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Der österreichische Generalstab meldet:

W B. Wien, 28, Roo. (Nichtamtlich). Amtlich wird verlautbart: Der gestrige Tag verlies an unserer ganzen Front in Russisch-Polen und Westgalizien sehr ruhig. In den Karpa­then wurden die auf Homonna vorgedrungenen Kräfte geschia- ge» und zurückgedrängt. Unsere Truppe» machten 15 0 0 E e - f a n g e n e.

Der Stellvertreter dcs Chefs des Eeneralstabs: v. Hofer, Generalmajor.

Wien, 28. Nov. (W. B. Nichtamtlich). Amtlich wird verlautbart: Die Lage ist unverändert. In Russisch-Polen verlies der gestrige Tag im allgemeinen ruhig: einzelne schwäch­liche Angriffe der Russen wurden abgewiesen. Die Kämpfe in den Karpathen dauern fort.

Die Kämpfe in Serbien. Wien, 28. Nov. (W. B. Nicht­amtlich). Vom südlichen Kriegsschauplatz wird amtlich ver­lautbart: Auch gestern wurde aus dem südlichen Kriegsschau­platz fast auf allen Fronten gekämpft. Mehrere wichtige ver­schanzte Positionen wurden hierbei erstürmt, vor allem die do­minierende Stellung von S i l) a k. Insgesamt wurden etwa 9 0 0 Gefangene gemacht und drei Geschütze erbeutet. Tcr von dem serbischen Presseburea» verlauibartcSieg" über eine österreichisch-ungarische Kolonne bei Rogatiza verwandelte sich gestern in einen Einmarsch unserer Kolonne in Uzice. Mit dem erbeuteten Train wurde der 18 Jahre alte Enkel des Woimo- den Putnik gefangen: in Anbetracht seines jugendlichen Alters und seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zum serbischen Heerführer wurde die Versagung getroffen, ihn mit Rücksicht »u behandeln.

weitere Erfolge in Serbien. (W. B. Nichtamtlich). Vom sü,. gen KrieMschauplatz wird amtlich gemeldet: Der Gegner leistet in der jetzigen Eesechtssront verzweifelten Widerstand und versucht, durch heftige Gegenangriffe, die bis zur Bajonett- tämpsen gedeihen, unsere Vorrückung aujzuholtcn. Die am östlichen Kalubara-User stehenden eigenen Truppen haben stel­lenweise wieder Raum gewonnen. Die über Valjewo und >üd- lich vorgerückten Kolonnen haben im allgemeinen die Höhe des Ljig-Flnffes und die Linie Suvobor, sowie das Etratzendreieck östlich llziel erreicht. Gestern wurden insgesamt zwei Regi­mentskommandanten, 18 Offiziere und 124.", Mann gefangen genommen.

Vollständige Vertreibung der Serben aus Bosnie«. Stach den crsolgreichen Kämpfen bei Romanja-Planina haben an der iüdostlichen Grenze des Serajewoer Bezirks noch einig« serbi- iche Banden und auch eine größere Abteilung regulärer Truppen Stellung genommen, welche den bosnischen Flügel unserer Ar­mee andauernd beunruhigten. Donnerstag wurden die Serben durch unsere bosnischen Regimenter angegriffen, ihre Stellun­gen erstürmt und der Feind verjagt. Die Serbe» haben große Verluste erlitten, es wurden 888 Gefangene gemacht. Durch die Vertreibung dieser Truppen ist der letzte Rest der Serben aus Bosnien geworfen.

Verleihung des fcii'mint Kreiijes an kn WkiM LlWlS Sniiwlor.

Wien, 25. Nov. Erzherzog Leopold Salvator, der vor einigen Tagen zu kurzem Aufenthalte vom Kriegsschauplatz in Wien eingetrojjen ist, empfing gestern von Kaiser Wilhelm folgende Depesche:

Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit Erzherzog Leopold Salvator voii Oesterreich.

Großes Hauptquartier, 24. November 1814.

