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Beilage zur „Neuen Tageszeitung
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Kamstag, den 19. Dezember 1914.
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Wir «ttb die Well.
Dieses Gedicht läßt der Kaiser unter die Soldaten vertei. len. Einig- meinen, der Kaiser selbst sei der Verfasser, wenig, stens hat er es vor 14 Tagen im Hauptquartier im engsten Kreise selbst vorgelesen. Wie dem sei, indem er e, im Heer verteilen läßt, bekennt er sich zu ihm, und e, stehen ihm dies« Gedanken auch wohl an: demütig vor Gott, hochausgerichte! und ungebeugt vor der Welt.
Wir haben geschwiegen im Völkerrat Einmal und zweimal und mehr;
Und standen zur Seit« und mieden die Tat Einmal und zweimal und mehr!
Wir haben uns nimmermehr beeilt,
Al« man di« Erd« aufgeteilt:
Wir hörten der anderen heiseren Schrei,
Wir wollten den Frieden und standen dabei Zweimal und dreimal und mehr.
Und dennoch gaben sie keine Ruh,
Keinen Tag und nimmermehr.
Und sahen uns scheel und neidisch zu Einmal und zweimal und mehr!
Sie haben gehöhnt und haben gehetzt Und Säbel geschlissen und Messer gewetzt,
Den Deutschen zu schimpfen war keiner zu saul!
Wir wollten den Frieden! Wir hielten da» Maul' Einmal und zweimal und mehr.
Ei« trieben durch Jahre das frevle Spiel Mehr noch und immer mehr.
Bi» der Tag anbrach, der Gott gefiel.
Einmal und nimmermehr.
Bis die Erde war von Lügen krank,
Bis der Hasser Heulen zum Himmel stank,
Bi» der Deutsche sprach: „Nun ist e» genug,
Nun duld' ich die Lügen und dulde den Trug Nimmer und nimmermehr!"
Und er fuhr empor wie ein Wetterstrahl,
Und er blickte ringsumher.
Und er sah seiner Neider Ueberzahl,
Einen und manchen mehr!
Sah im Ost den Feind und im West den Feind,
Mit dem Russen den Franzmann eng vereint,
Und den Serben dann und den Belgier dann Und den Briten und alle», was lügen kann,
Mehr noch und manche mehr!
Der Feinde Hohn und der Uebermacht Spott Rast durch die Welt daher.
Und der Deutsche betet: „Nun helfe mir Gott Einmal, nur einmal mehr!"
Und e» fiel seine Faust, und e» fiel sein Streich,
Da sank der Belgier zu Boden gleich,
Und ein neuer Tag und ein neuer Schlag — ■
Bis daß der Franzos aus den Knie« lag! Recht so! Und mehr noch! Noch mehr!
Nun zittere, Brite! Wie ein Taifui, stark Ist de» Deutschen blank» Wehr,
Es trifft sein Schlag, und er trifft in» Mark .Einmal und zweimal und mehr!
Nun zitter«, Russe! Und denk» daran.
Auch deine Stunde naht schon heran.
Nur ei« Atemholen! Nur Zeit, nn, Zeit! Auch dir ist ein heiße» Süppletn bereit, Einmal und zweimal und mehr!
Ein Schlag erdröhnt durch di« ganze Welt Einmal und zweimal und mehr!
Wo der Deutsch« trisst, ist ein Heer zerspellt, Eine» und noch ein» mehr!
Still lauscht die Welt und atemlo»,
Denn die« Ringen ist so gewaltig groß:
Und in dem wilden, dem letzten Krieg.
Pflückt sich der Deutsche den ewigen Sieg:
Er allein — und keiner mehr!
Chronik« der Kriegsgeschichte.
1L Dezember.
Oestlich und westlich der Argonne» machten wir Fortschritte: französisch« Angrisse westlich Pont a Mousson wurden abgewiesen.
Der deutsche Kreuzer „Nürnberg" ist von den verfolgenden englischen Schissen zum Sinken gebracht worden.
Dar ungarische Komitat Savos ist von den Russen völlig geräumt.
Die Russen landeten bei Batum Kavallerie, di« aber von den Türken geschlagen und zum Rückzug gezwungen wurde, ir. Dezember.
