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Etwas uͤber den Schaden der Sperlinge. (Von einem praktiſchen Landwirth.)
In Nro. 113. der Didaskalia befindet ſich ein, vom 10. d. M. aus Gießen datirter Auſſatz, wel⸗ cher den Nutzen der Sperlinge nicht genug rühmen kann, denſelben, auf eine mir unbegreifliche Weiſe, eine Lobrede hält, und ſogar die, wohlweislich von der Reglerung angeordneten Maaßregeln zur Ver⸗ minderung dieſer, der Landwirthſchaft ſo ſchädlichen Vögel, durch jährliches Liefern von 6 Stück von jedem Ortsbürger, fuͤr ſehr nachtheilig zu erklären ſich bemuͤht.
Obgleich nun jeder Landwirth weiß, daß der Sperling in jeder Hinſicht der Landwirthſchaft mehr ſchadet, als nützt, ſo kann ich doch nicht unterlaſſen zu beweiſen, daß der Schaden dieſer Vögel den her⸗ vorgehobenen Nutzen bei Weitem überſteigt.
Giebt es wohl einen Landwirth, ja nur einen Gar⸗ tenbeſitzer, der nicht über den Schaden klagt, welcher von den Sperlingen in den Gärten, bald den Kir⸗ ſchen und Erbſen, im Felde bald dem Waizen, der Gerſte und dem Hafer ꝛc. zugefügt wird? Klappern, Scheuchen, ja Schießen ſchuͤtzen gegen dieſe frechen Diebe wenig oder gar nicht; ſie ſcheinen des Witzes der Menſchen zu ſpotten, indem ſie, wie ich ſchon lange bemerkt habe, ſelbſt das Scheuchen als bequemes Mittel betrachten, dem Gegenſtand den ſie freßen, oder in ihrem Muthwillen nur verderben wollen, nahe zu kommen; ich habe ſogar geſehen, daß ſie ſich auf die, zu ihrer Verſcheuchung ange⸗ brachten Gegenſtände geſetzt haben. Und doch finden dieſe Räuber noch Beſchützer, die den Wahn hegen, daß ſie durch Vertilgung ſchädlicher Inſekten abſon⸗ derlich Nutzen ſtiften, während ſie doch von der Na⸗ tur auf Koͤrner und Obſt angewieſen ſind.
Zur Verminderung der Inſekten tragen die Sper⸗ linge ſehr wenig bei und wie überhaupt die ganze Fa⸗ milie der Finken, zu welchen ſie gehören, hauptſächlich nur auf Korner angewieſen iſt, ſtehen die Sperlinge in Hinſicht der Inſectenjagd den Spechten, Meiſen und andern von Inſecten lebenden Vögeln weit nach, und beweiſen ſich darin gegen dieſe nur als höchſt ſtuͤmprige Dilettanten. Selbſt zur Verminderung der Maikäfer, obgleich ſie dieſe allen andern Inſecten vorziehen, möch⸗ ten ſie doch nur ſehr wenig und gewiß viel weniger, als die Kinder durch ihre gewöhnliche Jagd nach dieſen Erſtlingen des Sommers beitragen, da ſie die⸗ ſelben weniger in ihrem Verſteck aufſuchen, als viel⸗ mehr nur gelegentlich, wenn ſolche, durch andere Veranlaßungen aufgeſchreckt, einen Flug bei Tage wagen, Jagd auf ſie machen und nicht ſelten ver⸗ fehlen. Was die Schmetterlingspuppen betrifft, ſo werden dieſelben keineswegs von dem Sperlinge aufgeſucht, ſondern nur gelegentlich, wenn ſie ihm zufallig vorkommen und ſeinem Geſchmacke entſpre⸗ chen, mitgenommen. So frißt der Sperling keine Ringelraupe, keine von denjenigen Raupen, welche vom Herbſte bis zum Frühjahr in den bekannten Raupenneſtern unſere Obſtbäume beſetzt halten, keine
Raupe des Kohlweißlings, überhaupt keine der Rau⸗ pen, welche dem Landwirth und Gärtner ſo nach⸗ theilig werden.
Ich habe ihr auf Bäumen und Geſträuchen be⸗ obachtet, welche mit dergleichen Ungeziefer reichlich beſetzt waren, aber nie bemerken können, daß er nur eins derſelben angerührt, oder auch nur Kenntniß davon genommen hätte, was beſonders in dem, vom Herrn Vertheidiger der Sperlinge angeführten Jahre der Fall war, in welchem hier gar keine Sperlinge geliefert wurden und eine Unzahl dieſer Vögel vor⸗ handen war, indeſſen wimmelten die Bäume doch von Raupen wie an andern Orten, wo damals Sperlinge geliefert wurden, und ließ die Zahl der Raupen nicht eher nach, bis die, nicht genug zu ſchätzenden, eigentlichen Raupenvertilger, nämlich die Staaren(Sprien) erſchienen.
Ich möchte den Vertheidiger der Sperlinge fra⸗ gen, warum denn wohl zum Fangen dieſer Vögel, ſich Niemand der Inſecten als Lockſpeiſe bedient.— Man lege eine Raupe und einen Fruchtkern neben⸗ einander und wollen wir dann ſehen, welches von beiden der Sperling zuerſt antaſtet; dieſes iſt der klarſte Beweis, daß der Sperling, ſo lange er Kör⸗ ner bekommen kann, kein Inſect anrührt.
Was aber der Herk Anwalt der Sperlinge in ſeinem Aufſatz beſonders hervorhebt, daß nämlich der Sperling in den Knospen der Bäume Inſekten, Rau⸗ pen ꝛc. ſuche, iſt lächerlich; da gerade die eigentliche Klage der Baumbeſitzer iſt, daß er im Frühjahr die angeſchwollenen Tragknospen muthwillig abwirft. Die⸗ ſer Umſtand mag freilich Manchen veranlaßen zu glauben, die Abſicht Inſekten aufzuſuchen, liege da⸗ bei zum Grunde und die abgeworfenen Knospen ſeien nur ſolche, welche von dieſen angegangen wären. Sie beſtehen aber aus ſolchen, die ganz geſund und nicht von Inſekten beſetzt ſind und hat das Abwer⸗ fen derſelben, theils in dem Muthwillen und der be ſtändigen Geſchäftigkeit dieſer Vögel, theils und be— ſonders darin ſeinen Grund, daß der Sperling in den, runden Saamenkapſeln ähnlichen, Tragknospen ein Saamenkern erwartet, dieſen Inhalt durch einen Druck mit dem Schnabel zu erforſchen ſucht und ſie dadurch abwirft.
Am beträchtlichſten aber iſt der Schaden, der dem Landwirth ſchon mit dem der Saat ins Feld folgen- den Sperlinge im Sommer an den Waizenäckern er— wächſt; dieſelben können gar nicht genug vor dieſen verſchmitzten Dieben geſchützt werden, da ſie, auch wenn ſie von den naheſtehenden Bäumen verjagt werden können, ſogar unmittelbar aus dem Dorfe, mitten in das Waizenfeld fliegen und das Schießen, Klappern ꝛc. für gar nichts achten. Wahrſcheinlich hat Einſender des Aufſatzes in der Didaskalia noch nie geſehen, auf welche ſchändliche Weiſe die Sper⸗ linge, wo ſolche zahlreich vorhanden ſind, ein Wai⸗ zenfeld ruiniren. Er wartet nicht bis der Waizen
reif iſt, ſondern beſucht denſelben ſchon wenn die
Körner noch milchig ſind bis zur Erndte und folgt ihm ſogar in die Scheune und von hier auf die Böden.
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