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Freitag, den 11. Dezember 1914.
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48.V3, ?lmt Frankfurt a. M.
Die jirmjfr (f>ncilriiaii, Sdinrnlioill n.
Siegreiches Fortichrcitcn der Kämpfe in Polen. — 19099 Nnffen gefangen. — Vergebliches
Liebesmühen des Dreiverbandes auf dem Balkan.
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Der deutsche Generalstab y==r= meldet:
WTB. Gros;cs Hauptquartier, 10. Te;., vormittags. Amtlich.
Z» der Gegend von Eouain beschränkten sich die Franzojen geftein aus heiliges Artillrrieseuer. Lin am östlichen Argon, nenrande auj Vauquois und Bouieuiller erneuter Angriss der Franzosen kan, nicht vorwärts und erstarb im Feuer unserer Artillerie. Der Gegner erlitt ossenbar große Verluste.
Drei feindliche Flieger warsen gestern aus die ossene nicht i« Operationsgebiet liegende Stadt Freiburg i. Breisga» 2 Bomben ab. Schaden wurde nicht ougcrichtet. Die Angelegenheit wird hier nur erwähnt, um die Tatsache sestzustellen, daß wieder einmal, wie schon so häufig, seit Beginn des Krieges eine osjene nicht >u> Operationsgebiet liegende Stadt von unseren Gegnern mit Bomben beworfen ist.
Oestlich der masurischen See» nur Artilleriekamps.
2» Slldpolen auf dem rechten Weichseluser nahm unsere dort vergehende Kolonne Przansz im Sturm. Es wurde» 600 Erj-ingene und einige Maschinengewehre erbeutet.
Links der Weichsel wird der Angriss fortgesetzt.
In Südpolrn wurden russische Angrisle abgewiesen.
Oberste Heeresleitung.
Lchariihorll. Gneilenair und Leipzig gesunken.
Berlin, 10. Trz. <W. T. B. Amtlich.) Laut amtlicher licher Rcutrrmeldung aus London ist unser Äreuzergeschwa. der am 8. Dezember 7% Uhr morgen« in der Nähe der Falkland.Inseln von einem englischen Geschwader unter dem Kommando des Vizeadmirals Sturdee gesichtet und ange- grjssen worden.
Nach der gleichen Meldung sind in dem Gefecht S- M. Schisse „Scharnhorst". „Gneiseuau" und „Leipzig" gesunken. Zwei Kohlrndninpsrr sind in Feindeshand gefallen. S. M. Schissen „Dresden" und „Nürnberg" gelang es zu entkam- men. Sie werden angeblich verfolgt.
Unsere Verluste scheinen schwer zu sein. Eine Anzahl Ueberlebeuder der gesunkenen Schisse wurde gerettet.
lieber die Stärke des Gegners, desien Verluste gering sei» sollen, enthalten die englischen Meldungen nichts.
Ter Chef des Admiralstabes der Marine, gez.: v. P o h l.
Hon tourt bis zu den Falklnndinlkln.
(W. T. B.) Berlin, 10. Dezember.
llnser Kreuzergeschwadsr, bestehend aus de» Schissen „Scharnhorst", „Gneisenau". „Leipzig". „Dresden" und „Nürnberg", hatte seinerzeit nach der Schlacht bei Coronet den Hafen von Santiago de Chile ausgesucht, densel- den aber nach noch nicht 21 Stunden niit unbekanntem Be- stimmungsort wieder verlassen. Vielleicht ging es nach Süden, um nach den englischen Kreuzern „Canopus" und „Glasgow" zu suchen. Inzwischen war, wie ans englischen Zeitungsmeldungen hervorgeht, ein sehr starkes eitg-^ liscktes Geschwader — genannt wurde eine Stärke von 38 Schissen — ausgesandt worden, um unser Kreuzer- geschwader auszusuche» und zu vernichten. Wie aus der amtlichen Meldung hervorgeht, stellte das englische Geschwader unter dem Kommando des Vizeadmirals Sturdee unsere Schisse in der Nähe der Falkland-Jnseln, die an der Ost- kiiste Südamerikas nördlich von Kap Horn liegen, unsere Kreuzer. Tie Angabe, daß 2 Kohlendampser in Feindes Hand fielen, läßt vermuten, daß unsere Scküfse unter dem Schutz der Inseln Kohlen übernehmen wollten oder mit der Nebernahme beschäftigt waren.
