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Zur Naturgeſchichte der Bienen.
Die Bienen haben viele Feinde; außer den Mil⸗ ben, die auf ihnen ſelbſt wohnen, ſtellen ihnen Schwal⸗ ben und Meiſen nach; Wachsmotten, wilde Raub⸗ bienen, Horniſſen, Ameiſen und Ohrwuͤrmer ſtreben nach ihrer Brut oder nach ihrem Honig. Doch nennt ein Reiſender,(Stedmann, Reiſe nach Surinam) auch einen Vogel als Freund der Bienen. Er niſtet mit ihnen auf demſelben Baum und ſteht ihnen gegen ihre Feinde bei. Ein bekannter Honig⸗ dieb iſt der Bär. Um einen ſolchen zu fangen, be⸗ ſtrich der bekannte Hr. von Münchhauſen eine Wa⸗ gendeichſel mit Honig, und ſchlug, als der Bär in der Nacht ſich drei Ellen lang hineingeleckt hatte, einen großen eiſernen Nagel vorn durch das Ende der Deichſel, wodurch dann der Naſcher, der weder vor noch ruͤckwärts konnte, natürlich gefangen war. — Auch Mäuſe kriechen in die Bienenſtöcke und bauen ihre Neſter darin.— In Afrika gibt es einen Vogel, der Honigkukuk genannt, welcher durch ſein Geſchrei die Stöcke der wilden Bienen anzeigt. Ein merkwürdi⸗ ger Feind der Bienen iſt auch ein ſchöner Schmetter⸗ ling, der Todtenkopf. Huber erzählt: Ein Stock wurde Jahr aus Jahr ein von den Todtenköpfen hart bela⸗ gert, bis die Bienen eine große Mauer von Wachs quer vor den Eingang zogen und dadurch die Feinde ab⸗ hielten. Aber plötzlich im Jahr 1805 zerſtörten ſie ſelbſt dieſe Mauer, und ſiehe da, in dieſem und dem darauf folgenden Jahr zeigte ſich nicht ein einziger Todteukopf. Die Bienen hatten alſo vorausgewußt, daß dieſe beiden Jahrgänge ihren Feinden verderb⸗ lich ſein würden. Im Jahr 1807 aber fingen ſie wieder an, ihre Mauer aufzufuͤhren, und in dieſem Jahr erſchienen viele Todtenköpfe. Näſſe, Rauch und üble Gerüche ſind den Bienen gleichfalls zu⸗ wider.
Der beſte Honig wird in Languedoc bereitet, wo die Bienen aus dem Rosmarin ſammeln. Die Bienen in den ruſſiſchen Steppen bereiten weißen, gelben, braunen und ſchwarzen Honig. In Sibirien ſoll es weiße Bienen geben, deren Honig gleichfalls weiß iſt. Auf den Inſeln Bourbon und Isle de France kommt ein grüner, ſehr koſtbarer Honig vor. Grünen Honig in rothen Zellen findet man in Afrika; er ſoll nach Pomeranzen riechen. Ein ſehr dünner brauner Honig wird auf Madagaskar von ſtachel⸗ loſen ſchwarzen Bienen bereitet. In Braſilien giebt es giftigen grünen Honig in wohlriechenden Wachs⸗ zellen. Luſſer hat in der Schweiz beobachtet, daß der Honig, den die Bienen von den Blüthen des Eiſenhuts ſammeln, giftig wird. Strabo erzählt, daß ein altes Volk 3 Cohorten des Pompejus durch ver⸗ gifteten Honig wahnſinnig machte. Ein neuerer Rei⸗ ſender hat bemerkt, daß in jener Gegend viel Rho⸗ dodendron wachſe. In Deutſchland war vor Alters die Bienenzucht im Reichswald bei Nurnberg die berühmteſte. Die Zeidler ſtanden unmittelbar unter dem Kaiſer und die Stadt Nürnberg hieß des hei⸗ ligen römiſchen Reichs Bienenkorb. Die berühmten Nürnberger Lebkuchen ſind noch ein Ueberreſt aus
jenen Zeiten. Im Mittelalter hat man ſich der Bie⸗ nenſtöcke oft als Waffe beſonders bei Belagerungen bedient.
Es giebt viele Arten von Bienen. In Indien giebt es Bienen, die ihre Waben in freier Luft an Brombeerſtauden aufhängen, welches der Fuͤrſt Puͤck⸗ ler auch in Afrika geſehen hat. In Kaſchmir giebt es flaſchenähnliche Bienenneſter voll köſtlichen Ho⸗ nigs, welche an den Baumzweigen hängen.
„Den edlen Wohlthätern, welche der Aufforderung in dieſem Blatte zufolge, zuſammen 41 fl. 53 kr. zur Unter⸗ ſtützung des erblindeten Steinbrechers Ph. Zimmer in Nie⸗ derweiſel beigeſteuert haben, wird von Seiten des daſtgen Kirchenvorſtandes, welcher auf Anſprache des Ortsgeiſtlichen mit ihm eine Vormundſchaft über das auf dieſem Wege er⸗ worbene kleine Vermögen des Blinden übernommen hat, im Namen des Unglücklichen herzlich gedankt und die Nachricht mitgetheilt, daß durch ihre gütige Mitwirkung, mit einſt liger Ausſetzung der Berichtigung der ärztl. Behandlungskö⸗ ſten, 400 fl. für den Blinden ausgeliehen werden können.“
Ferner iſt bei dem Unterzeichneten für denſelben einge⸗ gangen: von G. H. 2 fl. 20 kr. C. Bindernagel.
Bekanntmachungen von Behoͤrden. d ιννινιονν Bekanntmachung.
(580) Dienſtag den 23. Mai d. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhauſe die ſogenannte Langwieſenmühle bei Niederohmen, beſtehend in einem einſtöckigen Wohnhaus und Müuhlbau, mit einem Mahl- und einem Schlaggang, wo an letzterem eine Tröllesmuͤhle angebracht iſt, auch eine einſtöckige Scheuer und Mühlbau, ſowie auch 233 Klftr. Grund der Hofraithe und Garten, 7 Morgen 203 Klftr. Ackerland und 5 Morgen 384 Klftr. Wieſen zwangs⸗
weiſe verſteigert werden. Niederohmen den 26. April 1843. Der großh. heſſ. Buͤrgermeiſter Steuernagel. Bekanntmachung. 8
(626) Montag den 15. d. M., des Mittags 1 Uhr, ſoll an Ort und Stelle auf freiwilligen Antrag des Rentereidieners Stecher, deſſen Hofraithe, beſtehend in einem 46 Fuß langen, 34 Fuß breiten und 43 Fuß bis an die Firſte hohen Wohnhaus nebſt Scheuer, unter einem Dach, und einem 19 Fuß langen, 13 Fuß breiten und 14 Fuß bis unter die Firſte hohen Stalle, auf den Abbruch unter annehmbaren Bedin⸗ gungen öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden; wird aber dabei bemerkt, daß die Gebäude mit gut gehaltenem und zur Aufführung anderer Ge— bäude ſehr brauchbarem Eichenholz verſehen und mit
guten Ziegeln bedeckt ſind. Sodann werden noch 2
Drehbänke, faſt noch ganz neu, nebſt dem nökhigen Drechsler⸗-Handwerks-Geſchirr, und mehreren dazu brauchbaren Gehölzen, öffentlich an die Meiſtbieten⸗ den verkauft. Dorheim den 5. Mai 1843. Der Buͤrgermeiſter Zerb. Arbeits-Verſteigerung.
(628) Mittwoch den 17. Mai l. J., Vormittags
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