Nummer 297
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« Frtedberg. KckmNle.lun-, und S»rl», kledderg lhetzenl. Hanaueririatz, 12. Ferniprecher 48. S<oii*ierf-Conto Wr. «85». Slmt fteaatfnrt l. Di.
Freitag, den 18. Dezember 1914.
Siegreiche Entscheidung im Osten!
Anerkennung hcWcher Tapferkeit. — Die Rnfiei, auf der ganzen Linie im Rückzug. —
2 englische Torpedobootzerstörer vernichtet.
Der deutsche Generalstab == meldet: - ■ .....
W. T. B. Großes .Hauptquartier, den 17. Tezembcr. vormittags. Amtlich.
Bei Rieuport letzten die Franzaseu ihre Angeiste ohne jeden Ctjolg fort.
Sludi bei Zillebecke und La Butzee wueden Angeistsoersuche unter jehr ltarken Verlulten für den Feind abgewiesen.
Die Absicht der Franzose» bei Soisio», eine Briicke über die Aisne zu schlagen, wurde durch un>ere Artillerie vereitelt.
Oestlich Reims wurde ein srunzäfische» Erdwerk zerstört.
von der oft. und westpreutzstche» Grenze ist nichts neue» zu melden.
Die von den Russen angelündigle Ossensioe gegen Schlesien und Posen ist völlig zujaui mengebrochen. Feindliche Armeen sind in ganz Polen nach hartnäckigen erbitterten Fron, tatüimpse» zum Rückzug gezwungen worden.
Der Feind wir» überall »ersolgt. Bei den gestrigen und vorgestrigen Kämpsen in Nordpalen brachte die Tapserkeit westpreutzischer und hessischer Regimenter die Entscheidung. Die Früchte dieser Entscheidung lasien sich zur Zeit «och nicht übersehen.
Oberste Heeresleitung.
^ l e g!
Tic Niesenschlacht, dic nun schon seit 6 Wochen im Osten lebt, ist entschieden und hot mit einem völligem Siege unserem töpferen Truppen geendet. Die rusiische Ossensive aus ScUeftcti und Posen, von der die Franzosen und Engländer dcn Nmschmiing in der sür sie recht gesährdrten Lage er- heilen, ist znsamuiengebrochen, tie ruffischen Heere sind aus der ganzen Linie im Rückzug und werden verfolgt. Das ist dic kurze aber inholtsreiehe Botschaft, die uns gestern dic
h, milche Heeresverwaltung übermittelt hat.
Aus den Gestldcr. Westpol:ntz scheint sich das Geschick Europas rrsüllen zu sollen. Der Ausgang des dort lobende» Kämpfe beherrschte die Lage vollkonnnen. So sehr l. ir von der Trcsflichkeit der Führung und dem herrlichen Geist-, der Misere Heere beseelt überzeugt waren, so drängten sich sich doch gar manches Mal bange Zweifel auf, ob 's e- li».! e;i würde, der ungeheuren Ueberm cht Stand zu halt--». »>un ist es gelungen! Die Feldherrnkunst des Feldmar- Ictialls H i n d e n b u r g , die Tapferkeit der deutschen Tcnp- pru hol den Sieg davongetragen über asiatische Barbae.,
i. ber zahleninätzige Uebermacht, der ober der alles belebende G-' st setlt.
P« stand schon in den letzten Wochen fest, Latz sich das Material der rustischen Truppen, die in Polen gekämpft haben, verschlechtett hat. Die Elite der Armee hat unser Hindeubarg irr den Schlachten bei den masurischen Lern vernichtet. Tie Mongolen-, Tartaren- und Kirgis-..holden, die noch dazu schleust bewas'net und mangelhaft ernihrt wurden, konnten den Ansturm unseres wohlo.zan Harten Heeres nicht sl.andyalt»»: geschlagen und zerrüttet trc.tc:\
sie deri Rückzug an und wir hassen, daß der schlechte Zustand der Ctrahen, der Wirrwar und das Chaos und noch manches aiidrre dazu beitragen nröge, dah die Früchte nnse- , -c, -ntscheidenden Sieges noch recht reiche sein werden.
!I i! ganz besonderer Freude mutz diese Freude»botsck>aft „iis Helsen erfüllen. Tie oberste Heeresleitung ist nicht vi > schwenderisch mit ihrem Lob. In den kurz und knapp aefntzten Berichten wurde einmal die Tapserkeit der jungen Regimenter bei dem Sturm auf Avern anerkannt und ge-
»«'ich einmal etlichen Landsturmtruppen ein Lob ge- Ipendet. Dieses Mal aber heißt es. die Tapferkeit der >, e s f i s ch e n und westpreutzische» Regimenter habe die Entscheidung gebrocht. Das ist eine hohe Anerkenn- iing, auf die wir alle Ursache haben, stolz zu sein. Bekanntlich sind die Verluste der H-est-n schwer in diesem Krieg! wo es beiß herging, in Frankreich und in Flandern, da sind die Hessen dabei gewesen: allein der 28. August hat ihnen größte Verluste gebracht als der ganze Feldzug 1870— 71. Aber ohne Wanken ging es weiter aus der Bahn derEhre und des Sieges. Tatz nun die wackeren hesiischen Krieger die Entscheidung in der Riesenschlacht auf den polnischin
Felde,, herbeigekührt haben, flicht neue Reiser in die Kranze hessisckien Ruhmes und bestätigt den jahrhiiiiberle- alten Ruf, daß die Hessen vor allem ein kriegerischer Stau»» seien.
