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»tut Tag«»i«U,n-. Dounorstag.d«, 17. Deze^erfU»

Di« persischen Kurden für die Xiirleit. Konstanttno- yel, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Wie die Abendblätter melden, ist der persische Kurdensührcr Jlhani, den die Rüsten seit langem zu gewinnen trachten, nach dem Einzug der Tür- len in Saadschpulak mit seinem ganzen Stamme, ungefähr tvOvo Mann, zu der osmanischcn Armee übergegangen, um liegen die Russen zu kämpsen.

Der heilige Krieg. Berlin, 16. Dez. DasBerliner Tageblatt" meldet aus Konstantinopcl: Der Scheich von Gho- fal, desien Gebiet sich südlich von Bagdad bis zum Persischen Golf erstreckt und desien Unterstützung die Engländer erkauft haben, ist, wie verlautet, von seinen Brüdern ermordet wor­den. 40 000 Krieger, über die er verfügte, haben jetzt den Eng­ländern den Krieg erklärt. In Tarsur, im südlichen Sudan, hat die Bevölkerung de» Kamps gegen di« Engländer ausge­nommen.

Für den Erfolg der Türken. Konstant in opel, 16. Dez. <W. B. Nichtamtlich). Der griechische Patriarch richtete in alle griechisch-orthodoxen Metropoliten in der Türkei eine Enzyklika, in der die Metropoliten ausgefordert werden, jeden -onntag während der Mesic Gebete für die Gesundheit des Sultans und für den Erfolg der Türkei verrichten zu lasten. Der Patriarch spendete 1000 Paar Stiefel für die Armee.

Dentsche und Oesterreicher in der Türkei. Wien, 18. Dez. !W. B. Nichtamtlich). In Urmia hiell der moslemittsche Pub izist Syrry einen Bortrag in deutscher Sprache über den lam und seine Bekenner in der Monarchie. Der Redner cr- lärte u. a., daß schon bisher Deutschland und Oesterreich Ungar» in der Türkei beliebt waren. Fortan werde nicht die ranjösische, sondern die deutsche Sprache das Berständigungs- nittcl für die Moslims der verschiedenen Nationalitäten und öie Verkehrssprache der Moslims mit anderen Bölkerschaften I», denn die Deutschen und die Moslims würden durch den

:en Krieg um ihre Existenz Brüder. Der Redner richtete

,stich an die deutschen Brüder die Bitte, die Bekenner des zslam nur Moslims, nicht aber Mohammedaner zu nennen, öenn sie glaubten an Gott und nicht etwa an Mohammed als Gott. Der Vortrag wurde mit begeisterten Sympathiekundgeb­ungen ausgenommen.

Ei» altes türkisches Kriegsschiss »atergegaagen. K o n st a n- > i n o p e l, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Meldung der ügence Ottomane. Das alte LinienschiffMeffudije" ist auf einem Ankerplatz infolge eines Lecks gesunken. Ein Teil des Schiffes befindet sich noch an der Oberfläche des Masters. Die anze Mannschaft konnte das Schiff verlasien.

Ein Sultanat Aegypten. Athen, 15. Dez. Nach zuoer- läsiigen Meldungen steht wahrscheinlich die Erhebung Aegyp­tens zum unabhängigen Sultanat mit Einschluß des Sudan nter Hustein Kamel uumittclbar bevor. Die Thronfolge wird oanach in der Familie des neuen Sultans, ivelcher den Titel Lauteste führen wird, erblich. Das Sultanat wird unter dem Protektorat Grosibritannicns stehen, desien Gesandter in Kairo gleichzeitig das Ministerium des Aeutzern leiten wird. Schwie­rigkeiten bietet noch die Frage, ob der Sultan auch geistliches Oberhaupt wird. Es wird für wahrscheinlich gehalten, daß der Emir von Mekka dieses Amt überninimt. Das bisherige Ka- jinctt wird seine Demission einreichen, aber sofort wieder cr- lannt werden.

Zlkriklriiiig dtr Sdjwfi{fr NtnlrnliM.

