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Nummer 293

Nlonilig. den 14. Dezember 1914.

7. IayryuuA

Neue Tagesze

DieH»»r Laee»,eit»ng" ci-cheivl irden Weittckg. Regelmäßige BeilagenZ>»r Kaner an» Hessen",Di, Kpinnllube". Hezugoprri»: Be, de» Postanftalten »lerieliätzrlich Mk. I. dei den Agenten niona, 1 ictj 50 Pig. fiimu Irilt Postgebühr oder Trägeilodn. An,eigen: Grund,eile 20 Pjg., lokale 15 Plg, Anzergc, oon uuswän» werden durch Pomachnahme erhoben Ersüllungsorl Frtedbrrg. KchriMeilung nnd Verlag Fnedberg (Hessen), hanauer irage 12. Ferivprecher 42. Posticheck-Eonto ?!r. 42',9, Am» Franisurt u. s)l.

11000 Russen gesungen!

Gin fran;öfifcher Angriff mit groffcn Verlusten zurttckgesästagen. Riesenvcrlnste der Austen im Verlaus der Kämpfe in Polen. Siegreiche Kämpfe der Ocsterreicher in Westgalizie».

Der deutsche Generalstab J=== meldet:- «

W. r. B. Trostes Hauptquartier, den 12. Tezember. vormittags. Amtlich.

I» Flandern griffen die Franzose» in der Richtung Lange» mark an. Sie wurdcn zurückgeworfen und oerloren etwa 200 Tote und 340 Gefangene.

Unsere Artillerie beschoß den Bahnhof Npern zur Stor­ung scindlichcr Truppenbewegungen.

Bei Arras wurdcn Fortschritte gemacht.

In der Gegend Souain-Pcrthes griffen die Franzosen erneut an ohne jeden Erfolg.

Im Argonnenwald versuchten die Franzosen nach »uochenlnngcm passiven Verhalten einige Vorstöße. Sic wurden überall leicht abgewicsen. Dagegen nahmen die deutschen Truppe» wiederum einen wichtigen französischen Stützpunkt durch Minensprengung. Der Gegner erlitt sinrke Verluste an Oirsallenc» und Verschütteten. Außerdem machten wir 200 Ecsangcnc.

Bei Apremont südöstlich St. Mihiel wurden mchrsachc heftige Angrissc der Franzosen abgewiesen ebenso aus dem Vogrlenlamm in der Gegend Marfirch.

Au der ostpreusjischcu Greuzc w«s uuscrc Kavallerie russische Kavallerie zurück und «achten 850 Gosaugcue.

Südwestlich der Weichsel in Rordpolcu entwickeln sich unsere Operationen weiter.

In Südpvlen wurden russische Angriffe von österreich- isch ungarische» und unseren Truppen abgeschlagen.

Oberste Heeresleitung.

WTB. Groszes Hauptquartier, 13. Tez., vormittags. Amtlich.

Nachdem am 11. Dezember die fran­zösische Offensive bei Slpremont (südöstlich St. Mihiel) gescheitert war, griff der Feind gestern nachmittag in breiter Front über Flirey (halbwegs Et. Mihiel-Pont-a- Monffon) an. Ter Angriff endete für die ranzosen mit dem Verlust von 600 <4c sangencn und einer grohen Anzahl von Toten und Verwundeten. Unsere Verluste betrugen dabei etwa 70 Verwundete.

Im übrigen verlief der Tag auf den« westlichen Kriegsschauplatz im wesentlichen ruhig.

In Nordpolen nahmen wir eilte An­zahl feindliche Stellungen, dabei machien wir 11,000 6)esang,ue und erbenteten 43 Maschlncngewehrc.

Ans Ostpreuszen und Tüdpolen nichts neues.

Oberste Heeresleitung.

Riesenvcrluste der Rüsten während der Kämpfe in Polen.

