Eines Abends trug er auf dem Felde während einer Arbeitspauſe dem Alten ſein Anliegen vor.
1 Statt aller Antwort gab ihm dieſer ein paar 0 00 Ohrfeigen und ſtrafte ihn durch einen verachtenden Blick.
Hans theilte Nachts, als der Alte in der Schenke war, in der traulichen Kammer der Geliebten den traurigen Erfolg ſeiner Bewerbung mit. Sie weinte er weinte mit. Demungeachtet beſtimmte ihn das Mädchen auf ſeinem Vorſatze zu beharren und ſeinen Antrag zu erneuern, wenn er den Alten bei beſſerer Laune treffen würde.
Einige Zeit verging, da faßte Hans, von der Geliebten mehrmals erinnert und gedrängt, abermals Muth und erneuerte ſeine Bitte. 5
Der Alte erhob zwar den Rechen; doch ſchlug er ihn diesmal nicht. Er ſagte nur ſpöttiſch: „Du Lump von einem Betteljungen! Dir wär's
mein Mädchen zu kriegen, das die Reichſte in der Gegend iſt, und mich einmal zu beerben! Glaub's wohl!“
Dies war der abermalige, troſtloſe Beſcheid. Hans beſorgte, und vielleicht wünſchte er's, ſein Herr würde ihn entlaſſen. Dies aber geſchah nicht. Der Alte behielt ihn und änderte ſonſt nichts in ſeinem Betragen.
Die beiden Liebesleute weinten in einſamen Stun⸗ 1 den wieder, hofften und ſchmiedeten Pläne.— Da 1 fühlte ſich Lieſe plötzlich ſchwanger. Sie geſtand dies dem Geliebten. Er war bis zum Tode er⸗ ſchrocken, ſein ganzer männlicher Muth verließ ihn. Aber das Mädchen, viel kräftiger und beſonnener als er, durch jahrelange Mißhandlung zu Kampf und Widerſtand gerüſtet, tröſtete und ermuthigte ihn. 1„Es iſt vielleicht beſſer ſo,“ ſagte ſie;„bevor der 9 Vater ſeine und meine Schande zugiebt, läßt er uns heirathen.“—
Es verging wieder einige Zeit. Da trat der Alte eines Morgens, als der Knecht auf dem Feld war, zu Lieſe in die Stube, fixirte ſie und ſprach:„Die Leute im Dorfe ſagen, Du ſeiſt ſchwanger von mei⸗ 1 5 nem Knecht. Ich will's nicht glauben; aber wenn's 0 wahr iſt; ſo tret' ich Dich todt und den Wurm in Deinem Leibe mit.“
Er ließ dem erſtarrten Madchen keine Zeit ſich zu ſeinen Füßen zu werfen, ihn bei allem Heiligen 640 um Verzeihung und Gnade zu bitten; er entfernte
16 ſich raſch und ging in die Schenke.— — Was aber die Liebenden jetzt noch mehr er⸗
„ 384.
wohl recht in meine Wirthſchaft zu heirathen, und
(1365)
warteten und hofften: daß er den Knecht aus den Hauſe weiſen würde, erfolgte immer noch nicht.—
Da verfiel Lieſe auf eine, in ſolchen Fällen ait ſehr wirkſame Vermittelung. Sie ging zum Paſtog, geſtand dieſem, zwar nicht ihre Schwangerſchaft, abn.: ihre Herzensangelegenheit und bat ihn um ſeine Fuß ſprache. Er ſagte dieſe auch zu, kam eines Nach mittags zu dem Alten, erlangte ein Geſpräch unt vier Augen und trug ihm das Anliegen der Tochtz vor. Aber der harte Mann ließ ihn kaum ausrede und wies dem braven Geiſtlichen mit groben Won ten die Thüre.—
Die Lage der jungen Leute ward nun erſt troſſ und hoffnungslos. Länger ließ ſich Lieſens Zuſtand kaum noch verbergen. Je naher aber der ſchrecklich Moment der Entdeckung heranrückte, deſto entſchloß ſener wurde das Mädchen, deſto muthloſer der Burſcht
(Schluß folgt.)
Sonntagsſchule.
Die Sonntagsſchule wird kuͤnftigen Sonntag den 5. dieſes in dem Lokale des ſtädtiſchen Schul⸗ hauſes wieder ihren Anfang nehmen.
Friedberg den 2. November 1843. In Auftrag Ph. Dieffenbach.
Die erſte Abendunterhaltung
des hieſigen Geſangvereins findet Sonntag den 12. November im Gerla ch'ſchen Saale ſtatt.
Bekanntmachungen von Behoͤrden.
N
zu Friedberg ad 65,000 fl. 1 negociirten Anlehens hieſiger Stadl Nummern
Lit. B. Nr.
65 4 300 fl.
„ C.„ 133 u. 159 à 200 fl. 400„ 7 D. 7. 201 a 100 7 800 fl.
zur Rückzahlung auf den 1. Januar 1844 gezogen, was den Intereſſenten hiermit unter dem Bemerken mitgetheilt wird, daß es ihnen frei ſtehe den Betrag bei obigem Handlungshauſe oder an der Stadtkaſſe
dahier in Empfang zu nehmen und daß vom 1. Januar 1844
keine weiteren Zinſen bezahlt werden. Nidda am 1. Oktober 1843. 5
Der großh. heſſ. Bürgermeiſter
Riddel. a Hofraithe-Verſtelgerung. g
Montag den 20. November l. J., Vormit⸗
Verlooſung Stadt Niddaer Obligationen
(1349) Bei der heute ſtattgehabten fünften Ver, looſung des durch das Handlungshaus Simon Lindheimer 3½% Zinſen wurden folgende
Verſte
(4432 Beendi, Uhr un in dem dahier, Montir! Spence Gamaſ ſter it.,
und C. Teppich gegen g
Die bergs bekannt
Fri.