Bern, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Amtlich wird ,«meldet: DieFrankfurter Zeitung" lammt in ihrer Slum ucr S47, Erstes Morgenblatt, auf die behauptete Verletzung der Neutralität der Schweiz durch den britische»'Gesandten Grant Duff zurück. Die Darstellung der genannten Zeitung fugt aus einet» nicht für die Prcsie geschriebenen Brief des Oberstleut­nants Edwin Emerson, des Kriegslorrejpondentcn derRew- >ork World": Der genannte Korrespondent versichert, dag alle IZehauptungen seines Briefes auf Tatsachen bassieien und das) er bereit sei, die Wahrheit seiner Behauptungen unter Eid zu bezeugen. Das politische Departement stellt demgegenüber st: 1) daß der englische Gesandte niemals das Ansinnen an e» Bundesrat stellte, daß französische oder englische sunkcn- wlegraphische Arbeiter die radiotelegraphischen Einrichtungen ruf dem St. Gotthard für die Dauerten gegenwärtigen Krie- >es übernehmen sollten, um sie für Kriegszwecke zu benutze». 1) daß hierüber niemals eine Besprechung des englischen Ge­sandten mit dem Bundcsrat Motta oder irgend einem ande­ren Mitglied des Bundesrals stattfaud und daß damit auch alle Behauptungen über eine angebliche aufgeregte Szene un­ter den Genannten hinfällig sind; 6) daß keinerlei Gesuch an die englische Negierung gerichtet wurde, sie möchte ihren Ee- andtcn o.bberusen; 4) es ist selbsioersiändlich, dag Bundesrat Malta weder Emerson noch irgend einen anderen Herrn von diesem gar nicht crjolgtenZwischeniali" unterrichten konnte, »der unterrichtet hat, daß übrigens Bundcsrat Motta den ge­nannten Herrn niemals gesehen oder gesprochen hat, ihm also luch entgegen der i» dem Bericht ausgestellten Behauptung icinerlei Mitteilung machen konnte. Das Dementi wird da- >er in seinem ganzen llmsange ausrechtcrhalten.

ssiiie Vnlralleusklin-gkbnng jiu Saliindra.

Zu der gestrigen Sitzung des italistrischen Senats ergriff »er Ministerpräsident Salandra das Wort, um, öfters mit Beifall unterbrochen, die Zolitik der Regierung zu rechtfertigen, st in Verlauf seiner Rede jagte er: Barzelotti hat in seiner Rede einige Bermntungen über den Verlaus des Krieges ge­macht. An uns ist es nicht, dazu unsere Zustimmung zu geben, » mit philosophischr, geschichtlicher und geographischer Phan­tasie gearbeitet wird, weil ein möglicher Irrtum nicht von nn», sondern von dem Lande bezahlt weiden mutz. Wir müs- iea den Ereignissen vom Standpunkte Italiens aus folgen und mnach unsere Handlungswcise bestimmen. Die Senatoren, da­runter der frühere Minister des Aeutzern Cancvaro, der durch ietn einstiges Anit zu einem Urteil vorzüglich befähigt ist. ha­ben einstimmig versichert, daß wir richtig vorgingen. Heute hat nun Senator Molmenti gemeint, wir hätten unsere Neu­tralität nach zwkckentsprechendcn Verhandlungen erklären sol

len. Aber wenn wir unsere Neutralität verschachert hätten, hätten wir sie auch entehrt. (Lebhafter Beifall). Der Senat verlangte von der Regierung kein« weiteren Erklärungen; Maragliano sagte: Wir brauchen kein Wort weiter. Da» Zro. gramm ist: Schweigen und Handeln. Danach werde ich mich richten. Die Regierung wird in dem Augenblick, wo die Ge­schicke des Landes ihr anvertraut find, nach ihrem Eewisien handeln. Sie bedarf des vollen, bedingungslosen Vertrauens des Landes durch Vermittlung dr Volksvertretung; wie es die Regierung bereits von der Kammer erhalten hat, so erwarte ich cs heute auch vom Senat. Ich bitte diejenigen Senatoren, welche Tagesordnungen eingebracht haben, sich zu einigen auf die Tagesordnung Zedotti, die in ihrer klaren, einfachen Form die Erilärungen der Regierung vorbehaltlos billigt. Ich danke endlich Pcdotti für seine begeisterte Rede und für seine patrio tischen Ausführungen über den Schöpfer der nationalen Wie dergeburt, die alle Herzen bewegte. (Sehr lebhafter, andauernd der Beifall). Ein großer Teil der Senatoren beglückwünschte Salandra. Die von Salandra angenommene Tagesordnung Pedotti wurde einstimmig angenommen. Das Ergebnis der Abstimmung wurde mit sehr lebhaftem, langanhaltendem Bei­fall begrüßt. Hierauf vertagte sich das Haus.

