8 8 alſo ein Alter von 101 Jahr, 7 4 und 12
Sorget in der Zeit!
In Nro. 22. unſeres Blattes von dieſem Jahre ſind einige Mittel angegeben, wie man ſich der Rau⸗ pen erwehren kann, welche in dieſem Frühjahre in unſerer Wetterau ſo großen Schaden anrichteten, namentlich der Ringelraupe und der des Froſt⸗ ſchmetterlinges.
Was letztere betrifft, ſo halten wir für Pflicht,
ie Beſitzer der Obſtbäͤume darauf aufmerkſam zu baz das ungeflügelte Weibchen von der Mitte Oktobers bis Ende Novembers an den Bäu⸗ men hinauf kriecht, um ſeine Eier an die Knospen zu legen. In dieſer Zeit wird es gut ſeyn, die Rin⸗ den der Baumſtämme mit einer klebrigen Maſſe zu beſtreichen und das ſo oft zu wiederholen, als die Maſſe hart zu werden beginnt. Man kann auch Papierſtreifen um die Baumrinde befeſtigen und ſolche mit Wagenſchmiere beſtreichen. Es wird nicht lange dauern, ſo werden ſich die Weibchen an die⸗ ſen feſthängen und 91 Eier legen. Dann iſt es in Leichtes ſie zu vernichten. a 5 l eee hat bereits ihre Eier in kleinen Ringen an die jungen Zweige befeſtigt. Wem es darum zu thun iſt, der ſehe jetzt ſorgfaltig nach und vertilge ſie im Feuer. Bei jungen Baum⸗ chen wird ſolches leicht zu bewerkſtelligen ſeyn.
Bereits haben auch andere Raupen, die des Weißdornſchmetterlings, ihre Winterge⸗ ſpinnſte verfertigt. Man wird jetzt ſchon unter den grünen Blättern der Baͤume einige abgeſtorbene fin⸗ den. Sieht man genauer, ſo bemerkt man an einem dieſer Blätter ein ziemlich ſtarkes Geſpinnſte, und wenn man dasſelbe öffnet, ſo wird man ganz kleine Räupchen gewahr werden. Iſt ſpäter das übrige Laub abgefallen, ſo bleiben dieſe Blätter, woran ſolche Geſpinnſte ſich befinden, allein am Baume hängen; die Neſter können demnach im Herbſte und Winter leicht entdeckt und abgemacht werden. Man muß ſie aber verbrennen. 2010
Verſäumt man ſolches(es zeigen ſich bereits in unſerer Wetterau zahlloſe Geſpinnſte mit ſolchen Räupchen) ſo wird es uns ergehen, wie es uns im letzten Frühlinge mit der Ringelraupe und der Froſtſchmetterlingsraupe erging, auf deren Ver⸗ nichtung bereits in Nro. 44. d. Bl. vom vorigen Jahre aufmerkſam gemacht worden war.
Hohes Alter.
Am Gten Oktober d. J. ſtarb in Kleinkarben Anna Margaretha Agnes, Wittwe des ver⸗ ſtorzenen hieſigen Ortsbürgers Johannes Gei⸗ bel, eine geborne Eichelmann.— Sie wurde im Jahr 1738 am 24ſten Februar in dem herzoglich naſſauiſchen Orte Sulzbach geboren— und erreichte
Tagen. Ihre Nachkommenſchaft iſt 4
4 Enkel und 13 Urenkel. 6
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Etwas uͤber reiche Leute.
Wo viel Handel iſt, da gibts auch Gelegenheit, ſich Reichthümer zu erwerben. Daß freilich nicht Jeder, der Handel treibt, reich wird, wiſſen wir auch. Wo aber einmal Reichthum iſt, da pflegt ſich auch Ehre und Glanz einzuſtellen. Welches die reichſten Handelsleute in unſerer jetzigen Zeit ſind, darüber iſt wohl bei uns nur Eine Stimme; wir wenigſtens nennen, ohne uns weiter zu beſinnen, die Herrn von Rothſchild, die mehr Kronthaler jährlich einnehmen und zählen laſſen, als Schreiber dieſes Buchſtaben ſchreibt, ob er gleich alle Tage die Feder mehr als Eine Stunde auf dem Papiere ſpazieren fahren läßt.
Aus älteren Zeiten haben wir zwei Familien, die ſich durch Handel unermeßliche Reichthümer er⸗ warben und dann dadurch zu einem Anſehen gelang⸗ ten, das ihnen in der menſchlichen Geſellſchaft eine wichtige Stelle verſchaffte.
„Die erſte iſt das Haus Medici(ſprich Me⸗ ditſchi) zu Florenz in Italien. Durch Fleiß und Einſicht erwarben ſich die früheren Glieder dieſer urſprünglich bürgerlichen Familie ein großes Ver mögen. Reichthum, verbunden mit Bildung und geiſtigen Vorzügen, gaben ihnen nach und nach einen immer größeren Rang unter ihren Mitbürgern. Einer derſelben, mit Namen Coſimo(Cosmus) brachte es ſo weit, daß er 128 Handelshäuſer in den ver⸗ ſchiedenen Ländern Europa's, Aſiens und Afrika's unter ſich hatte. Aber von dem Reichthum, der ihm daraus zufloß, machte er den edelſten Gebrauch. Er ließ Kirchen erbauen, und begabte ſie reichlich, die Gelehrten unterſtützte er, und lud ſie an ſeine Tafel; der Univerſitat zu Padua vermachte er eine koſtbare Bibliothek; dem Vaterland ſchoß er Geld vor; den Dürftigen ſtand jederzeit ſein Haus offen, und damit Künſtler und Handwerker Arbeit bekamen, verwandte er 700,000 Skudi für Gebäude. Für⸗ ſten hielten um ſeine Töchter an; er gab, ſie aber Landsleuten zur Ehe. Dieſer„Vater des Vater⸗ landes“ ſtarb im Jahr 1464. Sein Enkel Lorenzo übertraff ihn faſt noch an Geiſt, Liebenswürdigkeit und Freigebigkeit. Er ſammelte um ſich die größten Gelehrten ſeiner Zeit und unterſtützte ſie und die Künſtler. Wo ſich eine ſchöne ſeltne Handſchrift
oder ein Kunſtwerk fand, das ließ er es aufkaufen. Aber er ſtrebte, nachdem er den Handel aufgegeben, zu ſehr nach Vermehrung des Glanzes und der Macht, als nach Reichthum. Daſſelbe thaten ſeine Nachkom⸗ men. Sein gleichnamiger Enkel wurde Herzog von
Seiten zu; Dukaten. bei ihnen en ihnen eine


