Einzelbild herunterladen

er Lampes, deren Mit⸗ kelchior, der damals in die Glieder einem und ünf Genera⸗ im Lampus, zu seinem r Lampus,

n Zeit gleich breitet. Der (Lohgerber Gießen frü⸗ n Wahrheit ses Namens 1575 wird Jost Löber ilie in sehr s schwer i, aufzustellen, 1727 wur⸗ Namens zu ie verbreitet

t. 1582 er⸗ Hans Lonh, zeichnet daz tlichen Ver⸗ inf Generg⸗ der Famile

Trinitatis

98 9½½ Uht: s 11 Uhr: inde: Pfa⸗ r: Pfarret tober, nach⸗ ssionsvereln

nittags mittags 11 sgemeinde⸗ Uhr: Par⸗ ½8 Uhr: männlichen Lukassaal en Jug messaal. 5 726 ht. weiblichen

2 Steindruckert

onntagsgruß

Gemeindeblatt für die evangelische Kirchengemeinde Gießen

Nr. 43 Gießen, 9. Sonnt. n. Trinitatis, den 26. Oktober 1919 8. Jahrgang

Unrecht Gut gedeihet nicht.

nicht.

Als wir Kinder waren, lasen wir in un⸗ serem Lesebuche das schöne, so recht im Volkston gehaltene Lied, dessen erster Vers den Wortlaut hat:

Ueb immer Treu und Redlichkeit

Bis an dein kühles Grab,

Und weiche keinen Finger breit

Von Gottes Wegen ab.

Dann kannst du wie auf grünen Auen Durchs Pilgerleben geh'n,

Dann kannst du sonder Furcht und Grauen Dem Tod in's Auge seh'n.

Dieses Lied rührt von dem früh entschlafenen Predigtamtskandidaten Hölty her, er lebte von 1748 bis 1776, also in der Zeit, in der der Vernunftglaube und zugleich die Emp⸗ findsamkeit in Deutschland herrschten. Diese beiden Richtungen des deutschen Geistes⸗ und Gefühlslebens sind bei dem hochbegabten, jungen Dichter deutlich wahrzunehmen. Un⸗ ter den deutschen Christen gibt es solche, die in dem mitgeteilten Verse nicht den rechten Heilsglauben erkennen wollen, er ist ihnen zu rationalistisch, zu vernunftgemäß, darum halten sie nicht viel von ihm. Dieses Urteil ist zum mindesten sehr einseitig. Die alten Rationalisten waren Männer von ausgeprägt strenger und sittlicher Lebensführung und haben ihre Pflegebefohlenen nachdrücklich und mit Erfolg ermahnt, von Gottes Wegen nicht abzuweichen. Wäre das jetzt, da Schiebertum und Wucher wie fressende Geschwüre das Mark unseres Volkes verzehren die all⸗ gemein herrschende Anschauung, daß jeder sich vornehme, keinen Finger breit von Got⸗ tes Wegen abzuweichen und Treue und Red⸗ lichkeit zu üben, es wäre wahrlich um uns gut bestellt. In der Verwirrung der sitt⸗ lichen Begriffe dieser Tage, bei der er⸗ schreckenden Nichtachtung, die jetzt das siebente Gebot findet, wollen wir auch nicht vergessen, daß das Bibelwort wahr ist, das da sagt: Unrecht Gut hilft nicht. Unrecht Gut gedeihet nicht sagt der Volksmund, und es bleibt ewig wahr, daß der Unredliche keine gute Sterbestunde hat. Früher oder später trifft ihn die strafende Gerechtigkeit 8

Geschichten und Bilder aus Alt Gießen. Sprüche Salomos. 10, 2. Unrecht Gut hilft

16. Aus meiner Jugendzeit. Von Georg Todt. (Schluß.)

Wo heute der Eingang zu der Sackschen Holzhandlung ist, steht noch das Kaus'sche Haus. Das frühere GasthausZum Adler (Besitzer Hermann Schwan) ist verschwun⸗ den; das Korps Teutonia hatte lange Jahre

seine Kneipe in diesen Räumen. Die Bäckerei

von Jakob Vogt(ietziger Besitzer Herr Schomber) folgte hierauf, dann die Häuser von Schuhmacher Haßler und Schmied Un⸗ verzagt, welche jetzt zu einem Hause durch Herrn Becker vereinigt sind. Hier befand sich früher noch eine Schmiede von Walther, die aber schon Ende der fünfziger Jahre ein⸗ gegangen ist, der jetzige Besitzer ist Herr Flimm. Dann folgte das Haus des Glocken⸗ gießers Otto, das Magnussche Haus, jetzt im Besitze des Herrn Rau. Als letztes Haus bis zur Brauerei König kam das Haus des Hofgerichtsrates Buff.

Anm der Ecke der Braugasse stand das Haus der Familie von Schmalkalder, daran an⸗ schließend die Brennerei von Wilhelm Wal⸗ lenfels, wahrscheinlich früher ein Brauhaus, wonach die Gasse genannt wurde.

Im Zuge der Walltorstraße bis zur Post stand noch das Lampussche Haus, mit dem Eingang zum Griechischen Stübchen im Café Leib, welches neben einer guten Bier⸗ wirtschaft auch eine vorzügliche Küche führte, auch wurde außer anderen Bällen dort der jüdische Festball abgehalten, wo die jüdischen Mädchen bei Musik und Tanz ihreZu⸗ künftigen kennen lernten. Es folgte dann das Geschäft des Trödlers Awele Beifuß und die bekannte Schneiderei von Georg Leib, daran anschließend das noch bestehende Gast⸗ hausZum Schwanen mit seinem großen landwirtschaftlichen Betriebe, damals im Be⸗ sitze von Louis Flett. Hier fanden auch die vielen Frachtfuhrwerke von Süd und Nord ihre Unterkunft. Der Brauerei Louis König, jetzt Denninghoff, möchte ich auch noch ge⸗ denken; früher glich sie mehr einem großen landwirtschaftlichen Gutshof. Sie war mit einer vorzüglichen Bierwirtschaft verbunden die Gäste waren zum größten Teil ältere Bürger. Das alte Wohnhaus, in dem sich bis vor einigen Jahren der Wirtschafts⸗ betrieb befand, besteht noch; in den oberen Räumen befand sich in dieser Zeit das Land⸗ gericht. Die Stammgäste hatten ihre be⸗ stimmten Plätze und Tische, eine größere An⸗