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I leiden, streiten. Hören wtr, was sie uns zu erzählen wissen, was sie uns zu sagen haben. Wenn Kriegslärm alle: Art uns bange macht, nehmen wir Zuflucht zu den Dichtern und zu den Denkern, die dar Menschenleben von einem höheren Standpunkt aus betrachten. Suchen wir in ihnen die deutsche Seele, die Quell- herzstärkender Zuversicht, W-ltfreudigkeit. Menschern Vertrauens und frommen Eottempjindens. Vernehmen wir di« hehren Klänge von Liebe und Treue, von Großmut und Heldenhaftigkeit: hören wir das harmlos heitere Lachen des deutschen Humors; versetzen wir uns durch das Buch in schönere, bester« Welten, so UNS die gegenwärtige nicht gefallen will. Wenn der Frieden kommt, dann wird Zeit genug fein, uns auch wieder mit den Literaturwerkcn unserer Gegner zu befassen. In diesem Jahre, Ihr Freunde, wollen wir deutsche Weihnachten halten. Erfreuen wir uns in dem Buche des Christbaums wieder einmal der deutschen Seele.
Die Zeit der langen Nacht ist gekommen, wir brauchen ein Licht.
Krieglach, im Oktober 1911.
Peter Rosegger.
Nom Felde pjjga|| der Khre.
Nachruf. Unsere braven Krieger berichten aus dem Leide, daß sie sich allmählig selbst an dem Anblick der grauslichsten Dinge gewöhnt haben. Auch wir Zurückgebliebenen werde angesichts de« sich häufenden unnennbaren Wehs, das wir tagtäglich erleben müssen, zwar nicht gleichgültig, aber doch abgestumpft. Nur manches Mal, wenn die Kunde kommt, dah wieder Einer, der uns ganz besonders nahcgestandcn hat, dem ninnnermordcnden Kriege zum Opfer gefallen ist, znckt ganz besonderer Schmerz durch unser Herz. So war cs auch, als wir die Nachricht erhielten, dah unser lieber, guter Georg Jacobi von Rodheim v. d. Höhe aus dem östlichen Schlachtfeldc gefallen sei. Wer hätte geglaubt, daß wir ihn« vor 3 Wochen, als er mit dem Landsturm auszog und »ns zum Abschied grüßend zuwinkte, zum letzten Male in die treuen Augen blicken würden! Doch wir müssen uns mit der rauhen Wirklichkeit abfinden: Unser Gg. Jacobi ist nicht mehr, Ein ächter deutscher Mann ist mit ihm dahingcschicdcn, ein treuer liebevoller Sohn, fleißig in seinem Berufe, gewissenhaft und aufopferungsvoll au! allen Posten, da ihn das Vertrauen seiner Mitbürger und Bcrufsgenosscn hingcstellt hatte, ein lieber und frohgcninter Kamerad im gemütlichen Kreise: überall im Ernst und im Sckicrzc auf seinem Platzes Darum hat er nicht vergebens gelebt, lein Andenken wird allezeit fort- lcben in den Herzen derer die ihm nahcstanden und die ihn kannten. Mögest du sanft schlummern, du lieber Freund, fein der Heimat, aber in deutscher Erde!
Einen guten Kampf Hab' ich auf der Welt gekänipset:
Denn Gott hat mir gnädiglich all' nicin Leid geüämpfet;
Daß ich meines Lebens Lauf Seliglich vollendet,
Und die Seele himmelauf Christo zngewendet!
Petterweil, 10. Dez. Reservist und Tambour Winkler von hier wurde infolge eines schwierigen Patrouillenganges in Rußland mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Dem mutigen und tapferen Vaterlandevertcidiger ein dreimaliges Hurra!
Danksagung.
Bei dem so überaus schweren und schmerzlichen Ver-!
I lüfte meines lieben, unvergeßlichen Gatten, unseres gelieb-!
| tcn Sohnes, Schwiegersohnes, Bruders, Schwagers u. Onkels |
Heinrich Fischer
J sind uns so viele Beweise herzlicher Teilnahme zugegangen. | daß wir nur auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank [ ausfprechen können. Wir duiken insbesondere Herrn Pfarrer I > Ritter für die trostreichen Worte, dem Gesangverein Eer-1 munia, den vereinigten Krieger- und Militär-Vereinen, dem Landsturm-Bataillon Friedberg und dem Bezirkskommando, seinen Kameraden, sowie für die vielen Kranzspenden uns> die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung unseres | | lieben Heimgegangenen.
Friedberg, den 10. Dez. 191-1.
Minna Fischer und Kind, Familie Heinrich Fischer, Familie Heinrich Billasch.
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Schuhlager Heinrich Hess
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Stefan Kahn.
Tageszeitung. Donnerstag, den tu. Dezember 1914
Seite 3.
Ans der Heimat.
