Einzelbild herunterladen

en Lieben ten, konn⸗ sen respek⸗ schachtung. ißte aller ein. Tage⸗ den Lieben Heimkehr und Zei⸗ en. Hier Kantine, bst, Brot, lig kaufen litten wit Bein schon

1

ll auch in

einer Ge rieges ge halb zu

örigen

zazaretten dung Er⸗ en.

isonntag,

die Hin⸗ llenen.

/ Uhr: Ihr: Kin⸗

Pfarrer

Zecker.

Uhr: ännlichen

Don⸗ Uhr: eiblichen

ags Vor⸗

e Lukas⸗ Abends

8 Uhr: Mon ½ Uhr;

eiblichen

Fried⸗ rassistent

Fried⸗ olph. ent, fin⸗ Sgottes⸗ Abend⸗ von den

ndrucherei

S

onntagsgruß

Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen

Nr. 48

Gießen, J. Advent, den 30. November 1919

8. Jahrg.

Advent in schwerer Zeit. Evangelium des Lukas 4, 18. Der Geist des Herrn ist bei mir,... er hat mich ge⸗ sandt,... zu heilen die zerstoßenen Herzen, zu predigen den Gefangenen, daß sie frei und ledig sein sollen. Nie hat sich das deutsche Volk im ganzen Verlaufe seiner Geschichte in so bedrängter

Lage befunden als in diesen Tagen. Was

uns vordem als unmöglich erschien, ist zur Wahrheit geworden: wir sind in die Gewalt fremder Völker geraten, haben unsere Frei⸗ heit und Selbständigkeit verloren, sind ver⸗ armt und werden noch mehr verarmen, Un⸗ zufriedenheit, Mißmut, Verzweiflung haben uns erfaßt, und was das verhängnisvollste ist, viele unter uns wagen nicht mehr, auf eine bessere, lichtere Zukunft zu hoffen.

In dieser Lage kommt zu uns wie ein

Licht, das durch finstere Nacht wandert, die Adventsbotschaft, daß Jesus gesandt ist, zu heilen die zerstoßenen Herzen. Unsere Her⸗ zen sind zerstoßen durch die schweren Er⸗ lebnisse der letzten fünf Jahre. Enttäuschung,

Todesleid, harter Druck haben uns seelisch

mehr oder minder aus dem Gleichgewichte gebracht. Heilung von diesen Erschütterungen können wir nur durch Gott finden, nur durch

seinen Sohn Jesus Christus, der die Gottes⸗

kräfte in die Welt gebracht und uns den Mut gegeben hat, unter den Leiden dieser Zeit auf die göttliche Herrlichkeit zu schauen. Möchte die Adventszeit des traurigen Jahres 1919 diese Kräfte wieder in uns lebendig machen!

Aber auch das andere Wort der Ver⸗ heißung ist jetzt ein rechtes Trostwort, daß Jesus gekommen ist, zu predigen den Ge⸗ fangenen, daß sie frei und ledig sein sollen. Der Heiland hat, als er dieses Wort des alten Propheten Jesaia auf sich anwandte, es in erster Linie geistig gedeutet. Denen, die gefangen sind durch Trübsal, Leid, Schuld, Sünde und andere schwere Erleb⸗ nisse, wollte er aufhelfen, er wollte ihre Seelen frei und froh machen, indem er ihnen das Reich Gottes brachte, in dem Friede und Freude lachen. Aber sicherlich hat er dieses Wort auch in der ursprünglichen Be⸗ deutung verstanden. Jesaia dachte, als er es sprach, an die Gefangenen, die am Euphrat und Tigris freudlose Tage verbrachten, und hoffte, daß sie mit Gottes Hilfe bald wieder in die Heimat kommen würden. Wir härmen uns in diesen Wintertagen um Hundert⸗ tausende unserer Volksgenossen, die der Krieg in die Gewalt des Feindes gebracht hat.

Könnten wir nur irgend etwas für ihre Befreiung tun, so würden wir im Mühen und Wagen über manche trübe Stunde hin⸗ wegkommen, daß wir aber zur Ohnmacht verurteilt sind, macht uns bittere Stunden. So bleibt uns nichts übrig, als Gott unser Leid zu klagen und mit den Juden in alter Zeit beten: Herr, bringe wieder unsere Ge⸗ fangenen, wie du die Bäche wiederbringest im Mittagslande! Aber auch der Weg bleibt uns offen, daß wir auf den hoffen, der einst in der Fülle der Zeit seinem Sohne den Auftrag gab, zu predigen den Gefangenen,

daß sie frei und ledig sein sollen. H. B

Die pflege des Familienfinns.

Von Dr. Karl Esselborn.

Die Familienforschung ist eine verhältnis⸗ mäßig junge Wissenschaft. In den letzten fünfzehn Jahren ist für ihre Pflege, nament⸗ lich auch, soweit es sich um bürgerliche Fami⸗ lien handelt, sehr viel geschehen. Auch von medizinischer Seite. Anregend und bahn⸗ brechend wirkte das Werk Robert Som⸗ mers überFamilienforschung und Ver⸗ erbungslehre(1908). Ein wichtiges Hilfs⸗ mittel erstand in der 1909 erschienenen uno bereits in zweiter Auflage vorliegenden Familiengeschichtlichen Quellenkunde von Eduard Karl Heinrich Heyden⸗ reich. Zeitschriften entstanden wie die Familiengeschichtlichen Blätter und die Frankfurter Blätter für Familien⸗ geschichte. In rund fünfundzwanzig Bänden liegt vor dasGenealogische Handbuch bür⸗ gerlicher Familien. Für Hessen läßt sich die Pflege der Familiengeschichte insbesondere angelegen sein die von Wilhelm Diehl herausgegebeneHessische Chronik. Im Zu⸗ sammenhang mit demGenealogischen Hand⸗ buch bürgerlicher Familien wird von Ober⸗ pfarrer Hermann Knodt in Schlitz ein Hessisches Geschlechterbuch geplant und vorbereitet. Andere deutsche Gaue planen Aehnliches, so in Franken unter Leitung des Würzburger Bibliothekars Friedr. Wil⸗ helm Pfeiffer. Diese Bestrebungen gehen in die Zeit vor der Revolution zucück. Man hatte richtig erkannt, daßdie Pflege bewußten Geschlechtersinns nicht mehr als Liebhaberei Einzelner gelte, sondern daß sie im Blick auf die deutsche Zukunft eine vaterländische Pflicht geworden sei. Bereits Wilhelm Heinrich Riehl hatte es ausgesprochen, daßGeschichtslosigkeit in der Familie Geschichtslosigkeit in Staat und Ge⸗ sellschaft erzeuge.