Eurer K. und K. Hoheit erfolgreiche Tätigkeit als Ec- ncralartillcrieinspektor und oberster Wasfenvorgcsetzter der in meiner Armee so ruhmreich am Kampfe beteiligten öster­reichisch-ungarischen Mörserbatterien veranlaßt mich zu der Bitte, daß Eure K. und K. Hoheit das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse, deren Insignien Eurer K. und K. Hoheit zugehen werden, von mir annehnicn und tragen wollen.

Wilhelm.

Daraus antwortete Erzherzog Leopold Salvator mit sol- cndcr Depesche:

Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser und Köiiig von Preußen, Großes Hanpiquarticr.

Wien, 24. November.

Für die allergnädigsten Worte der Anerkeiiiiung Mei­ner Tätigkeit sowie der der östcrrcichischeii Mörserbatterien, denen das Glück zuteil wurde, unter dem allerhöchsten Be­fehl Eurer glorreichen Majestät in den Reihen der ruhm­vollen deutschen Armee kämpsen zu können, bitte ich Mei­nen ehrfurchtsvollen Dank huldvollft ciitgegenzunehmen. Diesem Danke schließe ich auch ehrerbicligst jenen für die allergnädigste Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. und 1. Klasse an. Mit großer Befricdigiing nehme Ich diese Ehrenzeichen entgegen und werde sie mit Sioltz tragen, Erzherzog Leopold Salvator.

ijiildklibiilü und (tyismog IiuDriri?.

Wien, 28. Rov. Aus dem Kriegspresiequarticr wird ge­neidet: Dem Armceobcrlomniaiidailtcii Erzherzog Friedrich st folgendes Telegramm zugcgangeii:Euer K. und K. Ho- :e!t melde ich untertänigst, daß ich durch die Gnade Seiner Najestät d. Kaisers und Königs, meines allergiiüdigstcn Herrn, zum Gcneralfeldmarschall bejördert wordcii bi». Indem ich »einer Freude Ausdruck gebe, diesen höchsten militärischen Dienstgrad im Kamps- Schulter an Schulter mit dem verbün- ettn österreichisch-ungarischen Heere erworben z» haben, ver- arre ich in größter Ehrerbietung: Euer K. und K. untertü- igster v. Hindenburg."

Aus dieses Telegramm und die weitere Melduiig, daß der öeneralstabschef Hindendiirgs, General 'o. Ludendorff, zum Ge «ealleutnant befördert worden ist, richtete Erzherzog Fried­lich nachstehende Depesche an deii Generalseldmarschall v. Hin- tenburg:Mit ausrichtigster Freude beglückwünsche ich Eure

R«n« Tageszeitung, «»«tag, Un SO. November 1914

Exzellenz namens der mit Stolz auf den Steg der ruhmgekrön­ten Führer des mit ihr Schulter an Schulter kämpfenden Tei­les der deutschen Wehrmacht blickenden österreichisch-ungari­schen Arme« anläßlich Ihrer Beförderung zum Eeneralscldmar- fchall. Ich gcdcnke gleichzeitig mit den herzlichen Gefühlen Ihres für seine hervorragenden Verdienste in West und Ost von seinem Kriegsherrn ebenfalls beförderten und ausgezeichneten Chefs des Stabes. Die Führer und die Armeen der in selte­ner Eintracht kämpfenden Verbündeten sind sich eins in den Gefühlen der gegenseitigen Achtung und der festen Zuversicht: Der endgültige Sieg muß kommen! E. d. I. Erzherzog Friedrich, K. und K. Armeeoberkommandant."

! Das türkische Hauptquartier fl

meldet : =

W. B. Konstantinopel, 28. Nov. Das Hauptquar­tier teilt mit: Unsere Truppen im Tschoroktale warfen einen Aussallvcrsuch der Russen in der Gegend der Flußmündung zu­rück. Die Geschütze der Landbcsestigungcn von Batum nahmen an diesem Kampfe teil aber ohne jeden Erfolg. Unsere Trup­pen drangen in der Gegend von Atscherc^ 18 Kilometer südöst­lich von Batum vor. Die Russe» behaupten in ihren amtli­chen Mitteilungen, daß unsere Truppen im Kaukasus besiegt und ans Erzerum zurüügcgangcn seien. Diese Nachricht ist voll- stäiidig salsch. Unsere Truppen sind bereits zur Offensive gegen den Feind übergcgangen, der keinerlei Bewegungen außerhalb seiner befestigten Stellung gemacht hat und im Gegenteil nach den Kämpsen im freie» Felde eine weitere Strecke von unseren siegreichen Truppen zurückgewichen ist.

