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üurses sollen die unter Kap. 2, 28, 94, 103 und 104 des Voranschlags für 1915 verzcichncten Ausgaben mit zusammen M. >70,980 aus den Verwaltungseinnahmen für 1915, ev. aus
Slaatskrcdit. ferner die unter Kap. 2 verzcichncten Ausgaben 0011 MI. 25,100 aus den für 1915 aus den Badeanstalten Bad- .liauhcim und Bad Sal,Hausen zu erwartenden Einnahmen und die unter Pap. 128 und 132 verzcichncten Ausgaben von Mark 031,200 aus Mitteln des Ctaatskredits flüssig gemacht wer. Len. In Art. 2 wird die Regierung ermächtigt, zur Beschaffung der notwendigen Mittel, Schuldverschreibungen, Schatz- anncisungc» usw. auszugcben. Die Forderungen setze» sich wie folgt zusammen: Zn Kap. 2 Hofbauwesen: Herstellungen im Residenzschloß Darmstadt 6500 M!., Ausbau des Dachftoües 5800 Mt., für Herstellungen im Domanialhof (Mönchhofj Mk. 13 500 und Mk. 16 000. Neubau auf der Forstwartei Elashüi- ten Mk. 13 700. Bersch. Ml. 58 000. Zn Kap. 8 Bad-Nauheim: Zsolierung der Ternialleitungen, Verlegung der Pumpwerke i» Bad-Nauheim Mk. 16 000, Errichtung eines neuen Eradierbaues in Bad Salzhauscn Mk. 9100. Zn Kap. 28 Zentralbauwesen: Herstellungen in Frauenklinik, der Universitätsbibliothek, Gewächshäuser im Bot. Garten, Physik. Lhem. Institut usw. Mk. 57 050. Für die Technische Hochschule Darmstadt: Bot. Karten Mk. 20 500, Gymnasium zu Bensheim, Errichtung einer Dienerwohnung Mk. 10 800. Für Herstellungen im Lehrerseminar zu Friedbcrg, Gymnasium zu Büdingen, Landgraf-Ludwig-Eymnasium zu Eiehen (Zentralheizung), Landesheilanstalt Hofheim bei Goddelau. Landesheilanstall Heppenheim. Landesheilanstalt Alzey. Hebammen-Lehranstalt in Mainz. Alicestift bei Darmstadt. Arbeitshaus Dieburg, zusammen Mk. 224,730. In Kap. 94 Justizwesen: Neubauten und größere Herstellungen im neuen Justizgcbäude in Darmstadt Mk. 12 550. Altes Gerichtsgebäude daselbst Mk. 500.
' rovinzialarresthaus Darmstadt 5100 Mk. Amtsgericht Lau- Mk. 9000. Einführung von elektrischer Beleuchtung in .,-lchiedencn Amtsgerichten und Haftlokalen Mk. 6300. Lan- dcszuchthaus Marienschloß, Kirchenfenster, neue Orgel und Kläranlagen Mk. 29,400. Elektrische Beleuchtung im Haupt- -tcueramtsgebäude in Eiehen Mk. 11.100. Herstellung am Dampfboot „Hastia" Mk. 4500. Anstrich der Mainbrülke bei Kostheim Akk. 16,000. In Kap. 128 Neubau eines Amtsgerichts- gebäudcs in Offenbach Mk. 15,000. Hebammen-Lehranstalt in Mainz Mk. 63,100. Kurfürstl. Schloß in Mainz, letzte Rate, Mk. 51,000. Kap. 132 Verbesserung der Hutweiden im Vogels- berg Mk. 200,000. Umwandlung der Eichenschalwaldungen in Hutwcidcn im Odenwald Mk. 20,000. Verschiedene Bachregulierungen der Lumda, der Nidda usw. Mk. 171,000. Die Ee- mmtfordcrung beträgt 1,117,280 Mark.
