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sation auch das Recht der gleichmäßigen Be⸗ steuerung der Kirchengenossen nach den steuerlichen Grundsätzen des Staates. Denn er sah die Kirchensteuer mit Recht als die Grundlage der vollen Freiheit 55 Kirchen⸗ genossen an, da nur eine Gleichheit der Pflichten auch eine Gleichheit der Rechte garantieren kann. Die Volkskirche sollte un⸗ Abhängig von dem Wohlwollen kapital⸗ kräftiger Kreise bleiben und dem unerfreu⸗ lichen Einflusse des Geldbeutels und des Cliquenwesens auf das religiöse Leben der großen Gefahr der Vereins⸗ oder Frei⸗ kirchen damit ein Riegel vorgeschoben, werden. 5

Diese Ordnung der Dinge stieß nun auf eine Schwierigkeit. Konnte der Staat den evangelischen Kirchen bei ihrer Entlassung aus der Staatsabhängigkeit Toleranz und Befolgung demokratischer Grundsätze im kirchlichen Verfassungsleben zur Pflicht ma⸗ chen, da dies dem Wesen einer protestan⸗ tischen Volkskirche entsprach, 10 konnte er chen diese Forderung der römisch⸗katholischen Kirche gegenüber nicht durchsetzen wie es das französische Trennungsgesetz versucht hatte, weil dies eben der religiösen Eigen⸗ ist die latholisch se Kirche in keinem Punkte Baseler Staat ist nun der katholischen Kirche dadurch gerecht geworden, daß er ihr nach

§ 19b der revidierten Verfassung die Kirchen⸗ bildung auch nach den en des einfachen Vereinsrechtes offen gelassen hat. Dadurch ist die katholischen Kirche in keinem e Puntte schlͤchter gestellt wie nach der von ihr als befriedigend erklärten Genfer Ordnung.

Die in Basel gefundene Lösung dürfte am ersten als vorbildlich für eine Neugestaltung des Verhältnisses von Staat und Kirche in Deutschland angesehen werden. In den in Basel durchgeführten Grundsätzen scheint uns der Weg gegeben, ein dauerndes schiedlich⸗ friedliches Verhältnis zwischen dem Staat und 16 Kirche auch bei uns herbeizuführen, und zwar ohne Bruch der geschichtlichen Ver⸗ gangenheit.

Aus schwerer Zeit.

(Fortsetzung.)

Ich sage nichts von der alten und neuen Herrlichkeit, dieser in allen Perioden der Ge⸗ schichte Deutschlands so merkwürdigen Stadt. Früher schon lernte ich sie imJahre 1799 auf einer Rheinreise kennen. Diesmal war der Aufenthalt nur auf die Abendstunden

zwölf Jahren die Stadt von allen Seiten verschönert hat, nachdem die Wälle geebnet, die finsteren Tore in freie Barrieren ver⸗ wandelt, neue Straßen, besonders an der sogenannten schönen Aussicht(belle vue), oberhalb der Mainbrücke entstanden sind, und geschmackvolle Anlagen eine freund- lichere Umgebung geschaffen haben. Der Abend war schön; vor den Toren begegnete man großen Menschenmassen. Die Briefe aus der Heimath, die ich bei dem in unsrer Waisenhausbuchhandlung gebildeten, uns fortdauernd so befreundeten Herrn Hermann fand, waren beruhigend.

In dem e Hause befand sich damals noch der durch sein treffliches geographisches Werk, diesem Er⸗ zeugnis wahrhaft deutschen Fleiß ißes so verdiente Berlinische Professor Herr C. Rit⸗ ter. Er war von mir, als mein vormaliger Hausgenoß, der Familie als Lehrer emp⸗ fohlen, und ich habe selten durch Empfeh⸗ lungen so viel Dank verdienen können. Mit ihm und einem andern seiner akade mischen Zeitgenossen, dem fortdauernd in pädagogi⸗ scher Thätigkeit arbeitenden Engelmann, wurde der Abend unter sehr wechselnden Gefühlen verlebt. Was ich von Beiden, was ich hernach selbst in dem großen Beth⸗ mannschen Comtoir erfuhr, war nicht ge⸗ eignet, Muth zu machen. Die ausgebreiteten Verbindungen dieses ersten Handelshauses führten ihm nur allzu sichere Nachrichten zu. Immer tiefer zog sich der Krieg in die

moch übrigen preußischen Besitzungen; immer

neue Conscribirte aus Frankreich folgten den Armeen, und die Macht des Feindes wuchs mit jedem gewonnenen Fußtritt.

Ich kann Frankfurt nicht verlassen, ohne zuvor des Besuchs bei einer sehr ehrwür⸗ digen Matrone zu gedenken. Selbst ein einzelner Zug dürfte hinreichen, einen Be⸗ griff von ihrer Sinnesart zu geben.

Es war die Witwe Schlossers, der, nach⸗

dem er mehrere bedeutende Aemter be⸗

kleidet, hier von seiner Vaterstadt 1798 zum

Syndicus gewählt war. Wessen Bekannt⸗ schaft mit der deutschen Literatur, nicht,

wie bei vielen der Fall ist, erst mit dem letzten Jahrzehend anfängt, kennt ihn zu⸗ gleich als einen ausgezeichneten Gelehrten und Schriftsteller, besonders auf den Ge⸗ bieten der Politik, Moral und Pädagogik, der von dem Geift der Alten genährt, an allem, was gut und schön war, das leh⸗

beschränkt. Damals war es noch die freie baftese Interesse nahm, wie dies selbs

Reichsstadt, der Krönungsort der Kaiser, als es noch ein deutsches Kaisertum gab; jetzt die Residenz des Primas des Rheinbundes, die ihm den Verlust eines Kurfürstenthums vergüten sollte. Viele meinten, die freiwil⸗ lige Rückkehr in das Privatleben, würde einen Dalberg glücklicher gemacht, wohl selbst in der öffentlichen Meinung gesteigert haben.

Selbst wenige Stunden des Hierseins 1 hin, um zu sehen, wie sehr sich in

manche Paradoxieen in seinen Schriften be⸗ kunden, die bei originellen Geistern niemals unerwartet sein dürfen. Die engste Freund⸗ schaft verband ihn mit Jacobi, Stollberg und dem ganzen Pempelfortschen Kreise. Seine erste Gattin, Goethens Schwester, hatte er früh verloren.

Die zweite, die ihn bis 1823 überlebt hat, fand ich in Trauer um den einzigen (Sohn, einen jungen, sehr geachteten Arzt,

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