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dabei singend:„Di mada makabo, di mada kasada, di mada sidoka. Wir essen Makabo, wir essen Kasada, wir essen Süßkartoffeln“, alles Knollenfrüchte gleich unserer Kar⸗ toffel. Das kann dann stundenlang weiter⸗ gehen. Das andere Mädchen kommt ihm ent⸗ gegen, die anderen fallen nun auch ein, und es gibt einen großen Heidenlärm, der in mondhellen Nächten bis Mitternacht, ja mitunter noch länger, dauert.
Auch ist es ganz interessant, die Alten bei ihren Spielen zu sehen, die am Tage
stattfinden. Gewöhnlich haben die Frauen und Männer eine Schnur um die Lenden, an der große Farnkräuter befestigt sind. Nun
tanzen sie gegenseitig aufeinander los, dabei
in die Hände klatschend und ganz merk⸗ wür ige Muskelbewegungen bervo b ingend.
Auch sehen wir Männer, die sich im Lanzenwerfen üben. An einem Baum wird ein Kreis gezeichnet, dann wird aus einer Entfernung von 30 und noch mehr Meter nach diesem Kreis geworfen. Gewöhnlich trifft jeder Wurf, und die Lanze bleibt in diesem Kreis stecken. Sehr wenig sind heute noch die Lanzen im Gebrauch. Verrostet stehen sie in den Ecken und erinnern an frühere Zeiten, wo sie sehr gesucht waren und bei den Stammesfehden eine große Rolle spielten. Seitdem aber die deutsche Regierung nach Kamerun gekommen war, wurden die Stammes sehden auge osen und die Lanzen außer Dienst gesetzt. Wie es jetzt dort sein wird, unter der Herrschaft der Franzosen, kann ich nicht sagen.
Doch auch fleißige Männer, die sehr be⸗ schäftigt sind, dürfen wir sehen. Was machen sie denn? So fragt der Leser. Wir wollen einmal hingehen. Vor sich haben sie den großen Stamm eines Urwaldbaumes, der ausgehöhlt ist, um ein Boot, bekanntlich Kanu genannt, daraus zu machen. Sehr geschickt vermögen sie dieselben mit ihren primitiven Handwerkszeugen herzustellen. Aus dem Holz des Rotholzbaumes wird es gewöhnlich hergestellt. Es ist sehr fest und dauerhaft. In allen Größen werden sie hergestellt. Manchmal sah ich ganz kleine Boote auf dem bewegten Meere treiben, die nicht länger als 2 Meter waren, und ruhig saß ein Schwarzer drinnen, trotzdem das Boot gleich einer Nußschale hin und her geworfen wurde. d
Doch wir müssen weitergehen, da wir noch verschiedenes im Dorfe zu sehen haben. Da sehen wir einen Mann vor seinem Hause, wie er seinem Sohne das Haar schneidet. Ihr sagt: Ja, um alles in der Welt, wo⸗ mit macht er denn das? Was ist denn das für ein Ding? Es ist eine Glasscherbe von einer Flasche, die ja, wie bekannt, sehr scharf ist durch die mit Leichtigkeit das sehr spröde Haar abspringt.
Auf unserem Wege finden wir sogar eine Töpfe vei. Wir gehen hin, um sie uns genau anzusehen; zwei oder drei Frauen sind hier
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beschäftigt. Eine knetet die Tonerde mit ihren Füßen, die anderen sind gerade daran, die Töpfe zu formen. Erst wird der Boden geformt und nach und nach die Seiten⸗ wände, die sie sehr geschickt herstellen können. Diese Töpfe haben dann die Form der Töpfe der alten Deutschen und Römer, wobon min hut noch Exemplare in Mus en finden kann. Sind die Töpse ertig, so wer⸗ den sie in der Sonne getrocknet. Nach vier bis 5 Tagen werden sie kegelförmig auf⸗ einandergesetzt, mit Holz umg ben, dieses wird angezündet und die Töofe werden. gebrannt. Sie sind dann ziemlich fest und sehr dauerhaft. Sehr häufig kann man die Frauen mit diesen Töpfen auf dem Kopfe nach der Quelle gehen sehen, und sehr ge⸗ schickt vermögen sie diese zu tragen, ohne dabei der Hände zu bedürfen.
Da, was sehen wir? Etwas ganz Inter⸗ essantes! Da sind einige Fra len aus einem anderen Dorfe zu Besuch gekommen. Einige davon haben Regenschirme. Anstatt sie aber in den Händen zu tragen, finden sie es viel bequemer, sie auf den Kopf zu legen und ganz merkwürdig sehen sie so aus.
Doch die Sonne ist unterbessen ziemlich weit heruntergestiegen, daß es gut ist, wenn wir uns auf den Heimweg machen. Vorher dürfen wir noch einige Bilder sehen, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wir kommen an einem Gehöft vorbei,; in ihm sehen wir eine Frau, die hinter beisen Ohren eine Pflanze stecken hat. Was soll das be⸗ deuten? Die Frau leidet unter gewaltigen Kopfschmerzen, und da soll dieses Kraut eine sehr gute Wirkung haben und die Kopf⸗ schmerzen vertreiben. Doch viele Frauen versicherten mir, es helfe gar nichts. Auch begegneten wir unterwegs einigen Frauen, die schwer beladen sind. Auf dem Rücken tragen sie ihre Last. Es sind Palmkerne, die sie aus dem Grasland in eine Faktorei in der Nähe von Mangamba bringen, um Waren dafür zu erhandeln. Wir sehen, wie die Last durch die Länge der Reise schwer auf sie drückt. Wie werden sie sich freuen, wenn sie am Ziel ihrer Reise sind und die Last ablegen dürfen. Nun begegnen wir auch noch Mädchen, die europäische Kleider und Schuhe anhaben, sie führen einander. Was soll das bede iten? Ja, sie haben zum erstenmal Schuhe an, und das Gehen darin muß auch gelernt sein. Es ist sehr inter⸗ essant, sie zu beobachten. Einige heben die Beine hoch wie Störche, andere wieder wackeln wie Gänse, andere wieder treten so sachte auf, als würden sie auf Eier treten. Ach, es ist eine schwere Arbeit, und wie froh werden sie sein, wenn die eingezwängten Füße wieder befreit werden. Es läßt sich ja auch denben, sie sind 12—14 Jahre alt ge⸗ worden, ohne Schuhe an den Füßen gehabt zu haben, und so ist es gar nichts Selbst⸗ e daß man ohne weiteres laufen ann.