Zn der Begründung wird ausgeführt, daß aus früheren Bewilligungen noch ein ansehnlicher Betrag zur Verfügung steht, aus dem besonders dem Handwerk und der Industrie Arbeit und Dcrdicnst zugewiesen werden kann. Es muß indeffen mit der Möglichkeit gerechnet weiden, daß sich das Bedürfnis nach Arbeit und Verdienst noch steigert, sodaß der Staat auch sür vermehrte Arbeitsgelegenheit wird sorgen müsse». Die oorgeschlagenen Arbeite» sind durchweg notwendig, zum großen Teil auch wertschassende und werlstcigcindc Ausgabe». Der Ausschuß hat di« Anforderungen einstimmig gutgeheißen. Weitere Borlage» werden in Aussicht gestellt.
Jni Laufe der Debatte werden noch verschiedene Wünsche laut. ll. a. regt Abg. Brauer mit Rücksicht auf den Arbetl,- mangel den Schluß der Fortbildungsschulen aus dem Lande während des jetzigen Winters an. Der Minister des Innern ägt wohlwollende Prüfung der Angelegenheit zu. Abg. Osann wünscht Bereitstellung von staatlichen Schulgebäuden zu Lazarettzwecken in Tarmstadt, da die staatlichen Schulen bisher verschont wurden.
Per Wert der Landwirtschaft.
Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" schreibt:
„Die landwirtschaftliche Entwicklung Dcutschlands weift überhaupt urgefunde Bahnen auf. Während in England 9b Prozent der ganzen landwirtschaftlichen Fläche Pachtland ist, also im Besitze der Großgrundbesitzer sich befindet, ist Deutschland ein überwiegendes Bauernland, und nimmt die Zahl der Bauern bei uns ständig zu. Die bäuerliche Bodenfläche wächst mit jedein Jahre, während der Großgrundbesitz gleichzeitig abnimmt. Mindestens sieben Zehntel der gesamten landwirtschaftliche» Fläche in Detschland sind in de» Händen der Bauern. Der Rest ist Eroßgrund besitz, wobei zu bemerken ist, daß die großen fiskalischen und Privatfor- sten dabei mit einbegriffen find. Gewiß kann bei uns noch sehr viel getan werden in der Jnnenkolonisatio», und cs ist anzunehmen, daß nach dem Kriege gerade diese Frage in ein etwas schnelleres Fahrwasser gebracht wird. Denn eins hat schon heute dieser Krieg mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit bewiesen, nämlich, daß wir de» Sieg, den wir erhoffen, nicht zuletzt unseren deutschen Bauern verdanken, die die Ernährung unseres Volkes unabhängig vom Auslände ermöglichten. Dos wird ein ewiges Ruhmesblatt in der Geschichte der deutschen Landwirtschaft sein, und wird wohl auch manchen Slcptiker belehren, der, englischen Gc- dankengüngcn folgend, da» Schicksal des Bauerntums für bcliegclt hielt. Es wäre eine der schönsten Früchte, die uns dieser Krieg bringen würde, wenn daraus die Erkenntnis bei allen Erwerbsständen und in allen Berufskiasien heivorginge, daß ei» Stand den anderen dringend nötig "raucht zu seiner Erijtenz, und daß das Gedeihen des eine» Standes das des anderen mitbedingt. Der Schrei nach den Bauern, der heute in England ertönt — zu spät, um noch irgendwie verwirllicht zu werde» —, wird uns eine ernste Mahnung sein."