Alt Stimmung in den Uereiiiigten Staaten-

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London, 16. Tez. (W. B. Nichtamtlich.) DieMor- ning Post" berichtet aus Washington vom 13. Dezember: Der Zusammentritt des Kongresses ermöglicht es, die Stim­mung des Landes abzuschätzen. Die Kongreßmitglieder kommen frisch aus den Wahlkreisen; viele Gcsckmftsleutc und Politiker, die ohne offizielle Verbindung mit dem Kong­reß an seinen Arbeiten interessiert sind, versa,mneln sich hier und stehen in direkter Fühlung mij der engeren Hei­mat. Es ist klar, daß in den letzten Monaten eine gewisse Reaktion gegen England eingctrcten ist. Vier Ursachen waren hier wirksam; die deutsche Aufklärungsarbeit in Amerika, der Aerger über die Einschränkungen durch die Eingriffe der englischen Zensur, der Eindruck, daß England die Union-Staaten einfach zu seinem eigenen Vorteil be­nutze, und schließlich die Vorstellung, daß, während Belgien durch die britische Diplomatie leiden mußte und ein Opfer des Kampfes wurde, England nichts für dieses Land tat.

In New Vorl ist die Stimmung entschieden für die Verbündeten, doch nicht cinstinimig, und New ?)orf ist nicht Amerika. Die Deutschen sind gut organisiert: ihre Tätig­keit hatte Erfolg, namentlich im mittleren Westen, wo sie ihre Arbeit konzentrieren. Das Ergebnis der deutschen Propaganda ist, .daß Gesetzentwürfe in beiden Häusern des Kongresses eingebracht wurden um den Verkauf militärischer Artikel an die Verbündeten zu verhindern, ferner ein star- ker Gewinn der Republikaner in den letzten Wahlen, indem sich der dentsche Einfluß gegen die Demokraten wendete, außer wenn der demokratische Kandidat ein Deutscher war. Die englische Zensur schadet der englischen Sache ganz be­sonders durch die Unterdrückung des Berichts über den Untergang desAudacious". Sie sckmf dadurch Mißtrauen gegen die Londoner Veröffentlichungen überhaupt.

Aus Frankreich.

Ein Hilserus der Stadt Lille. Basel, 16. Dez. (W. V. Nichtamtlich.) Nach denBasler Nachrichten" hat die fran­zösische Stadt Lille auf Anregung des deutschen Komman­danten die Hilfe des schweizerischen BundeLpräsidenten an- gerufen. In dem vom 28. November datierten Schreiben gedenkt der Bürgermeister des 1870 den Bürgern Stcaß- burgs erwiesenen Wohlwvllei.s und schildert sodann die traurige Lage der seit dem 10. Oktober von aller Verbind­ung mit der Außenwelt abgeschnittenen Stadt Lille, deren Lebensmittel um so schneller erschöpft waren, als sie zahl­reichen militärischen Requisitionen hätte genügen inüss-n. und auch die Zufuhr amerikanischen Kornes wegen der Be­setzung des Dünkirchcner Hafens durch französische und eng­lische Truppen «bgeschnitten gewesen sei. Ter Bürgermei­ster bittet den BundeLpräsidenten, der Zivilbevölkerung zu Helsen, vielleicht dadurch, daß er sich an die produziere ad ui Länder wende. Die deutsche Regierung sei bereit, alle nö­tigen Garantien zu geben, daß gelieferte Waren ausschließ­lich unter die bürgerliche Bevölkerung verteilt werden. Die Schweizer Tepcschen-Agentnr fügt hinzu, im Bundeshaus sei noch keine diesbezügliche Mitteilung eingetrofien.

Gelbe Flieger bri dr» Franzose». Ans Mailand wird gemeldet; DasPetit Journal" von Paris berichtet, daß der japancsischc Baron Shigen, der Sohn des Generals gleichen Namens, und eine Anzahl seiner Freunde, sich in die französische Flicgcrabtcilnng haben cinrcihen lassen.

