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gewesen sein sollen, die die Russen leider
mitgenommen haben. Auf dem Rückweg be⸗
suchten wir noch den Schloßpark in Janow, der recht gut erhalten ist und in dem herrliche alte Bäume stehen. Wie wünschen wir, unsere lieben Frauen könnten hier ein⸗ mal bei uns sein und einen so angenehmen Teil des Kriegslebens mitgenießen. Aller⸗ dings müßten sie ja auf Stroh schlafen und auch sonst die eine oder andere Bequem⸗ lichkeit entbehren.
15. September 15. Soeben komme ich mit meinen drei Herren von einem zweistündigen Spaziergang zurück, der uns durch schönen Mischwald führte. Der Be⸗ sitzer, wohl auch Graf Plater von Konstan⸗ tinow, hat offenbar viel für die Jagd getan. Nun schießt alles, was sich für einen Jäger hält, und es war in dem Wald ganz lebensgefährlich.
Bei dem Herrenhaus in Konstantinow ist
ein großes, neuerbautes Gut, ebenso sind
Mittagszeit ein großer
noch mehrere Vorwerke in der Nähe mit schönen Arbeiterwohnungen. Auf dem Haupt⸗ gut ist die Brennerei niedergebrannt, sonst ist alles wohlerhalten, sauber und ordentlich.
Abends. Ich war tagsüber viel mit Schmitt zusammen. Gegen Abend ritten wir zur Jagd. Schmitts Bursche und ich trie⸗ ben zu Pferd die Hasen zu, und Schmitt— fehlte sie.
Ich gedenke heute viel des 15. September des vorigen Jahres. Wenn mir dasselbe heute zustieße, ich würde den Aufenthalt daheim mehr genießen wie damals, wo ich infolge der noch zu neuen und ungewohnten Kriegseindrücke in großer Nervenbewegung mich befand und unter der Zwangsvorstel⸗ lung stand, ich müsse draußen im Felde sein. Ich empfand den Aufenthalt zu Hause wie ein Unrecht gegen die Draußenstehenden.
16. September 15. Heute ritt ich um 6 Uhr mit meinem Burschen Matthes nach Biala, wo ich zum Zahnarzt ging. Dieser ist im Gerichtsgebäude untergebracht, so daß ich auf diese Art auch in ein russi⸗ sches Landgericht kam. Die Räume ind nüchtern wie bei uns.
Ich habe an dem üblen Zahn Wurzelhaut⸗
übermorgen muß ich wieder hin. In Biala, wo das Armeeoberkommando der Armee Mackensen liegt, war ein ungeheuerer Betrieb von Autos, Offizieren, Beamten, Soldaten. Die Stadt hat durch den Krieg nicht ge⸗ litten und ist leidlich sauber.
In der Offiziersspeiseanstalt war um die Andrang. Ich sah dort einen Feldpostinspektor, der nicht nur das Eiserne Kreuz, sondern auch die Hessische Tapferkeitsmedaille hatte, die gar viele vorn. an der Front noch nicht erhalten haben. Dabei hatte der Postinspektor wohl keine
Gelegenheit gehabt, besonderen Mut an den Tag zu legen.
entzündung und bekam eine Einlage gemacht, G
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„Den über 20 Kilometer langen Weg ritt ich bei schönem Wetter in etwas über zwei Stunden zurück. Kurz vor Pawlow⸗Nowy kam mir ein Wagen laut singender Leute entgegen, darunter auch drei unserer Offi⸗ ziere, die auf 3 Wochen in Urlaub fahren.
17. September 15. Heute früh um 6¼ Uhr Weitermarsch. Die achttägige Ruhe im Pawlow-Nowy hat Menschen und Pferde sehr gut getan. Des Wetter war meist schön, unser Häuschen gemütlich, wenn nur nicht die vielen Fliegen gewesen wären. Es waren mehr in dem einen Zimmer, wie bei uns zu Hause in einem Kuhstall. Die Biester fielen über einen her, wie wenn sie einen auffressen wollten.
(Fortsetzung folgt.)
Wenn du nur treu verbleibst.
Man kann der Provinz Rheinhessen, so fruchtbar sie ist, nicht nachrühmen, sie besondere landschaftliche Reize auf⸗ weise. Ein eintöniges, welliges Gelände, ohne Wald und Wiese, so bietet sich das Land dem dar, der es mit der Eisenbahn durchfährt oder zu Fuß durchwandert. Landschaftlich schön ist die Provinz nur an ihren Rändern. Das Rheinufer von Worms bis Bingen ist hochberühmt, auch an der Westgrenze, und zwar an der Nahe zwischen Kreuznach und Bingen, findet der, der deutsches Land liebt, mehr als ein erfreuliches Bild. Durch eine fruchtbare Ebene, auf die von Osten her der Wiesberg, von Westen her die Ausläufer des Huns⸗ rücks herniederschauen, wandert er nach Norden, bis die Rheinberge ihn grüßen, bis Rochusberg, Scharlachkopf und Niederwald majestätisch vor ihm aufsteigen. Aber auch die Südwestecke der Provinz, die glücklicherweise von Menschen im Ge⸗ birgskostüm noch nicht begangen wird, weist manchen Punkt auf, auf dem das Auge gern ruht. Das ist namentlich da der Fall, wo der Appelbach aus dem pfälzisch⸗bayerischen Gebiete herausritt und von Tiefenthal bis nach Wöllstein durch ein enges Wald- und Wiesental fließt. Auch geschichtlich merkwürdig ist die egend. Der Wandersmann, der von der Pfalz herkommt, stößt, nachdem er das kleine Dorf Tiefenthal verlassen hat, zu⸗ nächst auf den Ibener Hof, in dessen Mitte eine alte, in gotischen Formen Ae und aus der Zeit der Tempelherren stammende Kapelle sich erhebt. Dann gelangt er durch das Tal nach Neu⸗Bamberg. Auf rundem Bergkegel erhebt sich die Ruine der im Jahre 1668 von dem Kur⸗ fürsten Karl Ludwig von der Pfalz zer⸗ störten Burg. Das Dorf selber liegt am Fuße des Berges oder schmiegt sich bis hinauf zur Ruine an diesen an. An der Ostseite des Bergkegels fließt der Appelbach der Nahe zu.