Großes Hauptquartier, 12. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Die Räumung von Lodz durch d,e Russen gesämh heinilich des Nachts, daher ohne Kampf und unbemerkt. Sie war nur das Ergebnis der vorhergehende» dreitägigen Kämpse. In diesen hatten die Russe» ganz ungeheure Verluste, be­sonders durch unsere schwere Artillerie. Die verlassenen rulsisck)en Schützengräben waren mit Toten buchstäblich an» gesüllt. Noch nie in den gesamten Kämpfen des Ostheeres, nicht einmal bei Tanncnberg, sind unsere Truppen über so viel russische Leichen hinweggeschrittcn, wie bei den Kämpfen um Lodz, Lowicz und überhaupt zwischen Pabianice nnd der Weichsel. Obgleich wir die Angreifer waren, blieben unsere Verluste hinter denen der Russen weit zurück. Wir haben insbesondere im Gegensatz zu ihnen ganz unverhält­nismäßig wenig Tote verloren. So fielen bei dem bekann­ten Durchbruch unseres Reservekorps von diesem Hceresteil nur 120 Mann: cs ist eine auffallend niedrige Zahl. Für die Verhältnis!« ist demgegenüber bezeichnend, daß allein

auf einer Höhe südlich Lutomicrsk (westlich Lodz) nicht we­niger als 887 tote Russen gesunden und bestattet Word?» sind. Auch die russischen Gcsamtvcrluste können wir, wie in den früheren Schlachten, ziemlich zuverlässig schätzen. Sie betrugen in den bisherigen Käinpfen in Polen mit Ein schluß der von uns erbeuteten 80,000 Gefangenen, die in- zwischen mit der Bahn nach Deutschland abbeiördert wor­den sind, mindestens 150,000 Mann.

Großes Hauptquartier, 12. Dez. (SB. B. Amtlich) Tie Stadt Lodz hat durch die jüngsten Kämpse um ihren Besitz sehr wenig gelitten. Einige Vororte nnd Fabrikan- lagen außerhalb des Stadtbezirks haben Beschädigungen aufznweilen, doch ist das Innere der Stadt fast völlig un- versehrt. Das Grand Hotel, in dem sich ein rubiger Ver­kehr abspielt, ist unbeschädigt. Die elektrische Straßenbahn passiert ohne Störilng wie in FriedcnSzciten.

Die Kriegslaqc irn Osten.

Zürich, 18. Dez. DerBund" in Bern bezeichnet die Lage im Osten folgendermaßen:

Es sind gewaltige Kräfte ans beiden Seiten im Spiel, wo­bei wir den Russen immer noch die numerische Ueberlegenheit zncrkenncn, darunter aber keine unberührtcn Reserven mehr vermuten. Es fragt sich nun, was die Deutsche» von Koli.ch aus über Sicradz und bei Ezenslochau und Roworadomsk noch ins Feld fuhren können. I» den letzten Tage» noch unternah­men die Russen wuchtige Offensivstötze, um in die Lücken der Beskiden, südlich von Krakau, einzudringen und die österrei- chisibe hauptsteklung aus de» Angeln zu heben. Eie unterstütz­ten diese Bewegung durch Einbrüche in die Karpathen, wo sie schon in di- recht« Flanke fühlten, aber wieder geworfen wur­den. Wenn die Rordsront der Russen zusammenbricht, so müs­sen ihre bei Roworadomsk. Ezenstochau und Wolbram in. Raume von Krakau nördlich der oberen Weichsel kämpfenden Armeegruppen unter schwerster Flanlenbedrohung den Rückzug aus zerfahrenen Straßen und kauin wieder hergcstcllten Schie­nenwege» nach Jwangorod suchen. Was in Galizien kämpft, muß dann zurück. Ob die Russen auch heute »och bei Czeu- fti-chau und südlich von Krakau verzweifelt hämmern, um das Durchbruchstor nach Schlesien uno Mähren cinzuschlagen, wis­sen wir nicht. Die Entscheidung ruht im wesentlichen noch bei dem vielumstrittenen Lodz.

öfflTfrnita in kt (6f!un^hrit des Kaiüts.

Berlin, 12. Tez. <W. B.) Das Besiiidcn Scincr Maje­stät des Kaisers hat sich weiterhin erheblich gebessert. Dcr Katarrh ist säst ganz beseitigt, dir Tcinpcrntur ist normal.

