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Nummer 298

Samstag, den 19. Dezember 1914.

ene Tageszeit

7. Iaisrgaag

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Die Unfni ml iw piiira fittip »rrfotgt.

1950 Franzosen gefangen und 1050 gefallen. Petrikau und Przeborz von den Oefterreichern

erstürmt.

Der deutsche Generalstaü L=== meldet: J

W. T. B. Grostcs Hauptquartier, den 1». Te;ember. vormittags. Llmtlict,.

De« Kamps bei Nieupoet steht günstig, ist obre nach x.cht beendet, Aogeisse «er Franzosen zwischen La Baste« an» Hri-in joiote bc.derjeiis der Somme scheiicrie» unter schweren Bee. lüsten füe den Segnet. Allein an der Somme verloren die Franzosen 1200 Eesangene und mindestens 1811» Tale. Unsere eigenen Verlust« bezisjcen sich dort aus noch nicht Soll Mann.

2» den Aegannen trugen unsere »Igeven gut gelungenen Angrrss« etwa 750 Eesangene und einiges Kriegsgerät ein

Von den übrigen Teilen der Westsront find kein« bejandcr« Ereignisse zu melden.

An der west- und ostpreustischen Grenze ist die Loge unser- ändert.

2n Polen solgen wir weiter dem weichenden Feind.

Oberste Heeresleitung.

Der Sieg üvcr die Russen.

2n Wiener motzgebenden Kreisen wird den Siegen in Polen und Galizien autzerordentliche Bedeutung beigcmessen und betont, daß die Wassenbrüderschast der Verbündeten ihre »ntscheidende Prob« adlegie und datz der Sieg die Vorgänge im Süden mehr als auswiege. Das ..Fremdenblatt" schreibt: Der Sieg der Verbündeten ist kein Ueberroschungs-, kein Augenblicks Ersoig, soiidern der seste Schlutzsiein eines mit eiserner Konsequenz. Quader aus Quader, ausgesllhrien Baues. Das verstärkt die ungeheure Bedeutung des entscheidenden Er- iolgcs. den die Verbündeten aus den polnisch-galizischcn Schiachtseldern errungen haben, noch um ein Weiteres. Die Niederlage der Rüsten wird nicht bloh die fernere Gestaltung der Ding- aus d-m nordöstlichen Kriegsschauplatz-, sondern auch die politischen Verhältnisse aus allen Schauplätzen des gegenwärtigen Weltkrieges bceinslusten. Mit Rutzland haben auch seine Verbündeten und Vasallen, welche auf des Zaren­reiches Hille alle Hossnung setzten, eine entscheidende Nieder­lage erlitten. Das Blatt schließt: Di- gewaltigste Schlacht der Weltgeschichte und der in ihr ersochtene grotze Sieg diel- den zugleich ei» unvergängliches Denkmal der treuen Waffen- druderschast Deutschlands und Oesterreich Ungarns. Zn oller Einigkeit, nur immer den großen Zweck des Ganzen vor Augen, kämpsten di- deutschen und österreichisch-ungarischen Armeen nicht bloß äußerlich Schulter an Schulter in dieser Völkerschlacht sondern sie teilten sich auch in wahrhast herzlicher Kamerad­schaft in die gewaltige Kampsarbeit. Mit todesmutigem He­roismus ILmpsicn die deutschen Truppen mit unseren vereint, indem einer den anderen in selbstloser Weis- unterstützte, ilßie wir mit freudiger Genugtuung von der Anerkennung Aki neh­men. welche die deutsche Oessentlichkcit unserem Heer zollt, das tarier und treu der großen gemeinsamen Sache dient, so grüßt bei uns die große Allgemeinheit die Helden der deutschen Ar­mee an diesem srohen Eieg-Siage mit Hellem Jubel.

