Ausgabe 
22.8.1835
 
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de fir 5 gerne, 8 aufzu- 1 1 7 1 5 f Haus. denn da keine Kirchenpolizei? Gibt's deun da keine

u und Kirchenälteſten, Kirchenvorſteher? Lieben Freunde, wen, ihr beſtürmt mich mit Fragen, die ich nicht zu be dlhe, antworten vermag. Aber etwas will ich noch bei⸗ nicht fügen, was mich am meiſten ſchmerzt. Die Kirche latte ſonſt gar ſchöne Glasmalereien aus uralter eit. Statt daß dieſe, wie an andern Orten, hoch⸗ eachtet und durch Drathgitter ſorgfältig gegen jeden Muthwillen von außen geſchützt und gedeckt werden, nd ſie da ganz beſonders den Steinen der böſen Buben ausgeſetzt. Das gibt wöchentlich Löcher über Löcher, und wenn dann und wann der Glaſer ſich

rer erbarmt, ſo kommt erſt die neueſte und die 5 Sünde. Die neueingeſetzten Scheiben werden

it allerlei Farben beſchmiert, und das ſoll denn

1 ausſehen, als wenn's ein Gemälde wäre, und iſt mung doch kein's. Da wird's einem gerade zu Muthe, als Frag müſſe man die Augen jedesmal davon wegwenden. n Ge Nun wo iſt denn das der Fall? Wie heißt Awom r Ort? Lieber Leſer, man darf nicht nach 6, dat em fragen. Wir ſprechen nur von der Sache, * 1 cht von dem Orte, haben's auch nur erzählt, da 1 gůb t es beſſer werden möge, als es bisher war. Anstoß. Ypſfilon. Und 5 esdienſt ö f 1 Vorſicht beim Kirſcheneſſen. a8 nil 9(Verſpätet eingeſandt.) 5 L* In der großherzogl. Zeitung Nro. 196 d. J. fac ſrden ſich einige Nachrichten, welche wohl zur n Tau, Varnung eine weitere Bekanntmachung verdienen. 1 wird nämlich aus Koblenz den 13. Juli geſchrie⸗ i vel ben:Ein Bürger aus Niederlahnſtein nahm kürz Wil, lich ſeinen bjährigen Knaben zum Pflücken der 49 irſchen mit auf's Feld. Der Vater beſtieg den 70 ge Naum, und ließ ſeinen Sohn zum Aufleſen der herab 9 fillenden Kirſchen unten an demſelben. Beim Herab⸗ werf ſiagen fand er ihn mit dick aufgeſchwollenem Leibe 2 nnter den heftigſten Schmerzen am Boden liegen. lige 1 Kaum zu Hauſe angekommen, ſtarb er unter den nm 5 ſchmerzhafteſten Krämpfen. Die Section ergab, daß 8 ſich durch das Eſſen der Kirſchen mit den Kernen

ber Magen und Maſtdarm verſtopft hatte, und er deren Folgen geſtorben iſt. So fand auch bei dam letzten Abmarſche der 8. Artilleriebrigade von her zur Uebung nach Koln ein Fähndrich durch

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den zu ſtarken Genuß der Kirſchen zu Hammerſtein den Tod. Ein zweiter Soldat büßte zu Rheinbrohl ſein Leben dadurch ein, und ein Dritter liegt noch zu Lendesdorf krank.

Dieſe traurigen Ereigniſſe erinnern mich an eine Krankheitsgeſchichte, welche mir vor vielen Jahren Herr Hofrath Dr. M. aus E. erzählte: Ein Mann habe ſeit dem verfloſſenen Sommer einen drückenden Schmerz in der Seite geſpürt, ſey immer kraftloſer und ſehr abgezehrt worden, bis er endlich gegen Weihnachten bei ihm Hülfe geſucht habe. Durch anhaltenden Gebrauch von vielerlei Mitteln ſey es ihm endlich gelungen, eine große Menge Kirſchenkerne von dem Patienten abzutreiben, worauf derſelbe wieder vollkommen geſund geworden ſey. Obgleich wohl Mancher nicht wird begreifen konnen, wie dieſe Kirſchenſteine ſo lange haben zurückbleiben können, ſo verbürge ich doch die reine Wahrheit dieſer Erzählung.) K.

Holzhauſen den 16. Auguſt 1835.

In unſerer Gemarkung wurde kurzlich von einem Herrn ein Haaſe in der Luft gefangen. Wer an der Wahrheit dieſes Ereigniſſes zweifelt, beliebe ſich an unſern Herrn Bürgermeiſter Ohly zu wenden, welcher mit Vergnügen darüber nähere Auskunft ertheilt.

) Auch wir erinnern uns vieler Falle, wo das Verſchlucken der Kirſchkerne mit den Kirſchen lebensgefährliche Folgen hatte. Und doch ſieht man immer noch Menſchen, die aus Gefräßigkeit die Kirſchen mit den Kernen verzehren! Eltern ſollten darin ſehr auf ihrer Hut ſeyn, und nie erlauben, daß ihre Kinder ſolches verſuchten. D. Red.

Bekanntmachungen von Behoͤrden.

KNA

Edictalladung.

(559) Johannes Reulings Eheleute aus Aſſenheim entliehen nach einem Eintrag des hie ſigen Hypothekenbuches unterm 26. Maͤrz 1811 von Louiſe Cunz ein Capital von 80 fl. gegen 5% Zinſen, und verpfändeten zur desfallſigen Sicherheit folgende Güterſtücke:

10 Ruthen Garten auf der Were neben G. K. Heimburg

und S. Heimburg. ö