Dummer 295
Mittwoch, den 16 « Dezember 191 -/
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ngsor, »nedberg. Kchriftleitnng und Serlog „nedderq iHe-se,,». Hana ler lratze 12. Fermprecher 48. Pastscheck-L-nt» Rr. 4859. Amt Franlsurt a. ai|.
31000 Jinßrn non kw (Oflrrrridjrrn gefangen.
Angriffe der Zranzoscu auf der gan;c,r ^ront. — Nückzug der Rnfien in Galizien. — Belgrad
von den Ocstcrrcichcrn geräumt.
Der deutsche GeneralsLab —l- ---- meldet: _____— -.
W. T. B. Grostes Hauptquartier, den 15. Tezembsr, vormittags. Amtlich.
Tie Franzosen griffen gestern an mehreren Stellen vergeblich an.
Ein Angriff gegen unsere Stellung südöstlich Aper» brach unter starken Verlusten für den Gegner zusammen.
Ein feindlicher Vorstoß aus der Gegend nordöstlich Suipprs »vurde ebenso wie ein feindlicher Angriff nordöstlich OrnrS, nördlich Verdun, unter schweren feindlichen Verlusten abgewiescn.
In der Gegend von Aillst-Aprcmont südlich St. Mihiel versuchten die Franzosen in viermaligem Ansturm unsere Stellungen zu nehmen. — Ter Angriff scheiterte. Ebenso mistlang ein erneuter feindlicher Vorstoß aus Richtung Flirr» nördlich Toul.
In den Vogesen sind die Kümpfe noch im Gange.
Bei der Rückeroberung des Dorfes Strinbach westlich Semmhcim machten wir 800 Gefangene.
Ans Ostpreußen nichts neues.
Tic dentfche über Soltau-Mlawa in Richtung Eie. chonow vorgcdrungene Kolonne nimmt vor überlegenem Feind ihre alte Stellung wieder ein.
In Russisch Polcn hat sich nichts wesentliche« ereignet. Ungünstige Witterung bccinslnsscn unsere Mastnnhmen.
Oberste Heeresleitung.
Die Schlaft in Polen.
Die russtschcn Blätter erörtern die Kriegslage in Ruffisch- Polen auch in den letzten Tagen sehr zurückhaltend und lühren aus. datz diese Schlacht di- gewaltigste im bisherigen Kriegs- vcrlaufc sei. Beide Gegner seien hartnäckig, stark und reich an Hilfsmitteln. Der grotze Vorteil der Verbündeten sei der Besitz ausgedehnter, vortrcsslich sunktioniercnden Verkehrsan- lagen, die den raschen und ausgiebigen Nachschub ermöglichen. Dies sei gcwih schwer auszuwiegen.
..Nowose Wremja" meldet, unweit des Flusies Mroga wären die Rüsten nah- daran gewesen, wie ein Eisenhammer aus die hart bedrängten Deutschen niederzusausen, als sie Las plötzliche Austauchcn aus der Gegend von Kutno vordringender deutscher Verstärkungen zwang, sich zurück,»ziehen. ..Rustkoje
Sl-wo" betont, der Ausgang der Kämpfe in Russisch Polen sei -ntscheidend für den europäischen Krieg, weshalb denn uck> die Verbündeten verzweifelte Anstrengungen auswendcn und ieden "'e-v anspanncn. um ihre „vorübergehenden Erfolgs" sicher zu ---llen.
Mailand, 14. Dez. Aus Petersburg wird hierher sendet. Last man vorläufig einen deutschen Angriff auf War- I' a u nicht erwartet. Das Ziel der deutschen Angriffe sei ttowicz als Knotenpunkt der nach Thorn. Warschau. Lodz und Wien führenden Linien und von fünf Landstrosien. sowie wegen seiner moralischen Bedeutung als der Hauptstadt eines oleichnamiqe» ehemaligen polnischen Fürstentums. Die deutschen Kräfte auf Lowicz werden auf fünf bis sechs Armeekorps geschätzt.
Eine polnische Abordnung ist in Petersburg emgctrolien, um Hilfe für die arg notleidende Bevölkerung zu erbitten Die russische Akademie ernannte einstimmig Stcnkicwicz zu ih-cm Mitglied
Paris. 14. Dez. (SB. B. Nichtamtlich». Der ..Nowofe iljremja" zufolge sind an den Kämpfen um Lowicz die zcn--al- afiatischcn Regimenter der Tataren, Kiraste» und Baschk'.rm beteiligt
?if (fntldifibiingi füllt nidit iin WtStii.
Berlin, 15. Dez. Generalmajor Gatt, erklärt in: „Corriere della Sera", die Entscheidung werde voraussichtlich nickst in Frankreich fallen. Die Offensivkrast der Fr.in- zefen und Engländer reiche zu einem kräftigen Vorstoß n.-ßt mehr a»S. Falls den Tcutsck^n im Osten der entscheidende Schlag gelänge, würde die deutsche Armee im Westen auch sofort mehr Beweglichkeit gewinnen. Das russische Heer befinde sich in der Defensive. Seine zahlenmäßige Uebcr- legenheit gegenüber Deutschland und Oesterreich sei bed:u- tend vermindert.