8r n Tklk.rnlliin ko t'ri Ikto nu kn püsg von (üujlniiö.

Berlin, 12 Tez (SB. T. B.) Die aus dcr spanischen Presse in deutsche Blätter übergege.ngcne Nachricht, daß Seine Majestät der Kaiser zu dcni Heldentod des Prinzen Leopold von Battenberg ein Belcidstelegramm an die Königin von Spanien, die Schwester des Prinzen, gerichtet I.a. wird bestätigt. A» den König vo» England ist selbst, vcrständlich, entgegen der in dcr anssändischen Presse vcr- brcitctcn Annahme, kci» Telegramm Kaiser Wilhelms er­gangen.

Wir hatten dcr Nachricht, daß linsec Kaiser an den .nig- lilchcn König eine Beilcidsdepesche geschickt habe, keinen Glauben geschenkt. Wir freuen uns aufrichtig, daß unsere Annahme richtig gewesen ist.

Die Kämpfe in Südpolen.

Die angeblichen Pläne dcr Deutsche» und Lcsterrcicher in Polen. Eens, 12. Dez. Rach einet Trahtmeldung bezeich­ne» lranzösische Blätter als neuestes und wichtigstes Ereignis dle Uebersührung bedeutender deutscher Streitkrästc nach dem Süden von Krakau, wo sie, vereinig! mit der österreichischen Armee, versuchen werdeii, vom Süd.» h:r die russische Armee zu umgehen. Die Einschließung Krataus zu verhindern, sei für die Verbündeten eine Lcbenssragc. Es sei daher gerechtfelttgt, anzunchmcn, daß um Krakau die Deutschen ihre größte An­strengung unternehmen werde». In Zentralpolen würden sie sich begnügen, ihre Siellungen zu Hallen, dagegen alles aus. bicten, den Fall der polnische» Metropole auszuhalten.

Wie würden den sranzösischen Blättern, die sich in solchen Vcrmuiungcn ergehen, dringend eaten, sich nicht unnötigerweise de» Kops zu zerbeeche». Die Deutschen werden selbstverständ­lich dort ihre größte Krastansttengung unternehmen, wo sie es

für nützlich und für rrsolgreich erachte». Das braucht inan aber der Welt nicht besonders zu verkünden.

ilfkr dik ZttllhIM liri kn fnlhiünkinlrln.

Rtn[ non Spec mit nnteegcgange«. London, 12. Dez. Exchange Telegraph Eompany" meldet ans Skewyork unter dem 10 d. Mls.: Ein drahilosee Bericht »US Port Slanleq besagt daß Admiral von Spec mit dem FlaggschiftScharn­horst" unlerginq. Ein drahtloses Ersuchen um Einzelheiten blieb unbeanlwortet.

Eine Stimme aus Ocsteeeeich. Wien, 12. Dez. (SU. B. Nichtamtlich). In einer Besprechung der Seeschlacht bei den Faillnndsinsein weist dieWiener Allgemeine Zeitung" daraus *>>». daß englische, französische, russische und spanische Schlacht- stzijse sich vekeiuigten, um e», paar deutsche Kreuzer, die seit Monaien jeder Mäglichleit beraubt waren, auch nur eine Stunde in einen, schützende» Husen zu rasten, und gehetzt und g.jagt das offene Meer durchkreuzten, zu überfallen. Das Blatt sagt:Sa paradox cs klingen mag, diese Seeschlacht hat dein wankenden Sicnommce Großbritanniens den letzte» Streich ,u> gefügt, denn nun ist dargetan, daß auch die englische Flotte nicht anders als die englische Armee und die englische Divio- matte unfähig ist, aus eigener Kraft und mit ehrlichen Mi(. tel» einen ehrlichen Wafsengaiig auszutragen. Die innere deutsche glatte hat i» der kurzen Spanne Zeit seit Beginn des, Weltkrieges Großes geleistet und dem hauptseind schwere «er-" lüfte zugesüg». Sic wurde für ihn ein Gegenstand des Ent- Icgens, des Bangens und der Furcht. Seeleute im Leben wi« im Sterben ihren unvcrwelkiichci, Lorbeer bereicherten lie um ein neues Ruhmesblatt, sie, die ihr Dasein für nichts ach­teten, als es galt, den Glanz oer deutschen Wassenehrc zu er­weisen. Was die deutschen Landlruppen Tsingtaus gelobte» und hielten, das hat auch das deutsche Geschwader von lüng- tan getreulich zur Devise sich gewählt und verwirklich«. Pflicht, ersüllung bis zum äußersten!"