Schwere Beschädigung eines russische» Linienschiffes. K o n- ft a n t i n o p c l, 28. Nov. (W. B. Nichtamtlich). Das Blatt Turan" erfährt, das russische LinienschiffSwjatoi-Jcrstasf" sei bei dem letzten Seckampf i»i Schwarzen Meer s o schwer beschädigt worden, daß die Ausbesserung zwei bis drei Monate dauern werde.

Die Zuversicht der Türkei. (W. B. Nichtamtlich). Der Tanin" dementiert in formeller Weise die Friedensgeriichte. Kein Mensch denke an Frieden. Das Blatt führt an, feit dem Kriegsbeginn haben die erlauchten Verbündeten der Türkei gegen die achte Macht anzukämpfen, nämlich gegen die Lüge. England und Frankreich setzten, indem sie ihre Herrschaft über die Kabel ausnützten, unaufhörlich falsche Nachrichten in die Welt. Nur diesem Umstand ist es zuzuschrciben, daß die Fran- posen in Marokko bleiben können, falls es dort überhaupt noch Franzosen gibt, und daß die Inder sich noch nicht erhoben ha­ben. Unsere Verbündeten und wir find von der gleichen Zu­versicht an den großen endgültigen Erfolg erfüllt und antwor­ten in unserer Art mit Siegen. Während unsere mächtigen und heroischen Verbündeten mit unerschütterlichem Vertrauen auf den Sieg kämpsen, Übernahmen wir eine wichtige, aber we­niger drückende Ausgabe. Wir schwuren, mit unserer morali­schen Kraft zu kämpfen, hinter der unsere materielle Macht zu­rückbleibt, bis das Ergebnis der vollständigen Erfüllung unse­rer nationalen Wünsche bringt. Keine Macht konnte uns in diesem Kamps aushalten.

Herzliche Aufnahme v. d. Goltz Paschas in Konstantinopel. Das Konstantinopeler BlattSerwet-l-Finun" bringt eine Be­grüßung v. d. Goltz Paschas mit einem Bild und ein Faksimile eines Briefes, den der Feldmarschall vor einiger Zeit geschrie­ben hat und worin es heißt:Trotz allem hängt mein Herz noch innig an den Konstantinopeler Erinnerungen, und ich denke an die Türkei zurück wie an eine liebe Heimat." v. d. Goltz Pascha, so versichert das Blatt, wird hier die alte Liebe und Hochachtung wiederfinden, die diesem ausgezeichneten Men­schen und Soldaten gebührt.

Zekti Pascha Generoladjutani des Kaisers. General Zckki Pascha ist »ach Berlin abacreist, um sich im Aufträge des Sul­tans in das Große Hauptquartier zu begeben. Er ist der Person des Kaisers als Gcncraladjutant attachiert. Zekki war vor Ausbruch des Krieges Inspektor der zweiten syrischen Ar- niceinspektion in Damaskus und schon zur Zeit des Sultans Abdul Hamid wiederholt längere Zeit in Deutschland. Die Ent­sendung Zekkis wird als ein neuer Beweis für die Herzlichkeit der deutsch-türkischen Beziehungen angesehen.

Die Wirkung des Heiligen Krieges. Nach aus Mekka ein- getroffenen Nachrichten soll der oberste Wächter der Koaba gleich nach Bckanntwcrden der Nachrichr von der Verkündigung des Heiligen Krieges das Heiligtum geöffnet haben, wo dann Gebete für den Sieg der türkischen Armeen verrichtet wurden.

Wie ei» Bagdader Blatt erführt, ist der Dragoman dcs britischen Konsulats in Bagdad, ein Afghane namens Abdulla Arbaäs, freiwillig in die türkische Armee cingetreten. Er gab damit einen Beweis dafür, welch tiefer Eindruck durch die Ver­kündigung des Heilige» Krieges hervorgerufen worden ist.