Budapest, 18. Dez. (W. B. Nichtamtlich!. Samtlich- Bläiier leiern in begeisterten Ausdrücken den großen Sieg in Polen. Der ..Bester Lloyd" schreibt: Wieder ist erwiesen, daß

die Zukunst der Menschheit eher -in sittliches Problem als ein Nechenexempcl ist. Rußlands Heer ist geschlagen, Oesterreich- linaarn und Deutschland haben gesiegt! Die Nachwirkungen dieses Sieges sind vorerst nicht zu übersehen, aber eines ist I»on sicher: Nicht nach Rußlands Machtgier, nicht nach Frank ,-ichs perversem Ehrgeiz, nicht nach Englands Krämerpläncn wird sich di- Welt neu sonnen! Der Riesenhammer der W.-lt- geschrchte schlug -in Instrument in Scherben, von dem un'ere Feinde die Verwirklichung ihrer Träume erhosstcn. Freihe't. Zivilisation und Ecr-chiigkeil tragen den Sieg davon. Sic werden der neuen Zukunst Inhalt und Richtung geben.

Die Kämpfe in Flandern.

Amsterdam, 18. Dez. Wie dashandclsblad" aus Sluis meldet, finden täglich große Truppenbewegungen !» Flandern statt. Zahlreiche Kavallerie ist am Dienstag m Damme (bei Brügg! angekommea. Zn Oostkerke kamen etwa 300 Husaren an. Di« Garnison von Knocke wurde ebensulls dieser Tage um 700 Mann verstärkt, und so geschah es mit al- len längs der Küste belegenei, Dörfern. Die Verstärkung der Küste wird noch immer sorigesetzt. Schwere Geschütze werden in den Dünen zwischen Duinbergen und heyst der Seebrugg« lukaestcllt. Wenn man von Sluis nach Brügtze geht und dann

rechts abweichr, um dem Kanal nach Ostende zu solgen. konimt inan an einen Punkt, wo dieser Kanal den Kanal vo» Scc- brügge ausnimmt, hier liegt das Dorf Fort Lapin und es befinden sich dort zwei Bassins. Nach der Beschießung von Seebrügge ist diese Gegend streng abgeschlossen worden, »ad die Bewohner, die sich dort befinden, dürfen sich nicht mit den Einwohnern von Brügge in Gespräche einlassen. Seit der Be­schießung dürfen allein um ein- bestimmte Stunde die Kauk- leute an die Brücke kommen, wo dann auch die Bewohner von Fort Lapin sich hinbegcbe» können, um ihre Waren einzukau- senl aber auch das geschieht nur unter Aussicht von Soldaten. Es ist bekannt, daß sich in dieser Gegend irgend etwas abspielt und da die Maßregeln, die dort getroffen werden, direkt noch der Beschießung von Ceedrügge begannen, so liegt die Vermu­tung nahe, daß dort Unterseeboote liegen, und daß dort wahr­scheinlich auch Unterseeboote zusammengesetzt werden. Diese Vermutung scheint dadurch wahrscheinlicher zu sein, weil sich dort zwei Bassins befinden, wovon das kleinere nur als Werst zu gebrauchen ist. Der Korrespondent derTyd" will er­fahren haben, daß man in dieser Gegend eine Landung des englischen Heeres für möglich halte, und daß dementsprechend auch die nötigen Vorsichismaßregeln getroffen seien. Hierdurch erklärt sich auch die starke Besetzung der Küstenplätze. Der Korrespondent schätzt die Anzahl der jetzt an der Küste von Ostende bis zur Grenze liegenden Soldaten aus 20 000. Auf der ganzen Dünenstrecke und dahinter find lange Laufgräben, die parallel mit der Eirandlinie lausen, angelegt worden und ein Kilometer dahinter stehen wieder verschiedene Batteri n. Man hält einen Landungsversuch der Engländer, der zu glei­cher Zeit mit einer kräftigen Offensive der Verbündeten an der Pscr erfolgen dürfte, für möglich, und der Korrespondent will wissen, daß sogar in Holland Maßregeln ergriffen wor­den seien, um etwaige Folgen einer solchen Landung für Hol­land abzuwendcn.

