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Den Beſitzern ſolchen Viehes, wofür wegen ſtarker Concurrenz keine Preiſe mehr zuerkannt werden konnten, und die 2 Stunden und weiter hergekommen ſind, wird eine angemeſſene Wegentſchädigung zugeſichert.
Gleichzeitig mit den Preiſen zur Beförderung der Viehzucht werden auch die für das Jahr 1839 zuerkannten Preiſe für zweckmäßige Einrichtungen der Dungſtätten, für Wieſenverbeſſerungen, Luzerne⸗ und Baumſchul⸗Aulagen öffentlich feierlich ausgetheilt, demzufolge die Preisträger zur Empfangnahme ihrer Prämien auf die obengenannten Stationen auf 10 Uhr Morgens mit dem Bemerken eingeladen werden, daß ſie hiebei an keine Station gebunden ſind.
Endlich werden von den dem Vereine gehörigen deutſch-engliſchen Böcken auf der Station zu Nidda 7 Stück, welche bisher im Vogelsberg unterhalten worden, und auf der Statlon Grünberg 9 Stück, welche bisher zu Heuchelheim bei Gießen gehalten wurden, unter den früheren Bedingungem, ſo wie auf der Station Aſſenheim eine Anzahl neuerer beſſerer landwirthſchaftlicher Werkzeuge, als flandriſche(ſchwerziſche) Ruchadlo⸗, Häufel- und Felg⸗(Hak⸗) Pflüge, e e ee Schrotmühlen, Viehentblähungs⸗ röhren, Baumrindenſcharren ꝛc. gegen gleich baake Bezahlung an den Meiſtbietenden verkauft werden.
Indem der Unterzeichnete vorſtehende Bekanntmachung zur Kenntniß der Vexeinsmitglieder, ſowie aller Freunde der Landwirthſchaft bringt, ladet er zu recht vielſeitiger Theilnahme an den Preisvertheilungs— feſten ein. Weſentlich könnten ſie verſchönert werden, wenn auch unabhängig von der Preisvertheilung ſchönes ſelbſtgezogenes Vieh und andere intereſſante Gegenſtände der landwirthſchaftlichen Induſtrie, welcher
Art ſie ſeyen, bei dieſer Veranlaſſung dem größern Publikum zur Anſicht ausgeſtellt würden. Auf den Feſtplätzen werden den verehrlichen Ausſchuß- und Vereinsmitgliedern beſondere Plätze
angewieſen werden. Gießen den 1. Auguſt 1840.
Der Praͤfident des landwirtſchaftlichen Vereins
von Oberheſſen. v. Firnhaber ⸗Jordis.
Bekanntmachung.
Der der Pfarrei Wohnbach gehörige 15 ½ Normalmorgen haltende, in der daſigen Gemarkung gelegene Wald ſoll Montag 15 31. Auguſt d. J., Vormittags 10 Uhr, auf dem daſigen Rathhauſe und der der Pfarrei Wetterfeld zuſtehende, in der daſigen Gemarkung gelegene ſ. g. Pfarreiwald, 19 Normal- morgen 233 Klafter haltend, ſoll Donnerſtag den 3. September d. J., Vormittags 10 Uhr, auf dem Heſſenbruͤcker Hammer bei Wetterfeld öffentlich unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Be—
dingungen an den Meiſtbietenden verſteigert werden.
Die großh. Bürgermeiſter haben dieſes zur öffentlichen Kenntniß zu bringen.
Friedberg den 17. Auguſt 1840.
Der großh. heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg
J. V. deſſelben: Krach, Kreisſekretär.
Sebaſtian Sailer.
Sebaſtian Sailer, ein Schwabe von Ge⸗ burt, war ein ſehr wackerer(katholiſcher) Geiſtlicher, ein ſehr gelehrter Maun und tüchtiger Prediger, aber auch ein ſehr luſtiger Geſellſchafter dabei, der treffende Antworten zu geben verſtand. Wir wollen unſern Leſern einige Anecdötchen von ihm mittheilen, wie wir ſie in einem Buch geleſen haben.
Bei ſeiner Rückreiſe von Wien war er in einem Prämonſtratenſerkloſter eingekehrt. Der Herr Prälat und alle Capitularen wünſchten ihn predigen zu hören. Er erfüllte dieſen Wunſch mit allem Bei⸗ falle. Bei ſeiner Abreiſe begleitete ihn der Herr Prälat bis zum Reiſewagen und nahm mit folgen⸗ den Ausdrücken von dem Reiſenden Abſchied:„Nun ſind wir alle überzeugt, daß die Schwaben nicht ſo dumm ſind, wie man bei uns in Franken dafür hielt.“ Sailer entgegnete:„Und ich bin gänzlich überzeugt, daß die Franken nicht ſo grob ſind, wie
man bei uns in Schwaben dafür hielt.“ Er ſtieg eilends in den Wagen und fuhr davon.
Ein Bauer, der ſich beſonders klug zu ſeyn dünkte, ſagte einſt zu ihm:„Ei, Herr Pfarrer! ich habe ſchon ſehr oft gehört, daß Gott für jeden Menſchen des Tages eine Maas Wein erſchaffen habe. Ich bekomme aber dieſen Wein nicht, und weiß auch nicht, wer ihn trinkt.“ Sailer ſprach:„Auch ich habe ebenfalls oft gehört, daß Gott für jeden Mann ein Weib erſchaffen habe, und dennoch habe ich keines. Ich will euch die Sache ganz kurz er⸗ klären. Ihr habt nämlich mein Weib, und ich trinke euern Wein.“
Einſt war er im Begriffe auszureiten und das geſattelte Pferd ſtand vor der Thüre. Der eben dazu kommende Ortsſchultheiß ſagte ſcherzend:„Als Chriſtus ſeinen Einzug in die Stadt Jeruſalem hielt, ritt er nur einen ſchlechten Eſel, und Sie, Herr Pfarrer, reiten ein ſo ſchoͤnes Pferd. Wie
lich wäre, pie damal
nicht genen
In 710) ſoll Monte Uhr, in di raühe in beſtehend und Sta gelegen, g
a) l * d 0) i ſodann in der gen, eine ſteigerung
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(808) 10 Uhr und lief bofs, beſ Maurera Mlieſet Maurer Sdeinha Schloſſe öffentlig den.