Treiliiuug der wcisicu von dxn schwarzen Verwundeten i» französische» Lazaretten. Aus Rom wird gemeldet; Der Tempo" protestiert dagegen, daß die j.iwarzen Verwim- detcu in den srauzösischeu Lazaretten vou den weißen Ver- wnndeleu abgesondert werden. Ter Heftige Krieg mack>e es nötig, das; man die Afrikaner mit größter Vorsicht behan­delte._

Aus Richland.

Wie die Rnsie» ihrem Zaren die zahlreiche» Gejangenen ««rtäiischen. Vor kurzem melde!« der Draht, daß der Zar bei seinem Heere in Eholm eingetroften sei. Rach dein üblichen Empfang meinte einer der hohe» Offiziere wie zusällig, wenn drr Zar wolle, könne er letzt die gefangenen österreichischen Toldntcn bewundern. Der Zar war selbsioersiändlich einver- staiiden und jo trat »>a» aus der Baracke des Generalsiabc; heraus und besichtigte die österreichischen Gesängen«», die ge­rade von rechts »ach links ooroeizogen. Mit sichtlichem Zn- tcresje musterie der Selbstherrscher aller Reußen seine Feind«. Aber schon nach drei Minuten wurde er stutzig. Ma» sah ihm an, daß ihm etlvas nicht behagte. Auch da» Gefolge wurde »nrnhig. Schließlich, nachdem die Parade eiw» 10 Minuten

gedauert, wandte sich der Zar um und sagte harmlo»;Es ist doch merkwürdig, wieviele rothaarige Soldaten die Ocsterrei- cher haben; ich habe genau ausgepaßt. Alle ein riahalb Mi­nuten kommt so ein Flügelmann mit rothaarigem struppigem Bart vorüber." Das Gefolge soll sehr bctrosscue Eesichier ge­zeigt haben und man weiß letzt in der Tat nicht: hat der Zar den Trick der im Kreise wicderkehrendc» an ihm vorübrrge- sührten Gefangenen gemerkt oder nicht.

Wie man in Rußland von den eigenen Führern denkt. Die besten Zeugnissc sind immer die Leistungen, und die der r>,Ni­schen Führer sprechen nicht gerade siir sie. Aber auch im L:'' zicrkorps selbst hat man von ihnen eine recht geringe Mein»',;. Das geht aus zahlreiche» Briefen höherer Offiziere hervor, . c in unsere Hände gelangt sind. So schreibt ein Oberst:

Es ging zu Anfang alles gut, aber unscrc Führer ha­ben dann den Kopf verloren. Geradezu gesagt; Diese Ge­neräle zeigten sich total unfähig, Heere zu befehligen, und manche von ihnen warfen im kritischen Augenblick alles hin und verschwanden. Die Deutschen umzingelten uns und nahmen fast drei Armeekorps gefangen."

Ein Hnnptmann schreibt:

Da fitzt man nun und muß für fremde Sünden büßen für Sünden, die unsere obersten Führer begangen haben, di: sür unsere Armee unbrauchbar sind. Wir haben viele viele Soldaten. Aber was nützen sie! den keinen Kops und wir werden diemn orrieg genau so verlieren, wir wir den japanischen Feldzug verloren haben. Und endlich läßt sich ein Oberst S. also aus:

, Nicht so sehr dem Geschick unserer Gegner, als der ge­radezu klassischen Unfähigkeit unserer Führer mit Eencrols- abzcichen haben wir es zu verdanken, wenn wir geradezu im Eiltempo unserem traurigen Schicksal cntgegeneilen."

sehr

Unsere Führer ha-

Die

Aus (*r,glanrk.

