Einzelbild herunterladen

r

2.

192

warten. Es wurden viele Gegenmaßnahmen 6, hier war ich Barackenchef. Als ich wieder angeordnet. Pakete erhielt man durchschnitt⸗

lich nach dre Wochen, viele kamen so an, daß der Inhalt teilweise fehlte, andere auch gar nicht. In diesem Lager wurden auch Ge⸗ sangsabteilungen und Musikkapellen gedul⸗ det, ebenso Theateraufführungen, was später alles verschwand. Im Herbste wurden am Tage auch einige Posten durch deutsche Un⸗ teroffiziere ersetzt, so an Mauerdurchgängen und auf dem Festungswalle. Auch Unter⸗ richtskurse wurden eingerichtet, jedoch wurde diesen Veranstaltungen im Winter 1915/16 ein Ende gemacht. Transportweise ging es nach anderen Arbeitsdepots, so wurden innerhalb vier Wochen von den 800 Mann 400 bis 500 Mann wegtransportiert. Was noch zurückblieb, mußte arbeiten. Im Laufe des Jahres war noch ein neues Lager mit 58 Baracken eingerichtet worden, das aber keine Gefangenen aufnahm. Etwa drei bis vier Kommandos von je 40 bis 50 Mann arbeiteten im Steinbruch, am Güterbahnhof und in Fabriken der Stadt. Die Invaliden mußten die Reinigungs⸗ und Küchenarbeiten machen. Die, die sich krank meldeten, durften nicht in der Baracke bleiben, sie hatten ein Aufenthaltszimmer bei der Infirmerie(La⸗ zarett). Am 20. Januar 1916 kam ich zum erstenmal auf ein Arbeitslager nach La Pal⸗ lice, wo ich 10 Tage verblieb, um dann als arbeitsunfähig wieder nach Blaye zurückzu⸗ kehren. Die Hafenarbeiten waren im Anfang zu schwer für mich.

Nun war seit dem 20. Januar 1916 ein neuer Kommandant nach Blaye gekommen, und zwar ein richtiger Deutschenhasser. Kein Mensch im Lager hatte mehr Ruhe. Der Kommandant ließ Straßen aufbrechen, Steine und Sand herantragen, alle mußten arbeiten, sogar die Lahmen. Wer ihm ohne Arbeit in den Weg kam, wurde eingesperrt und mußte jeden Tag, mit 40 Pfund Steinen im Tornister, unter Bewachung sechs Stun⸗ den marschieren. Sonntags mußten diese Leute mit dem Gepäck auf dem Rücken Steine klopfen. Zu Anfang des Jahres 1915 wurde für die Evangelischen alle drei Wochen Gottesdienst abgehalten, das hörte 1916 ganz auf. Das Kaufen in der Kantine wurde ganz eingeschränkt bis auf Brot, Butter und Ta⸗ bak. Die Gefangenen waren in drei Kom⸗ pagnien eingeteilt, von denen die dritte Kom⸗ pagnie zumeist arbeiten mußte. Niemand konnte ohne Erlaubnis eines französischen Sergeanten mit einem Kameraden aus einer anderen Kompagnie verkehren; denn an jedem Zwischengang stand ein französischer Posten, der jeden Gefangenen, der sich nicht in der Begleitung eines Korporals befand, zurückwies. Zum Spazierengehen stand uns nur ein schmaler Weg von etwa 60 Meter Länge zur Verfügung, und dieser Weg war kaum passierbar. Ich wanderte, wie ich schon angegeben habe, von Baracke 5 nach Baracke 1, von da nach Baracke 3, dann nach Baracke

von La Pallice zurückkam, wurde ich in die Baracke 9 verlegt. Von diesem Zlitpunkte an wurde ich beim Straßenbau als Aufseher einer Arbeitsabteilung beschäftigt. (Fortsetzung folgt.)

Kleine Mitteilungen.

Daß die große kirchengegnerische Propg⸗ ganda, wie sie u. a. in Thüringen und Reuß besonders eifrig betrieben wird, bei der Be⸗ völkerung wenig Anklang findet, beweist ein Beispiel aus Gera. Im Bezirk der Trini⸗ tatiskirche, dem größten der Stadt, nehmen von 262 Ostern zur Schulentlassung kom⸗ menden Kindern 253, das sind 96 ¼ Proz, am kirchlichen Konfirmandenunterricht teil Nur 5 Knaben und 4 Mädchen, wesentlich aus Dissidentenfamisien stammend, bleiben auf Wunsch der Eltern demselben fern. Auch in den anderen Pfarrbezirken der Stadt dürfte das zahlenmäßige Verhältnis ein ähn⸗ liches sein.

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag den 30. November. 1. Advent

Kollekte für die Kirchenkasse. Gottesdienst.

In der Stadtkerche. Vormittags Uhr: Pfarrer Becker. Beichte und Feier des heill⸗ gen Abendmahls für Matthäus- und Mar⸗ kusgemeinde. Anmeldungen werden von den Gemeindepfarrern vorher erbeten. Vor⸗

mittags 11¼ Uhr: Kinderkirche für die

Markusgemeinde: Pfarrer Becker. Abends 5 Uhr: Pfarrer Mahr. Montag den 1. Dezember, abends Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend det Markusgemeinde. Dienstag den 2. De⸗ zember, nachmittags 4 Uhr: Frauenmis⸗ sionsverein(Kirchstr. 9).

In der Johanneskirche. Vormittags Uhr(zugl. Mil.⸗Gsd.): Pfarrer Ausfeld, Beichte und Feier des heiligen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannesgemeinde. Anmel⸗ dungen werden von den Gemeindepfarrern vorher erbeten. Vormittags 11¼ Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde: Pfarrer Ausfeld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends ½8 Uhr: Ver⸗ einigung der konfirmierten männlichen Ju⸗ gend der Johannesgemeinde. Montag den Dezember, abends ½8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend det

Lukasgemeinde. Freitag den 5. Dezember,

abends ½8 Uhr: Vereinigung d. konfirmier⸗ ten weibl. Jugend der Johannesgemeinde. An den kommenden Sonntagen werden in den Abendgottesdiensten für die einzelnen Gemeinden Abendmahle gehalten, und zwar in der Stadtkirche am 2. Advent für die Markusgemeinde, am 3. Advent für die Matthäusgemeinde; in der Johan⸗ neskirche am 2. Advent für die Johan⸗ nesgemeinde, am 3. Advent für die Lukgs⸗ gemeinde. Anmeldungen werden von den Gemeindepfarrern vorher erbeten.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtolsheimer. Druck und? Verlag der Brühl'schen Universttäts- Bus- und Steindrückere R. Lange, Gießen.

6 der Wor vom die Unte stehe schla! wart nicht aber krieg Güte word euro bens! sind gepri Auf senkt, Art Meer gestec word. Städ dertte Schu Kalib und! festig. und baun Engl. Flug; Schif Völke geben gebra

N Hung stoffer und wiede seinen der Tatsa