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der elektrischen Bahn vermitteln den Verkehr in denselben, und Gas⸗ und elektrisches Licht sind an die Stelle der Petroleumlampe ge⸗ treten. Alte Häuser haben neuen Platz ma⸗ chen müssen und schöne Läden verleihen den Straßen und Plätzen ein freundliches Aus⸗ sehen. Anmutige Anlagen umgeben den vier Schooren entlang die Stadt, und diese selbst kann nunmehr ohne Ueberhebung als saube⸗ rer, gesunder und zu seiner herrlichen Lage inmitten von Burgen und Bergen und am grünen Strand der Lahn passender Ort be⸗ zeichnet werden. L. Frech.
Nummer hundert.
Die lieben Leser werden sich über diese Ueberschrift sicher wundern; da will ich nicht zögern, die Erklärung dafür zu geben: Dies ist nämlich der hundertste Artikel, den ich dem„Sonntagsgruß“ übergebe.
Mein Wunsch war seit langem, daß, wenn ich diese Zahl erreichen sollte, ich vom Frie⸗ den darin reden könnte. Das will ich nun auch tun, aber nicht von dem Frieden, der zur Zeit die gesamte Menschheit auf Erden beunruhigt und der nichts von der Him⸗ melsbotschaft enthält, die in diesem einen Worte uns gegeben ward. Nein, der trägt mit Unrecht diesen hehren Namen.
Ich will von dem Frieden sprechen, der uns von unserem Heiland verheißen wurde, der unsere Herzen und Seelen erfüllen kann, auch wenn rings die Stürme toben und auf⸗ rührerische Gewalten uns umbranden.
Schauen wir nur stets dankbaren Her⸗ zens auf zu dem, der gesagt hat:„Den Frie⸗ den lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.
Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht!“ Haben wir uns diese Worte recht
zu eigen gemacht, so können wir dem Unbe⸗ 8 welches innere und äußere Feinde zur Zeit in Bereit⸗
rechenbaren getrost entgegengehen,
schaft für uns haben.
Wir wollen mit Paul Gerhardt sagen:
„Erhebe dein Gemüte Zu deinem Gott und sprich: Herr, deine Gnad' und Güte, Bleibt dennoch ewiglich.“ Baronin R. *
Nachschrift der Redaktion. Die Tatsache, daß Frau Baronin Julie Nordeck zur Rabenau für unser Gemeindeblatt den 100. Artikel beisteuert, können wir nicht vor⸗ übergehen lassen, ohne daran einige Bemer⸗ kungen zu knüpfen, weil wir wissen, daß wir hiermit ganz im Sinne unserer Leser handeln, obschon wir uns nicht verhehlen, daß die, der diese Bemerkungen gelten, in ihrer zurückhaltenden, allem lautem Gerede abholden Art, eigentlich damit nicht einver⸗ standen ist. Frau Baronin Rabenau ist un⸗ sere treueste Mitarbeiterin. Als unser Ge⸗ meindeblatt noch im Entstehen war, hat sie schon Beiträge geliefert. Ihr erster Beitrag,
— 103— i die Uebersetzung zweier ergreifender religiöser
Gedichte aus dem Englischen, findet sich in Nr. 7 des 1. Jahrgangs(1912). Drei Wochen später(Nr. 10) folgte ein längerer Artikel, betitelt„Ernste Gedanken“. Darin steht das Wort, das nicht nur ein ernstes, sondern wirklich auch ein prophetisches Wort war: „Wenn nicht alle Zeichen trügen, so gehen wir wiederum schweren Zeiten entgegen. In. welcher Gestalt sie zu uns kommen, ist un⸗
bekannt, Gott allein weiß es.“ Hierin schlos⸗
sen sich in einem Zeitraum von acht Jahren in langer Reihe Bilder von Reisen, Mit⸗ teilungen über Selbsterlebtes, so über Be⸗ gegnungen mit Moltke, gemütvolle Darstel⸗ lungen aus dem Frauenleben, Mahnungen an das heute lebende Geschlecht, namentlich an die vielfach zerfahrene Frauenwelt, und Artikel ernsten, religiösen Gepräges. Frau Baronin Rabenau ist aber nicht nur unsere treueste, sondern auch unsere erfolgreichste Mitarbeiterin. Wir wissen aus vielfachen Mitteilungen unserer Leser und Gemeinde⸗ glieder, wie gern ihre Beiträge gelesen wer⸗ den, nicht nur von Frauen, sondern in ganz besonderem Maße auch von Männern. Zeu⸗ gen diese Artikel doch von einem reichen Innenleben, von einer wahrhaft christlichen Lebensführung, einer gereiften, abgeklärten Weltanschauung und einer vieljährigen Le⸗ benserfahrung. Eine Laienpredigerin im besten Sinne des Wortes können wir die ver⸗ ehrte Frau Verfasserin, die zur evangelischen
Gemeinde Gießen gehört, nennen, eine Laienpredigerin, die aus der Stille ihres
Gießener Heims und ihres Landsitzes heraus viel Segen gewirkt hat. Möge es ihr durch Gottes Gnade vergönnt sein, noch viele Jahre mit dieser Arbeit, die in diesen un⸗ ruhigen, schweren Zeiten ganz besonders nötig ist, sortzufahren!
Johann Henrich Schaffstädts Gießener Chronik 1776— 1825. (Fortsetzung.) „D. Asten Mertz ist der alte Marx mit
des Bleichers Hillgards Sohn von 9 Jahre
alt bey über fahren einer Fluth unter dem Wehr bey der großen Mühl Ertrunken, sind beide 8 Tag hernach bey der Neu Mühl ge⸗ funden worden.“
Im Kirchenbuch steht darüber:
„Im Jahre Christi achtzehn hundert und fünfzehn den fünfundzwanzigsten März er⸗ trank in der Lahn: Johann Heinrich Marx, Bürger und Controlleur bey Großh. Uni⸗ versität, alt neun und fünfzig Jahr und wurde erst gefunden den vierten April.“
Darunter steht:
„Im Jahre Christi achtzehn hundert und fünfzehn, den fünfund zwanzigsten März er⸗ trank zugleich mit Obigen in der Lahn: Georg, des Bürgers und Bleichers, Johann Hillgart Sohn, alt neun Jahre sechs Monat


