Einzelbild herunterladen

.

owe“ oder die Antwort eines unserer altehr⸗ würdigen, schon lange heimgegangenen Mit⸗ bürgers auf die Frage:„Na, Philipp, wes⸗ halb guckste denn heut alsfort in ei' Loch?“: „Wahs de Deuwel, es gitt mer schon de ganze Dag e Reand im Kopp erum!“ oder die Bemerkung des Wirtes eines unserer damals bestbesuchten Stammlokale:„Heuer is de Schnee awwer sehr mehlreich.“ Ein anderer, wenn ich nicht irre, hat er in der Mühlgasse gewohnt, warf bei einer nicht für die Oeffentlichkeit bestimmten familiären Auseinandersetzung die auf der Kirmes ge⸗ wonnenen bemalten Tassen und Teller zum Fenster hinaus und rief dabei die mit ent⸗ sprechender Geste begleiteten pathelischen Worte:„Mich dauern norzt die schönen Rosen!“

Diese Beispiele, die man noch um viele ver⸗ mehren könnte, mögen genügen, und wir wollen nun wieder zu meinem Unfall zurück⸗ kehren, den auch die Besuche und die mitge⸗ brachten Näschereien meiner Freunde nicht zu bessern vermochten. Aber nach acht Tagen stapften wir wieder, dem eisigen Nordwind entgegen, um die Neue Anlage zur Schule, die uns mit ihrer kahlwandigen, aber gut⸗ durchwärmten 5. Klasse aufnahm. Doch nicht immer wies diese die vorgeschriebenen + 16 Grad Reaumur auf, denn wenn die Buben etwas dabei für sich herausschlagen zu können glaubten, öffneten sie vor dem Unterricht die Fenster und sorgten so für eine Hundekälte in dem Zimmer, unter welcher Lehrer, Schüler und natürlich auch der Unterricht litten. Aber es war immer⸗ hin schon etwas erreicht, wenn sich der erstere die ganze Stunde hindurch an den Ofen stellte, anstatt vom Katheder aus die ganze Gesellschaft im Schach zu halten oder um diese herum zu promenieren und überall seine Nase hineinzustecken. Dr. G., welcher mehrmals in der Woche die erste Stunde zu halten hatte und besonders empfindlich gegen die Kälte war, ließ den Pedell rufen, welchem die Sache um so unbegreiflicher erschien, als der Ofen eine Glühhitze ausspie. Auch der Direktor erschien eines Tages, um sich zu überzeugen, und ordnete an, daß bis zum Beginn des Unterrichts die Vorhänge heruntergelassen werden sollten, damit die Wärmestrahlen von diesen zurückgeworfen würden.„Es ist ein Eckzimmer,“ sagte er, „und diese sind mit ihren zahlreichen Fen⸗ stern immer kälter wie andere.“ Von da ab unterließen es die Schüler aus naheliegenden Gründen, die Fenster zu öffnen.

Noch eines Vorkommnisses in der 5. 1 erinnere ich mich. Einer meiner Mitschüler hatte von einem anderen gegen ein kleines Laternchen, ein Stück Gummi, ein paar Bilder und was es sonst noch alles war, ein Meerschweinchen eingehandelt, welches der Einfachheit halber in der Schule zur Ab⸗ lieferung kam. Der Empfänger leerte seinen Ranzen, setzte das Tierchen hinein, schnallte

e

den Ranzen wieder zu und legte ihn vor sich in das Tischfach seines Platzes. Das Meer⸗ schweinchen verhielt sich in den ersten drei Stunden ganz ruhig, und diejenigen, welche eine Störung durch es erwarteten und wohl auch herbeisehnten, kamen nicht auf ihre Rechnung. Da, in der letzten Stunde, wir hatten Schönschreiben, und es war mäuschen⸗ still, tönte es kaum vernehmbar, aber doch so, daß es jeder hörte: ui, ui, es war ein regel⸗ rechtes winziges Grunzen. Alles spizte die Ohren; Herr A., welcher die Stunde abhielt, horchte auf und ließ seine Augen übet die Reihen schweifen. Dabei bemerkte er einige, die mit aller Mühe das Lachen unterdrückten. (Fortsetzung folgt.)

Kirchliche Anzeigen.

Sonntag, den 3. Dezember, 1. Advent. Kollekte für die Nothilfe.

Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Mahr. Beichte und Feier des heiligen Abend⸗ mahls für Matthäus⸗ und Markusgemeinde. — Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Mahr.— Abends 5 Uhr: Pfarrassistent Becker.— Jugendvereinigung der Matthäusgemeinde: Jeden Montag, abends 8 Uhr: männliche Abteilung; jeden Donnerstag, abends 8 Uhr: weibliche Abteilung.— Montag, den 4. De⸗ zember, abends 8 Uhr: Vereinigung der konfirmierten weiblichen Jugend der Markus⸗ gemeinde.— Donnerstag, den 7. Dezember, abends 8 Uhr: Bibelstunde für die Markus⸗ gemeinde.. 4 5

Johanneskirche. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Beichte und Feier des heili⸗ gen Abendmahls für Lukas⸗ und Johannes⸗ gemeinde.— Vormittags 11⅛ Uhr: Kinder⸗ kirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bech⸗ tolsheimer.— Abends 5 Uhr: Pfarrer Aus⸗ feld.— Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal: Pfarrer Ausseld. Montag, den Dezember, abends 28 Uhr: Konfirmandenvereinigung der Lukasgemeinde, männliche Abteilung. Donnerstag, den 7. Dezember, abends 8 Uhr: Kirchl. Vereinigung der Johannesgemeinde.— Freitag, den 8. Dezember, abends ½6 Uhr: Konfirmandenvereinigung für Mädchen aus der Johannesgemeinde.

Gemeindeabendmahle an den Advents⸗ sonntagen, jedesmal im Abendgottesdienst:

Advent: Matthäusgemeinde, Lukas⸗

gemeinde.

3. Advent: Markusgemeinde, Johannes⸗ gemeinde.

2. Advent: Im Vormittagsgottesdienst für die Militärgemeinde. n

Wartburg verein.

Sonntag, den 3. Dezember, abends 8 Uhr: Zusammenkunft im Heim.— Mittwoch, den 6, und Freitag, den 8. Dezember, 8 Uhr: Familienabend im Markussaal.

Verantwortlich: Pfarrer Bechtoflshesmer Druck und Verlag der Briüfhf chen Univer Stein

R. Lange,

Gießen