Ausgabe 
10.6.1843
 
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den ſollen, zu kultiviren, iſt in den meiſten Oecono⸗ mien gar nicht ausführbar, da die damit verbundene Arbeit mehr koſtet, als die ganze Erndte werth iſt; dieſes Verfahren kann nur im ganz Kleinen und auch dann nur von ſolchen Leuten Nachahmung finden, welche nicht viel zu thun haben und ein bischen Gartenökonomie treiben; jedem groͤßern Landwirth wird dieſer Vorſchlag unpraktiſch vorkommen.

Ebenſo muß man ſich über dieſe wahre Sucht wundern, noch an den Saatkartoffeln zu ſparen, und blos Keime, Augen oder ganz kleine Kartoffeln zum Stecken anzurathen. Gut iſt es, daß alle ſolche Anpreiſungen und Hypotheſen von den Wenigſten befolgt werden und jeder Landwirth nach ſeiner eig⸗ nen Erfahrung handelt.(2)

Man nehme geſunde Kartoffeln, nicht kleiner als von der Dicke eines Hühnereyes, oder wenn ſie dicker ſind, zerſchneide man ſie in nicht mehr als zwei Stücke und lege ſolche unmittelbar nach dem Zer⸗ ſchneiden, die Schnittfläche nach unten gekehrt, in gut vorbereitetes Land 14 bis 18 Zoll von einander, jedesmal in der 3. Furche, ſo wird man ſich mit einer guten Erndte belohnt ſehen und wenn man eine der oben erwähnten Kulturproben neben letzterer Art auf einem und demſelben Acker macht, den ſprechend⸗ ſten Beweis von der Unzweckmäßigkeit und dem Schaden haben, welchen eine ſolche nach ſich zieht.

Ich hatte mich auch einmal verleiten laſſen, die aus den Kartoffeln ausgeſtochnen einzelnen Augen zu legen; bin aber ſchon in dem erſten Jahre da⸗ von abgekommen; hingegen ſind mir bei meiner an⸗ gegebenen Verfahrungsart die Kartoffeln nie ausge⸗ blieben und war jedes Jahr mit einer guten Erndte geſegnet.

Es liegt ſchon in der Natur der Sache, daß man nur von ganzen Kartoffeln den größten Ertrag er⸗ zielen kann, da das aus den Kartoffeln geſproßte junge Pflänzchen anfangs ſeine Nahrung blos aus der Kartoffel zieht und ſich dann nach und nach in den rohen Boden einwurzelt, während das aus dem Auge gewachſene Pflänzchen, oder der geſteckte Keim, gleich aus dem Boden leben muß, was das kümmer⸗ lich gelbe Ausſehen dieſer Pflanze neben der üppigen Fülle der dunkelgrünen Farbe und dem fröhlichen Fortwachſen der, aus ganzen Kartoffeln erzeugten Pflanze, hinlänglich bewieſen wird.

Indeſſen wird das Legen der ganzen Kartoffeln oder der großen Stücke derſelben auch von den beßten landwirthſchaftlichen Schriftſtellern empfohlen, ſo ſagt zum Beiſpiel Profeſſor Schweitzer in ſeiner An⸗ leitung zum Betriebe der Landwirthſchaft:

Man kann die ganzen Knollen, Stücke derſelben mit mehreren Augen, einzelne ausgeſtochene Augen, Keime und aufgegangene Pflanzen zur Fortpflanzung der Kartoffeln benutzen; ubrigens möchte das Legen der ganzen oder das Zerſchneiden der größeren Saa⸗ menkartoffeln in Stücke mit 2 bis 4 Augen der Leichtigkeit und Sicherheit wegen, den Vorzug vor allen andern Manieren behaupten, ſo viel auch zu deren Empfehlung geſagt worden iſt. Das Legen

einzelner Augen fuͤhrt allerdings oft zum Ziele, wenn aber das Feld ſehr locker und gut kultivirt iſt, wenn nicht ganz fgünſtige, feucht⸗-warme Witterung eintritt, ſo bleibt eine ſolche Kartoffelpflayzung weit hinter jener zuruck. Noch mehr möchte dieſes bei dem Pflanzen einzelner hervorgebrochener Keime oder der durch das Zerlegen aufgegangener Kartoffelſtöcke ge⸗ wonnenen Stecklinge der Fall ſein; der bei dieſen Verfahrungsarten vermehrten Arbeit nicht zu geden⸗ ken. Die Koſten dieſer dürften den Gewinn an Nahrungsſtoff durch Erſparniß an Saamenkartoffeln weit überwiegen. Manches erſcheint im Kleinen und bei der Gartenkultur vortheilhaft, was ſich im Gro⸗ ßen keineswegs als ſolches bewährt.

Druckfehler in dem Aufſatze: Noch Etwas über die Sperlinge. Nr. 41 Pag. 190 Sp. 1 Z. 49 ſt. Kobolder l. Kobolden. 42 193 2% 6 unentbehrlich l. unerheblich.

194 1, 9% an l. von. 77 7 16 unmittelbar l. mittelbar.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

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Bekanntmachung. (633) An den in dieſem Jahr am 13. Juni und 2. Auguſt in Laubach ſtattfindenden Märkten wird zugleich Viehmarkt abgehalten.

Indem man dieſes zur öffentlichen Kenntniß bringt, werden die Herrn Buͤrgermeiſter erſucht, ſol⸗ ches im Intereſſe des handeltreibenden Publikums in den Gemeinden bekannt machen zu laſſen.

Solms-Laubach den 3. Mai 1843. Der großh. heſſ. Bügermeiſter Kneip. Holz ⸗Verſteigerung. (748) Mittwoch den 14, Juni l. J., Vormittags 10 Uhr, ſoll in dem Gräfl. Solms-Rödelheim'ſchen Bainhardswald bei Rosbach das nachfolgende Holz, nämlich: 97 Stecken lohgeſchältes Pruͤgelholz, 1 77 Reiſerholz, 60 Stück Fichtenſtämme und Stan⸗ gen verſchiedener Stärke, ½ Stecken gemiſchtes Pruͤgelholz und 400 Wellen Aſtreiſerholz öffentlich an den Meiſtbietenden verkauft werden. Aſſenheim den 1. Juni 1843. Gräflich Solms-Rödelheim'ſche Forſtverwaltung. Edietalla dung.

(701) Johannes Müllers Wittwe und Kinder von Kleinfelda haben an Johannes Schmulbachs Ehe⸗ leute daſelbſt ihre Hofraithe und ſämmtliche Güter⸗ ſtücke, worüber dahier zur Einſicht Flurbuchs-Aus⸗ zug offen liegt, verkauft, vermögen aber weder ihre Eigenthumsrechte, noch auch die Tilgung einer, auf den verkauften Immobilien haftenden, von ihrem Auctor, Johann Peter Müller von Kleinfelda, am

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