8er iiltffif >ofjn drg ffeilfisklinrlers
tifriüunöft hhD gefaiilltli.
Ter älteste Sohn des Reichskanzlers von Bethminn Hollweg ist. wie das „Berl. Tagebl." erfährt, bei einem Vatrouillenritt im Osten verwundet woiden und in russisch-? Gefangenschaft geraten. Tie Verwundiing ist ziemlich schwerer Natur, da e8 sich außer um eine Verwundung an, Bein un, einen Kopfschuß handelt.
fciiic Sind) idjt doh Der „köliWbk'g".
Rach privaten Mitteilungen der englischen Admiralitii ist Kapitänlcutnant Patterson bei dem Versuch, an de» blockierten Kreuzer „Königsberg" hcranzukommcn, in deutsche Gefangenschaft geraten.
Die Waffenruhe litt Weihnachten.
Köln, 44. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Die .Köln. Zeitung" meldet anS Berlin: Tie Anregung des Papstes, tine kurze Waffenruhe über Weihnachten herbcizufühcen, fiel bei der Mehrheit der kriegführenden Mächte aus einen günstigen Boden. Besonders äußerten sich Deutschland und Ocstcrreich-llngarn sosort zusiimmend. Auch die Türkei war bereit, dein Wunsche der Kurie Rechnung zu tragen. Ter Widerspruch gegen die päpstliche Anregung ging ton Rußland und Frankreich auS. die bestimmt ablehnten, auf den Vorschlag einzngchcn. lTaß Rußland ablehnt, wundert weiter nicht, denn erstlich pflegen die Tungnlen, Kirgisen und ähnliche Dölkcrschastcn keine Weihnachteil zu feiern und dann fällt das russische Weihnachtsfest auf einen anderen Kalendertag. Daß aber auch Frankreich in dieser Frage an der Seite Rußlands zu finden ist, das ist bezeich- nend für die Kulturnalion.
j Der österreichische Eeneralstab Ü -r- meldet: -----
Rückzug tcr Russen in Galizien 81000 Gefangene.
Wie», 15. Dez. (W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Die Ofscnsivc «nscrrr Slrmccn in West- Galizien hat hier den Feind zum Rückzug gezwungen und, auch die russische Front in Südpolcn zum Wnnkcn gebracht. Unsere den Feind in West-Galizien von Süden her uncr- müdlich verfolgenden Truppen gelangten gestern bis in die Linie Jaslow-Rofbrot.
Bei dieser Verfolgung und in der Irtztcn Schlacht wur- den nach den bisherigen Meldungen 31,000 Russen gefangen genommen. Heute liege» Nachrichten über rückgängige Bewegungen des Gegners an der gesamten Front Rojbrot- Nicpolowicc Wolbroi» Vovo-RadomSk-Piotrkow vor.
In dem karpathischc» Waldgebirge sind gegen das Vordringen feindlicher Klüfte in das Latcrcze Tal entlprcchcnde Maßnahmen geiroffen.
Der Stellvertreter des Chels des Gcneralstabs: v. Hofer, Generalmajor.
Belgrad geräumt.
Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet: 15. Dez.- Die ourch das notwendig gewoivene Zurücknehmen des eigene» rechten Flügels gefchafsens operative Lage Uetz cs rat- lam erfchcuien, auch Belgrad zunächst aulzugeben. Tie Stadt wurde lampflos geräumt. Die Truppen haben durch die übcrstandencn Strapazen und Kämpfe wohl gelitten, sind aber vom besten Geiste beseelt.
Rusfifchc Munitionsschissc gesunken. Triest, 15. Dez. Tcr Tricstcr „Piccolo" berichtet, daß drei russische Schiffe mit Munition für Serbien bei Rustfchuk aus Minen ausge» lausen und gesunken sind. Die gesanitc Besatzung ist ertrunken.
Tic Riisteii in der Bukowina. Budapest. 14. Dez. Es wird uacküräglich bekannt, daß die Russen, nachdem unsere Ezcrnowitz geräumt halten, in den ersten Tczcmbcrlagen zweimal zur Offensive übergingen. Ein Trupp wurde bei Radautz geschlagen und mußte sich auf Tcrcblefti zurnck- zichcn. Eine rusfifchc Abteilung wurde bei Cndy» gesckla- gen und ließ mehrere hundert Tote und Verwundete zurii.k.
Tie Lage in Westgalizieu. Mailand, 14 Dez. (SB. B. Nichtamtlich.) „Eorrierc della Sera" schreibt: Tic Die- dcicinnahmc Neu Sandccs stelle einen bemerkenswerten Erfolg dar. Tie Oesterrcichcr können jetzt anf beide» Sei
len des Tungjetz erfolgreich operieren. Tiefe Operation in Verbindung mit der weiter westlich nngcsetzte» stellen eine sehr ernste Bedrohung der Riisscn dar.
