Ausgabe 
14.1.1843
 
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ſeinem griechiſchen Buch er überſetzte viel aus dem Griechiſchen auf's Kaffeehaus und theilte ſeinen Freunden eine überaus ſchwere Stelle mit, die er trotz aller Mühe nicht herausbringen konnte. Alle nahmen nach der Reihe das Buch, aber Keiner wußte ihm zu helfen. Da trat ein junger Mann hinzu, der dem Geſpräch ſchon lange Zeit zugehört hatte, und bat Popen um Mittheilung des Buches. Pope ſah den Unberufenen, der ihm ſchon wegen ſeiner ſchönen ſchlanken Geſtalt mißſiel, der große Dich⸗ ter war ſehr eitel und neidiſch mit verächtlichem Mitleid an, gab ihm aber das Buch. Der Andere überlas die Stelle und bemerkte ſofort gegen Pope, daß die Sache ſehr leicht ſei, ſobald er nur zwiſchen das und das Wort ein Fragezeichen ſetzen wolle. Pepe las und fand die Bemerkung richtig, und im Aerger von einem jungen Manne ſich belehrt zu ſehen, ſagte er: ja aber was iſt denn ein Frage⸗ zeichen? Ein Fragezeichen, antwortete der junge

Mann, iſt ein kleines krummes Ding, welches bis

weilen recht einfältig fragt und damit drehte er Popen den Rücken und ging. 6

Religiöſe Scham.

Das jüͤdiſche Volk hatte ein Geſetz, vermöge deſſen der wahre Namen Gottes nicht ausgeſprochen werden durfte; ſie ſagten dafür: der Herr. Dieſe fromme Scheu, das Höchſte und Heiligſte durch den gewöhn lichen Gebrauch zu entweihen, finden wir auch bei heidniſchen Voͤlkern. Die Keltiſche Sage von der Weltſchöpfung ſagt, daß der Höchſte durch Aus ſprechung ſeines eignen Namens die Welt ins Da ſein gerufen habe:

Bevor das Licht aus Himmelshöh'n entſprang, Und freudeblitzend durch die Weltnacht drang, Lag ſchweigend in der Finſterniſſe Schoos Des luft'gen Raumes Wuſte ſonnenloos.

Da rief der Herr hinunter in den Graus Vom Flammenthron den ew'gen Namen aus. Bei ſeinem Klange ſprang mit Fruͤhlingsſchein In Licht und Leben die Natur herein. Auf Strahlen ſchweben Seelen erdenwärts, Der Wunder größtes wird das Menſchenherz. Doch keines Menſchen Ohr vernahm den Ruf, Der klingend alle Welt und ihn erſchuf;

Mit ſeinem Daſein war das Werk vollbracht, Er ahnt nur des verhallten Namens Macht.

Münſter, Kr. Hungen, 6. Jauuar.

Am 3. d. M ereignete ſich in dem hieſigen Braunkohlen⸗ bergwerk ein ſehr betruͤbender Unglücksfall. Johann Hein⸗ rich Fink von Ettingshauſen, 30 Jahre alt, fand, in einem Abbau von Dachkohlengewinnung beſchäftigt, durch das Herab⸗ fallen einer 12- 16 Centner ſchweren Braunkohle einen ſchnel⸗ len Tod. An demſelben Tage, an welchem dieſes traurige Er⸗ eigniß früh 2 Uhr geſchah, hatte der Verunglückte ſeine Braut von Gelshauſen(Kr. Grünberg), mit der er ſchon zweimal proclamirt worden war, abholen wollen. Geſtern wurde er auf dem hieſigen Friedhofe in Begleitung der ganzen unifor⸗ mirten Bergmannſchaft und einer zahlreichen Volksmenge feier⸗