Die Kunde von dem Siege in den, Riesenstreit wird durch die Oesterreicher ergänzt. Bereits ist auf dem süd- lichen Flügel die Entscheidung herangereist und unsere Verbündeten haben den Feind besiegt und zin» Rückzug gezwungen. Tie Tompswalze steht und mutz sich rükloürts wälzen. Aus den Waldgebirgen der Karpathen werden die russischen Barbarenhorden unter schweren Verluste» herans- geworfen und es steht zu hoffen, dah der Rückzug der Russen auch aus der Bukowina und Ostgalizien erfolgen wird.
Die gigantischen Schatten der Ereignisse, die im Osten horanreisten fallen herüber bis in die Schützengräben der We st front und zerstören die Hossnungen unserer Feinde. Im Osten verschiebt sich das Kräfteverhältnis allmählig und der Tag wird nicht mehr fern sein, an dem wir zn den Russen wie : 2 stehen werden. Ein solche? Verhältnis würde uns genügend erscheinen. Dann aber vermag unser wohkgefülltes Reservoir an Ersatzmannschasten seinen Ueberschuß wieder ungeteilt nach dem Westen entsenden und der Tag der Abrechnung wirb auch auf dieser Schlachtsront erscheinen.
Das wird der Erfolg der neuesten und größten Siege unseres Hindenbnrp sein und deswegen ist die gestrige Sirges-Mrldung der obersten Heeresleitung als die wichtigste in dem ganzen bisherigen Verlauf des Krieges o»:»- sprechen.
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Der deutle ASMirslstab _■s— meldet:
Trr Ani-rff auf fliiölimfa Kiistk.
Berlin, 17. Dez. (W. T. B A,ntlick>) lieber den Vor- stoß nach der Ostlüste Englands werden nachstehende Ein- zelheiten bekanntgegeben:
Bei Annäherung an die englische Küste wurden unsere Kreuzer bei unsichtigem Wetter von vier englischen Torpe- dobovtszerslöreru ersvlglos angegrissen. Ein Zerstörer wurde vernichtet, ein anderer kam in schwer beschädigtem Zustande außer Sicht. Tie Batterie» von Hartlepool wur- den zum Schweigen gebracht, die Gasbehälter vernichtet. Mehrere Detonationen und drei große Brände i» der Stadt konnten von Bord aus sestgestellt werden. Tie Küstenwacht- station und doS Wasserwerk von Ccarborongh, die Küsten- wocht- und Signnistation von Whitby wurden zerstört. Unsere Schilfe erhielten von den Küstenbatterien einige Tresfer, die nur geringen Schaden verursachte». An anderer Stelle wurde noch c>„ weiterer englischer Torpedebont- zrrslörer zum Tivken gebracht.
Ter SieUocr.reiee Be* >5Hess de» Admiralstabes:
B e h n ck e.
kas frucr hx L'kutiÄtii.
Rotterdam, 17. Dez. Wie die Blö'ter melden, n,utz die Beschietzung von Scarborough, Hartlepool und Whitby sehr wirkungsvoll gewesen sein, denn die deutsche Kreuzerslotte feuerte brillant. Jeder Schuß erzielte eineu Tresler. In der „Aorkshirer Post" berichtet ei» Augenzeuge sehr lebendig über die draniatiich bewegten Vorgänge, die die Beschietzung von Searborongh dort hervorries:
Tie deutsche Flotte erössnete das Feuer zwisckven 8 und 9 Uhr morgens-, um es erst nach einer Stunde wieder einzu- stellen. 20 Personen wurden getötet und 80 verwundet, darunter viele schwer. Ter Einwohner bemächtigte sich eine Panik. Alles drängte und schrie aus den Strotzen durcheinander. Halb bekleidete Frauen mit losen Haaren, ihre Kin- der am Arm oder ans den Armen, drängten aus der St-idt und flüchteten nach dem Bahnhof, wo sich die geängsligten Menschenmassen um die Plätze in den abgehenden Zügen förmlich schlugen. Viele Leute schleppten ihr Hab und Gut mit sich, was sie tragen konnten. Besonders schwer beschädigt durch die deutschen Geschosse wurde das Rathaus, aber auch viele Häuser sind von den einschlagenden Granaten ge- tiofskn worden.
Die deutsche Flotte feuerjo aus einer Entfernung von
tnri Mrilr», iiideiii sie an der Küste auf- und abfuhr inid Breitseite!; abgab. Zuletzt sah inan nocki, wie vier englische Torpedojäger l>cr>>»d,i,i>p„r», de» Kamps mit der deut- scheil Flotte auszunehiiien, allein dann verdeckte dichter Rebel de» Ausblick aus das Meer, Mau hörte nur noch eine Weile das duiiipse Krackie» der schweren Geschütze aus der Frrne,
Wie aus London gemeldet wird, ries die Nachricht von der neuen Beschietzung der englischen Küste durch dentl.che Kriegsschiffe große Bestürzung hervor. Tie Admiralität wurde uni Auskunft geradezn bestürmt. Dichte Menschen- »lassen stehe» vor dem Gebäude.