* Friedberg, 10. Dez. Als Hauptschöffen wurde» ausge
lost: Ruppel, Hrch., Kaufmann, Friedberg: Eisenmann, Karl, Kaufmann, Friedberg: Weith, Hrch., Landwirt. Rieder-Wüll- stadt: Schneider, Hrch. Balth., Kaufmann. Friedberg: Dr. Me- gerle, Wilhelm, Chemiker, Friedberg: Fourier. Franz II., Kaufmann, Friedberg: Metzcndors, Heinr., Möbclhändler,
Friedberg: Schndt, Hrch. II., Mühlcnbesitzer, Bruchenbrücken: Kann, Julius, Fabrikant, Friedberg: Heß. Wilhelm Adam,
Schlostermeister, Friedberg: Weber, Alexander, Kaufmann:
Friedberg: Huih, Adolf. Buchhalter, Friedberg: Winkler. Rnd.. Zahnarzt. Friedberg: Dr. Trapp, Max, Chemiker, Friedberg: Isidor Stern, Kaufmann, Friedberg: Heß, Heinrich, Schuhwa- icnhändlcr. Friedberg: Schccbci, August Gottfried, Gastwirt,
Friedberg: Rcuß, Georg Martin. Akübclhändler, Friedberg:
Giar. Ludwig, Landwirt, Ober Rosbach: Kreuder, Ioh Dan., Heinrich, Kaufmann, Friedberg: Cchönberg, Willy, Kaufmann, Friedberg: Burk. Philipp Ludwig, Ubrmacher, Friedberg:
Kogler, Julius. Tapezier, Friedberg: Roth, Heinrich Johannes Balth., Landwirt, Kaichen. — Als Hilssschössen sind bestimme Musch, Heinrich Wilhelm, Wirt, Friedberg: Sulzmann, Karl, Schuhwarcnhändler. Friedberg: Engel, Karl, Bäckermeister, Friedberg: Meyer, Theodor, Bäckermeister, Friedberg: Vogt-
mann, Adolf, Lokomotivsührer, Friedberg: Schneider, Emil, Buchbinder, Friedberg: B!um, Heinr., Metzger, Friedberg:
Engelter, Johannes, Schneidermeister, Friedberg: Erle, Christoph Heinrich, Schuhmacher, Friedberg: Fäuerbach, Karl, Kaufmann, Friedberg. Außerdem sind 71 Personen aus sämiliche» Gemeinden des Bezirks als Geschworene in Vorschlag gebracht.
* Obcr-Rosbach, 10. Dez. Am heutigen Tage begeht Herr Jakob Schlottner sein Löjährigcs Dienstjubiläun, als Postagent. Mit seiner Vorgesetzten Behörde wollen auch wir dem Jubilar zu seinem Ehreniage die herzlichsten Glückwünsche darbringen. Möge er noch lange Jahre in gewohnter Rüstigkeit seinem Posten vorstchcn, damit er, da er vor llebernahme der Postagentur schon 12 Jahre als Briefträger tätig war, in drei Jahren sein 40jiihriges Dienstjubiläum begehen kann und dann auch für eine festliche Begehung eines solchen Tages eine andere Stimmung vorhanden sein wird, als der gegenwärtigen schweren Kriegszeit mit seinen traurigen Begleitumständen.
Berstadt. Ein Gruß vom Schlachtfeldc! Damric, den 5. Dezember 1914. Zwei junge Artilleristen aus Berstadt vom Feld-Artillerie-Regiment Nr. . . . gedenken mitten im Kanonendonner ihrer lieben Angehörigen, Verwandten und Bekannten in der Heimat und senden ihnen in der Hoffnung auf frohes Wiedersehen die herzlichsten Grüße!
gcz. Kanonier Storck I., Gesr. Gnst. Frank.
F. C. Bon der Lahn, 4. Dez. Während gestern drei Mann der Bahnwachc von der 3. Kompagnie des Landstnrm- Ersatz-Bataillon Liinburg" am Tunnel bei Dillnrar an der Strecke Gießen-Lahnstein den Tunnel um 12 Uhr niittags okpatrouillierten, kreuzten in demselben zwei Züge. Die Landstürmer Löw und Schneider wurden von den Zügen ersaßt, dem crstcren ein Bein und ein Arm abgefahren, letzterem schwere Kopf- und Armvcrletzungen bcigebracht. Low starb kurz darauf, Schneider erlag den Verletzungen am Abend im Krankcnhause in Limburg. Der dritte Land- stürmer kam mit dem Schrecken davon. Dieser ist a»S Höchst, die Verunglückten stammen ans Villmar.
