worden, Gott allenthalben zu finden, und ſeine Leitung, auch in den kleinſten Vorfällen meines Lebens, zu bemerken. Dabei habe ich mich immer wohl befunden.
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