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Di« ftCmpft in den Karpathen. Budapest, 10. Dez. Nack den über die Kämpfe in den Karpathen eingetrosfe- nen Meldungen ist die Lage unserer Truppen überall günstig. Das Sarofer Komitat ist von den Rüsten fast ganz geländert^ der Feind wurde bis an den Dullapaß zurückgedrängt.
tlebrr die Lage in den Karpathen urteilt der Kriegsberichterstatter der ..Franks. Zig." Frhr. von Reden: Ich wohnt- xer- fönlich den Kämpfen um Bartsa bei, wo sich das Zentrum der rustifchen Stellungen längs der galizifch-ungarischen Erenzc befand. Die Rüsten haben sich in dreifacher Linie auf de» dominierenden Höhen verschanzt, wurden aber durch einen Flankenangriff aus diesen vertrieben. Die weit vorgeschobene Artilleriedivision, bei der ich mich befand, unterstützte unseren Jn- fantcrieangrisf, der unaufhaltsam Raum gewann, durch intensives Feuer und erreichte binnen einer Stunde eine Distanzsteigerung von zweitausend auf viertausend Schritte. Die Truppen an dieser Stelle der Front, deutsch-böhmische und Kärntner, waren bewunderungswürdig. Der Erfolg im Zentrum vom 8. d. M. scheint heute zur Ausgabe der ganzen russischen Linie qc- sührt zu haben. Von unseren Truppen, die, soweit ich selbst er sah. durchweg warm ausgerüstet und sehr gut verpflegt waren. sind noch viele Reserven noch nicht eingesetzt worden. Leider wurde es durch die Verwundungen zur Gewißheit, dag nun auch die Rüsten eine Art Dum-Dumgcschostc verwenden. Aufgcsundene Patronenpäckchen zeigen einen slachen Blcikern, der aus dem vorn offenen Stahlmantel ragt. Die hierdurch hervorgerufenen furchtbaren Zerreißungen wurden seit etwa 2 Wochen in den Karpathcnkämpscn beobachtet. Ich gewann den Eindruck, daß nun die zweite Periode dieser Kämpse zum Ab s.chluh gelangt sein dürste. Jedoch sei sestgcstellt, das, diese Kämpfe zu den schwierigsten des Feldzuges gehören.
fflbntaridjnU ^Herzog frirtmi
icn , 10. Dez. (W. 33. Nichtamtlich). Aus dem Kricgs- pre^..,uartier wird gemeldet: Der Vorstand der Militärkanzlei des Kaisers, General der Jnsanterie Freiherr von Bolsros, überbrachte vorgestern Erzherzog Friedrich ein allerhöchstes Handschreiben mit der Ernennung des Armccobcrkommaildon- ten zum Fcldmarschall.
Hieraus hat Se. K. und K. Hoheit, Feldmarschall Erzherzog Friedrich Sr. K. und K. Apostolischen Majestät folgende Danksagung telegraphisch unterbreitet: Ich danke mit tiefster Rührung und aufrichtigster Bewunderung den mir unterstehenden Strcitkrästen, deren Heldenmut ich die allergnädigste Verleihung der höchsten militärischen Würde verdanke. Diese Tapscrrn werden der außerordentlichen Auszeichnung Ihres Armeeoberkommandanten mit freudigem Stolze entnehmen, daß ihre fast übermenschlichen Anstrengungen, dem übermächtigen Fcinde Stand zu halte», die allerhöchste Anerkennung ihres allerhöchsten Kriegsherrn gesunden habe und von diesem beglückenden Bewußtsein die Krast finden, mit de: Beihilfe des Allmächtigen die gewaltigen seindlichen Masten niederzuringen. Diesem großen Ziele widmen wir alle unser ganzes Können und opiern mit Freude alles, was wir haben und sind. Feldmarschall Erzherzog Friedrich. — Erzherzog Friedrich hat weiter folgenden Armeeoberkommando-Bcschl erlösten: „2e. K. und K.