F. C. Die Darlehnskasicn und der Krieg. Ans den Darlchnskasscnvereincn des Regierungsbezirks Kassel, fließen fortgesetzt reichliche Geldspenden beim „Hessischen Verband" ein. Für das „Rote Kreuz" sind bis jetzt 10,167,19 Mk. abgeliefcrt worden. Zu Gunsten der Raiffeisenbruder in Ostpreußen beträgt die Sanmilnng 9703 Mk. Für Lie
besgaben an die Truppen wurden neben Wollsachen, Tabak »nd Zigarren 13,690 Mark gestiftet. Die KriegSspendc
betrug bis Mitte November 46.190 Mark.
F. C. Oberlahr,sie!». 4. Dez. Die Stadtverordneten beschlossen einen Teil des Friedhofes für die im Feldzug Gefallenen oder an ihren Wunden gestorbenen Krieger für Kriegergräber anzulcgcn.
* Jesberg, 9. Dez. Sieben Söhne hat die Witwe Hirjch- berg im nahen Zwesten, nachdem nunmehr ihr Jüngster eingezogen, unter den Fahnen stehen, von denen der Aclteste in Rordsrankreich, die übrigen im Osten kämpfen.
» Darmstadt. 10. Dez. Der zu Ehren des Zaren auf der Kiinstlerkolonie befindliche „Nikolaiweg" hat dieser Tage eine ehrenvolle Umtaufe erfahren. Schon seit einiger Zeit ist das ossiziclle eiserne Schild verschwunden und nun prangt seit ei- nigen Tagen ein Pappdcckeischild an der Stelle mit sauber von Hand gcsertigtcm Rainen: H i » d e n b u i g st r a ß e.
Dotes Hrenz.
An namhafte» Gaben für das Rote Kreuz wurden aus der nördlichen Wetterau gegeben aus den Feldbcreinigungskaisen der Gemeinden Birklar 200 Eberstadt (Kr. Gießen) 0003-, Fauerbach v. d. H. 500 3t, Griedel 200 .ii, Hattenrod 200 Muschenheim 250 Obbornhofen 300 .K, Obcrhürgern 200
Iltphe 200 .«, zusammen 2520 Durch Herrn Regie- rungsrat Schnittspahn sFriedbergj angeregt, fanden die genannten Kosten willig zu diesen Zuwendungen stch bereit. Die Beträge wurde» am 4. d. M. an den Zwcigvcrein des Roten Kreuzes in Friedberg abgeliesert. Die Opserwilligkeit der ge- nannten Gegend erscheint um so anerkennenswerter, als aus derselben schon größere Summen sur den gleichen Zweck gestiftet waren, nämlich Niederweisel 1000 .« an das Rote Kreuz in D-rmstadt und 1000 ,K an den Niederweiseler Ortsgeistlichc» zur Beschasfung von Liebesgaben a» Niederweiseler Soidaicn und deren Angehörigen die Bad-Nauhcimer Kaste 200 .W für die Kricgssürsorge Bad-Nauheim, und 200 ,U an die Eainniel- stclle des Roten Kreuzes daselbst. Die Feldbercinigungskaste Stammhcim gab 205 ,U für Christgeschenke an Stammheimer Soldaten im Felde: Griedel hat außer der vorher genannten Summe noch 200 ,U für Ortskriegssürsorge gegeben. Das ergibt zusammen den ansehnlichen Betrag von 5415 .«. Rüg« das schöne Beispiel viel Nachahmung finden.
Geschäftliches.
Den goldenen Prei» hat die bekannte Verlagsbuchhandlung W. Vobach 6c Co., Berlin, Leipzig, Wien, Zürich aus der Weltausstellung für Buchgewerbe und Graphik (Dugraj, Leipzig 1914, für hervorragende Leistungen auf verschiedenen Gebiete» der Technik erhalten. Der Ausstellungsraum der Firma W. Vobach & Co. bildete einen besondere» Anziehungspunkt jür jeden Ausstellungsbesucher.
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Eoticsdieuft in der Stadilirche.
Freitag, den 11. Dezember, abends S‘/ t Uhr: Kriegsbittandacht. Herr Direktor S ch o e l l.
Franksurler Weiterbexichi.
Voraussage: Ziemlich bedeckt, zeitweise Niederschläge, mild, südwestliche Winde.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l, Friedberg; für den Anzeigenteil: K. Schmidt, Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tagcszcitiiag" _ A. G.. Friedberg i. H. _
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Impfung.
Es ist noch eine größere An- l von impspflichtigen Kindern st geimpft. Es ist Eclegen- : hierzu am Mittwoch, den 9. ! Mittwoch, den >8. Dezember, ^mittags >3 Uhr im Saal r den Pserdeftälle». Eleich- ig können die Kinder zur Er- nng eines Jmpficheiner vor- ellt werden, die von prallen Aerzten der Stadt geimpft >. die oder wegen der Aberlse selben in» Feld keinen Imps, in bekommen haben. Feie»»««, den «. Dez. 1914. %tt «iiegerweistee.
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