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Neue Xagtejcidmg. Samstag, »eu 5. Dezember 1»14
»tfin „Jioilipetlc" Räuber und Meuchelmörder überhaupt »ach vis ehrliche Soldaten angesehe»! werden solle».
Uor 1*£* Jahrs«.
Ein türkisches Schreibe» au Englaiib
Als im Jahre 1791 die Engländer «ich erboten, in dem Krieg zwischen der Türkei und Rußland die Vermittlerrolle B» übernehmen, schrieb drr Großvezier an den englischen Gesandten in Konstantinopel:
„Der Grobherr siihrt für sich Krieg und macht für sich Frieden. Er kann seinen Sklaven, seinen Dienern, seine Untertanen trauen, er kennt ihre Gesinnungen, hat ihre Tugenden erprobt und kann ans ihre Treue rechnen: eine Lugend, die schon lauge aus Enrcni Winkel von Europa verbannt ist. Wenn alle anderen Christen die Wahrheit sagen, so kann man sich doch nicht auf die Engländer ner- lassen, diese verkaufen das ganze Menschengeschlecht. Wie kommt Ihr nun zu dem Anerbieten, unsre Vermittler bei Ruhland zu werden? Warum wollt Ihr einem Reiche, das nach Eurem Ausdruck von Ungläubigen bewohnt wird, Dienste leisten? Wir brauchen weder Eure Freundschaft, noch Eure Hilfe, noch Eure Vermittlung. Geld ist Eure Gottheit und daher ist der Handel alles bei Euren Ministern und Eurer Nation. Kommt Ihr denn, »ns n» R»»ß- land zu verkaufen? Nein, lasset »ns selbst mit unseren Händeln fertig werden! Weg mit Eurer Vermittlung zwischen der Pforte und Russland! Es ist imnicr Eure Sache gewesen, das ganze Menschengeschlecht in Streit zu verwickeln und hernach vermöge Eurer Treulosigkeit Nutzen davon zu ziehen. Wir wollen von Euch nichts mehr hören »nd deshalb befehlen wir Euch, auf diese Schrift nicht wieder zu an, warten."
Die Diels- und Fleischpreise während des Krieges.
Entgegen der Preisbewegung für Getreide, Mehl und zahlreiche andere Lebensmittel hat sich die fiic Schlachtvieh wahrend des Krieges ziemlich ruhig gestaltet, insbesondere für Rinder und Schafe. Vergleicht man die dreimonatigen Durchschnittspreise nach Maßgabe der ossizicllen Notierungen am Berliner Schlachiviehmarltc, so ergibt sich, daß gegenüber den Preisen vom Zeitraum Mai-Juni während der Kricgsmonate August-Oltober nur die besseren Sorte» Rinder, Bullen, Karlen »nd Kühe um einige Prozent im Preise gestiegen sind, oogegen die minderwertigen Sorten von diesen Viehgattungen sowie auch Stallmastschase Preiseinbußen zu verzeichnen haben. Darin ist bis jetzt la»m etwas Wesentliches geändert worden. Ein Grund für etwaige Aenderungen der Kleinhandelspreise für Rind- und Hammeljleisch ist somit nicht ersichtlich. Die Preisbewegung für Kälber und Schweine wies da- gegen ziemlich starke Gegensätze aus. Es kosteten nämlich Ivü Kilogramm Lebendgewicht in Mark:
Mai.Juli Aug.-Okt. 21. Rov, 1914
feinste Mastkälber
04,92
50,40
59.—
mittlere Mastliilber
• r>7,99
48,33
52,50
geringe Mastlälber
50,95
41,71
44,—
aolljleischige Schweine bis
3 Ztr. Lcbdgew.
44,—
51,95
56,50
vollsteischige Schwei»»e bis
249 Psd. Lcbdgew.
13,73
50,77
54,50
vollsteischige Schweine
unter 199 Psd.