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lich zur Erde beſtattek. Mit ihm iſt ſeiner alten, ſchwachen. ſeit neun Jahren, verwittweten, Mutter, ihre einzige Stütze

in das Grab geſunken. Bei geringem Vermögen und vielen

Schulden, welche beſonders durch einen im vergangenen Jahre nothwendig gewordenen Hausbau veranlaßt wurden, befindet ſich die arme Wittwe gegenwärtig in einer recht bedrängten Lage. Wurde nun gleich die Mildthätigkeit edler Menſchen⸗ freunde in dem verhängnißvollen vorigen Jahre vielfach in Anſpruch genommen, ſo ermüdet dieſelbe doch nicht, ſobald ſich eine neue Gelegenheit bietet, dringender Noth abzuhelfen. In dieſem Vertrauen wagt es der Unterzeichnete, für die Mutter des verunglückten Fink, um milde Gaben, welche mit ihm die Redaction dieſes Blattes dankbar annehmen wird, zu bitten, und verſpricht eine gewiſſenhafte Verwendung der eingehenden Gelder. Draudt, Pfarrer.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

a ιννο

Bekanntmachung. 5

(3) Montag den 16. l. M. und die folgenden Tage, von Morgens 9 Uhr und Nachmittags 2 Uhr

anfangend, ſollen in hieſigem Rathhauſe nachbe⸗

merkte Pfänder öffentlich meiſtbietend verſteigert wer⸗ den, als: 7330, 7761, 7789, 7849, 7859, 7877, 7933, 7947, 7953, 8089, 8128, 8186, 8210, 8222, 8230, 8247, 8263, 8264, 8293, 8312, 83158327, 8344, 8353, 8354, 8357, 8360, 8408, 8415, 8416,

8432, 8476, 8479, 8534, 8558, 8563, 8573, 8577,

8601, 8613, 8625, 8637, 8638, 8641, 8648, 8660, 8663, 8664, 8679, 8746, 8756, 8761, 8789, 8790, 8801, 8839, 8855, 8861, 8862, 8891, 8892, 8893, 8931, 8983, 8990, 9002, 9028, 9057, 9085, 9086, 9087, 9088, 9096, 9097, 9101, 9106, 9113, 9161, 9172, 9178, 9180, 9182, 9207, 9215, 9291, 9293, 9338, 9351, 9353, 9354, 9359, 9360, 9383, 9392, 9393, 9406, 9408, 9409, 9429, 9437, 9451, 9461, 9497, 9519, 9530, 9547, 9555, 9579, 9581, 9586, 9588, 9592, 9593, 9634, 9644, 9654, 9656, 9663, 9685, 9686, 9706, 9708, 9709, 9725, 9728, 9734, 9737, 9739, 9747, 9754, 9764, 9766, 9777, 9783,

9797, 9799, 9804, 9811, 9819, 9848, 9852, 9857,

9886, 9894, 9899, 9912, 9917, 9947, 9958, 9967, 9970, 9981, 9989, 9990, 10,000, 10,004, 10,0 10, 10,014, 10,015, 10,019, 10,036, 10,038, 10,039, 10,052, 10,060, 10,082, 10,085, 10,088, 10,099, 10,112, 10,113, 10,118, 10,130, 10,132, 10,151, 10,164, 10,166, 10,172, 10,175, 10,179, 10,197, 10,206, 10,207, 10,216, 10,220, 10,229, 10,245, 10,252, 10,262, 10,268, 10,274, 10,281, 10,283, 10,290, 10,297, 10,321, 10,327, 10,339, 10,347. Friedberg den 2. Januar 1843. Fuͤr den gr. Bürgermeiſter der Beigeordnete Bender. Edictalla dung.

(1588) Adam Dippel, Müller in der Seemuͤhle bei Dorfgüll, hat ſich freiwillig bis zur demnächſtigen Ordnung ſeines Schuldweſens, der beantragt gewe ſenen Curatel unterworfen, und ſind namentlich Henrich Knöpper, Bürgermeiſter, und Johannes Sames I.

zu Dorfgüll als Curatoren beſtellt worden. Wer ohne Zuſtimmung der Curatoren ſich in

aufgefor im Ter Don dahitr vorſchlal Ruit dern das Eigenthur wird, da ſchienenen Laub.

a 33) 1 1 Uhr,