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diese Stellen gingen in den 70er Jahren ein waren außerdem Lehrer an der hiesigen Stadtschule. So war Spengel Lehrer an der Stadtmädchenschule. Zeitweise ver⸗ sah er das Amt des zweiten Gießener Pfarrers, hatte also reichlich zu tun. Eine Gießener Pfarrstelle wurde ihm nicht über⸗ tragen, dagegen erhielt er den Titel Pfarrer. Im⸗Jahre 1837 kam Pfarrer Bonhard von Dreieichenhain als zweiter Pfarrer nach Gießen, und Spengel erhielt im nächsten Jahre die Pfarrstelle zu Drei⸗ eichenhain. Bei seinem Scheiden übertrug ihm der Gießener Gemeinderat das Ehren⸗ bürgerrecht. Merkwürdig bleibt, daß der zweifellos verdiente Mann hier keine Pfarr⸗ stelle erhalten konnte, obwohl er 16 Jahre hier tätig gewesen war. Johann Spengel war am 29. Mai 1799 zu Gießen geboren als der Sohn des Schreiners Georg Christoph Spengel nud seiner Ehefrau Jo⸗ hannetta Elisabetha, geb. Ruppersberg.)

Am 24. wurde der Student Lahr mit Fackel Musick beerdigt.

(Adolf Wilhelm Georg Ludwig Lahr, Stu⸗ dent der Rechtswissenschaft, starb hier im Alter von 20 Jahren. Er war der Sohn des Pfarrers Andreas Lahr zu Albig bei Alzey.)

Am 31. August ist der erste Wagen dem Mathias Weidig gehörig über die Wieseck Brücke gefahren.

Am 3. September ist Balser Kempf zum ersten im Todenwagen über die neue Brücke gefahren worden wobey ich Marschall war.

(Johann Balthasar Kempf, Bürger und Bäckermeister, war bei seinem Hinscheiden 81 Jahre alt. Herr Hochstätter berichtet: Bevor die eiserne Wieseckbrücke erbaut und die jetzige Gartenstraße und Kaiser⸗Allee angelegt waren, führte der Weg zum Fried⸗ hof vom Neuenweger Tor in schräger Rich⸗

tung nach dem am Schiffenberger Wege

liegenden, jetzt zugemauerten Tor des Fried⸗ hofes.)

D. 16. Januar 1838 20 Grad Kälte.

Den 20ten Februar hatten wir 16 Grad Kälte.

Vom 9. auf den 10. Merz hat meine Schwester in Wieseck einen Sohn gebohren.

D. 8. Merz waren ich und meine Frau auf dem Briefträger Hauß seiner Kindtaufe.

(Es handelt sich hier um ein Kind des

Briefträgers Friedrich Hauß.) Am 28. Merz ist mein Bruder in die Fremde gegangen. Am 30. Merz sind wir aus Schäfers ausgezogen und zu Ch. Mandlers Wittwe. Am 20. July H. Geheime Kirchenrat Dr. Palmer beerdigt. Am 20. July wurde der Totenwagen in seyn neues Haus gefahren.

Wilhelm

Die Freiprediger

Daniel

Am 1. August wurde der Grundstein zur katholischen Kirche gelegt.

Am 10, und 12. August landwirtschaft⸗ liches Fest.(Fortsetzung folgt.)

mit den 116 ern bei Gravelotte. Von Berthold Ebel. Bearbeitet und herausgegeben von Dr. Karl Esselborn. (Fortsetzung.) Endlich, zwischen und 4 Uhr, kam Be⸗ fehl zum Vorrücken des 2. Bataillons. Wir gingen nun rechts um den Flügel der Batte⸗ rien herum, scharf an der Waldlisiere her. Dicht an den Batterien sahen wir uns plötzlich einem Eisenbahneinschnitt von min⸗ destens 30 Fuß Tiefe gegenüber, dessen Rän⸗ der durch Pfähle und Draht abgesperrt waren. Das Niederreißen und Niedertreten des Drahtes sowie der Sprung oder viel⸗ mehr Sturz in die Tiefe war das Werk eines Augenblicks. In dem Einschnitt hagel⸗ ten die Geschosse von einem zur Rechten stehenden Eisenbahnhäuschen entsetzlich auf uns nieder. Einen Moment wußte keiner, wohin; dann hieß es, drüben hinaufklettern. Kaum waren wir droben, so pfiffen die Kugeln von rechts durch ein kleines Gehölz, das nicht den geringsten Schutz gewährte. Unwillkürlich nahmen wir die Front da⸗ gegen, um uns wenigstens in das Gesicht schießen zu lassen, doch war es die falsche. Wir wurden nun senkrecht zu dem Gehölze aufgestellt, dann hieß esnieder, da sich vor uns noch Jäger befanden. Bald darauf kam Befehl zum Weitervor⸗ rüclen. Oberleutnant Kißner kommandierte: Der Tetenzug schwärmen, und Portepee⸗ fähnrich Rahn!) verschwand, das Kommando Schwärmen gellend wiederholend, mit hochgehobenem Säbel über eine kleine Wiese hinweg im Pulverdampf. Der Oberst und der Regimentsadjutant befanden sich in diesem Augenblicke links von uns in unserer Nähe; sie hielten die Pferde am Zügel, das Pferd des Obersten hatte einen Streifschuß an der Nase. Ueber die kleine Wiese ging es nun im Laufschritt hinweg; trotzdem hatten wir wieder Verluste. Jenseits war ein kleiner Abhang, woran noch einzelne unserer Jäger knieten und feuerten. Hier hieß es:Halt! Nieder! Ein Jägerhauptmann, von Hom⸗ bergk zu Vach*) wurde schwer verwundet zurückgeschleppt.

) Julius Rahn, geboren am 19. Juli 1849 zu Nieder⸗Weidbach, trat am 1. Oktober 1868 in das 2. Regiment ein, ward am 25. August 1870 Leutnant und starb zu Gießen am 18. November 1875.

*) Friedrich Hombergk zu Vach, geboren am 10. Februar 1830; er starb infolge seiner Verwundung im September 1870 im Lazarett zu Corny.