Die Somalis gegen England. Nachdem die Muselmanen des Somali-Landes Kunde erhalten haben, daß an der Grenze von Aegypten Muselmanen mit den Engländern im Kampfe stehen, ziehen mehrere tausend Somalier gegen Aegypten.

Die Tpe-ruuz des Suezkanals. Ucber die Aussichten der Tür- len am Suezkaiial äußert sich ein Mitarbeiter derKölnischen Zeilung", der im Jahre 1882 als Kriegsberichterstatter der Be­setzung des Suezkanals durch die englische Flotte beigewohnt hat, cs sei ein Leichtes, selbst für ein kleines Streitkorps, den Kanal für die Schiffahrt zu sperren. Einige Dynamitpatro- »cn und Fliegerbomben würden genüge», den lose» Sand drr hohen Scitendünen zum Rutschen zu bringen und dann brauche man nur mit einigen zum Scheitern gebrachten Schiffen nach zuhelfen. Die jetzige englische Truppcnmacht in Aegypten ge­nüge nicht, »», die ganze Länge des Suezkanals zu decken. Au­ßerdem fei mit der Erhebung der ägyptischen Fellache z» rech­ne».

Eine antjeuglijqe Verschwörung in Aegypten. DieAthe­ner ZeitungEmbros" meldet aus Alexandria: Bei dem Leutnant der ägyptischen Polizei Mors wurden Eeheimpapicre Uiid eine große Menge Dynamit entdeckt, das zur Sprengung von Brücken, Kasernen, Eijenbahnftatione» und Schleusen be­stimmt war. An der Spitze der Verschwörung steht der Bruder

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des Vizekönig» Machwed. Bis jetzt wurden 208 Notabel» ver­haftet. \

Die Engländer aus Eyperu. DemTanin" wird gemeldet, daß dieEngländer, die auf Cypern bald die Mohanimedaner bald die Griechen zu begünstigen pflegten, nunmehr die Grie­chen gegen die Mohammedanern aufhctzcn. In mehreren Or­ten sei cs bereits zu blutigen Kämpfen zwischen den Griechen und Mohammedanern gekommen. Auf der Insel sei ein Ans stand ausgrbrochen.

Uom Änilmu.

Griechenland bleibt neutral. Wie derVoss. Zlg." aus Konstantinopel berichtet wird, glaubt man dort, daß Grie­chenland zu seiner Neutralität fest eutschlossen sei. Von Veniselos wird erwartet, daß er das Land nicht in gefähr­liche Abenteuer stürzen wird. Man glaubt daß er für eine gute Behandlung der Muhammedaner nsttcr gricchisclier Herrschaft Sorge tragen wird.

Letzte russische Anstrengungen in Bulgarien. Aus Sc- fia wird demBerl. Tagcbl." gemeldet: Hier ist der neue inssische Gesandte für Serbien, Fürst Trnbctzkoi, eingc- troffcn. Er soll die Mission haben, Bulgarien mit Ser­bien zu versöhnen, nachdem Serbien einen großen Teil Makedoniens an Bulgarien abgetreten haben wird. Trn­bctzkoi wird den Premierminister Nadoslawow, sowie die Führer aller Parteien besuchen. Auch der russische Gen.'-al Wladislawow wird in Sofia erwartet, der mit einer 6eioi- deren Mission betraut sein soll und von Sofia nach Nisch gehen wird.

Ans Frankreich.

FrankreichRußland bettelt um japanische Hilfe.

Genf, 28. Nov. Exminister Pichon konstaftcrt imPetit Journal" mit hoher Befriedigung: Die Idee, japanische Truppen nach Rußland und Frankreich kommen zu kaff -n, breche sich Bahn. Die wärmsten Anhänger seien die Fran­zosen, weil sie den heroischen, edlen (l) Geist Japans schitz- tcn.

