Ausgabe 
3.10.1835
 
Einzelbild herunterladen

Auf den erſten Preis verzichtete Hr. Bgmſtr. Bauſch in Niederwöllſtadt.*

1. Pr. Philipp Freund in Petterweil 10 fl. 30 kr. 2. Pr. Martin Brandt zu Niederwöllſtadt 7 fl. 3. Pr. Conrad Stoll II. daſelbſt 5 fl. 15 kr. D. Nachpreiſe für Rinder:

1. Nachpr. Müller Kitz von Niederrosbach 5 fl. 15 kr. 2. Nachpr. Gaſtwirth Fauerbach zu Niederwöllſtadt 3 fl. 30 kr. 3. Nachpr. Joh. Puth daſelbſt 3 fl. 30 kr. 4. Nachpr. Heinrich Bauer daſelbſt 3 fl. 30 kr.

Zur Schau wurde noch ſehr ſchöne Nachzucht von der ſchweizer Race aufgeführt von Hrn. Alles zu Heldenbergen und Hrn. Fauerbach zu Nieder⸗

wöllſtadt.

ee (Beſchluß.) 5

Der dreißigjährige Krieg mag, wie an ſo vielen andern Orten unſerer Gegend, ſo auch hier ſeine ſchrecklichen Opfer gefordert haben. Daß dabei Manches den Flammen Preis gegeben wurde, läßt ſich erwarten. Der Pfarrer Phildius beginnt im Jahr 1641 ſein neues Kirchenprotocoll mit der Be⸗ merkung, daß das vorige mit andern Gegenſtänden, die er in der Kirche verborgen gehabt, verbrannt und vernichtet worden ſey. Dabei mögen auch die älteren kirchlichen Urkunden untergegangen ſeyn. Im ſieben jährigen Kriege wurde wenigſtens während des Gefechtes bei Bergen(1759) der Wald von Vilbel der Schauplatz des Kampfes. Als im Jahr 1796 während des franzöſiſchen Revolutions⸗ krieges die Oeſtreicher ihren Rückzug durch die Wet⸗ terau nahmen, ſchützten ſie denſelben durch Abbruch der Brücke zu Vilbel. Aufgebracht hierüber gab der franzöſiſche General Kleber am 12ten July das Schloß, welches bisher dem kurmainziſchen Be⸗ amten zur Wohnung gedient hatte, den Flammen Preis. Noch zeugen die Trümmer von jener That. Durch den Reichs⸗ Deputations⸗Hauptſchluß

von 1802 und 1803 kam der bisherige ma inzi⸗ ſche Antheil an Heſſen⸗Darmſtadt, der hanaui⸗ ſche dagegen ſpäͤter, bei Errichtung des dem Für⸗ ſten Primas zugetheilten ſ. g. Großherzogthums Frankfurt, an dieſes; im Jahr 1816 wurde aber dieſe frühere hanauiſche Hälfte dem Großherzogthu⸗ me Heſſen ebenfalls einverleibt. Hierdurch wurden

V

264

der Sitz eines Amtes; na

*

1

endlich die Nachtheile und Streitigkeiten entfernt, welchen gemeinſchaftliche Orte in der Regel ausge ſetzt ſind. Später wurde Vilbel eine Zeit lang chmals wurde es mit dem Landgerichte Großkarben vereinigt; endlich wurde bei der neuen Organiſation von 1832 ul 4 das dortige Regierungs-Amt aufgehoben und mit ſeh Die in neueren 5 n geblieben. den 1820 den

1

N *

5 2

*

4

dem Kreiſe Friedberg verbunden. Zeiten errichtete Poſthalterei iſt dagege Auch zwei Jahrmärkte jährlich wur dem Orte geſtattet.

Wir wollen hier noch Eini

anſchloß. Zur proteſtantiſchen Pfarrei Vilbel gehört ehr ei aber außerdem wenigſtens bis jetzt noch als Fil ial i der kurheſſiſche Ort Maſſenheim, der nord⸗we 1 lich ein halbes Stündchen davon entfernt liegt. Der Bel an der proteſtantiſchen Kirche ſtehende Thurm nag wohl vierhundert Jahre alt ſeyn. Das nahe d abe? ſtehende Pfarrhaus wird von dem Marienſtift zu(619) Lich in Bau und Beſſerung erhalten, welches den Foa großen Zehnten daſelbſt zu beziehen hat. Jaeechte Das Schloß gieng als Entſchädigung vom Fig, aten kus an den Grafen von Solms-Rödelhe in, genſal und von dieſem in den Beſitz des Grafen von Wal, Fri

derdorf über. Gegenwärtig iſt es, ſo viel bekannt, wieder fiskaliſches Eigenthum. Eben dieſeg Graf von Walderdorf beſitzt als Eigenthum en Haus mit 4 Huben Landes, welche der großherza liche Poſthalter als Erbleihen inne hat. Eben 0 ſind noch 5 Huben Landes vom Kloſter Thron Landſiedellehen vergeben. Eine gleiche Menge Hu gehören der hohen Schule zu Herborn in ähnſ chem Verhältniſſe. Die Gemeinde dagegen iſt in den Beſitze des ungefähr 1400 alte Morgen haltend Waldes, woraus ſie jedoch den Staatsdienern o Stecken Beſoldungsholz zu verabreichen haet.

5