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ten ist aus dem Französischen Zu erklären; kaire part de quelque chose à quelqu'un heißt jemanden etwas mitteil en. DiePaar⸗ ten waren die Männer, die in einer Zeit, da man Familienereignisse noch nicht in den Tageszeitungen veröffentlichte, von Haus Haus gingen und das Begräbnis 137 5 Nicht geringe Schwierigkeiten machte auch die Bezeichnungsticem träger. Nach dem Oberhessischen Wörterbuch von Crecelius bedeutetSticke so viel wie Stütze. Hier half Herr Moll weiter. In ganz alter Zeit wurden, wie das jetzt noch in manchem Dorfe geschieht, auch in Gießen die Toten nach dem Gottesacker nicht gefahren, sondern getragen. Unterwegs mußten die Träger natürlich manchmal rasten, alsdann wurde der Sarg auf Stützen gestellt. Auf dem Lande tragen oft Zwei Knaben, einer vor, einer hinter dem Sarge, Stühle, auf die die Träger ihre Last niedersetzen. So hatte man auch in Gießen, wie Pistor schreibt, die sticem träger, die neben dem Sarge ein⸗ hergingen. Man behielt sie noch bei, als man die Toten längst nach dem Friedhofe fuhr, mithin Stützen nicht mehr nötig hatte. Noch nach der Mitte des 19. Jahrhunderts gingen dieStickenträger ohne Sticken neben dem Sarge einher. Ueberhaupt werden die Be⸗ gräbnisse heute viel einfacher gestaltet als in alten Zeiten. Auffallend ist, daß Pistor keine Marschälle erwähnt, vermutlich sind diePaarten mit den späteren Marschällen identisch. Die Marschälle eröffneten den Leichenzug, gewöhnlich waren es zwei, ver⸗ mögende Familien bestellten vier oder gar sechs Marschälle. In der Regel fungierten als solche die Handwerker, die im Hause, dem der Tote angehörte, beschäftigt waren so Ofenputzer, Schneider, Schuhmacher, Bar⸗ bier, unter keinen Umständen taten hier Bäcker und Metzger mit. Auch die Kirchen⸗ diener wurden gern als Marschälle ver⸗ wendet. Nach den den Zug eröffnenden Mar⸗ schällen kam der Geistliche, dann kamen wieder Marschälle. Sie trugen einen manns⸗ hohen Marschallstab, an dem ein langer schwarzer Flor befestigt war, desgleichen

trugen sie am rechten Arm und am Hute einen Flor. Auf dem Leichenwagen fuhr der Wagenführer und der eee teur, auch Leichenwagendecker genannt, der mit dem Pfarrer und dem Totengräber im Kirchenbuche das über die Bestattung auf⸗ genommene Protokoll ere

Die Ausgaben für Wein, Branntwein, Kaffee, Wecke und Bretzeln we isen darauf hin, daß in der alten Zeit in Gießen in gewissem Sinne die unschöne Sitte eines

Leichenimses im Vogelsberg spricht man vomFlennes bestand. Der Kutscher,

der die Pferde fuhr, bekam am Sterbe⸗ hause ein Glas Wein und einen Weck, die Schreiner, die das Einsargen besorgten, wur⸗ den in gleicher Weise regaliert. Ja, die Marschälle 11955 die Teilnehmer sogar in

ein Wirtshaus ein, dort wurden sie be⸗ wirtet, natürlich auch mit a koholischen Ge⸗

tränken: wenn dann der Pfarrer im Sterbehause erschien, so wurden sie vom Marschall herbeigeholt. Man kann sich den⸗ ken, daß alsdann mancher nicht gerade in trauriger Stimmung war. Nicht in allem war die alte Zeit eine gute Zeit.

In vielen aus Gießen stammenden Nieder⸗ schristen werden die krie gerischen Ereignisse des Jahres 1796 erwähnt. Hierüber schreibt Johann Melchior Pistor:1796, d. 1. July hatten wir die Kaiserliche hier in der Statt liegen, d. 7. ditto Kamen die Franzosen und nahmen unser Statt ein. D. 4. Sept. kamen aber die Kai erliche wieder und jag⸗ ten die Feind auf die Flucht, sie worffen aber 2 nehmliche Thag noch Karttaschen (Fartätschen, in die Statt, da es an ver⸗ schiedene Orthe gebrandt hat, als hinter dem Stockhaus ist ein Stall abgebrandt, der Feind zog sich auf die Hart, woh er sich hinlaagert. D. 9. Sept. beschof. en sie uns den gantzen Thag die Stadt allwoh wir viel ausgestanten haben, d. 10. Sept. nachts zwischen 11 et 12 Uhr nahmen sie die Flucht und verließen die haart.

Allmählich ist Pistor ein alter Mann geworden, seine Kinder verheirateten sich, er kann die Geburt von Enkelkindern in sein Hausbuch eintragen. Ueber die Ver⸗

heiratung seiner Tochter Maria Sophiz schreibt er:1809 d. 26. Oct. hat sich meine Tochter mit H. Justus Müller co⸗

pollieren lassen, und ihre Zeugen sind ge⸗ wesen H. Friedrich Eckstein und mein Sohn Jacob Pistor und ihre Wohnung habe ein⸗ genommen als Gastwirt Zum goldnen Löwen auf dem Neuenweg. In späteren Jahren besaß Justus Müller das Gasthauszum Einhorn.

Ueber die Taufe des Stiefenkels Emil, den viele der heute lebe nden Gießener 10 ge⸗ kannt habe n. macht der Großvater folgende Angaben:D. 10. November 1816 habe ich meinem Sohn Jacob Pi stor ein Kind aus der Tauff gehoben, ein Söhnl ein mit seiner Schwiegermutter a) Elisabetha Beckern, b) Johann Melchior Pistor, dessen wir ihm den namen mitgetheilt haben Joh. Carl Julius Emill.

Johann Melchior Pistor erlebte das

Leid, seinen einzigen Sohn Jakob im rüstig⸗ sten Mannes zalter in das Grab sinken zu sehen. Er selbst erreichte ein hohes Alter, er starb am 27. September 1833 im Alter von 78 Jahren und wurde durch den Pfarrer (den 1 8 Geheimen Kirche nrat) Dr. Engel schon einen Tag nach seinem Hinschei⸗ den zu Grabe gebracht. 33 Jahre zuvor hatte er seinem damals 12jährigen Sohne das bekannte, jetzt bei dem deutschen Volke ganz in Ver cgessenheit und Veracht eng geratene Wort Höltys in das Stammbuch geschrieben: Ueb immer Treu und Redlichkeit Bis an dein kühles Grab

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