Sie L-kllhikßling örr rnglifdjrn Küste.

Tie Opfer der Beschießung. Tie englischen Offiziere gebe» zu, daß die deuische Kreuzerpatrouille den Torpedo­jägerDoon" bei Hartlcpool in den Grund gebohrt hat. Dieser Toepedojager wurde 1904 gebaut, er hatte 550 Ton­nen Nauminhalt, die Besatzung betrug SäO Mann. Von weiteren Echisssverlusten spricht der offizielle englische Bc- rickst nickst. Illach anderen Berichten wird zugegeben, daß 5 Matrosen getötet und vier Kaussahrteischisje bei Harkle- pool in den Grund gebohrt worden seien. Die Anzahl der Toten wird ofsiziell angegeben mit 82 Toten und 250 Ver­wundeten in Hartlepool. Ferner sind nach anderen Be­richten getötet in Scarborough 19 und in Whitby zwei Per­sonen.

London, 18. Dez. (W. B. Nichtamtlich.)Reuters Bureau" teilt amtlich mit, buh bei der Beschießung Hartlc- pöcls 82 Personen getötet und 250 verwundet worden sind. Von den aus der Höhe von Hartlcpool befindlichen Schissen dem kleinen KreuzerPatrol" und dem Torpcdobootszer- störerDoon" wurden fünf Matrosen getötet und 15 ver­wundet

Kopenhagen, 17. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Wie BerlingSke Tidendc" meldet, ist in Scarborough und Hart- lcpool bei der Beschießung in einigen Straßen kein Haus inibcschädigt geblieben.

England nicht einmal imstande, seine SVitften zu vertei­digen. <W. B. Rickstanitl) Das Kopcnhagener BlattPoli­tiken" schreibt in einem Leitartikel: Tie englische Admirali­tät behauptet, daß eine Flottendcmonstraion vor unbcschüb- tcn Städten ohne militärische Bedeutung sei. Dies ist keineswegs richtig, denn das Vertrauen, daß England die Nordsee beherrscht, ist bei allen handeltreibenden Nationen in hohem Maße zerstört, wenn durch die Beschießung der englitck-"-- *-"** allen seefahrenden Nationen einwandfrei dargeton ist, daß England nickst einmal imstande ist. die eione Küste gegen Angriffe schneller Kreuzer zu schütz?n. Tie Desckveßnng wird ohne Zweifel die Forderungen nach bisserem Küstenschutz dringend hervortreten lassen. Alle Augenzeugen bestätigen, daß die Bewegungen der deutschen Schiffe niit der größten Kaltblütigkeit, Tüchtigkeit und mit hervorragendem Mute auSaesührt worden sind. Kein Lotse würde sich der Küste so nähern, wie die dciiisib?» Sch sie es getan haben. In den englischen Aerger über den An­griff mischt sich die Bewunderung deutscher Seemannstat.

Tie WienerNeue Freie Presse" beglückwünscht die deutsche Flotte zu den Erfolgen an der englischen Ostküste und faat: Tic Kraft und Rübe, mit der die Unternehmung

durchgesührt wurde, wird für immer vorbildlich sein und in der Geschichte des deutschen Volkes unvergessen bleiben, -i-ie fünf großen epchissc, die den langen, von Gefahren strotzenden Weg von Deutschland nach Großbritannien durch- messen haben, sind bemannt mit einer Besatzung von Helden. England wird sich reuevoll daran erinnern, daß es selbst das Unglück über sich brachte, daß eS den Staat beleidigla der nienials bestrebt war, ihm zu schaden. Die englische Politik ist ein Verbrechen, nicht nur gegen die Welt, sondern gegen das britische Reich, selbst gegen dieses England, da: sich des Wohlstandes und des Friedens hätte erfreuen kön ncn, und das jetzt bestürzt, von Angst geschüttelt, den An- griff der Deutschen erwartet. England wurde sich selbsi untreu, deswegen wird es blutig bestraft.