Die Russen hätten den einstigen Groll gegen ihre Be­sieger vergessen und England bereite geheim alle Schritte vor, damit Nordamerika seine Einwilligung gebe. Bisher regen sich gerade in Amerika viele Stimmen gegen Jap in, doch habe England genügende Garantien geboten. Pichon beglückwünscht die Ententemächte, weil sie einen - neuin tapferen Kämpfer in der europäischen Arena einfllhrsn. Auch die Russen schauen lehnsuchtsvoll nach den Gelben. DieRußkoje Slowo" schreibt:

Angesichts der immer noch stationären Lage auf dem westlichen Kriegsschauplatz und angesichts des Eingreifen» der Tiirkei in den europäischen Krieg und der Unruhe» in Persien, ist die Regierung der Frage der Entsendung einer japanischen Armee nach dem östlichen Kriegsschauplatz näher getreten. Es finden augenblicklich diplomatische Vrrhand- lnngcn zwischen Petersburg »nd Tokio darüber statt.

Die französische Kriegsnot treibt sonderbareGeistes"- blüten. Daß Rußland die japanischen Hiebe so leicht ver­schmerzt hat, überrascht den Kenner der russischen Volks­seele durchaus nicht. Auf jeden Fall ein edles Paar, das lim den amerikanischen Segen bettelt.

Iie 5>mirtfilnnj i>n deutschen Militärärzte.

Der Verband der Aerzte Deiitschlands erläßt folgende Er­klärung:

Der ruchlose Feldzug, de» unsere Feinde mit Lüge und Verleumdung gegen Deutschlands Ehre und Ansehen führen, hat ei» neues, fast unglaubliches Opfer gefordert. Pariser Richter haben sich bereit finden kaffen, gefangene deutsche Aerzte wegenGewalttätigkeiten gegen Einwohner und Nachlässigkeit bei der Behandlung von Verwundeten" zu ein und zwei Jahren Gefängnis zu verurteilen. Wem treibt diese Nachricht nicht die helle Glut der Empörung in das Gesicht, Deutsche Aerzte sollen geplündert und sich gewalt­tätig an friedlichen Bürgern vergriffen, deutsche Aerzte sol­len durch ihr Berhalten Kranken gegenüber eine derartige Strafe uerwirkt haben! Jedes Wprt der Rechtfertigung aus diese ungeheuerliche Lüge würden wir für eine Herab sctzung unseres Standes halten: cs drängt uns, nur der all­gemeine» Entrüstung und der Zuversicht Ausdruck zu geben, daß Deutschland diesen Faustschlag nicht ruhig hinnehmen, sondern so erwidern wird, wie es von jeher deutsche Art ge­wesen ist."

Die Vorsitzenden des Deutschen Aertzeverbandes Dr. med. H. Dippe. Dr. med. Hartmann.

Ucber die Begründung des unerhörten Urtcilsspruches gehen verschiedene Mitteilungen durch die Presse. Aus ihnen geht hervor, daß der Oberstabsarzt des deutschen Feldlazaretts pu dem die Verurteilten gehören, aus einem vcrlaffenen Schloß Wein requiriert hat, da die Vorräte im Lazarett zu Ende gingen, und Wein »m so notwendiger war, als die übrigen Verpslcgungsmittcl aus naheliegende» Gründen unzulänglich waren. Nach einer Meldung soll auch eine Milchkuh für diesen Zweck requiriert worden sei». Als das Lazarett den Franzose» in die Hönde siel, sollen Belege für die Bezahlung des Weins nicht ausfindig gewesen sei», und daraus soll das stanzösisckie Gericht die Behauptung begründet haben, daß nicht rechtmäßige Requisitton, sondernPlünderung" Vorgelege» habe! Das Borgehen gegen die Angeklagten war aber um so unerhörter, als der leitende Oberstabsarzt der Gefangennahme entgang-n war und doch, vorausgesetzt, daß eine Unregelmäßigkeit oder Versäumnis vorlag, er allein als der anordnende Vorgesetztr dafür hätte haftbar gemacht werde» können. Daß di« requi­rierten Sachen auch de» sranzösischen Verwundeten, die von de» gefangen genommenen Aerzten auch in größerer Zahl ver­sorgt wurde», in gleicher Weise zugute gekommen sind wie den