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rkummer 293

Samstag, den 12. Drirmdrr 19 l^.

7. Jahrgang

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2 JHillioriirit Gold auf der llridjalianli.

^luch der KreuzerNürnberg" gesunken. Fortschreitende Angriffe iit Polen. Das (<de

des Burenanfftandes.

Ilrbrr 2 Milliardkn Gold in dkr Keichsbank!

Dank der in diesen schweren Tagen überwältigend groß­artig zutage tretende» Vaterlandsliebe und dem durch die Presse so nachhaltig geförderten Interesse der gesamten Bevül- terung an der Entwicklung unserer wirtschaftlichen Kräfte hat der Goldbestand der Reichsbank laut ihrem Ausweise vom 7. Dezember zum erstenmal seit Bestehen der Reichsbanl die zweite Milliarde überschritten.. Damit wird dieser 7. Dezember zu ei­nem der denkwürdigsten Tage des Wirtschaftslebens, doppelt denkwürdig im Hinblick aus die gewaltige Zeit, in die er fällt. Ilm so mehr soll das deutsche Volt an ihm nicht unberührt vor- übergehen, sondern sich der Bedeutung dieses Ereignisses freuen und sich dessen Mahnung nicht verschließen.

Was sagen uns diese 2 Milliarden Eold? Cie sagen uns ei» Zehnfaches.

Zum erste». Der Goldbestand der Reichsbank, der vor Iahresirist noch nicht 1/, Milliarden Mark betrug, hat heute schon eine Höhe erreicht, wie sie in sorglosen Tagen niemals auch nur im entferntesten erzielt worden ist und erhofft wer­den kannte.

Zum Zweiten. Unsere Reichsbank vermag dafür, daß ihr diese Summe Goldes i» die Hand gegeben ward, über 8 Mil­liarden Mark Reichsbanknoten auszugeben, in Höhe dieses Be­trages unserem wirtschastlichen Leben durch Ankauf von Wech­seln finanzielle Hilse zu leisten, aus solche Weise den größten Teil der deutschen Unternehmungen vor einschneidenden geld­lichen Schwierigkeiten zu bewahren und eine gewaltige Zahl von Arbeitnehmern vor dem Brotloswerden zu schütze».

Zum dritten. Dank dieser finanziellen Wehr sind zum Ingrimm der feindlichen und zum Staunen der neutralen Mächte alle Voraussagungen, Deutschland werde schon nach kur- zer Zeit wirtschaftlich zusammenbrechen und sich den schmäh­liche» Forderungen seiner Gegner fügen müsien, kläglich zu­nichte geworden.

Zum vierten. In dem gegenwärtigen Ringen aus Tod und Leben, durch das England de» deutschen Handel zerschlagen, die deutsche Industrie vernichten, die deutsche Bevölkerung dem Hungertode weihen will, ist der Sieg aus wirtschaftlichem Ge­biet von der gleichen Wichtigkeit, wie der Sieg aus dem Schlachtselde.

Zum fünften. Wie ein jeder Tagesbericht unserer uallber- trefslichen Heeresleitung ein Zeichen militärischer Macht und Stärke Ist, so gibt jeder Wochenbericht unserer Reichsbank der Welt Kunde von Deutschlands finanzieller Macht und Kraft.

Zum sechsten. Während selbst die größte aller ausländi­schen Banken, die Bank von England, zur Ausrechterhaltung des heimischen Wirtschaftslebens Gold aus den Kolonien, ans den Vereinigten Staaten von Nordamerika, aus Frankreich, aus Rußland, kurz aus aller Herren Länder zusammenscharren muhte, hat das deutsche Volk aus eigener Kraft von Woche zu Woche den Goldschatz unserer Reichsbank fort und fort gestei-

**' 3m siebenten. Als sich die Grenzen der deutschen Lande fchlosien, öffneten sich die Herzen und mit ihnen die Geldbeutel der deutschen Bevölkerung. Die Vaterlandsliebe ward zum Schlüssel, der auch die sorgsamst verwahrten Truhen auisprin- gen lieh Ein jeder, der sein Eold der Reichsbank zum t!m- wechseln brachte, trug nicht nur völlig gleichwertige Neichsbank- noten in der Brusttasche heim, sondern dazu auch noch das stolze Gefühl im Herzen:Die goldene Wehr des Vaterlandes, sie

ist auch mein Werk."

Zum achten. Niemand sollte denken: Was kann Dein

Goldstück helien? Nur dadurch, dah Goldstück zu Goldstück kam, vermochte sich die Eolddecke der Reichsbank machtvoll und im­mer machtvoller zu dehnen. 2 Milliarden Mark Gold in den Kellern der Reichsbank: Das einzelne Goldstück hat dies ge-

la»! . .

