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ganisation der Postenkette innerhalb des Ba⸗ taillons vorgenommen, wodurch ich mit meinen Leuten nach Klein⸗Bettingen in Luxemburg zurückkam. Hierselbst übernahm ich mit 21 Mann einen verstärkten Unteroffi⸗ zierposten, in dieser Stellung blieben wir acht Tage.
Am 25. August begann unser Vormarsch durch Belgien, der uns viele Schweiß⸗ tropfen kostete. Am 28. August überschritten wir nachmittags 4 Uhr die belgisch⸗franzö⸗ sische Grenze und erreichten nach einem an⸗ strengenden Marsche nachts ½12 Uhr die schöne Stadt Sedan, wo am Tage zuvor schwere Gefechte stattgefunden hatten. Wir waren ermüdet in der Stadt ange⸗ kommen und lagerten auf der Straße. Bald erklang leise aus den Reihen der Truppen das schöne Lied: Nun danket alle Gott. Der Schlaf wurde unterbrochen, und das ganze Bataillon stimmte ein. Es waren feierliche Klänge, die durch die Straßen der franzö⸗ sischen Stadt schwebten. Am folgenden Tage bekamen wir den Befehl, in eine franzö⸗ sische Kürassierkaserne einzurücken, in der wir für ein paar Stunden Ruhe fanden. Am 30. August war das Bataillon wieder marschbereit, wobei uns Major v. Müller den Dank der Brigade für unsere Marsch⸗ leistungen aussprach. Hierauf rückten wir in eine Infanteriekaserne in der Nähe der Maas ein und übernahmen Sicherheitsposten und Patrouillendienst. Ich selbst übernahm mit
einem Gefreiten und drei Mann eine
Straßenpatrouille. Als wir abends um ½½9 Uhr alle zur Ruhe gegangen waren, wurde eine Bombe auf den Kasernenhof ge⸗ schleudert. Sofort wurde Alarm geblasen, Patrouillen wurden ausgeschickt, alles Ver⸗ dächtige wurde unter Feuer genommen. Ein Unteroffizier von der Artillerie blieb bei die⸗ sem heimtückischen Angriff tot, drei Mann wurden verwundet, in einer anderen Kaserne hatten wir drei Tote zu beklagen. Für dieses Attentat wurde der Stadt Sedan eine größere Geldstrafe auferlegt, das Geld mußte innerhalb kurzer Zeit entrichtet werden. An diesem Tage wurden jedem Unteroffizier acht Mann zum Absuchen der Häuser nach Waf⸗ fen und Munition zugeteilt. Hierbei brachten
wir eine große Menge von Gewehren und Munition nach dem Kasernenhof. Vom 1. zum 2. September hatte ich mit 6 Mann die einzige noch gangbare Maasbrücke zu be⸗
wachen.
Am 2. September rückte meine Kom⸗ pagnie von Sedan ab. Da meine Ablösung erst um 2 Uhr eintraf, so konnte ich erst später mit meinen Leuten der Kompagnie folgen. Straße und Marschrichtung waren mir unbekannt. Jedoch waren wir bald auf der rechten Straße, nachdem wir noch recht⸗ zeitig querfeldein marschiert waren und nach⸗ ziehende Fahrkolonnen zu Gesicht bekommen hatten. Abends 7 Uhr trafen wir bei der Kompagnie ein. In einem Schulgebäude gin⸗
E
jederzeit bereit zu stehen. Am nächsten Mor⸗ gen stand die Kompagnie schon bei Tagesan⸗
wir große Hitze und viele Entbehrungen gus⸗ zustehen; denn die Landwehr war damals noch nicht mit fahrenden Küchen ausgerültet wir mußten nach großen, anstrengenden Märschen uns alles selbst kochen. Gegen 10 Uhr sahen wir die ersten Kanonen auf⸗ blitzen, um 2 Uhr lagen wir schon in der fechtszone. Das war für uns eine Er⸗ lösung; denn jetzt konnten wir ab und zu unsere ermüdeten Glieder ausstrecken, sobald das Kommando„Hinlegen“ kam. Gedect durch unsere, hinter unserem Rücken liegende Artillerie gingen wir dann vor. Als wir an
kleinen Halt. Im Laufschritt sollte die Brüke überschritten werden, zuerst von der achten, dann von der siebenten Kompagnie. Kaum hatte die achte Kompagnie die Brücke erreicht, als auch schon die französische Artillerie ein heftiges Feuer darauf legte, und die Land- wehr hatte ihre ersten Verluste. Hierbei wurde auch unser Hauptmann als erster von der Kompagnie verwundet. Unsere Kompag⸗ nie zog sich so rasch als möglich nach halb⸗ rechts zurück. Wir überschritten den Bach in freiem Gelände und wichen damit dem feind⸗ lichen Artilleriefeuer glücklich aus. In einer langen Schützenlinie ging es dann vor⸗ wärts, bis wir auf der Höhe einen Hohlweg erreichten, in dem wir einstweilen Deckung fanden, es war ½6 Uhr nachmittags. Die Franzosen hatten jedoch bald unsere Stel⸗ lung entdeckt, und rasch lagen wir im stärk⸗ sten Granatfeuer, das 25 Minuten anhielt. Tus war unsere Feuertaufe, die ich nie ver⸗ gessen werde. Die Granaten schlugen, eine nach der anderen, drei Meter vor unserer Stellung in die Böschung ein. Als die feind⸗ liche Artillerie das Feuer eingestellt hatte, gingen wir sofort zum Sturme vor und trie⸗ ben die Franzosen aus ihrer Stellung. (Fortsetzung folgt.
der Gießener Wartburgverein. Der in allen Kreisen unserer Gemeinde bekannte Wartburgverein feierte am 26. Ol. tober d. J. sein 32. Jahresfest. Beim 20. Jahresfest am 13. und 14. Oktober 1912, welches noch bei vielen Gemeindegliedern in schöner Erinnerung steht, war beschlossen worden, das 30. Jahresfest ebenso feierlich und groß zu veranstalten. Aber auch hier hat der Krieg, wie bei so vielem, ein„Hall geboten. Darum sollte das diesmalige Jah⸗
einer über einen Bach hinüberführenden Brücke angekommen waren, gab es einen
gen wir feldmarschmäßig zur Ruhe, um
bruch marschfertig. So ging es täglich bis zum 8. September. An diesem Tag hatten
resfest, als erstes nach dem Kriege, wieden
würdig gefeiert werden.
Zweiunddreißig Jahre besteht nun der
Verein, aus kleinen Anfängen heraus hal e sich langsam aber sicher emporgearbeite.
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