41,34
44,23
46,50
Während also die dreimonatige» Durchschnittspreise für Kälber während des Krieges erheblich gefallen sind, konnten sich die an sich recht niedrige» Cchweinepreise während des Krieges einigermaßen erholen. Die Steigerung setzte merklich im letzten Drittel des Monats September ein, war seitdem ober vielfachen Veränderungen unterworfen. Gegen die gleiche Zeit des Vorjahres bleiben die jetzigen Cchweinepreise noch erheblich — um 5 bis 12 M für den Zentner — zurück, so daß von einer Teuerung des Schwcinesleischcs nicht die Rede sei» lann. Die Viehzählung von Ansang Juni dieses Jahres botte belanntlich das erfreuliche Resultat gezeitigt, daß die Schwei-
nezüchtung im Laufe des letzten Jahre» zifsernmäßig »m fast 2‘A Millionen Stück gewachsen war. Die vorzüglichen Fulter- crnicn der beide» letzte» Jahre sind in besonderem Maße unserer Viehzucht zugute gekonimcn, so daß wir bei Ausbruch des Krieges über einen ausgezcichnetru Kricgsschatz an Fleisch verfügten und die gesperrte Vicheinfnhr aus Rußland und Oesterreich-Ungar» kaum empfinden. Unser HaupUiescrant an Vieh ist übrigens im Laase d:r letzten Jahre Dänemark geworden, das zweijellos die zollfreie Einjnhr »ach Deutschland gegenwärtig in ergiebigen» Maße «»»»nützen dürste. Darf »na» somit mit Befriedigung stststellen, daß ein Flcischmungcl in Deutschland jür absehbare Zeit »ich. zu befürchten ist, selbst wenn wir täglich größere Menge» Fleisch siir »nscre Truppe», »ach Frankreich oder dem Osten sende» »»üsscn, so erwecken die in diesem Jahre fehlende:! Faltermillel aus dem Auslände, »a- »ncntlich russische Kleie und Gerste, doch gewisse Besorgnisse siir unsere künstige Fleischprodultion. Der sehr umfangreiche Auftrieb von Schlachtvieh an de» Biehmärltc» deuiet daraus hin, daß die Vichzüchtuiig infolge der hohen Futtermittelpieise vielfach eingeschränkt wird. Es wird so:nit wesentlich von der Dauer des Krieges abhängen, ob auch die Vieh- und Fleisch- prcise steigen »oerdeu.
Ans |fcü?»nt.
* Gieße»», ü. Dez. Die ernste und die heitere Muse lou» nie»» am Sonntag in zwei Vorstellungen des Eießencr Stadt- lhcoters zuin Worte, die beide von Publik»»»» wie Presic als geradezu glänzend ancrtannt worden sind. Am Nachmittag wird Lessings „Minna von Barnhelm" bei Volksprcisen u »d zwar zum letzten Male gegeben, am Abend „Wallenstcins Tod", desicn Aufsühru»»g zu G.aßhcrzogs Geburtstag ganz besonders gefalle» hatte. Die lest.ree Vorstellung sindct bei kleinen
Hessen-Nasiau.
* Wiesbaden, 5. Dez. A»» i. Dezember- d. I. waren im
Regierungsbezirk Wiesbaden von der Maul- und Klauenseuche betroffen: im Landkreis Wiesbaden die Gemeinden:
Erbcnheim, Weilbach, Eddersheim, Dcckenheim, Kloppenhcim; im kreise Höchst a. M.: Okristel, Unieriiederbach, Sindlingen, Hattersheim, Ried, Zeilsheim, Sossenheim: im Obertaunuo-
krcis: Obcrursel, Cronberg, Wcißkirchen, Kalbach: im Kreise Limburg a. d. Lahn: Niederzeuzheim: iin llnterwestcrwald:
Selters, Montabaur, Viclbach, Niederelbert, Holler: lm Oberwesterwald: Liinbach, Luckcnbach, Niedermörsbach, Merkclbach: :»n Kreise Westerburg: Mcud, Niedersain und Mähren. Ferner der Stadtkreis Wiesbaden und der Kreis Frankfurt a. M.
Spietplan des Stadtthcatcrs in Gießen.