Die ohnmächtige Wut der Beessteaks. Kopenhagen, 18. Dez. Tie neutralen Blätter versichern, daß in ganz Eng­land Panik und ohnmächtige Wut gegen den dentsib-n Er- sclg herrschen. Als der erste Kononcndonner über Hartle- Pool dabinrollle, glaubte noch niemand an den Ernst der Lage. In einein der großen Hotels bemerkte man sB-erenb: Das sind deutschen Kellner". Kam» waren die Worte gcsallcn, als im Hotel epplodiwende Granaten die Aun-e- senden belehrten, daß der Scherz tatsächlich ernst »vor. Es regnete förmlich Granaten über dem Bahnhof und der Schissswerft.

Fkindlilstk Ilittztt übfr Saarburg.

Zn der vorletzte» Nacht gegen 12 Uhr Überflogen 2 scind. llche Flugzeuge die Etadi und warfen insgesamt 10 Bomi-e» ab. Dabei wurden ein Ulanenunierossizicr und ein lila» aus ofsener Straße getötet und ein Dienstmädchen so schwer verletzt, daß an seinem Auskommen gezweisclt wird. Der angerichtete Materialschaden ist ziemlich bedeutend. Auch in Hcning war­fen die Flieger zwei Bomben ab, ebcnsa aus die Vahnstaiio» Rieding.

Die Einnahme Dnalas.

DemTemps" zufolge berichtele ein franzäsifchcr Offizier, der an der Aktion in Kamerun ieilgcnommen Hai, daß Dualo »ach heftiger Beschießung durch die Flottille eingenommen wurde Die Eingeborenen plünderten u. verbrannte alle Lager­häuser. Zehn wurden erschossen, damit die Unruhen aushot- ten. Alle Kolonisten sind nach Kotanu gebrach! worden. Die Garnison hat sich in das Znnerc des Landes zurückgezogen.

Der österreichische Generalstao , J=__ meldet: - '

Die Verfolgung der Russen. Wien, 18. Dez. <W B Richtamtlichf. Amtlich wird verlautbart: 18. Dez. mittags Die geschlagene» russischen Haupilräsie werden aus der ganzen über 400 Kilometer breiten Schlachifront von Krosno ins zur Bzuramündung verfolgt. Gestern wurde der Felnd auch aus feinen Stellungen im nördlichen Karpalh-.n- vorlande zwischen Krosno und Zakliczyn geworfen. Am un­teren Dunajetz stehen die verbündeten Truppen tm Kampf mit den feindlichen Nachhuten. Zn s ü d p o l e n vollzog sich die Lorruckung bisher ohne größere Kämpfe. PI vir ko w wurde gestern von dem k. k. Znfanterie-Regiment Wiiheim I. Deal scher Kaiser und König von Preußen Rr. 34, Przedborz gestern van Adieilungen des Ragy-Czebener Znsanieric-R-gi menis Rr. »1 erstürmt. Die heldenmütige Besatzung von Przemysl letzte ihre Kämpfe im weiteren Vorfelds der Festung erfolgreich fort. Die Lage in den Karpathen Hai sich noch nicht wesentlich geändert.

Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs: v. Höfer, Generalmajor.

^ula'nturnbrudj des rnlT. Kttrcs in OSaPfirn.

Der Kriegsberichterstatter desBert. Lokalan," «n Gali­zien ist bereits in dem wiedercroberien Reu-Sandec «ingeir.-f- fen. Dort gehen Gerüchte über die Auslösung der russi'hcn Znoasionsarmee um, während felbft ruhige Leute den baldigen Entsatz von Przemysl für glaubhaft ansehen.

Das Schlachtfeld v. Limanow

Aus dem Kriegspressequartier. IS. Dez.

haben heute dos noch nicht ganz aufgeräumte Schlackstfeld Limanowa, wo die siegreichen Kämpfe in Wcstgalizien > Höhepunkt erreichten, besichtigt. Der Weg ging durch das i weife zerstörte Städtchen auf eine Anhöhe, auf der sich der)