Die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" ist kein agrarisches Blatt, nenn sie auch immer besonderes Verständnis sür die Bedeutung der Landwirtschaft bekundet hat. Jedenfalls ficht sic der Industrie näher als der Landwirtschaft. Ihre oben wie- dergegebenen Aeußcrungcn gereichen uns deshalb z» besonderer Befriedigung. Die deutsche Landwirtschaft ist sich aber vesien .iuT;! bewußt, daß sie ihre bedeutsame Ausgabe für die (siesamt-
Mcue Taze»z«nung. Sämiiäg, »en 19. Dezember iS»«
heit nicht hätte lösen können, wenn sie nicht die gebotene Förderung erfahren hätte. Und sie ist sich weiter auch besten bewußt, daß, wenn Deutschland jetzt imstande ist, im Kriege
durchzuhalten, das nicht ihr alleiniges Derdienst ist, sondern dar Verdienst aller Erwerbrständr Es liegt ihr fern, für sich ein besonderes Verdienst in Anspruch zu nehmen. Gleichwohl
hat die „Rheinisch-Westfälische Zeitung" vollkommen recht, wenn sie mit warmen, dankenswerten Worten darauf hinweist, wie notwendig die Erhaltung der Landwirtschaft und ihre Förderung für jetzt und für die Zukunft war und sein wird. Welch Lehren sich daraus für die deutsche Wirtschaftspolitik der nächsten Zeit und der fernsten Zukunft ergeben, bedarf keiner besonderen Darlegung.
Die Kiilhstprtijt für Gklreidk.
Die Vorwürfe gegen die Landwirte, daß sie das Getreide zurückhalten, weiden fortgesetzt. So schreibt das „Berliner Tageblatt" folgendes:
„Während in der ersten Zeit feit Inkrafttreten des Gesetzes unter den Höchstpreisen kaum Getreide zu bekomme», war, hat sich nunmehr der Zustand herausgebildet, daß inan selbst zum Höchstpreise nicht mehr kaiifen kann. Zn Berlin und Umgegend haben die Mühlen den Landwirten den Höchstpreis geboten, aber mehr als einmal ist ihnen von den Landwirten die Antwort erteilt worden: „So billig geben wir nichts ab."
Danach ist der Ansturm der Mühlen bei den Landwirten wogen Abgabe von Getreide sehr groß Offenbar machen sie sich also selber scharfen Wettbewerb und überbieten sich gegenseitig in einer Weise, die den Landwirten zeigt, wie wenig sich die Mühlen selber an die Höchstpreise halten. Was sollen denn die Landwirte mache», wenn die Käufer selber mit Angedo.cn herauslommen, die über die Höchstpreise hinausgchcn? Sollen sie etwa die Provisionen, Sackmicte usw. ablehnen und dem Mindestbietenden die Ware überlasten? Daß die Schuld an diesen Zuständen lediglich an de» Käufern liegt, geht besonders klar aus den weiteren Ausführungen des „Berl. Tageblatts" hervor:
„Diese Stellungnahme der Produzenten ist nur dadurch ermöglicht worden, daß die Mühlen — und zwar namenc- lich die westdeutschen — sich beim Einkauf gegenseitig starken Wettbewerb machen, und Gegenden bereisen lasten, in denen sie niemals Getreide cingckauft haben. Bei den ost- preußische» Besitzern treffen jetzt zeitweilig fünf bis sechs Einkäufer süd- und westdeutscher Mühlen zusammen, und der Landwirt ist direkt in der Lage, für sein Getreide eine
„Auktiou an den Meistbietenden" zu veranstalten......
Sackmiete, die in normalen Zeiten vielleicht 15 Pfg. pro Sack betrug, wird in Höhe von 1.50—2 Mark vergütet!" Wenn der Handel in dieser Weise sich überstürzt und fort gesetzt mehr bietet, so kann man cs de» Landwirten doch wirklich nicht übelnehme», wenn sie die höheren Vergütungen dafür nehmen, daß sie die Säcke stellen. Außerdem ist zu beachten, daß die Berechnung der Sackmiete zuerst vom Handel aufgestellt wurde. Oder würden das die Freunde des „Berliner Tageblatts" nicht tun?
Ganz anders stellt sich jedoch der Vorwurf gegen die Landwirte, die erklärten: „So billig geben wir nichts ab!" Hier muß verlangt werden, daß das „Berliner Tageblatt"
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Rainen nennt, sonst müsien wir annehmen, daß es sich um ein« leere Redensart handelt.