Nach den vorliegenden englischen Meldungen soll das Flaggschisf des Vizeadmiral« Grafen Spee, die „Lckwn- horsl", das Feuer eröffnet haben. lieber den darauslolgen- den Kampf ist noch nichts bekannt, doch hat man Grund^an- zunehmen, daß „Scharnhorst". „Gneisena-.-." und ..^-us-u gesunken sind, während es „Dresden" und „Nürnberg gelang, zu entkommen.
Ueber die englischen Verluste isl nichts bekannt, und es ist kaum anzunehmen, daß englischerseits genauere Angaben über den Verlauf des Zusammenstoßes und über die Zu- sammenletzung des englisck>eu Geschwaders gemacht werdem Man darf aber nicht vergessen, daß unser Geschwader >M
seit vier Monaten aus hoher See befindet und daß ohne von Kabeln oder anderen Verständigungsmitteln Gebrauch machen zu können, sich vereinigte zu erneut schweren Schlag gegen die feindliche Flotte. Kein schützender Hasen stand ihm zu Gebote zur Vornahme der notwendigen Reparaturen kein Dock zur Reinigung des Schiffsbodens. Trotzdem gelang es viele Monate hindurch, den nötigen Vorrat an Koh- len und Proviant an Bord zu nehme», ohne in Feindes Hand zu fallen.
Die Trauerbotschaft von dem Verlust der drei deutschen Kreuzer ruft in allen deutschen Herzen tiefe Wehmut hervor. Doch wir müssen die Nachricht ausnehinen, als etwas unabänderliches, etwas, das man mit Gewißheit kommen sah, denn das Schicksal der tapferen Kreitzer, die allein im loei- ten Ozean allen Angrissen der feindlick)en Uebermacht aus- gesetzt waren, war ein unabwendbares, es war lediglich eine Frage der Zeit, wann es sich vollenden würde.
Vier Monate hat es gedauert, bis die Engländer das Geschwader vernichten konnten und sie konnten nicht verhindern, daß ihnen an der Küste von Chile noch eine recht ein- pfindlicher Verlust zugefügt worden ist. Der aufgebotenen Uebermacht gegenüber sind „Scharnhorst", „Gneisenau" und „Leipzig" unterlegen. Sie sind mit Ehren untergegangen. Ob es ihnen gelungen ist, deni heinitückischen Feinde noch beträchtlichen Schaden zuzusügen, wissen wir nicht, werden es bei der Derheimlichungskunst der Engländer auch so bald nicht erfahren. Auf alle Fälle kann unser Vaterland stolz slin auf die Helden, der „Gneisenau", „Sckiarnhorst" und „Leipzig", die im weiten Weltmeer für des Reiches Ruhm gesunken sind.