Konstantinopel, 12. Dez. (SB. B. Nichtamtlich). Die Nachricht von der Vernichtung der deutschen Kreuzer bei den Falllands-Znscln ist hier mit der großlen Ruhe und Kaltblü­tigkeit ausgenommen worden. Maßgebende militärische nnd bürgerliche Prrsönlichleitei, sind einstimmig der Ansicht, daß derartige Verluste nicht- an dem Endergebnis des Krieges än­dern können. Allgemein und unerlchülterlich ist das Bee­lrauen aus die Kraft und den Eieg der deutschen Wa,sen. hohe Bewunderung wird der Tüchtigkeit des Geschwaders ge­zollt, die es durch glänzende Wassentaten seit Beginn des Krie- ges dartat. Das tragische Ende sei der ruhmreichen Laufbahn und des echten Seemannsgeistes dieses Geschwaders würdig ge­wesen.

Stimme» e.us Amerika. London, 12. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Wie dieTimes" aus Rewyork meioet, schreibt dieSkewyork World" zu der Schlacht bei der Falllands-Jn- iclii: Die Zusammenzichung dcr zerstreuten deutsche» Kreuzer des Pacific durch den Sldmiral Grasen van Spec war ein bril- lanicr Erfolg, dcr Großbritannien zwei Kreuzer und viel Sorge kostete. Man tonnte in London nicht das Ecsllhi der Sicher- heit habe», solange diese Flotte bestand. Kein anderer Kamps dcr britischen Flotte in diesem Kriege hat eine solche Pcdcu- tung, wie die Zerstörung derScharnhorst",Encisenau' und Leipzig". DieSiewyorter Staatszcitung" schreibt: Wir müssen die Torheit dcr andere» vermeiden und nicht den Kaps in de» Sand stecken. Alle Versuche, die Bedeutung der Kata­strophe, die das deutsche Geschwader gctrossen hat, herabzu­setzen, können nur dazu jühreu, den tragischen Heroismus vcs Tadcs, den die Deutschen erlitten haben, zu schmälern und de» Ruhm zu verkleinern, den sie sich durch ihre früheren Talen er­warben. Die Vernichtung dcr Schisse, die die deutsche Kriegs- slaggc in fernen Meeren zu Ruhm führten, war ebenso unoer- meidlich, wie das Cchicksak, oas dieEmden" erreichte. Aber die Order mutz auch zulunjtig sein: Mit Volldampf voraus!

Ein Urteil aus der Schweiz. Basel, 12. Tez. (W. Z. B. Nichtamtlich.) Zu der Seeschlacht bei den Falklcmds-Jn- scln schreibe» dieBajelcr Nachrichten u. a.: Es ist kein eng­lischer Erfolg, daß die deulsckien Schiffe endlich im 5. Kriegs­monat der Ucbcrmacht erlegen sind, sondern ein deutscher Erfolg, daß sie sich so über alles Erwarten lang halten konnten. Hätte dcr Krieg, wie anfangs alle Welt glaubte »ur ein Vierteljahr gedauert, so wären alle deutschen Aus landslchisfc siegreich und heil geblieben.

Tee Japs beglückwünscht John Bull. London, 12. _ . (Nichtamtlich.) Meldung des Neuterschcii BureauS: 'der

japanische Marineminister sandte an Churchill eine Ivunschdcpesche z» dem Siege bei den Falkiands-Jnjoin. Eburchsll auiwortetc: Daß das britische Geschwader dom