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dem der Pfarrer diese Arbeit im Auftrag der in den Synoden organisierten Kirche tut sagt Gros in der im Auftrage des Ausschusses für Schriftenwesen der Be⸗ zirkssynode Wiesbaden abgefaßten Schrift Berufskolportage, Synodal⸗ kolportage, Kirchenspielkol⸗ tage(Darmstadt, Wartburgbuchhandlung 1911 S. 20)erfüllt er eine Pflicht, die die Kirche ihren Gliedern gegenüber hat... Ein Mietling und kein treuer Hirte wäre der Pfarrer, der tatenlos und mit verschränkten Armen zusähe, daß von anderer Seite wieder eingerissen wird, was lange Arbeit von den Vätern her zu bauen sich gemüht hat. Von dem rechten Pfarrer verlange ich, daß er den Stand seiner Ge⸗ meinde auch auf diesem Gebiete kennt, daß er weiß, was in ihr gelesen wird, welche Kost sie begehrt, und daß er langsame und geduldige Erziehungsarbeit treibe. Er selbst muß es tun, das darf er nicht dem fremden Manne überlassen, der das Verständnis nicht hat und das Vertrauen nicht genießt, wie es jeder Pfarrer haben soll und muß. Und reiche Frucht wird er von dieser Arbeit haben; er lernt jedes Haus in der Ge⸗ meinde besser kennen, wichtige Fingerzeige für die Seelsorge wird er erhalten, er ver⸗ wächst enger mit der Gemeinde.

Aber er ließ die Förderung des geistigen Lebens seiner Gemeindeglieder nicht bei der Beeinflussung und Leitung ihrer Lektüre be⸗ wenden. Auch theatralische Aufführungen ließ er ihnen gelegentlich zuteil werden So hatte er beispielsweise in seiner Escher Gemeinde, die sich aus Bauern und Tag⸗ löhnern zusammensetzte, im Laufe der Jahre Spiele von Hans Sachs, denMeineid⸗ bauer von Anzengruber, ein Gustav⸗Adolf⸗ Festspiel und denFechter von Ravenna von Friedrich Halm aufgeführt.

(Fortsetzung folgt.

. Meine Erlebnisse in französischer Uriegsgefangenschaft. Von Ober⸗Telegraphenleitungsau seher Heinrich Wagner⸗ Gießen. (Fortsetzung.)

Um 4 Uhr morgens war Wecken, um halb 5 Uhr wurde Kaffee getrunken, jeder Mann bekam einen Trinkbecher Kaffee. Mittags gab es Bouillonreis, abends Linsen⸗ ot fisch oder Käs 80 Gramm Fleif Brot, es war ein Schwarzbrot und für

ch. Sehr schlecht war das schlecht ausgebackenes seine Größe sehr

schwer. Viele wurden davon magenkrank, bei

einigen artete das in Ruhr aus, auch traten einige Todesfälle ein. gräbnissen durfte nur ein Deutscher mit⸗ gehen. Durchschnittlich hatten wir hier Hasenarbeit zu verrichten, Getreide, Kohlen, Holz, Eisen zu Munitionszwecken, Eisen⸗

bahnmaterial, Stacheldraht, Baumwolle, Salpeter, Soda und Säuren waren auszu⸗ laden. Dabei wurde von jedem ein gewisses Quantum verlangt, z. B. für die Abteilung 2400 Sack Weizen oder 2000 Sack Mehl oder 100 Tonnen Eisen täglich. Ein Sack⸗ träger hatte täglich 300 bis 400 Sack zu tragen nach der Getreideart. ür diese Arbeit erhielten wir teilweise zu den 20 Centimes noch 20 bis 40 Cts. extra. Wurde das täglich verlangte Pensum nicht ge⸗ leistet, so wurden die Schuldigen mit 14 Tagen Lohnabzug bestraft. war das Schaufeln der Pirite(Erze), die an den Lagerplätzen etwa 30 Meter hoch aufgestapelt waren. Hier wurden anfangs von jeder Abteilung 30 bis 40 Tonnen verlangt, später 50 Tonnen und zuletzt 70 bis 80 Tonnen- 7 Waggons. Da⸗ gegen empörten wir uns, nachdem mehrere Leute bei dieser Arbeit ohnmächtig gewor⸗ den waren und nach Hause gebracht werden mußten. Die verstärkte Wache erst brachte

es fertig, die Gefangenen mit dem Bajonett und gezogenem Revolver auseinanderzu⸗ treiben und in die Baracken zu treiben. Die Arbeitsabteilung mußte nun unter allen möglichen Entbehrungen diese Arbeit weiter verrichten, auf die Mittagspause und das

oder Bohnensuppe. Stock⸗ auch wöchentlich viermal

Zu den Be⸗

warme Essen mußte sie verzichten, dazu kam als weitere Strase 14 Tage Lohnabzug. 500 bis 600 Mann aus unserem Lager waren täglich in dem 6 Kilometer ent⸗ fernten Städtchen La Rochelle beschäftigt. Dort wurde ein Bahnhof, der 1914 im Rohbau fertig geworden war, als Eisen⸗ lager für das aus England gelieferte Erz eingerichtet. Hierbei waren etwa 200 bis 300 Mann mit Auf⸗ und Abladen beschäf⸗ tigt. die übrigen waren zum Teil im Hafen und Kohlenlager, zum Teil am Bahnhofe beschäftigt. In zwei Kesseln wurde durch unsere Leute das Essen bereitet. Da das Essen, das in den beiden Kesseln herge⸗ stellt werden konnte, bei weitem nicht aus⸗ reichte, so mußte eine Abteilung immer früher essen, damit der Mehrbedarf wieder mit Wasser ergänzt werden konnte. Als Unterkunftsraum diente eine kleine Bretter⸗ bude, deren einer Flügel die Küche war, der andere wurde von dem führenden Adju⸗ tanten in Anspruch genommen, für die Gefangenen blieb so ein überdachter Raum übrig, in dem 30 bis 40 Mann Platz fan⸗ den, die übrigen mußten im Freien, auch bei Regenwetter, das dort in der Nähe des Meeres häufig auftrat, ihr Essen ein⸗ nehmen. Durch den Regen wurde das Essen natürlich noch weiter verdünnt. Die zu diesen Kommandos Eingeteilten mußten jeden Morgen um 4 Uhr aufstehen; denn um 5 Uhr ging der Zug, der sie beförderte, ab. Abends mußten sie marschieren, sie gingen eine Stunde früher weg und kamen Stunden später nach Hause, dafür berhielten sie nur 20 Cts., angeblich weil

Sehr schwer