Zum neunten. Jeder deutsche Mann, ,ede deutscherau sage sich:Hätte ich eine Wasse, sei es ein Schwert, sei es ein Gcm.hr oder dergleichen und das Vaterland bedürfte die,er Waise i» Verblendung heimlich verstecken, sie also dem Vater­lande zu seinem Schutze verweigern, dann wäre ich nicht wer!, r ,, w-->s-hc' ;s fein" Im wirtschaftlicher» Kampse ist Gold Schwert und Schild zugleich, darnach handele ein jeder.

Zum zehnten.Ueber 2 Milliarde» Mark in Gold!" Eine gewaltige Summe und doch nur ein Teilbetrag der in De»,,ch- land vorhandenen Goldmünze». Mehr als 5. Milliarden Mk. Gold sind zu deutschen Münzen ausgeprägt worden. Ungeheuer groß ist daher die Summe gemünzten Goldes, die in der ..ctzt- zeit noch Lberfliissigerweise von Hand zu Hand laust oder un­nütz im Kasten ruht. Du, Leser, bist der Mann, m.tzuhelien, »ah sich die deutsche wirtschaftliche Rüstung immer machiigrr gestalte. Welchem Stande Du auch angehören mögest, erkenne.

dah es eine sürwahr heilige Pflicht ist, in dieser Zeit der Au Ipannung aller Kräfte das Gold zu sammeln, Ui» es der Reichsbank zu bringen, wo allein es nutzbringend wirkt und da:» Vaterlande dienstbar gemacht wird.

Darum zur Reichsbank mit dem Golde!

Man gebe dem Vaterlande, was des Vaterland»; ist!

Die große Zeit duldet kein kleinlich denkendes Geschlecht!

Sämtliche Postanstalten im Deutschen Reiche sind verpslich tet, Goldmünzen in Papiergeld umzuwechseln und a» die Reichsbank abzuliesern.

Der deutsche Generalstab --- meldet: - 11

WTB. Gros;cs Hauptquartier, 11. Tez., vormittags. Amtlich.

In Flandern machten wir Fortschritte.

Westlich und östlich der Argonnen wurden feindliche Artilleriestellunge» mit Erfolg bekämpft.

Französische Angriffe am Bois de Pretre westlich Pont n Mousson wurde abgewiesen.

Oestlich der masurischen Seeulinie keine Beräudernnge».

In Nordpolen schreiten unsere Angriffe vorwärts.

In Südpolen nichts neues.

Oberste Heeresleitung.

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Der deutle Admiralstab ij == meldet: -i_____ _____ _J

Berlin. 1L Dez. (SB. T. B. Amtlich.) Nach weiterer amtlicher Reuter Meldung aus London ist den verfolgenden englischen Kreuzern gelungen, auch S. M. SchiffNüru- berg" zum Sinken zu bringen.

Der Stellvertreter des Chefs des Admiralstabes:

B e h n ck e.

Hit S'djlnrfit nn dt» Mland-Jniflil.

Amsterdam, 11. Dez. Reuters Bureau veröffentlicht noch folgende ofsiziclle Meldung über die Seeschlacht: Die Seeschlacht dauerte fünf Stunden mit einigen Zwischenpau- scn. DieScharnhorst" sank nach drei Stunden, dieGnei­st na»" zwei Stunden später. Die leichten deutschen Kreu­zer zerstreuten sich, wurden aber durch englische leichte Kren- zer und Panzerkreuzer verfolgt. Kein einziges englisches Schiff soll verloren gegangen sein.

lieber die Seeschlacht haben die b!S jetzt eingctroffenen englischen Leitungen noch keine Berichte. Der englische Korrespontdent derTpd" meldet: Verschiedenes deutet dar- ans hin. das; der englischen Admiralität bekannt war, dah nach der Schlacht an der chilenischen Küste die deutsche Flotte um das Kap Horn herum gefahren war, in der Absicht, auf englisch«: Tampfschifsc im Atlantischen Ozean Jagd zu machen. Aus mehr als einem Punkte kreuzten starke bri- tische Geschwader, um die Meere abzusuchxm, bis eine Flotte unter Vizeadmiral Stimdee das- deutsch«: Geschwader einige hundert Meilen vom Südpunkt Südamerikas entdeckte. Das Geschwader war von Koblenschiffen begleitet und ftihr in einer nicht dichst aneinander geschlossenen Linie binter Scharnhorst" her. Sobald es den Gegner in Sicht bekam nahm es die Gefechtslime ein und zu gleicher Zeit den Kurs ostwärts in der Absicht, beim Eintreten siktznicriqer Verhält- ritte die freie Bahn, offen z» behalten. Durch geschicktes Manövrieren des englischen Befehlshabers wurde jedoch Scharnhorst" rasch durch stärkere britische Schiffe eilige- i-glvNon, die z» gleicher steit einen Teil des Geschwader? ab- sandern konnten und daraus den weniger rasch »den Gneisenau" ansielen. Als beide Schisse anher Gefecht ge- sebt waren, versuchte dieLeipzig" mitNürnberg" und Dresden" z» flüchten. Dies gliuue mir utr. beiden letzt- arnannten Schiffen, da derLeipzig" der Ausweg abge- schnitten w'"de.

