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Hinter dem Brauhause liegt ein Garten, der durch„die“ Bach von dem Garten des Matthäusgemeinde ge⸗ trennt wird. Um die Mitte des 19. Jahr⸗ hunderts hielt die Familie Pistor Schwäne, die majestätisch auf„der“ Bach einher⸗ „Pistors Schwan“ war stadt⸗ bekannt. Alle diese Gebäude mit den dazwi⸗ schen liegenden Höfen bilden einen großen Komplex.
Die Familie besaß außerdem noch zwei Gärten, von denen der größere 1808 auf alten Festungswalle ange legt worden war. Johann Henrich Schafff tädt schreibt in seiner Chronik(siehe Sonntagsgruß 1919, Nr. 19)„an dem Neustädter Thor„al d Kasten Me zister Becker schleifen lassen.“ Von diesem Garten 2 der im Jahre 1861 erfolgten Anlage des Eisenbahndammes ent⸗ wirft ein Glied der Familie Pistor folgende anziehende Schil derung:„Gleich den ersten Erinnerungen der Menschheit beginnen auch meine ersten Erinnerungen mit einem schö⸗ nen Garten, in dem mir die Kinderjahre verstrichen. Früher als die Eindrücke, die mir das Haus gegeben, haften die, die ich im Garten unter Bäumen, Blumen und Gras im Spiel mit all den wunderbaren Dingen, die er bot, empfing. Traumhaft d zwar, aber doch deutlich sehe ich den großen Wiesengrund, 7 sich damals bis in die Nähe des Neustädter Torhauses erstreckte, von diesem nur getrennt durch ein zu dem⸗ selben gehöriges Vorgärtchen, und dem Schorgraben. An der langen Mauer 11 0 zu abschloß, zog sich die Terrasse und etwa in der Mitte d stand eine Hütte aus grünen Latten, von Rosenbüschen umgeben, dahinter über die Mauer hängend ein Aprikosenbaum. Von hier aus führte ein schmales Steintreppchen in die Wiese. Die Terrasse war durch h grün gestrichenes Lattenwerk eingef faßt, an dem Rosen rankten. Am Ende der Terrassef stand noch ein kleines Haus, das einen hübschen freundlichen Gartensaal enthielt, von dem sicht auf die Bahn
eine Glastür führte auf eine Plattform, die von hohen Bäumen, namentlich Ebereschen,
beschattet war; von dieser wenden sich schmale Wege in den Wiese engrund, und ein dichtes Boskett, in dem auch einige hohe Nußbäume 8 schloß den Garten gegen den Schorgraben hier ab. Der zweite Teil einigen Veränderungen unterworfen gewesen, vier 90 Stück! and, regelmäßig mit Buchsbaum eingefaßt,
8 brachten eine Fülle von Gemüsen aller Art
hervor, herrliche Obstbäume gaben Schatten
wesen, da solle,
dazu hergeben müßten.
Garten auf dem Hamm aufstellte.
kam immer näher heran,
plumpen Wände ein;
Haushälterin,
und Früchte, breitschattige Wege durchschnit⸗ ten den Garten und führten zu schattigen Buchen und Wildweinlaubhütten. In der Mitte, an der Rückseite, stand das zweite Gartenhaus, umgeben von hoher Buchen⸗ hecke, die im Frühjahr don Maikäfern wim⸗ melte. In der Wildenweinhütte hatte ein Rotschwänzchen sein Heim, und wenn im Frühling auf den Rabatten die weißen Hyazinthen, Narzissen und blaue Cylla blühten, flog das Pärchen emsig aus und ein, später hob mich die Mutter auf drin⸗ gendes Bitten empor, um die niedlichen Eier in den Nestchen anzusehen, aber dan war uns das Spielen in der Laube verboten,
damit kein Lärm das Brutgeschäft störte.
Die Schor zog damals in einem weiten Bogen um die Gärten, und so lag auch vor dem zweiten Teil des Gartens ein Zimmer⸗ platz; da sah ich denn zu, wenn die Männer
9, mit der großen Säge hantierten und die
Späne von den Baumstämmen flogen. Eines Tages bemerkte ich im Garten, etwa in der Mitte des Wiesengrundes, einen eingeramm⸗ ten Stein, 88 früher nicht vorhanden ge⸗ und auf eine Frage, was der Stein hörte ich, daß eine Eisenbahn ge⸗ baut würde, und wir ein Stück des Gartens Der Stein stand, wie mir damals dünkte, ziemlich lange, wir benutzten ihn als Belaub beim Nachlauf⸗ spielen, aber die Schlange, die dieses erste Paradies zerstören sollte, bli⸗ eb nicht aus. Eines Tages war 25 grober Lattenzaun durch den Garten geschlagen. Das Häuschen auf der Terrasse war abgebrochen und an jemand verkauft worden, der es in seinem f Arbeiter kamen so dicht an den Garten heran, daß man uns damals wohl mehr im Hause hielt; denn der Uebergang zur Neuzeit mit Erbauung der Eisenbahn ist mir nur un⸗ deutlich im Gedächtnis geblieben. Der Damm und die herrliche Aussicht, die man früher hatte, bauten seine endlich war es nur noch eine kleine Lücke, unermüdlich fuhren oben Männer mit Karren und schütteten die⸗ selben aus, bis er zuletzt als geschlossene Mauer vor uns stand. Dann erschienen die ersten Maschinen und Wagen und versam⸗ melten Astets eine andächtig zuschauende Menge. Der kleine, aus Backsteinen errichtete
provisorische Bahnhof war gerade dem Gar⸗
ten gegenüber im Oswaldgarten, so hatten wir denn immer etwas zu sehen und söhnten uns leicht mit der Veränderung aus, um so mehr, da auch meine Mutter und unsere die Nette, behaupteten, der Garten habe nur gewonnen, denn er sei früher geradezu unheimlich groß gewesen. Mein Vater ließ ihn denn auch, als der Schorgraben daran vorbeigeleitet und die Schor anders gelegt war, schön anlegen mit Bosketts von Rotdorn, Syringen und Gold⸗ regen, die in jedem Frühjahr eine wahre


