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Intelligenzblatt
ſür die
berhessen
im Allgemeinen,
den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen.
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138.
Sonnabend, den 28. November
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1840.
Witterungs-Bemerkungen.
Wir haben in unſerm vorigen Blatte des Ge⸗ witters erwähnt, welches unſere Wetterau am 9. November heimſuchte. Wir finden uns veranlaßt hieran die weitere Bemerkung zu knüpfen, daß die
milde Witterung, welche auf die kalten Oktobertag⸗
folgte, die anderwärts ſo gewaltige Regengüſſe bewirkte, und in deren Folge großes Unglück durch
Ueberſchwemmungen veranlaßte, bei uus gerade wohl⸗
thätig auf den Feldbau einwirkte. Nicht nur konn⸗ ten die noch ſtehenden Gewächſe zu größerer Voll⸗ kommenheit gelangen; auch eine Menge der Herbſt⸗ Arbeiten konnten, wenn der Regen nicht abhielt, noch im Freien vorgenommen werden. Beſonders wirkſam war aber die milde Witterung für die friſch geſäeten Winterfrüchte, welche jetzt einen beſſeren Trieb erhielten und faſt überall zu der Vollkommen⸗ heit gelangten, die nöthig iſt, wenn ſie überwintern und mit den Frühlingsſtrahlen kräftig empor keimen ſollen. Wir können demnach hier im Ganzen über die Witterung nicht klagen, im Gegentheile uns nur freuen und Gott danken, daß auf ein ſo ſegensrei⸗ ches Jahr ſo ſchöne Hoffnungen auf eine neue Ernde im kommenden Jahre ſich zeigen.
Auf den beſonders milden Tag vom 17. Nov. waren übrigens am 18. und 19. bedeutende Regen⸗ güſſe bei uns erfolgt. Am 20. wurde es heller und ein kalter Nordwind ſchien einen Winters⸗Anfang verkündigen zu wollen. Wirklich erſchien auch nich! nur der ferne Vogelsberg zum erſten Mal in ſeinem weißen Gewande; auch der Altkünig, ſelbſt
der benachbarte Winterſtein zeigten ſich in Reif⸗ röcken. Allein ſchon in der folgenden Nacht ſprang der Wind wieder um. Am 21. Abends erhub ſich ein neuer Kampf zwiſchen Sommer und Winter: und letzterer ſchien obſiegen zu wollen, denn auf ungewöhnliche Weiſe ſandte er uns aus Oſten einen an Sturm gränzenden Wind mit Schneegeſtöber, und am Morgen des 22. zeigte der Thermometer im Freien Einen Grad Wärme. Die folgenden Tage waren zwar wieder gemäßigt; aber der Barometer er⸗ reichte am Mittwoch eine Höhe(28,3) die er in vielen Wochen nicht gehabt hatte, ſo daß wir uns zum erſtenmal eines heiteren Tages erfreuten, aber auch am Morgen des 26. zwei Grad Kälte hatten.
Altdeutſche Reime. Die Jungen ſoll man lehren, Die Alten ſoll man ehren, Die Weiſen ſoll man fragen, Die Narren ſoll man ertragen. *
** Borgen, das macht Sorgen, Sorgen weckt all' Morgen. Drum willſt ſeyn ohne Sorgen Und ſchlafen bis am Morgen, So huͤte dich vor Borgen. *
** Der Alten Rath, Der Jungen That, f Des Mannes Muth, 3 Thut allzeit gut.


