Ausgabe 
11.7.1840
 
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einzuſchärfen, daß alle nicht auf das vorgeſchriebene Papierformat geſchriebene Eingaben, ohne Verfügung

zurückgegeben werden. f Friedberg den 4. Juli 1840.

Der großh. heſſ. Kreiscath des Kreiſes Friedberg i 15 g

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Alterthümer in Friedberg.

Wir haben vor 2 Jahren(in Nro. 45 und 47 dieſes Blattes von 1838) den Leſern referirt, was in der jüngſten Zeit Intereſſantes an Alterthümern in unſerer Stadt aufgefunden worden war. Da ſeit⸗ dem in derſelben die Aufführung bedeutender Gebäude begonnen wurde, und dazu der Boden aufgegraben werden mußte, ſo wurden ebenfalls wieder eine Menge Reſte von einer längſt untergegangenen Generation und aus einer längſt verſchwundenen Zeit zu Tage gefördert. Namentlich war dies der Fall beim Gra⸗ den der Fundamente und Keller der neuen Gebäude, welche die Herrn Trapp gegenwärtig errichten laſſen. Was nun hier vor Kurzem und im vorigen Jahre gefunden wurde, führt zwar nicht zu neuen Reſul⸗ taten, ſondern beſtätigt nur das früher ſchon Aus geſprochene: daß nämlich unſere Stadt ge⸗ raume Zeit hindurch von den Römern be⸗ wohnt geweſen ſeyn müſſe les ſind nämlich faſt nur römiſche Alterthümer); es iſt aber doch gar mancherlei Art. So ſind uns zuerſt einige römiſche Münzen aus dem zweiten Jahrhundert n. Chr. z. B. von Antonin dem Frommen, den beiden Fau⸗ ſtinen ꝛc. von da zu Geſicht gekommen. Daß aber auch dieſes römiſche Volk, wo es ſich niederließ, eine Menge der verſchiedenartigſten Gefäße zum öffent⸗ lichen wie zum Privat-Gebrauche benutzte, und zu dem Ende dieſelben entweder aus fernen Gegenden herkommen ließ oder an Ort und Stelle verfertigte, geht aus dem, was ſich an ſolchen hier fand, wieder deutlich hervor. Es wurden nämlich theils wenige Fuß unter dem gegenwärtigen Boden, theils in einer Tiefe von mehr als 30 Fuß viele römiſche Gefäße ausgegraben, die ſich ſchon in Farbe und Thon ſehr unterſcheiden, indem einige aus ſ. g. lem niſcher Erde(terra sigillata) andere aus anderm feinen, geſchlemmten, wieder andere aus ganz ordinärem Thone verfertigt, jene von röthlicher, andere von ſchwarzer, wieder andere von grauer, hellbrauner oder gelblicher Farbe ſind. Sie ſind aber auch an Größe und Form ſehr verſchieden, manche von einer Höhe von nur wenigen Zoll, andere von etlichen Fuß, bald flach wie unſere Teller und Schüſſeln, bald bauchig, wie unſere Krüge, mit 1, 2 oder gar 3 Handhaben verſehen, bald becher- oder taſſenartig, ſo daß es bei dem größten Theile nicht ſchwer hält, den urſprünglichen Zweck derſelben zu erkennen. Einige ſind nämlich Gefäße zum Aufbewahren von Flüſſig⸗ keiten, andere zum Waſſerholen, oder zum Trinken, andere ſind Kochgefäße, wieder andere Salbengefäße; ein Theil wurde bei heiligen Handlungen, beſonders

Opfern gebraucht, ein anderer diente als Urnen zum Aufbewahren der Aſche Verſtorbener oder um Dieſes und Jenes, was der Gebrauch vorſchrieb, beim Ver⸗ brennen der Todten aufzugießen u. dgl. m. An dem Reſte eines ganz großen Gefäßes, wie ſiezbe⸗ ſonders zum Aufbewahren des Weines benutzt wur den,(eines ſ. g. Doliums), das über 2 pariſer Fuß hoch und faſt eben ſo breit geweſen ſeyn mochte, fanden ſich die drei, wohl über 4 Zoll große Buch⸗ ſtaben C S P eingegraben. Unſere Alterthumsfor⸗ ſcher mögen ihren Scharfſinn daran prüfen, was dieſelben bedeutet haben. Ein anderes ſchon im vorigen Jahre aufgefundenes, ein Krug mit eben falls 2 Handhaben wie das vorhin erwähnte, hat eine Höhe von 16 und eine Breite von beinahe 13 pariſer Zoll. Auf einem großen Napfe, der von der bekannten terra sigillata verfertigt iſt und ſich vor den andern durch eine gefällige Form auszeichnet,

wechſeln Blattgewinde mit Thieren angenehm ab,

ſo daß man in den Verfertigern die Schüler der kunſtreichen Griechen deutlicher wieder erkennt, als an den übrigen Gefäßen, obwohl auch dieſe in der Form Geſchmack verrathen.

Es iſt uur Schade, daß die meiſten dieſer Ge fäße, theils ſchon früher, theils beim Aufhacken durch Unvorſichtigkeit der Arbeiter mehr oder minder be⸗ ſchädigt wurden. Noch mehr zu beklagen iſt, daß man nicht längſt daran dachte, dergleichen Reſte einer alten Welt zu ſammeln und an einem öffent⸗ lichen Platze ſo aufzuſtellen, daß das Publikum ſie bequem beſchauen kanu, ohne daß ſie Schaden leiden. Andere Städte haben die wenigen Koſten, welche das Aufbewahren erfordert, nicht geſcheut und Samm lungen angelegt, weil ſie nicht dulden mochten, daß, was ſich Werthvolles und durch Alter Geheiligtes bei ihnen findet, in fremde Hände kommt. Wollen wir es dulden?.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

N

Bekanntmachung.

(650) Montag den 20. Juli, Vormittags 10 Uhr, ſoll bei Gaſtwirth Bingmann zu Oberrosbach die zur Erbauung der Grenzorücke auf der Provinzial⸗ ſtrage von Friedberg über Oberrosbach nach Hom⸗ burg vorkommenden Arbeiten und Materiallieferung, als:

Maurerarbeit, voranſchlagt zu 166 fl. 6 kr.

Steinhauerarbeit 585 36

7 Cubikklafter Mauerſteine, ü 4 35 Bütten Kalk,

Lerſteinen e Ennatsſtraße besondere d Mehlihor d. öffemlich v

Friedbe

9 (670) gr ſoll zu Hal Fahrbahn nach Mark werden. Friedb.

(6677) 9 ſoll das 2 der Provit insbeſondei ſche Grenz Wenigſtfor Mann zu!

Friedl

(678)