Die großen Kreuzer „Scharnhorst" und „Gneisenau" gehörten zusammen mit den kleinen Kreuzern „Emden" und „Nürnberg" zur ostasiatilchen Station! sie hatten sich bekanntlich rechtzeitig der Einschließung in der Bucht von Ki- autschou entzogen. Der kleine Kreuzer „Leipzig" war auf der westamerikanischen, „Dresden" ans der ostamerikaisischen Station tätig. „Scharnhorst" und „Gneisenau" waren beide 1906 vom Stapel gelaufen und hatten gleich? Größenverhältnisse, Armierung und Besatzung-, nur ihre Geschwindigkeit war verschieden, bei „Scharnhorst" 23.8, bei „Gneisenau"
22.5 Seemeilen, also wesentlich geringer, als die Gesibw-n- digkeit der moderne» Panzerkreuzer. Sie hatten 11,600 Tons Wasserverdrängung und waren mit je 8 21 Zenti- meter-, 6 15 Zentimeter- und 18 8.8 Zentimeter-Kanonen armiert. Tie Besatzung jedes Kreuzers betrug 761 Mann. „Leipzig", ein kleiner K'enzer aus dem I"bre 1900, faßte 3250 Ton? und batle 23.5 Seemeilen Geschwindigkeit. Er war mit 10 Geschissen von 10.5 Zentimeter Kaliber ausgerüstet und mit 322 Perlenen bemannt. Der kleine Kreuzer
1907 van, Stavel gelaufen, faßt 3650 Taus, hat 2-1.5 Seemeilen Geichwindig'eit, ist mit 12 Geschützen von
10.5 Zentimeter Kaliber verleben, und bat 361 Mann De- satzung. „Nürnberg", Stapellauf 1906. Größe 3-170 Tons, Geschwindigkeit 23 Seemeilen, bat 10 Geschütze von 10.5 Zentimeter Kaliber und eine Besatzung von 322 Mann.
fug OfMrii dfsi f-flifm CfbflTfrt.
Berlin, 10. Dez. fW. T. B. Amtlich.) Das Befinde» S. M. des Kaisers und Königs bet sich erheblich gebessert. Ter 5latarrh ist in> Rückgänge, die Temperatue nornial.
Berlin, 11. Dez. <W. T. B. Richtomtlich.) S. M. der Kaiser konnte auch gestern de» Bett u»r zeitweise urrlass-n. Er nahm aber de» Vortrag des Chefs des Generalstabs des Feldheeres über die Kriegslage entgegen.
stimmen unlerer 9>raiifr über die Mach! in Polen.
Ein englisches Geständnis. Amstcrdaui, 10. Tcz. Das i» seinem Deutschenhaß böswilligst aller Blätter, die „Tailn idüj m, unter dem Eindruck der Einnahme von Lodz zu iolgeiidem Geständnis hinreißen:
E« hat nicht dieses Krieges bedurft, um zu beweisen, daß die Deutschen in nü'iläriich.n Dingen das gründlichste Volk der Welt sind. Sie haben schon inimer diesen Ruf ge- Iiabt. unt wii fernen täglich kennen, wie sehr sie ihn ver- dienlen. Dazu komm! eine Eigenschaft, die sie in demselben heben Maße besitzen wie wir: ein snstemotisckie? Anpal'-ngs-
Vti»lögen iitid die Hartnäckigkeit in der Dv.in inhtnn.:. 7is »wäll die Deutschs,i z„ solch furchtbaren Gegnern. .»> in soll nickst behaupten, daß, weil Deutschland nicht gewinnen keim, es folglich unbedingt verlieren Müsse. T-ntschland ,!t beule so einig wie nie zuvor. Ein einziger Gedaule V7- beirscht die 70 Millionen: Ter Oiedanke, alles daran zu setzen, um zu gewinueii.
Ter Zweck der deutsche» Offensive. Kristiauia, 9. 7 ;. Den, „Jntelligents Sedler" wird aus London telegrapbieti: Ter deutsche Feldzugsplan bezwecke anscheiueiid, die quer durch Polen laufende große Haiipteifenbahiiliiiie von C n- stochan nach Warschau, zu erreichen. Lodz sei strategisch gänzlich wertlos. Tie Eisenbahn sei jedoch für Heranseliaf- snngen aller Art ftir die russischen Heere rnißervrbentlich wickitig. Die Deutschen rüeken auf drei parallelen Straßen gegen die Eisenbahn vor, nänilich von Thorn gegen Lowicz, von Kalijch »ach Lodz und von der schlesischen Grenze nach Petrikan. Falls die deutsche» Truppen in Lodz ständen, wären sie nur noch 15 englische Meilen vo» dieser wichtigen Etapvenlinie entsernt.