Sonntag, den 6. Dezember, nachm, halb 4 Uhr: „Minna von Barnhelm". Volkspreise. — Abends halb 8 Uhr: bei
kleinen Preisen: „Wallensteins Tod".
Dienstag, de» 8. Dezember, abends 8 Uhr: „Als ich noch im-Flügelkleidc". 5. Dicnstag-Abonn.-Vorst. Gew. Pr.
Donnerstag, den tü. Dezember, abends 8 Uhr in Marburg: „Der Strom". 4. Abann.-Porst.
Freitag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr: „Hajemanns
Töchter". 5. Frcitag-Abonn.-Vorst. Gew. Pr.
Weihnachtsüitte
für die Verwundeten.
Das diesjährige WeihnachtSsest soll auch unseren verwundeten Kameraden in den hiesigen Lazaretten einen Strahl dankbarer Liebe für ihre großen Opfer draußen im Dienste des Vaterlandes bringen und ihnen in der Heimat eine kleine Freude bescheeren. Darum bitten wir alle Freunde derfclbev.in Sladt und Land um Gefchenke aller Art, besonders um praktiickie Gegenstände (Wollenes Unter- .zeng, Hoienträger, GeldNschchen, Briefpapier, Taschenlämp- chen, Zigarren, Tabak, Aepfel, Nüsse und bergt.) und Bücher oder uni Geldspenden, die es ermöglichen, den Weihnachtstisch für unsere Verwundeten zu decken und das Herz der vielen, die das schönste Fest der Liebe und Freude fern vo»i ihren Lieben feiern müssen, ein wenig zu erfreuen. Gaben für bestimmte Verwundete, die etwa dem Geber nahestehen.
werden am besten verpackt und mit Namensangabc de» zu Beschenkenden übersandt. Alle Gaben bitten wir an Frau Oberinspektor Koch in der Gewerbeschule spätestens bis zum 1k>. Dezember einzufenden oder abzugcbcn.
Prof. Werner. Stabsarzt Dr. Achert. Oberinsp. Koch.
üklknfjirilntttstiiiningamrlKindkrlritdbkrgs. Mir nm Weil)nachtsftnlren.
Zum bevorstehenden Weihnachtsfcste haben sich 70 bcdiirstigr Kinder gemeldet, welche mit einer Weihnachtsunterstützung erfreut werden sollen. Do unsere Einnahmen in diesen, Jahre infolge der schweren Zeiten, welche über unser Vaterland her- eingebrochen sind, gegen frühere Jahre bedeutend zuruckbliebe»:, unsere Bedrängten zu Hause aber hierunter nicht leiden sollen, jo dürfen wir auch wohl in diesem Jahre die höfliche Bitte aussprechen, uns nach Möglichkeit init baren Zuweisungen unterstützen zu wollen. Gaben werden dankend cntgegengenom- nien von den Vorstandsmitgliedern:
I. Dörr, Kauf»nann. W." Eevrgi, Apotheker. I. Hcineck. Geoincter 1. kl. E. Klebcrger, Pfarrer. Th. Mörschel. Bauunternehmer. Ph. Philipps, Hauptlchrer. H. Rausch, Kaufmann. W. Roßbach, Fabrikant. Dr. L. Seyd, Rcchrs anwalt. R. Walz, Profeffor.
Weihnachtslntte.
Die lieben Kleinen unserer hiesigen Kleinkindcrschnl« »vollen wir mit linder Hand an der Kriegsnot vorübersühren und ihnen auch diesmal die Freude einer Ehristbescherung bereiten. Wir bitten deshalb um gütige Zuwendung von Geld und sonstigen, ihr Herz erfreuenden Gaben in der angenehmen Hoffnung, daß wir auch jetzt nicht vergeblich bitten. Fliedberg, am 1. Dezember 1914.
Fräulein Amalie Blum. Frau Pfarrer Klederger.
grau Kreisrat Freifrau Schenk zu Schweinsberg.
Frau Bürgermeister Stahl. Frau Kausm. A. Weber.
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tu» de» nächste» 3 Sonntagen bis 6 Uhr geöffnet.