Vfl djtrrfiilluntt bis ans Eiidt.

London, 11. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Ter Flotten- korrespondcnt derTimes" schreibt: In der Seeschlacht bei den Falklandsinseln ist es anzunehmen, dah die Gesechrsbe- dingnngen das Gegenteil von denen an der chilenischen

Küste waren. Größere schiffe und besseres Schiehe,, lubet: i.n Ausschlag gegeben. Wie können auch sickp, sei», dal: Admiral von Lpee und die Besatzung seiner Schffse mit der grösste,, Tapferkeit kämpften und ihre Pflicht b,-: ans Ende 1 . 1 fiillfcn und in Ehren starben.

3if laiidiilWtriiM brr Em-en.

derliu, 11. Dez. DieVoss. Ztg." meldet aus Amster- dam: Nach einer Meldung des Reuterschen Bureaus ans Batavia ist der Schooner Geysha, auf dem die Landiinqs truppe derEmden" entkam, am 27. November in Pqdan-l (Südwestküste von Sumatra) nngekommcn und hat dort Proviant eingenomnic,,.' Der Schooner war also drei Wochen auf See.

Erfolgreiche COffrnfior der Neulich,n in Polen.

Petersburg, 11. Dez. Die Blätter melden von einer furchtbare» deutschen Ossensive aus Koluski, also weil ösl lich von Lodz. Die Russe» hätten Tusezyn nördlich Petrilau räumen müssen. Es verlautet, daß jetzt auch Petrlkau selbst aus strategische» Gründen werde geräumt werden müssen. Das Generailommando, das sich in Petrikau besand, ist weiter zurückverlegt worden.

Diese Meldung, von russischer Seite stammend »nd daher sicherlich nicht zu uasere» Gunstea gesärbt, beweist, daß die deutsche Offensive auch südlich von Lodz erfolgreich vorwär.s geht,

Hiiideridnrgs Dank.

.Hannover, 10. Dez. (W. B. Mchtamtlich.) General- feldmarsä-all von Hindenburg sprach aus die Kunde vou dem Huldigungszug der hannoverschen Bevölkerung zur Villa Hindeuburg in einem längeren Handschreiben aus dem Hauptquartier der Ostarmee, den,Hannoverschen Kurier" zufolge, nn den Hauptschriftleiter des Blattes Dr. Hugo jci- in» herzlichsten Dank an Hannover aus.Gott der Herr," jo heiht es in dem Schreiben,wird auch weiterhn mit uns sein und uns nach treu erfüllter Pflicht einen ehrenvollen und sicheren Frieden schenken. Das ist meine felsenfeste Ueberzcugnng.

Der österreichische Generalftab i rr- ; -- meldet: r

Wien, 11. Dez. Amtlich wird verlautbart: 11. Dezember mittags: Unsere Operationen in den Karpathen verlausen planmäßig. Der Feind leistete gestern zumeist nur mit den Nachhuten Widerstand, welche geworfen wurden. In G a l i zi e II ist noch keine Entscheidung gefallen. Wo die Rusien an» grissen, wurden sie unter schweren Verlusten zurückgewiesen, Di« Ruhe an unserer Front in Polen hielt auch gestern an, Prze- mysl ist vom Gegner nur eingeschlossen und wird nicht ange­griffen, Die stets unternehmungssreudige Besatzung beun­ruhigt die in achtungsvoller Entfernung von dem Festungsgür­tel sich haltenden Einschließungstruppen säst täglich durch Ile« nerc und größere Ausfälle.

Der Stellvertreter des Ehess des Eeneralstabs: v. Höser, Generalmajor.

Wien, II, Dez, Dom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich gemeldet vom 11. Dezember: Aus dem südlichen

Kriegsschauplatz keine wesentlichen Borsälle. Die angevrdneren Verschiebungen vollziehen sich im allgemeinen ohne größere Kämpfe mit dem Gegner.

Da» Komitat Saros von den Russen gänzlich geräumt. Bu­dapest, II. Dez. IW. B. Nichtamtlich). Das BlattAz Est" meldet: Das Komitat Saros ist von den Russen gänzlich geräumt. Die Russen verließen das Territorium des Komita- tes über den Dulla-Paß. B a r t s a ist wieder in unserem Be­sitz. Im Zempliner Komitat besiaden sich nur noch einig, zerstreut umhcrirrende Abteilungen und weitere schwache Ab­teilungen in der Gegend des llszoker-Passes, sowie in der Mo» maroler Ortschaft Majdanka. An beiden Stellen sühlen sich d» Russen zu schwach zur Offensive. B-r'sa hat kaum gelitten.

Das türkische Hauptquartier meldet: --=

«onstantinopel. 11. Dez. (SB. B. Nickstamtlch.) Stnit- licbc Mitteilung des Grossen .Hauptquartiers: Gestern mach-