Ein italienisches Urteil über nnfrre Berbündeteii. W i e I,
Dez. (W. B. Nichtamtlich». Der Hciausgcbcr des „Malino di Napoli", Scarfoglio, der focden von einem mehrtägig Aufenthalt an der vordersten Front zurückgckchrt ist, äutzert ü>: gegenüber dem Kriegsbeiichterstattcr des „Neuen Wiener Ta aeblaits" geradezu begeistert über die österreichisch ungarisch, Armee in ?PoIen. Er lobte die über alles prächtige Stimmung die Frische und bewundernswerte Disziplin der österreichisch ungaiischcn Truppen, die gerade im schweren Feuer glänzend zum Ausdruck komme.
Keine Unterschätzung »e» ästerreichischen Heeres. Im „Ruh ki-Iuvalid", dem amtilchcn Blatte des russischen Eencralstabe, warnt, wie der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" incldet, ein „Augenzeuge der Kämpfe in Galizien" vor der llntcrschätziing des österreichisch-ungarischen Heeres. Er ist der Meinung, datz es »ehr schwierig sein würde. Przcmysl zu nehmen. Eine Bestürmung hält er für aussichtslos» der einzige Weg. die Fest ung zu erobern, werde in einer langwierigen Belagerung bc- stchen. Auch der Vormarsch aus Krakau sei mit grotze» Schwierigkeiten verbunden. Die österreichische Artillerie nennt der Berichterstatter vorlresslich, zum mindesten so gut wie di« russische.. Er lobt ferner die Tapferkeit der ungarischen Reiterei und kommt zum Echlutz. datz Rutzland einen Sieg nicht rasch und bequem haben könne.
Ritterliche Kriegslührung. Wie», 10. Dez. Die österreichisch-ungarische Regierung versügte die Freilassung des 17- jährige» in der Monarchie bei Kriegsausbruch verhafteten Radomir Nikolitsch. des Sohnes des serbischen Skupschtina-Prä- fidcnten, aus Grund einer Intervention der italienische» und spanischen Regierung, die an die Erotzmut der Regierung appellierten. weil die Frau Nikolitsch gestorben und sein ältester Sohn gcsallen sei.
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Das türkische Hauptquartier
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Die türkisch-russischen Kämpfe an der persischen Kreuze. K o n st a n t i n o p e l, 15. Dez. Mitteilung des Eroftcn Haupt quartiers: An der Grenze des Vilajcts Wau dauern die Zu- sammciistötzc der russischen Truppen mit unser» Abteilungen zu unfern Gunsten an. Die russische Kavallerie hat an der per sischcn Grenze bei Sarai unsere Kavallerie angegrisscn. ocren Eegenangrisse von Ersolg gekrönt waren. Die Rusie» wurden zuiückgcschlagen und zersprengt.
Der heilige Krieg. Konstantinopel, 14. Dez. !W B. Nichtamtlich». Der Sohn des Erotzlcheiks der Senussi lst in Medina cingctrofscn, um am Heiligen Kriege teilzunehmeu — Wie die Blätter erfahren, werde» in Damaskus grotze Vor bereitungen zum Empfange der heiligen Fahne und des Saud Ichak Scheriss getrosten, die unter dem Geleite von tausend Krieger», welche unter grotze» Begeisterungskundgebungeil von Medina ausgebrochen sind, hier eintressen werden.
Zusammenschlutz der Mohammrdaner in Makedonien. In unerhörter Weise von den Serben gequält, haben sich jetzt auch die Türken Makedoniens zu einzelnen Trupps zu,ammenge- schloffen, und gemeinsam mit bulgarischen Irregulären und Kahlsten im Gebiet von Eergeli, Doirat und Langatsche den Kamps gegen ihre serbischen Unterdrücker ausgenommen. Di« Basis dieser Bewegung ist Strumitza. während die Basis an dcl griechischen Grenze Petritsch bildet, von wo aus bulgarisch« Irreguläre uuter Führung Sandanskis operieren.
Die Türken im Kaukasus. London, 15. Dez. Reuter berichtet, datz das Eigentum der Kaukasus Lapper Co. zu Dzan- scul. einem Flecken südlich von Batum, im vorigen Munal durch eine türkische Truppenabteilung angegriffen wurde. Kur» bevor hatte» die englischen und amerikanischen Beamtin Besohl erhalten, abzureisen. Man glaub«, datz der grötzte Teil dielet Beamten einen Tag vor der Ankunft der Türken über Tisiis nach Petersburg abgereist ist. Ein Telegramm der Regierung des Kaulasus meldet, datz der durch die Türken aagerühiele Schaden nicht bekannt sei. Di« Iruppenmacht wird aus 4«,: 4 bis 5000 Mann geschätzt. Soweit bekannt ist. sind die Beamten alle unveriehrt. ihren perlönlichen Besitz mutzten sie jedoch bei der raschen Abreise zurücklasien.
Die Erästnung des türkischen Parlament». Konstant i< nopcl, 14. Dez. (SB. B. Nichtamtlich». Die Erästnung de, Parlaments hat mit glänzenden Zeremonien stattgesundcu. Daran nahmen sämtliche hohe Geistlichen, an ihrer Spitze . :i Scheik ül Islam und die Staats» und Hofwürdenträger leib Das Bild wurde iarbenprächtig durch die Anwesenheit der Ge-
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