Bei einem angeblichen Angriss der Franzosen aus Lang», mark bei Ppern verloren die Franzosen etwa 208 Tote und 840 Gefangene. In der Gegend Souain-Perthe» griffen die Gegner erneut, aber ohne jeden Erfolg an. Daiselb« geschah in den Argonnen: die Deutschen dagegen nahmen dort einen wich- tigert Stützpunkt durch Minensprengung und machten 200 Ge- sangcne. Auch Angriffe der Franzosen bei St. Mihiel und in der Gegend von Markirch blieben fruchtlos.
An der ostpreußischen Grenze wars unsere Kavallerie russische Kavallerie zurück und machte 350 Gefangene.
Bei den Rückzugskänipsen der Russen in den Karpathen verloren sie 2000 Gefangene. Die Besatzung von Przempsl macht« einen Ausfall und brachte 700 Eesangene und 18 Ma- ichinengewehre in die Festung.
Die türkische Flotte beschoß di« Umgebung von Batum. Feldmarschall v. d. Goltz wurde begeistett in Konstanttno- pel empfangen.
Die Bemühungen des Papstes um einen Waffensttllstand zu Weihnachten sind endgültig gescheitert.
13. Dezember.
Ein französischer Angriff bei Apr-mr»: brach unter schäle re» feindlichen Verlusten zusammen, 800 Franzosen fielen in deutsch, Hände.
I» Rordpolen «ahmen wir «ine Anzahl seindlilk <r Stelle» ge, UN» machte» dabei 11 000 Gejangene und erbeuteten 43 Maschinengewehre.
Die Oesterreich», schlugen die Russen entscheidend bei L>< man»»» nn» zwange» sie zum Rückzug au» Wesiqalizie».
14. Dezember.
Französische Angrisft an der Maas und in den Vogesen wurden leicht abgewiesen.
Die Verfolgung der Russe» in Westgalizien wird sortgcsetzt.
Am 12. und 18. Dezember wurden 1i 000 Russen von dr» Oesterreicher, gefangen.
Die mohammedanischen Stamme im Kaukasus uiachen nie! fach mit den Türken gemeinsame Sache.
18. Dezember.
Die Franzose» «ntsalten eine lebhafte Angrissstätigteit. Sie griffen bei Ppcrn, bei Verdun, bei Aillq-Apremont und in den Vogefen an, wurden aber überall, z. T. unter schweren Verlusten für die Angreifer, zurückgeworsen. Bei dem Dorse Sennheim verloren die Franzosen 300 Gefangene
Die deutsche über Mlawa vorgedrungene Kolonne nimmt angeflcht« der russischen Uebermacht ihre alte Stellung wieder ein.
Die Oesterreicher gelangten in Verfolgung der Russe» in Westgalizien bi» auf die Linie Jaslow Rojbrot Die Zahl der auf der Verfolguug gemachte» Gefangene» erhöht sich an! 81000.
Belgrad wurde kampflo» geräumt und die österreichischen Heeresteile zurückgcnommen.
1«. Dezember
Teile der deutschen Hochseeflotte machte» einen Vorstoß auf di» Ostküst« England» und teschosie» di« besestigten Küjien- plätze Hartlepool und Scarborough. Die Bevölkerung slüchiete panikartig.
Bei Nieuport versuchten die Gegner einen Vorstoß, der »on ihren Schiffen unterstützt wurde. Der Angriss wurde abgcwie fen und 450 Franzosen gefangen.
In Nordpolen wurden bei der Einnahme feindlicher Stütz punkte 3000 Gefangene gemacht.
In Südpolen weichen die Russen anhaltend vor der oster reichischen Offensive.
In Wilajet Wan nahmen die Türken verschiedene wichtt.ze russische Stellungen in, Sturm. Am südlichen User des Urmia see» schlugen türkische und persische Kurten ein Kosokenrcgiinent.
Der italienische Senat erteilt Salandra ein Vertrau-.no Votum.
17. Dezemder.
Franzüsische Angrisse bei Nieuport, Zillcbeeke La Bast »nd Soisson scheiterten.
In der Schlacht in Pole» ist die Entscheidung gefallen. Die
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