Apostolische Majestät geruhte», mich mit einem allergnädigsten Handschreiben voni 8. Dezember zum Feldmarschall zu ernennen. Soldaten! Ihr habt mir durch Eueren unvergleichlichen Heldenmut die höchste militärische Würde ertämpft. Mit berechtigtem Stolz könnt Ihr dieser außerordentlichen Auszeichnung Eueres Armeeobcrlommandantcn entnehme», daß Euere säst übermenschlichen Anstrengungen, den mächtigen Feind aufzuhalten, die allergnädigste Anerkennung Sr. K. und K. Apostolischen Majestät gesunden habe». Soldaten! Ihr habt Bewundernswertes geleistet, doch ist der Feind noch nicht besiegt. Das beglückende Bewußtsein der Zufriedenheit unseres aller- höchsten Kriegsherrn wird Euch neue Kraft verleihen. Scho» wanken die Reihen des Feindes. Roch ein letzter Ansturm und der Feind ist nicdergerungen. Mit Gott für Kaiser. König ui d Vaterland. Vorwärts. Feldmarschall Erzherzog Friedrich." — Se K. und K. Hoheit, Armecoberkommandant Erzherzog Fricd- ' - hat von höchstseincr Ernennung zum Fcldmarschall Sr.
estät dem Deutschen Kaiser Meldung eisialtet und aua> dem Generalfcldmarschall von Hindenbnrg mit kameradschaftlichen Grüßen Mitteilung gemacht.
j Das türkische Hauptquartier 0 ü. " .Meldet : ,■■■■■ = ü
Konstantinopel, 10. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht. Eine lSrcnzabteiliing hat im Kaukasus Ti- ouchard, im Norden von Oity, beseht. Unsere an dechGrenzc von Ascrbcidschan operierenden Truppen sind bis Somay und Djihari, im Osten des Wilajcts Van, vorgerückt.
Türkische Entschlossenhrit. Konstantinopel, 10. Tez. (W. B. Nichtamtlich.) „Turin" gibt in einen, Leitartikel der tiefen Dankbarkeit An. druck siir die seitens Oesterreich- Ungarns zu Gunsten des osmanischcn Roten Halbmondes erfolgten Zeichnungen, unter denen die namhafte Spendung des Kaisers Franz Josef in der ganzen Monarchie als ein nachahmenswertes Beispiel anfgenonuuen worden sei. Bei dieser Gelegenheit weist der „Tanin" ans die Uebcrein- stimmung der Interessen zwischen Ocsterreich-Ungarn und der Türkei hin, welche die Frenndschast zwischen den beiden Reichen, die von Tag z» Tag eine herzlichere Form annehme, zu einer ganz natürlichen Erscheinung mache. Der Artikel schließt mit der neuerlichen Versicherung, daß die Osinanen ihre Pslicht mit Entschlossenheit und Selbstverleugnung bis ans Ende erfüllen werden.
Die Stimmung in Aeghpteu. Budapest, 10. Dez. (W. ti. Nichtamtlich.) „Pesti Hirlap" veröffentlicht eine Unterredung seines Konstantinoplcr Korrespondenten mit dem Ehef der deutschen Militärmission, General Linian von San- derh, welcher ausssihrte: In Aegypten stehen bis jetzt nur türkische Vortrnppen. Desto erfreulicher ist es, daß auch diestz, schon große Erfolge errangen und die Vorposten bis
R«n« Tageszeitung. Freitag, den 11. Dezember 1>11»
zum Sueskanal vordrangen. Doch ist die Lage in Aegypten
nicht leicht. Die Engländer kämpfen nicht bloß mit Soldaten, sondern auch mit Geld, Bestechung und Spionen. Durch drahtlose Telegraphie sind sie in steter Verbindung mit der Flotte. Sie können jeden Schritt der Türken überwachen. Wir können jedoch mit Recht hoffen, daß diese trotz aller Hinderliisse mit den Engländern in Aegypten fertig werden. Die Stimmung ist ihnen nicht günstig. Es werden unausgesetzt kleinere oder größere Ausstände gemeldet. Die tür- tischc Arinee hat sich seit dem Balkankriegc sehr gebessert; insbesondere verwandte man seine Sorgfalt dararis, daß der Vcrpflequngs- und Sanitätsdienst tadellos funktioniert. — Auch mit dem Minister des Innern Talaat Bey hatte der Korrespondent eine Unterredung. Talaat sagte: Wir sind mit allen neutralen Staaten in einem ausgezeichneten Verhältnis. Mit Bulgarien verbindet uns enge Freundschaft.