Nußlaiids „Heger iche Trsenhve". Rotterdam, 10. Dez. Die „London News" macht den Versuch, die ungünstige Lage in Russisch-Polen filr ihre fielet zu erlläre», um »ach Möglichkeit den schlechten Eindruck zu verwischen, den diese unuugr- nehme Nachricht nach den übeeschwenglichen Hossnungcn von sriiher in London jetzt machen muh. Wie das Blatt mitieilt, bat das Auftauchen »euer starker deutscher berresmahcn i ine Neuoedining der russischen Truppen nötig gemacht. Wohl seien die Vorteile der Deutschen aus den wichtigsten Punkten „nvrr- kennbar, doch msisie man mit dem Charakter der russischen Armee rechne», deren grötzle Stärke schon zu Napoleons Zeiten nicht im Angriss, sondern in der „siegreichen Defensive" gelegen sei (]') — Die Engländer dürsten aber nicht vergehen, dah die Deutschen nicht in den Fehler Napoleons versallen und in das Innere Ruhlands ohne genügende Sicherung einrücken weiden. Ader ganz abgesehen davon, ist die Sprache doch jetzt recht Ileinlaut geworden. Vor Tische las man's bekanntlich anders. Damals begnügte man sich nicht Mit der „siegreichen Defensive" sondern es wurde prahlerisch verkündet, dah die MiNionenheere Nuhlonds Deutschland und Oesterreich überschwemmen sollien. Ma» sieht, unsere Feinde find bescheidener geworden.
Die Franzosen Lbee Lodz. Amsterdam, I». Dez. Wi» mir. Poris gemeldet wird, gab der amtliche französische Bericht von gestern abend die Einnahine von Lodz durch die Deutschen In folgender Fassung bekannt: An der russischen Front sind deutsche Angrisfe abgeschlageti morde». Lodz wurde von den Niisieii geräumt. 2» dem aus strategischen Echchtspunlien wicküige» Kelände von Ealizien haben die Oesterreicher, oskeo- bar verstärkt durch deutsche Truppen, die Angrisfe gegen de» rlissischen linken Flügel wieder ausgenommen.
Nene Kämpfe im Westen?
„Bcrlings. Tid." meldet aus Rotterdam: Hier liegen verschiedene Nachrichten vor, wonach von neuem ein heftiger Kampf an der P s e 1 1 i n i c tobt. Der Kampf wurde Samstag abend von den Deutschen eröffnet, die einen mit starker Kraft gesühr- ten Angriff gegen P p e r n sührten. Am Samstag hatten sie noch leinen Eisolg erreicht. Spätere Nachrichten hat man mir von England erhalten, und diese sind, wie gewöhnlich, op- limistisch gefärbt.
Beiwiehung der Käste. Dem „Beel. Lokalanz." zusolg« wird von der holländischen Grenze nach Antwerpen gemeldet, dah vorgestern eine heilige Beschiehung der belgischen Kujit durch ein englisches Kreuzergejchwader stattfand, ossenbar in« das Loriüäeii der Deutschen aus Niruport zu verhindern. Gleichzeitig unternahmen eine Torpedobootsslottille eine Er kundungssahrt nach Zeebrüggc, ohne z» feuern.
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Der österreichische Generalstab ! — meldet : J
Wien, 10. Dez. tStichlamtlich). Amtlich wird verlaut- barl: 10. Dezember, mittags:
Vereinzelte Nachtangrisse der Ruhen im Raume südnirsl- tich Roworadomsk wurden abgewiesea.
In Westgal!;!?-- brachte der Gegner starke Kräste in den Kamps. Bisher wnrde» hier über 10 000 Ruhen gesungen genommen. Die Schlacht dauert auch heute sort.
Unsere Operationen in den Karpathen führten bereit» zur Wiedergewinnung erheblicher Teile des eigenen lSebiei»,
Der Stellpertreter des Lhess des Eeneralstabs: von höjer, lüeneealmajor.