Jedenfalls aber wisien wir jetzt genau, von welcher Seite
die Verordnung über die Höchstpreis« umgangen wird. Nicht die Landwirte, sondern die Händler haben die Hintertüren geöffnet, durch die sie ihren Konkurrenten das Getreide oblagen wollen. Und für diesen Wettbewerb der Händler unter sich will man die Landwirte verantwortlich machen. Aus den obigen Darlegungen des in dieser Hinsicht doch einwandfreien Blattes geht jedenfalls hervor, daß die Landwirte kein Vorwurf treffen kann. Die Sckiuld liegt allein bei den Händlern!
Zwei Zimlstratcge.
Der Hanjcr cn de Käsber fetze beim Vertclchc ean innerhair sich iwwer de Krik. „Sah cmol" säht de Käsber, „hast de daiiii aag schunt cabbcs gehiert, de bindeborg soll joa schunt wirrer 28 000 Rüste gefange hu, doas kann ich goar näit glawe."
„Woarim dann näit, es sticht joa doach en alle Zeiringe," säht der Hanjer.
„No weans ean alle Zeiringe stieht, fo muß ichs glawe, ich mögt oawer nur weste, wäi der fchwirnutse Kerl, der Hindeborg, doas fertig brängt."
„Ach", säht der Hanjcr: „Doas eaß doach ganz afach. De hoast doch gcweaß aag schunt so a automatisch Mäussall gc- sehe, woaßte wu de Mäus hcane eans Master falle ean versaufe."
„Ei freilich, aich hun sealbst aa owe uff mcier Owelawe stich. Ich hat letzt emol lang näit denoch geguckt, do woar des ganz Wasser voll vo dure Mäus ean owe sei cre noach drusrim gegroawelt".
„No ja siehste, groad so mächis de Hindeborg met de Roste. Wenn sc komme, macht crn deas Dührche schie uff ean lcßi se als schieh ercnn spatzicre ean wann ere gcnung hean Hot, möchte zou, daß se näit wirrer feiet* könne ean jagt se all zau de masurische Sie cnean, bis däi voll sei ean woas owedruf crimm growelt, nimmt er gefange."
„Ja, sah emol, wann ich bene Russe ag näit väil Verstand zourächen, so maan aich, müßte se doach geschcirer sei, wäi die Mäus, dann dene konns ka der annern sah: „Eroawel näit doh enean, soft beast de gefange", oawer däi Rüste, maan ich, bräuchtc sich doach näit zwoamol utze se loste, däi müßte sich doach sah: Wu sei dann die annere hi komme?"
„Ach Käsper, aich hätt dich doach e bisst gescheircr gerechnet. Ei glaabste dann däi grcges uff die Noase gehengt, daß die anneren gefange sei. Wann doo wirklich cmol aner fregt: „Wu sei dann die annern?" haßt's, ach däi sei noach Berlin ean ihr sollt nach hi. Do sei se aach näit belohe woan. Dann der Hindeborg hott davor gesoargt, daß se hi fei komme, nur uff c anner Oart."
„Wai so,"
„Ei der hott se gefange genomme ean hott se met der Eiscboh higescheckt, do brauchte se näit sc laase, ean'» gtcyt rascher."
„Ach etzt eaß Mersch so glur wäin Kliesbräu. De beast oawer doach e gescheircr Kerl, daß de am doas so schieh ausleje loanft. Etz will aich oawer haam gieh, ean meicki Gritche aach cmcl so ausleje, wäi dau mirsch ausgelegt hoast. Prost Hanjer!"
„Prost Käsper! Uff Wirrersehe!"
Frankfurt «. M.
Neue Krüme 15 —21
Spsrt-nrtikd Hüte = Wäsche
Sonntag von IS—8 Uhr geöffnet. *1