Nur gegen die Engländer! Konstantinopel, 10. Dez. (W. B. Nichtamtlich.) Wie „Taswir-i-Efkiar" erfährt, soll der Groß-Scheich der Scnussi Herolde zu den Italienern gesandt haben, um formell zu erklären, daß er, da der Kalif den Heiligen Krieg nur gegen England, Rußland n. Frankreich verkündet hat, fortan nur gegen die Engländer kämpfen werde, und endgültig darauf verzichte, die Italiener in Ly- bien zu beunruhigen, so lange er nicht angegriffen würde.
Das Ende des Bnrenanfstandes.
Kapstadt, 10. Dez. (W, B, Nichtamtlich.) Meldung des Ncuterschen Bureaus: General Botha gab eine Mitteilung aus, worin cS heißt: Der Aufstaud ist jetzt so gut wie beendet. Die hervorragendsten Führer sind tot oder gefangen genommen; nur kleine zerstreute Banden bleiben noch übrig. Während wir über die Schuldigen eine gerechte Strafe verhängen, müssen wir eine Rachepolitik vermeiden.
Moritz und Kemp ist cs geglückt, sich auf deutsches Gebiet zu flüchten, von hier aus werden sic, ausgerüstet mit neuen Waffen und Kanonen und gestützt von ihren deutschen Bundesgenossen, versuchen, in das Gebiet der Union einzu- follen. Unsere nächste Pflicht ist es also, dieser Gefahr entgegenzusehen und unmöglich zu niachcn, daß Deutsch-Süd- Westafrika jemals wieder in der Zukunft als eine sichere Basis gebraucht werden kann, von tvo aus der Friede und die Freiheit der Union bedroht werden kann. Ich hoffe und vertraue, daß das Volk auch gegenüber dieser Gefahr mit ebenso großer Kraft handeln wird, wie cs sie gegenüber dem Aufruhr gezeigt hat."
Das „Allgemecnc Handelsblnd" schreibt: „Botha, der vor keiner einzigen Gewalttat zurückgeschreckt ist, wenn dies seine Politik nötig machte, wie das ja aus der Verbannung der'Arbeiterführer hervorgeht, und wie das jetzt wieder die strenge Anwendung des Kriegsgesetzes (des Halte-deu-Schna- bel-Gcsctzes, wie die Buren mehr charakteristisch als parlamentarisch sagen) und sein Auftreten gegenüber den nationalen Wünschen vieler Afrikaner, das die feurigsten, unter ihnen augenscheinlich zur Verzweiflung brachte, zeigt. . . . ist vorläufig Sieger geblieben. Von seiner Haltung gegenüber den Besiegten wird cs zweifellos abhängen, ob Ruhe und Ordnung in das durch Bruderkrieg zerrissene Südafrika wieder zurückkehren wird."
Efr 8mütrI)M alrkrmslg aböfbliM.
Vergebliche Liebesmüh! Wien, 10. Dez. (W. V. Richt- amtlich). Wie die Blätter melden, nahmen die Bemühungen des Dreiverbandes, von den neutralen Ballanstaaten Hilfe für Serbien zu erlangen, in der Ictzicn Zeit einen energischen Charakter mi. Sie haben aber sowohl in Sofia, wie in Bukarest und Athen ein für die Enientenmächte ungünstiges Ergebnis gehabt. Jii dem Gewirr von Angeboten und Konzessionen, womit der Dreiverband in so reichem Maße arbeitet, mögen unch gewisse Versprechungen an Bulgarien gemacht sein. Allein sic erschienen nicht genügend, um die bulgarische Regierung von der Linie strikter Neutralität abzudrängcn. Achnliche Schritte in Bukarest versagten gleichfalls, wahrscheinlich auch solche, die non Rumänien forderten, cs möge in Sofia seinen Einslnß geltendmachen, uni Bulgarien von feindseligen Schritten gegen Serbien zurückzuhalten. Daß auch das Athener Kabinett den Werbungen der Ententemächte. Griechenland möge Serbien un- nrittclbare Hilfe bringen, kühl und abwchrcnd gegcnübersteht, ist bekannt. Die gricch. Negierung gab schon vor längerer Zeit bekannt, daß sie eine Bündnisverpflichtung gegen Serbien für den Fall habe, daß Serbien von Bulgarien angegriffen werde. Ein solcher Fall liegt nicht vor. somit auch keine Möglichkeit, Serbien, besten Sache die össentlichc Meinung Griechenlands übrigens schon verloren gibt, militärische Hilft zu leisten. Die Bemühungen des Dreiverbandes, den militärischen Untergang Serbiens hinauszuschicbcii oder ausznhalicn, können also ans dem Baltan als gescheitert angesehen werden.