Gerichte tum Au,ie«;ettiiell.
Amsterdam, 17. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Die Blät-
ter melden aus London: Ei» Augenzeuge der Beschietzimg von Ccarborongh erklärte, daß die deutschen KriegSsckpsse cine autzerordentlickie Kaltblütigkeit bekundet hätten. Nichts habe daraus hingewiesen, datz es deutsche und nicht britische Kriegsschiffe waren. Sie fuhren i» die Bucht ein und näher- tiii sich dem Pier mehr, als es, soweit man sich erinnern kann, ein Kriegsschiff je getan. Einer der ältesten Fischer ton Scarborough sagte, daß es kein Lotse wagen würde, sein Schiss so nahe an die Küste heranzubringen.
Ein verwundeter englisck>er Matrose in Hartlepool erzählte: Sobald die Annäherung des Feindes signalisiert war, machten wir uns für das Gefecht fertig, aber das Feuern begann schon, ehe wir den Hasen verlassen hatten. Die Kiiftenbatterien beantwortete» kräftig das feindliche Feuer. Der erste Schutz traf uns gerade, als wir den Hasen verlieben: er ging in die Konmiandobrücke, tat aber wenig Schaden. Ich glaube nicht, datz unsere Kugeln den Feind erreichten, llnfer Schiff wurde dreimal getroffen, wir flüchteten nach dem Tees, de» wir um >/tzll Uhr erreichten. Ein anderer Kreuzer, der Hartlepool verließ, blieb im» beschädigt.
Englische Darstellungen.
London, 17. Dez. (SB. B. Nichtamtlich). Dar Krleg»- ministerium teilt mit: Es waren ostenbar zwei Schlachtschiffe und cin Panzerschiss, die bei Hartlepool ln Sicht lamen. Ci« begänne» um 8 Uhr früh die Beschießung. Um 8 Uhr 15 Min, lam ein Bericht der Küstenbatterie, datz feindliche Cchist« getrosten und beschädigt seien. Sie dampften um 8 Uhr 50 Min. weg. Kein britisches Geschütz ist getroste». Eine Granate fiel in die Reihen einer Abteilung von Genietruppen, eine andere in die Reihen des 18. Bataillons der leichten Durhamer Fn santeiie. Die Verluste der Truppen betrage» 7 Tate und It Verwundete. Die Stadt erlitt einigen Schaden. Die Gas. sabrik ist in Brand geschossen. Von der Bevöllerung, die sich ans den Stratzen drängte, wurdeii iiiigesähr 22 Personen getötet und 50 verwundet. Gleichzeitig erschienen «in Schlachststs und ein Panzerkreuzer vor Scarborough und lösten 50 Cckiüsie, die beirächllichen Schade» anrichteten. In Scarborough gab er 10 Tote. Nirgends entstand eine Panik. Die Haltung der Be< velkernng war so gut als ina» es wünschen konnte. — Roilz des SU. B.: So sagt das Rentersche Bureau: Augeiizeuge» be. richten aber über die Haltung der Bevöllerung anders.
London, 17. Dez. (SU. B. Nichtamtlich). Reuter „leidet, datz in Scarborough 25 und i» Haitlepool «8 Personen getötet wurden. Zil Hartlepool wurden außerdem 130 Personen verwundet. Durch ein Torpedoboot wurden 7 Berwundete ge< (anbei — Das Pretzeduieau teilt mit: Stach den letzten amtlichen Berichten wurde» in Hartlepool 55 Zivilisten getötet und 115 verwundet.
London, 17. Dez. <SU. B. Nichtamtlich). Amtlich wird unter dem 16. Dezember gemeldet: Heute früh erschien ein Geschwader deutscher Kreuzer vor der Küste von Porkshire und beschoß Hartlepool, SUithby und Scarborough. Zu diesem Zweck wurde eine Anzahl der schnellsten deutschen Schisse benutzt. Dies, blieben vngesähr eine Stunde in Sehweite der Küste und wurden von englischen Kriegsschissen angegrissen, die Austlärungr- dienst taten, und ihnen den Rückzug abzulchneiden vestuchten. Die deutschen Schisse jlüchteien aber mit Volldampf und oer- Ichwanden im Nebel. Die Verluste sind beiderseits unbedeu- lend. Die Admiraiiiät benutzt diese Gelegenheit zu erklären, datz derartige Demanstratione». die gegen unbesestigte Städte oder Handelshasen gerichtet sind, sehr leicht auszusühren sind, wenn man etwas Risila auf sich nimmt, und daß sie keine mit: torische Bedeutung haben. Eie können einer gewitzen Anzat-l von Personen der Zioilbevölkerung da» Leben losten und dem privnten Besitz Schaden zusügen. was natürlich lehr zu bedauern


