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Laciate ogni speranzaLaßt jede Hoffnung fahren geschrieben zu sein. Das bedeutet aber Verzweiflung, und diese tötet. Irrwege sinds, die dorthin führen. Der rechte Weg führt zur Freude, zur Hoffnung, zum Leben.

Einen Weg zur Freude hat der fromme Liederdichter Paul Gerhard in seinem Som⸗ mergesang gewiesen, der in einer für Deutsch⸗ land sehr trüben Zeit, dem ersten Jahrzehnt nach dem westfälischen Friedensschluß, ent⸗ standen ist.

Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser schönen Sommerzeit

an deines Gottes Gaben!

Schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir

sich ausgeschmücket haben!

Der Weg, den er hier weist, führt aufs Land. Kaum je hat ein Dichter die Schön⸗ heit des sommerlichen Landes so anschaulich, so greifbar, sonnenwarm beschrieben wie er, freilich mit der Absicht, einen gegenständ⸗ lichen Vergleichspunkt für die unbeschreibliche Herrlichkeit des himmlischen Paradieses zu haben.

Die Stadt kann nicht die Sommersonnen⸗ freude so tief und allgestaltig zeigen wie das Land. Hat auch die Not der Zeit den Städter dazu geführt, jedes erreichbare Stücklein

and zu bebauen, und überall, wo es an⸗

darüber hinaus zahlen. Er muß daher bis zur Abfahrt gewärtig sein, entweder nicht mitgenommen zu werden oder das weitere

Fahrgeld bezahlen zu müssen. An der engen Postkutsche ist die Aussicht in die schöne Landschaft das schönste, und wer gut zu Fuß und nicht mit Gepäck beschwert ist und schönes Reisewetter hat, tut besser daran zu gehen als zu fahren.

Rings umgeben blumige, von zahlreichen Obstbäumen bestandene Wiesen das Dörflein, das im ganzen etwa achtzig bis hundert Häu⸗ ser zählt. Freundliche, meist weißgetünchte, Häuser mit Blumen an den Fenstern. Mensch und Tier wohnen unter demselben Dache, unten befinden sich die Ställe, oben die menschlichen Wohnungen. Vor vielen Häu⸗ sern befinden sich Göpelwerke zum Antrieb der Futterschneidmaschinen, in keiner der Hofreiten fehlt der Misthaufen, auf dem sich scharrende Hühner und ihre Jungen aus⸗ führende Glucken tummeln, und wo es der Platz zuläßt, ist ein kleines, wohleingezäun⸗ tes Blumengärtlein angelegt. Alles macht einen sauberen, wohlgepflegten Eindruck und zeugt von Wohlstand.

An der Hauptstraße des Dorfes liegt die kleine Kirche inmitten des noch heute als Begräbnisplatz benutzten Kirchhofs. Sie ist kaum über hundert Jahre alt. Früher war

geht, Haustiere wie Ziegen, Hasen und Hüh⸗ ner zu halten, so fehlt dort doch der natür⸗ liche enge Zusammenhang mit der Mutter Erde, es fehlt auch die Ruhe und Beschau⸗ lichkeit, die dem Leben des Bauern anhaftet. In der Stadt ist stets das Branden der Wogen des äußeren Lebens zu vernehmen. 5 Die Sonntagsstimmung, die auch alltags nicht von dem Dörflein schwindet, flieht die Hast und den Lärm der Stadt, und wie oft fehlt sie an Sonntagen, trotz aller äußer⸗ lichen Ruhe. Die Ruhe ist eben nur äußer⸗ lich, daran liegt es.

die Pfarrkirche eine alte Wallfahrtskirche auf einer benachbarten, das Dorf beherrschenden Anhöhe. Dabei standen das Pfarrhaus sowie das heute noch in sehr baufälligem Zustand vorhandene Meßnerhaus. Die alte Kirche barg ein altes wundertätiges Marienbild, das noch von den Katholiken in der Nachbar⸗

schaft fortdauernd verehrt wurde, als die Re⸗ formation in dem Orte eingeführt war. Kurz vor dem Abbruch der Kirche wurde das Bild an eine Nachbargemeinde verkauft. Doch wurde in der Kaufurkunde ausdrücklich vor⸗ behalten, daß, so es der heiligen Maria an

Der Verkehr hat viel dazu beigetragen, daß dem neuen Orte nicht gefalle, sie an ihren diese über einer Ortschaft schwebende Sonn⸗ alten Standort zurückkehren und die Kauf⸗

tagsstimmung auch auf dem Lande seltener summe zurückgezahlt werden solle. Von die⸗ geworden ist als ehedem. Je weiter ein Dorf sem Vorbehalt hat sie indessen keinen Ge⸗ von der großen Heerstraße des Verkehrs ab⸗ brauch gemacht.

gelegen ist, desto mehr wird sie zu finden

Elektrisches Licht, elektrisch betriebene Ma⸗

sein. Ueberall gibt es noch solche Orte. Im schinen und Wasserleitung sind wohl die ein⸗ folgenden soll ein Ort diefer Art geschildert zigen neuzeitlichen Errungenschaften, mit werden. Sein Name tut nichts zur Sache. denen das Dorf beglückt ist. Das ansehnlichste In dem Rundblick, den er darbietet, ragt Haus des Dorfes ist das Pfarrhaus, ein ein Berg hervor, der die Wiege eines stolzen hundertjähriges Gebäude. Daneben steht,

Kaisergeschlechtes war.

zwischen ihm und der Kirche, das Schulhaus,

Das Dörflein liegt anderthalb Wegstunden ein neueres Gebäude, das an der Stelle eines von der nächsten Bahnstation ab, und auch alten Herrenhauses errichtet wurde und in die Postkutsche fährt nicht hindurch, sondern seinen oberen Räumen das Schultheißenamt durch das größere Nachbardorf, das etwa birgt. Der Haupthandwerker des Ortes ist

zwanzig Minuten entfernt ist. Dieser Ort hat der Schmied, der vor aller Augen in seiner keine Postanstalt mit Beiwagenstellung, da⸗ weit offen stehenden Werkstätte schafft. Ein her der dorthin reisende nur unter dem Vor⸗ schönes neues Haus ist die Amtswohnung behalt zur Beförderung durch die Personen⸗ des Lehrers. Die Zahl der Wirtshäuser be⸗

post angenommen wird, daß die Plätze nicht t

rägt zwei. Obwohl der Ort sich recht freund⸗

von Reisenden besetzt werden, die das volle lich dem Auge des Beschauers darbietet, so Personengeld bis zu dieser Postanstalt oder ist doch sein Bild auf keiner Ansichtskarte

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