Budapest, 10. Dez. (W. B. Nichtamtlich). Der Korrespondent des „Pestcr Lloyd' meldet aus Sofia: Die unlLngst unternommenen Schritte der hiesige» Vertreter des Dreiner- bander gipfelten in einer Verbalnote, in Ler klipp und llar erklärt wurde, der Dreiverband sei geneigt, Bulgarien bei der endgültige» Liquidation für die Fortsetzung der strengen Neutralität gegen Griechenland und Serbien territoriale Begünstigungen zu sichern. Diese Begünstigungen würden wesentlich vermehrt werden sür den Fall, wenn Bulgarien gegen die Türkei und Oesterreich Ungar» losschlüge. Man kann sich vorstel len, wie die noch ausstehende Antwort auj diese» Vorschlag aussallcn wird, wen» man bcdenlt, daß die gesamte Oessent lichkeil eines Sinnes darüber ist. daß keinerlei Hilftleistung an Serbien und keinerlei Eingehen auf leere Versprechungen ohne ein entsprechendes Faustpfand, nämlich ohne sosortig« Okkupation des anzutretenden Erbteiles, geraten ist. Dabei vergißt man nicht, hervorzuheben, baß der rechtmäßig« Besitzer der abzutretenden Territorien keinerlei Verhandlungen mit Bulgarien begonnen hat,, und daß di« Nichteinhaltung früherer Vertrage jedermann noch in frischer Erinnerung ist.
Seite i.
Griechenland bleibt neutral! Berichte au» Rom unh
Wien besagen, daß die Athener Regierung sich für die Neutralität Griechenlands ausgesprochen habe und entschlossen sei, sie nicht aufzugeben, solange nicht Ereignisse eintrcten, die sic unmöglich oder für die Landesinteresfcn gefährlich machen. — Nach einer Meldung der „Südslawischen Korrespondenz" soll der gemeinlno-e Schritt der Gesandten Englands, Frantreichs und Rußlands, welche um die militärische Hilft Griechenlands für Serbien gebeten haben, ergebnislos geblieben sein.
Eine ßoHdjüft des Merjklillijchkli Ihäfföfnlfp.
Washington, 10. Dez. (SB. V. Nichtamtlich). In d-c Botschaft des Präsidenten Wilson an den Kongreß heißt es weiter: Wir versügen wohl über Hilfsquellen, tonnen aber keinen vollen Gebrauch davon machen, da wir nicht die für die Verteilung nötigen Mittel besitzen. Wir haben einen großen Jrrlum begangen, daß wir die Entwicklung der Handelsmarine gehindert haben. Jetzt, wo wir di- Schisse brauchen, haben wir sic nicht. Alle Jrrtümcr gut zu machen, würde lange Zeit in Slnspruch nehmen und den Handel in andere. Kanäle abicn- lcn. Wir schlagen deshalb den in dem von beiden Häusern beratenen aber unerledigten Gesetzentwürfe über den Anious ausländischer Handelsschissc gewiesenen Weg vor. B-zü-; :> der Landesverteidigung sagte der Präsident: Wir sind ;.oa: gerüstet, wollen aber nicht Amerika in ein bewaffnetes Lager verwandeln. In der Stunde der G-fahr müssen wir uns nicht auf das stehende Heer oder die Reservearmee, sondern aus die wasftngcübtc Bürgerschaft verlassen. Die richtige amerikanuste Piolitik ist, ein System zu schassen, wodurch jeder freiwillig sich meldende Bürger mit dem Gebrauch von neuen Waisen und den notwendigsten Kcnntnisien des Exerzierens und Manövrie- rens bekannt gemacht wird. Die Rationalgarde soll weiter entwickelt und verstärkt werden. Mehr als das wäre nur ein Zeichen, daß wir infolge des Krieges, mit dem wir nichts zu tun haben, die Selbstbeherrschung verloren haben. Eine stark« Flotte haben wir immer als ein wichtiges Verteidigungswerk- zeug angesehen. Wer sagt uns aber jetzt, was für eine Art Flotte wir bauen sollen?
Aus Rußland.