Times" wird mißmutig, London, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Der militärische Mitarbeiter derTimes" schreibt; Der Krieg kann nur mit dem schließlichen Siege der Verbündeten enden, da 250 Millionen Menschen unter sonst gleichen Bedingungen 115 Millionen schlagen müsien. Wenn wir aber nicht die Ereignisie beschleunigen können, so könnten die gebrachten Opscr den von den Besiegten erreichbaren Kom­pensationen die Wage halten, so daß wir aus dem Sieg keinen Nutzen ziehen würden. Der von den Engländern begangene Fehler ist hauptsächlich mangelhafte Vorbereitung. Diese Dinge müsien am Ende des Krieges untersucht werden. Wenn gewisse Leute das erhalten, was sie verdienen, werden sie ge­hängt werden. Wenn alle Ziele des Krieges erreicht werden sollen, kann uns das mehrere Jahre kosten. Wir können non unseren neuen Rekruten vor dem nächsten Februar keinen Ge­brauch machen. In diesem grüßten aller Kriege kommen vier Monate »ach dem Ausbruch fünf Mann, in England aus je­den Kämpfer an der Front; so lange wir dieses Verhältnis nicht umkehren können, vermögen wir den Krieg nicht so kräf­tig zu führen, wie wir sollten. Der Feldzug in Ostafrika war besonders armselig. Es ist eine Enttäuschung, daß der Krieg gegen die deutschen asrikanischen Kolonien nicht bester geplant und rascher durchgesührt wurde. Der Bersasier glaubt, Frank­reich habe nicht so viel Soldaien in die Kampslinie gebracht, als es tatsächlich besitzt und führt das auf den Mangel an Ausrüstukigsgegenständen zurück. Die Rüsten wiederum feie» infolge mangelhafter Aerbiiidungen sehr im Nachteil. Die Be» kündeten müßten mehr tun als bisher und müßten es beste» tun

Der Untergang derBulwarl". London, 16. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Die Admiralität zeigt an, daß die Kommis­sion, die den Untergang des SchlachtschiffesBulwarl" zu un­tersuchen hatte, zu dem Schluß gekommen sein, daß die Explo­sion aus Selbstentzündung der an Bord befindlichen Muni­tion zuriickzusühren sei. Es liegen keinerlei Anzeichen dafür vor, die die Annahme stützen würden, daß die Explosion durch Beirat an Bord des Schiffes oder infolge einer Aktion des Feindes ciitstanden sei.

Ans km Ifefl. Landl«-.

Die Kriegstagung des Hessischen Landtags begann an, Mittwoch vormittag mit der Bildung der beiden Kammern. In der Ersten Kammer hatte sich Staatsrat W i l b r a n d cinge- sunden, der zunächst den weiteren Staatskommistär Dr. L ö h - lein vorstellte und verschiedene, schon veröffentlichte Mittei­lungen über die Zusammciisetzung der Ersten Kammer machte. Der vom Großherzog neu ernannte 1. Vorsitzende Fürst Earl zu Solms-Lich übernahm daun mit Dankcsworten die Lei­tung und wird zum 2. Präsidenten Fürst zu Lciningc» ge-' wählt. Zum 6 Präsidenten wird wiederum Frhr. v. H c y l Exz. und auch die andere» Mitglieder des Präsidiums werden wicdcrgewahlt. Dann vertagt sich das Haus bis zur gcmein- sanieu Eröffnung des Landtags durch den Staat-Minister um 12K Uhr.

Die Zweite Kanimer hatte sich inzwischen ebenfalls versam- iuelt und ernennt zunächst Staatsrat Dr. Best den Abgeordn. Schönberger zum Alterspräsidenten, der dann zunächst den Vorsitz übernimmt. Unter seiner Leitung werden bann durch Zurus auf Antrag des Abg. Dr. Osau» die seitherigen Präsiden­ten Köhler, Koroll Angenrod und Dr. Schmitt und ebenso die Schriftführer wiedergcwahlt. Dann veriagt sich das Haus ebenfalls bis zur gemeinsamen Sitzung.

Um i'l'A Uhr trat dann die Zweite Kammer nochmals zu­sammen, eine Neuwahl des Präsidiums oorzunchmen, da nach der Eeschäflsordnung die Piafidenteiiwahl durch Zettel statt- sinden muß. Die dann vorgeiiomniene Wahl der drei Präsiden­ten ergibt dasselbe Ncsnltat. Die Wahl der Schriftführer er­folgt aber durch Zuruf. Da sich bei der Borberatung über die Wahl der Schriftjührcr eine Einigung nicht ergab, da die So­zialdemokraten entsprechend ihrer Mitgliederzahl einen Schrift- sührer verlangen, erUärt Abg. Finger, der in Hauptmanns- unisorm erschienen war, daß er durch seinen Dienst an der Front nicht in der Lage sei. sein Mandat vollständig auszuüben, wes­halb er ersucht, von seiner Wahl als Schriftführer abzusehen.