Das russische Volk darf die wahre Lage aus den Kriegsschauplätzen nicht ersahren. Petersburg, 6. Dez. Die Preßzcnsur wird im ganzen Reiche mit drakonischer Strenge ausgeübt, um zu verhüten, daß das Volk die wahre Lage auf dem polnischen Kriegsschauplatz erfährt. Da von sozialdemo- kratischer Seite geheime Flugblätter mit wahren Kriegsberichten verbreitet werden, so befürchtet die Regierung, wenn auch die Presse noch unerwünschte Nachrichten veröffentlicht, einen Volksaus st and. Die deutsche Prcsie ist unterdrückt. Die „Petersburger Zeitung" darf nur noch bis zum 1. Januar erscheinen. In Riga ist von vier deutschen Blättern nur oln» übrig geblieben, das aber auch zu Neujahr sein Dasein beschließen muß.
Die „Nowoje Wremja" im Besitze der „Times". Ein deutscher Fabrikant, der eine Nicderlasiung in Petersburg hat, macht dem Berliner „Lokalanzeiger" folgende sehr bemerkenswerte Mitteilung:
„Es hat mich gewundert, daß In den Erörterungen über Haltung und Einfluß der ausländischen Presie noch von keiner Seite eines Umstandes erwähnt wurde, der mir von großer Wichtigkeit zu sein scheint. Dos bedeutendste russische Blatt, desien deutschfeindliche Tendenz von jeher ein gefährlicher Faktor in der internationalen Politik war, die berüchtigte „Nowoje Wremja", befindet sich seit zwei Jahren im Besitz des Konsortiums der Londoner „Times". Im Herbst 1012 wurde in Petersburg eine Aktiengesellschaft zur llebernahme der „Nowoje Wremja" gegründet, und die Anteile dieses Unternehmens sind bis auf das letzte Stück von der Timesgruppe übernommen worden. In Rußland ist dieser Bcsitzwechsel allgemein bekannt und auch französische Blätter haben seinerzeit davon Notiz genommen. Mir selbst kam der Umstand durch meine geschäftlichen Beziehungen zur Kenntnis. Die „Nowoje Wremja" hatte von meiner Fabrik wiederholt Material für ihre Druckerei bezogen. Die Zahlungen erfolgten nach dem in Rußland geltenden Gebrauch, ratenweise. Bei den letzten Lieferungen aber änderte sich der Modus: ich bekam den vollen Betrag meiner Faktura durch einen Scheck aus das Londoner Bankhaus der „Times" überwiesen. An dem geschilderten Bcsttzverhältnis kann also kein Zweifel bestehen; und es ist ein interesianter Beleg für die weit vorgrcisende Bearbeitung des Krieges durch England. Die „Times" hat sich beizeiten ein ausgir- biges Sprachrohr in Rußland angelegt, so daß die öfftnt- lichc Meinung schon seit zwei Jahren im Sinne Englands bearbeitet werden kannte. Und was die „Nowoje Wremja" heute zun, besten gibt, ist natürlich auch nur englische Arbeit."
Die russische Unordnung. Wien,?. Dez. Aus dem Kricgs- presicqnartier wird gemeldet: Das beredte Zeugnis dajür, daß die Rüsten die Ueberlcgcicheit. die in unserer besteren Disziplin und in der besteren Organisation unseres Trains und des Nachschubdienstes liegt, selbst fühlen, ist folgender vom Kommanl unten der vierten russischen Armee ausgegebener Befehl, der bei einem gefangenen russischen Offizier de» 297. Jn- sandtcric-Reginients gesunden worden ist. Er lautet:
Befehl Nr. 339 vom St. Oktober (13. Nov. n. St.) 191-1 Stach einer Meldung des aus der Gefangenschaft geflüchtete» Stadshauptmanns der l. Gicnadicr Artillerie- Brigade Szozegolcg herrscht bei den Trains unserer Gegner mustergültige Ordnung. Diese Parks entbehren jeder besonderen Bedeckung. Ich mache die Korpskommandanteil daraus ausmcrlsam »yb drucke mein tiefstes Bedauern uns, daß. ungeachtet einer ganzen Reihe von Befehlen und Anordnungen, in den Parks unserer Trains noch immer keine Ordnung herrscht. Ich befehle energische Maßnahmen, um endlich di« so wichtige Angelegenheit zu ordnen.
General Evert, Kommandant der 4. Armee.


